1. Einleitung
Die Hausarbeit beschäftigt sich im Folgenden vor allem mit der Frage inwieweit Islam, Islamismus und islamischer Terrorismus zusammenhängen bzw. sich unterscheiden. Dazu muss insbesondere die historische Dimension und Entwicklung mit einbezogen werden. Aber auch eine Klärung des Begriffes Dschihad an Hand der religiösen Grundlagen und Schriften ist grundlegend für eine Debatte über die Rechtfertigung, die anscheinend eine Religion ihren Anhängern zu terroristischer Gewalt gibt, aber auch in weniger verschärfter Form zur Politisierung des Islams mit Wiedereinführung der Scharia gibt. Die Charakteristika militanter islamistischer Gruppen sollen u.a. Aufschluss geben über die Rolle der Religion und ihrer Motive. Aber auch, bzw. gerade aufzeigen, welche Bekämpfungsstrategien sinnvoll seien können im Hinblick auf die Frage, wodurch die Bedrohung denn eigentlich ausgelöst wird. Ist Terrorismus eine islamtypische Erscheinung? Da von der These ausgegangen wird, dass eine Religion nicht gewalttätig ist, muss eben die Frage aufgeworfen werden, warum gerade unter dem Vorzeichen des Islam viele namhafte terroristische Gruppen agieren. In den einzelnen Kapiteln sollen immer wieder bruchstückhaft Indizien aufgezeigt und in der Schlussbetrachtung zusammengefügt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DSCHIHAD
3. BEGRIFFSABGRENZUNG
3.1 ISLAM
3.2 ISLAMISMUS
3.2.1 Beispiel einer islamistischen Gruppe: Muslimbruderschaft
3.3 ISLAMISTISCHER TERRORISMUS
3.4 ZWISCHENFAZIT
4. CHARAKTERISTIKA ISLAMISTISCHEN TERRORISMUS
4.1 „IMAME IN NADELSTREIFEN“
4.2 TRANSNATIONALER TERRORISMUS
4.3 AUFRUF ZUM DSCHIHAD
4.4 TERRORISMUS DER ISLAMISCHEN WELT- KRITISCHE BEMERKUNGEN
5. BEKÄMPFUNGSSTRATEGIEN
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
7. ANHANG
8. QUELLENVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Hausarbeit untersucht die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen dem Islam, dem Islamismus und dem islamistischen Terrorismus, wobei insbesondere die historische Entwicklung sowie die religiöse Interpretation des Begriffs Dschihad beleuchtet werden, um zu verstehen, warum terroristische Gruppen unter dem Deckmantel dieser Religion agieren.
- Historische Dimension und Entwicklung des Islams
- Differenzierung zwischen Islam, Islamismus und Terrorismus
- Analyse des Dschihad-Begriffs und dessen Instrumentalisierung
- Charakteristika und Motive militanter islamistischer Gruppen
- Strategien zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus
Auszug aus dem Buch
4.1 „Imame in Nadelstreifen“
Was wollte Daniel Pipes mit dieser Überschrift wohl ausdrücken? Sollte es nicht etwa, so wie auch in Moores Buch unter dem Kapitel „Wie stoppt man den Terrorismus?“ unter Achtens zu finden ist, heißen: „Wir sollten der Welt ein Glas Wasser anbieten.“ Darunter macht Moore auch die Anmerkung, die Menschen an unserem westlichen Wohlstand teilhaben zu lassen. Die „Allerweltsweisheit“, wirtschaftliche Not sei ein Indiz und Ursache für militanten Islamismus ist weit verbreitet. Sogar einige Islamisten argumentieren so. Daher bieten viele islamistische Gruppen, um Anhänger anzulocken auch breit gefächerte soziale Fürsorge an. Die realen Missstände lassen also Menschen aus Verzweiflung in den Islamismus flüchten.
Aber wie sieht der „typische militante Islamist“ wirklich aus?
Saad Eddin interviewte zu dieser Frage 1980 in Ägypten islamistische Gefängnisinsassen. Das typische Mitglied dieser Gruppen war jung (Anfang 20), aus ländlichen Gebieten oder kleinen Städten stammend, aus der Mittelschicht, mobil, mit einer guten Ausbildung ausgestattet und einer intakten Familie. Auch Selbstmordattentäter passen in dieses Profil. Das macht Sinn, wenn man bedenkt, dass sie ihr Leben lassen für die Veränderung der Welt und nicht für den Protest gegen materielle Entbehrungen. Viele Islamisten bilden also eine Art Gegenelite, die zwar alle Merkmale der Elite aufweist, aber aus irgendeinem Grund nicht dazu gehören. So kommt Daniel Pipes zu vier entscheidenden Thesen. Reichtum immunisiert nicht gegen militanten Islamismus. Auch eine florierende Wirtschaft kann dies nicht. Die heutigen militanten Islamistenbewegungen begannen in den Siebzigern, als sich durch das Erdöl die Staaten einer hohen Wachstumsrate erfreuen konnten, aufzusteigen. Armut bringt Islamismus nicht vor, wie an den muslimischen Staaten Bangladesch, Jemen und Niger zu sehen ist. Und so ist auch eine einstürzende Wirtschaft kein Indiz für Islamismus. Der Crash in Indonesien und Malaysia hatte keine islamistische Welle zur Folge. Revolutionen finden meist erst dann statt, wenn sich eine wirkliche Mittelklasse ausgebildet hat. Dazu ist das Phänomen zu berücksichtigen, dass es eine historische Verbindung des Glaubens mit dem weltlichen Erfolg gibt. Islamisten sehen sich als Anhänger einer Gegenbewegung, also als eine Alternative zur westlichen Zivilisation. Und dazu brauchen sie ein starkes wirtschaftliches Gerüst. Hingegen neigen eher arme Muslime sich anderen Glaubensrichtungen zu öffnen. Wichtig ist also die ökonomische Dimension nicht über zu bewerten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie sich Islam, Islamismus und islamistischer Terrorismus voneinander abgrenzen lassen.
2. DSCHIHAD: Dieses Kapitel klärt den Begriff Dschihad und erläutert dessen historische sowie religiöse Bedeutung, insbesondere die Abgrenzung zum "Heiligen Krieg".
3. BEGRIFFSABGRENZUNG: Hier werden die zentralen Begriffe Islam, Islamismus und islamistischer Terrorismus definiert und in einen historischen Kontext gestellt.
4. CHARAKTERISTIKA ISLAMISTISCHEN TERRORISMUS: Dieses Kapitel analysiert das Profil von Islamisten sowie die transnationale Struktur und die rechtfertigenden Motive terroristischer Gruppen.
5. BEKÄMPFUNGSSTRATEGIEN: Hier werden operative und strukturelle Ansätze zur Bekämpfung terroristischer Netzwerke und zur Förderung von Stabilität diskutiert.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass Terrorismus nicht religiös legitimiert ist und ein differenzierter Umgang mit den Begriffen sowie Zurückhaltung des Westens erforderlich ist.
7. ANHANG: Dieser Teil enthält ergänzende historische Dokumente zur Veranschaulichung der Argumentation.
8. QUELLENVERZEICHNIS: Hier sind sämtliche im Text verwendeten Literatur- und Internetquellen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Islam, Islamismus, islamistischer Terrorismus, Dschihad, Religion, Fundamentalismus, Globalisierung, Muslimbruderschaft, Politik, Radikalisierung, Gewalt, westliche Welt, Modernisierung, Scharia, Sicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen dem Islam als Weltreligion, dem politischen Islamismus und dem davon abzugrenzenden islamistischen Terrorismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die historische Entwicklung islamistischer Strömungen, die religiöse Auslegung des Dschihad-Begriffs sowie eine kritische Untersuchung von Bekämpfungsstrategien gegen Terrorismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, zu ergründen, inwieweit Terrorismus eine genuine Erscheinung des Islam ist oder ob er aus einer Fehlinterpretation und Instrumentalisierung religiöser Grundlagen entsteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung historischer Dokumente (wie den Aufruf zum Dschihad oder Friedensabkommen), um die theoretischen Thesen zu untermauern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Begriffsabgrenzung, der Analyse extremistischer Gruppen wie der Muslimbruderschaft sowie der Charakterisierung transnationaler terroristischer Aktivitäten und deren Gegenstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Islam, Islamismus, Dschihad, Radikalisierung, religiöse Fundamente und der Kampf der Kulturen.
Warum wird der Begriff "Dschihad" oft missverstanden?
Im westlichen Diskurs wird der Dschihad fälschlicherweise oft mit "Heiligem Krieg" gleichgesetzt, während er im Islam primär als "Streben auf dem Wege Allahs" oder moralische Anstrengung verstanden wird.
Wie unterscheidet sich die Muslimbruderschaft von terroristischen Splittergruppen?
Während die Muslimbruderschaft eine breite islamistische Bewegung mit historisch verschiedenen Tätigkeitsfeldern darstellt, spalteten sich daraus extremistische Gruppierungen ab, die eine gewaltsamere und radikalere Ideologie verfolgen.
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- Kim Wiesel (Author), 2004, Islam, Islamismus, islamischer Terrorismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62631