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Physiognomik und Literatur bei Friedrich Schiller

Title: Physiognomik und Literatur bei Friedrich Schiller

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 32 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kim Wiesel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit gibt in einem ersten Schritt einen kurzen Überblick über die „Anthropologie“ des 18. Jahrhunderts und die Einflüsse, unter denen Schiller in der Zeit der Hohen Karlsschule, einer Militärakademie stand.
Im zweiten Schritt werden Schillers medizinische und philosophische Texte, die sich mit dem Zusammenhang von Leib und Seele beschäftigen, vorgestellt und analysiert. Schillers Auffassung von Physiognomik und Pathognomik wird dann abschließend verglichen mit den Ansichten der „physiognomischen Autorität“ Johann Caspar Lavater und seinem vielleicht größten Kritiker zu der Zeit, Georg Christoph Lichtenberg.
Damit sind die Grundlagen geklärt, die Schillers literarische Texte wiedergeben. Im dritten Schritt werden exemplarisch zwei literarische Texte Schillers untersucht, die sich im Hinblick auf die Thematik und Herangehensweise ähneln.
Am Beispiel des Verbrechers im Drama Die Räuber und in der Erzählung Der Verbrecher aus verlorener Ehre soll der Einfluss auf Literatur des allgemein gängigen Wissens über Physiognomik, das alle Lebensbereiche bis hin zur Rechtsprechung durchzog, und Schillers eigener Überlegungen deutlich werden. Dabei werden auch Abweichungen zu erkennen sein und das Medium Literatur wird als Plattform für die Forderung nach Reformen in der Ursachenforschung in der Literatur, der Justiz, der Physiognomik und in der gängigen Meinung über gewisse Menschenbilder genutzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE MENSCHENKENNTNIS DES 18. JAHRHUNDERTS

3. SCHILLERS SCHRIFTEN ZUR PHYSIOGNOMIK

3.1 Versuch ueber den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen

3.2 Ueber Anmuth und Würde

3.2 Schiller zwischen Lavater und Lichtenberg

4. PHYSIOGNOMIK IM LITERARISCHEN TEXT

4.1 Die Räuber

4.1.1 Entstehung und Quellen

4.1.2 Die Vorrede

4.1.3 Die Genese und Ursachen des Verbrechens

4.2 Der Verbrecher aus verlorener Ehre

4.2.1 Entstehung und Quelle

4.2.2 Die Vorrede

4.2.3 Die Genese und Ursachen des Verbrechens

5. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das physiognomische und anthropologische Interesse Friedrich Schillers und dessen Einfluss auf seine literarische Gestaltung menschlicher Charaktere. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Schiller den Zusammenhang von Leib und Seele in seinen medizinisch-philosophischen Schriften theoretisierte und ob er diesen als Instrument der Ursachenforschung in seinen literarischen Werken wie Die Räuber und Der Verbrecher aus verlorener Ehre einsetzte, um das gängige, rein physiognomische Menschenbild seiner Zeit zu hinterfragen.

  • Die Anthropologie des 18. Jahrhunderts
  • Schillers medizinisch-philosophische Theorie der Wechselwirkung
  • Die kritische Distanz zu Lavater und die Nähe zu Lichtenberg
  • Die Darstellung von Kriminalität und Triebwerk bei Franz Moor und Christian Wolf
  • Die Funktion der Physiognomie in der Literatur als Medium für soziale Reformen

Auszug aus dem Buch

4.1.3 Die Genese und Ursachen des Verbrechens

Die Räuber sind in hohem Maße eine Doppeltragödie. Zwei Brüder laufen parallel, weitgehend aber abgeschirmt voneinander, in ihr Verbrecherdasein. Jedoch ist die dramatische Wendung unterschiedlich motiviert, liegen den Taten unterschiedliche psychische Gegebenheiten vor. Gemein ist beiden, dass sie als Beispiel für Schillers Theorie gelten, dass tierische Empfindungen Einfluss auf die Seele haben. Franz Moor, der jüngere der beiden Brüder, wird angeleitet von „enttäuschter Kindesliebe“, Karl von dem Glauben einer Verleugnung durch den Vater, die Franz initiiert hat. Selbst wenn Franz versucht Karls angebliche Entwicklung durch seine Veranlagung voraus gesehen zu haben, so werden doch Karls gute Tugenden deutlich: „(...)und die Pfennige, die er euch abquälte, dem ersten dem besten Bettler in den Hut warf“, seine Offenheit, Freigiebigkeit und sein „feuriger Geist“(NA 3, S. 13), der ihn am meisten von seinem Bruder unterscheidet. Das Verhältnis des Vaters zu den verfeindeten Brüdern wird im Rückblick dargestellt und die Schuld bei der Nachgiebigkeit des Vaters gesucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den anthropologischen Kontext des 18. Jahrhunderts und führt in die Analyse von Schillers psychologischem und physiognomischem Ansatz ein.

2. DIE MENSCHENKENNTNIS DES 18. JAHRHUNDERTS: Hier wird der medizinhistorische Hintergrund an der Hohen Karlsschule erläutert, an dem sich die enge Verflechtung von Leib-Seele-Konzepten zeigt.

3. SCHILLERS SCHRIFTEN ZUR PHYSIOGNOMIK: Dieses Kapitel analysiert Schillers theoretische Schriften, in denen er eine Pathognomik entwickelt und sich explizit von der Physiognomik Lavaters abgrenzt.

4. PHYSIOGNOMIK IM LITERARISCHEN TEXT: Im Hauptteil wird an den Beispielen Die Räuber und Der Verbrecher aus verlorener Ehre aufgezeigt, wie psychologische Mechanismen und äußere Umstände die Verbrechensgenese determinieren.

5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass Schiller über die zeitgenössische Physiognomik hinausgeht und sein Werk einer modernen Anthropologie annähert.

Schlüsselwörter

Physiognomik, Pathognomik, Friedrich Schiller, Leib-Seele-Verhältnis, Anthropologie, Die Räuber, Der Verbrecher aus verlorener Ehre, Ursachenforschung, Johann Caspar Lavater, Georg Christoph Lichtenberg, Seelenmechanik, Triebwerk, Kriminologie, 18. Jahrhundert, Menschenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der junge Friedrich Schiller seine medizinisch-psychologischen Überzeugungen zum Zusammenhang von Körper und Geist in seinen ersten literarischen Werken verarbeitet hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Physiognomik und Pathognomik, die psychologische Ursachenforschung bei Verbrechern sowie die Einflüsse der zeitgenössischen Philosophie auf das literarische Schaffen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schiller mittels der Pathognomik das gängige physiognomische Menschenbild kritisch hinterfragte und die moralische Verantwortung sowie soziale Faktoren für abweichendes Verhalten hervorhob.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse von Schillers theoretischen Schriften sowie der Untersuchung ausgewählter dramatischer und narrativer Texte im Kontext der zeitgenössischen Anthropologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Figuren Franz Moor und Christian Wolf, deren Verbrecherbiografien als Exempel für Schillers Theorie der seelischen und körperlichen Wechselwirkung dienen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die „Seelenmechanik“, die „Pathognomik“, die „Wechselwirkung von Leib und Seele“ sowie die „Bedingungsanalyse“ von Charakterentwicklungen.

Inwiefern distanziert sich Schiller von Lavater?

Während Lavater glaubte, den Charakter eines Menschen an festen körperlichen Merkmalen wie der Schädelform ablesen zu können, lehnt Schiller diese „feste Physiognomie“ ab und bevorzugt die Pathognomik, die den Ausdruck flüchtiger Seelenbewegungen untersucht.

Welche Bedeutung hat das „Uhrwerk“ in Schillers Menschenbild?

Schiller nutzt das mechanistische Bild des „Uhrwerks“, um die Seele als ein komplexes System darzustellen, dessen Handlungen durch inneres und äußeres Zusammenwirken bestimmt werden – ein Ansatz, der die Kriminologie seiner Zeit herausforderte.

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Details

Title
Physiognomik und Literatur bei Friedrich Schiller
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Hauptseminar: Bild und Text I: Physiognomik
Grade
2,0
Author
Kim Wiesel (Author)
Publication Year
2004
Pages
32
Catalog Number
V62626
ISBN (eBook)
9783638558365
ISBN (Book)
9783656795971
Language
German
Tags
Physiognomik Literatur Friedrich Schiller Hauptseminar Bild Text Physiognomik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Wiesel (Author), 2004, Physiognomik und Literatur bei Friedrich Schiller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62626
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