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Wer kritisiert, wird bestraft - Zum Einfluss von Anzeigenkunden auf die Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften

Title: Wer kritisiert, wird bestraft - Zum Einfluss von Anzeigenkunden auf die Inhalte  von Zeitungen und Zeitschriften

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Ludwig (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Anzeigenkunden, Zeitungen und Zeitschriften sowie dem Leser. Sie zeigt die Verflechtungen zwischen Medien und Wirtschaft, die zu einer Aufweichung der journalistischen Ziele aus wirtschaftlichen Motiven führen können und immer wieder führen. Dazu sondiert zuerst eine Zusammenfassung der wirtschaftlichen Situation der Printmedien deren Marktlage. Daraufhin bereitet eine Betrachtung der Motive für eine Einflussnahme auf die Berichterstattung die Grundlage für die Erörterung der verschiedenen Einflussformen, die Anzeigenkunden bei Printmedien suchen und die ihnen einzelne Medien offerieren. Da der Medienmarkt ein besonderer ist – wie noch zu zeigen sein wird – unterliegt er speziellen Schutzmaßnahmen von verschiedenen Seiten. Diese Schranken und deren Effizienz sind Inhalt des letzten Kapitels.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ökonomie der Medien

2.1. Die Verbundproduktion – von Lesern und Anzeigenkunden

2.2. Kosten- und Erlösstruktur der Presse

2.3. Die These der „Primärorientierung am Anzeigenmarkt“

2.4. Wandel im Journalismus

2.5. Steigender Einfluss der Public Relations

3. Formen der Einflussnahme

3.1. Vorbeugende Maßnahmen

3.2. Rücksicht auf den Inserenten

3.3. Innovation Advertorial

4. Schranken

4.1. Gesetze

4.2. Kodizes der Standesorganisationen

4.2.1. Pressekodex

4.2.2. Selbstkontrolle der PR- und Werbeindustrie

4.2.3. Kritik

4.3. Redaktionsinterne Kodizes

4.3.1. Überblick

4.3.2. Kritik

4.4. Schranken durch Selbstbeobachtung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Anzeigenkunden, Printmedien und Lesern. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Verflechtungen aufzuzeigen, die zu einer möglichen Aufweichung journalistischer Ziele führen, und die Wirksamkeit bestehender Schutzmechanismen wie Gesetze und Selbstkontrollgremien zu evaluieren.

  • Ökonomische Abhängigkeiten zwischen Redaktion und Werbewirtschaft
  • Methoden der Einflussnahme von Anzeigenkunden auf Medieninhalte
  • Die Rolle der Public Relations im journalistischen Alltag
  • Wirksamkeit von Pressekodizes und redaktionsinternen Richtlinien
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und deren praktische Relevanz im Mediensystem

Auszug aus dem Buch

3.1. Vorbeugende Maßnahmen

Dass Anzeigenkunden ihre Interessen auch außerhalb der bezahlten Werbefläche artikulieren wollen, ist kein Geheimnis. Ein empirischer Nachweis aber erfolgt nur selten. Anne-Katrin Maser stellte bei einer Befragung von Unternehmen im Dresdner Großraum vier Einflussformen fest (vgl. Maser 2006:108):

1. Anzeigenkunden verweisen auf ihre Stellung als Finanziers des Mediums; 29% der Unternehmen (18 von 62) integrieren diesen Hinweis manchmal oder häufig in ihre Pressemitteilungen (ebd.:190).

2. Anzeigenkunden treten mit einer offenen Forderung nach einem redaktionellen Artikel an das Medium heran; 35% (22 von 63) haben eine solche Forderung bereits ein- oder mehrmals an Dresdner Tageszeitungen gestellt (ebd.:189).

3. Anzeigenkunden drohen mit einer Stornierung von Aufträgen.

4. Anzeigenkunden stornieren Werbung nach Publikation eines negativen Artikels.

Besonders der Zusammenhang zwischen einem kritischen oder negativen Artikel und einer darauf folgenden Anzeigenstornierung ist häufig Thema in der medienorientierten Fachpresse. Häufig handelt es sich dabei um Einzelfallmeldungen, der empirische Nachweis scheint nur schwer möglich. Aus Sicht der betroffenen Unternehmen ist die Anzeigenstornierung zwar eine nahe liegende „Strafaktion“, jedoch ein zweischneidiges Schwert: Was auf den ersten Blick wie einer Strafe für das Medium aussieht, kann innerhalb kürzester Zeit in Form eines Auftragsrückgangs auf den ehemaligen Inserenten zurückfallen (vgl. Flott 2003:35).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problematik anhand von Praxisbeispielen wie der „Bild“-Titelgeschichte, die den Einfluss von Anzeigenkunden auf journalistische Inhalte verdeutlichen.

2. Ökonomie der Medien: Analyse der Finanzierungsstruktur und der „Primärorientierung am Anzeigenmarkt“, die zu einer Aufweichung journalistischer Unabhängigkeit führen kann.

3. Formen der Einflussnahme: Untersuchung spezifischer Strategien von Unternehmen, Einfluss auf Berichterstattung zu nehmen, inklusive Kopplungsgeschäften und Advertorials.

4. Schranken: Bewertung der Wirksamkeit gesetzlicher Regelungen, des Pressekodex und redaktionsinterner Kodizes sowie der Medien-Selbstkontrolle.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung zur Wettbewerbsverzerrung durch die ökonomische Abhängigkeit der Medien und Notwendigkeit einer stärkeren wissenschaftlichen Aufklärung.

Schlüsselwörter

Medienökonomie, Journalismus, Anzeigenkunden, Schleichwerbung, Trennungsgrundsatz, Pressekodex, Public Relations, Kopplungsgeschäfte, Advertorial, Redaktionelle Unabhängigkeit, Werbewirtschaft, Medienethik, Printmedien, Selbstkontrolle, Medienkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Anzeigenkunden und Pressemedien sowie die daraus resultierende Gefahr für die journalistische Unabhängigkeit durch wirtschaftliche Einflussnahme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Schwerpunkte liegen in der Ökonomie der Medien, den konkreten Formen der Einflussnahme durch Werbekunden, den rechtlichen und ethischen Schranken für Schleichwerbung sowie der Rolle der PR.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Erörterung, wie wirtschaftliche Interessen die Berichterstattung beeinflussen und wie effektiv bestehende Schutzmechanismen wie Gesetze oder freiwillige Kodizes diese Fehlentwicklungen verhindern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Zusammenführung wissenschaftlicher Studien, Datenanalysen zur Erlösstruktur der Presse und eine Auswertung von Expertenbefragungen sowie publizistischen Statistiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomischen Rahmenbedingungen, die Analyse konkreter Einflussformen durch Werbetreibende und die kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit von Kontrollinstanzen und Kodizes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Medienökonomie, Trennungsgrundsatz, Schleichwerbung, Kopplungsgeschäfte und journalistische Unabhängigkeit definieren.

Wie effektiv sind laut Autor die bestehenden Kontrollgremien wie der Presserat?

Der Autor äußert Skepsis und bezeichnet den Presserat teilweise als „Papiertiger“, da Sanktionsmöglichkeiten begrenzt sind und es an öffentlicher Transparenz sowie einer konsequenten Anwendung der Regeln im Redaktionsalltag fehlt.

Welche Rolle spielen Advertorials in der Argumentation?

Advertorials werden als Beispiel für eine problematische Form der Verschleierung werblicher Inhalte im redaktionellen Gewand angeführt, deren Glaubwürdigkeit bei Lesern stark von der Kennzeichnungspflicht abhängt.

Warum wird das Modell der „Fünften Gewalt“ als Lösung hinterfragt?

Der Medienjournalismus scheitert laut den zitierten Untersuchungen oft als Kontrollinstanz, da Journalisten in eigenen Interessenkonflikten stecken oder Medienressorts aufgrund finanzieller Zwänge abgebaut werden.

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Details

Title
Wer kritisiert, wird bestraft - Zum Einfluss von Anzeigenkunden auf die Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften
College
Dresden Technical University  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
International vergleichende Journalismusforschung
Grade
1,0
Author
Michael Ludwig (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V62637
ISBN (eBook)
9783638558457
ISBN (Book)
9783640371877
Language
German
Tags
Einfluss Anzeigenkunden Inhalte Zeitungen Zeitschriften International Journalismusforschung Werbung Trennungsgebot Unabhängigkeit Presserat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Ludwig (Author), 2006, Wer kritisiert, wird bestraft - Zum Einfluss von Anzeigenkunden auf die Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62637
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