„Fair Play“ - was bedeutet das überhaupt? Da sich meine Examensarbeit auf soziales Lernen im Elementar- und Primarbereich konzentriert, halte ich es für wichtig, die Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen. In Anlehnung an die Überschrift dieser Arbeit habe ich Kinder zweier Grundschulen gebeten aufzuschreiben, was für sie „fair“ bedeutet. Die Kinder der vierten Klasse finden es fair, wenn Dinge oder Aufgaben gleich aufgeteilt werden und man einander hilft. Unfair hingegen wäre es, jemanden zu ärgern oder sogar zu schlagen, schlecht über andere zu reden oder nicht mitspielen zu dürfen. So schreibt ein Mädchen (10 Jahre) beispielsweise:„Ich finde es gerecht, dass man anderen hilft. Ich finde es nicht fair, wenn man über seine beste Freundin lästert. Ich finde es fair, wenn man teilt. Es ist nicht gerecht, wenn man bei einem Spiel schummelt“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Veränderte Kindheit
2.1 Veränderungen in der Familie
2.2 Veränderungen im Erziehungsverhalten
2.3 Veränderungen im Spiel- und Freizeitverhalten
2.4 Veränderungen in der Medienwelt
2.5 Fazit
3. Soziales Lernen
3.1 Definitionen
4. Die Entwicklung sozialer Kompetenz in den unterschiedlichen Institutionen
4.1 Familie
4.2 Kindergarten
4.3 Grundschule
4.4 Fazit
5. Soziales Lernen in der Grundschule: Wege zur Selbst- und Mitbestimmung
5.1 Demokratisierung am Beispiel Klassenrat
5.2 Rituale im Unterrichtsalltag der Grundschule
5.3 Zukunftswerkstatt – Problemlösen durch Eigeninitiative
5.4 Fazit
6. Die Bedeutung des Schulsports in der Grundschule für das soziale Lernen und die Ausbildung von „Fair Play“
6.1 Regeln und Fairness – ihre Bedeutung für den Sport und für ein soziales Miteinander im Alltag
6.2 Exkurs: Ringen und Kämpfen im Sportunterricht der Grundschule – ein Beitrag zu Vertrauen, Moral und Gewaltprävention
6.3 Fazit
7. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Hindernisse bei der Förderung sozialer Kompetenz im Elementar- und Primarbereich vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Gesellschaft. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Schulen und Kindergärten den Folgen einer „veränderten Kindheit“ begegnen können, um Kindern ein faires Miteinander und eine gesunde soziale Entwicklung zu ermöglichen.
- Analyse der Merkmale und Konsequenzen der „veränderten Kindheit“.
- Untersuchung des sozialen Lernens in den Institutionen Familie, Kindergarten und Grundschule.
- Darstellung konkreter Methoden zur Förderung von Selbst- und Mitbestimmung (z.B. Klassenrat, Rituale, Zukunftswerkstatt).
- Bewertung der Rolle des Schulsports für die Entwicklung von Fair Play und sozialer Kompetenz.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Fair Play“ – was bedeutet das überhaupt? Da sich meine Examensarbeit auf soziales Lernen im Elementar- und Primarbereich konzentriert, halte ich es für wichtig, die Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen.
In Anlehnung an die Überschrift dieser Arbeit habe ich Kinder zweier Grundschulen gebeten aufzuschreiben, was für sie „fair“ bedeutet. Die Kinder der vierten Klasse finden es fair, wenn Dinge oder Aufgaben gleich aufgeteilt werden und man einander hilft. Unfair hingegen wäre es, jemanden zu ärgern oder sogar zu schlagen, schlecht über andere zu reden oder nicht mitspielen zu dürfen. So schreibt ein Mädchen (10 Jahre) beispielsweise: „Ich finde es gerecht, dass man anderen hilft. Ich finde es nicht fair, wenn man über seine beste Freundin lästert. Ich finde es fair, wenn man teilt. Es ist nicht gerecht, wenn man bei einem Spiel schummelt“.
Es wird deutlich, dass Kinder den Begriff „fair“ nicht ausschließlich auf ihr Spiel oder den Sport beziehen, sondern durchaus auf ihr Miteinander im Alltag. „Fair Play“ betrifft auch meiner Ansicht nach nicht nur den Bereich des Sports (Kap. 6), sondern ist auch auf unser alltägliches Verhalten anzuwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des sozialen Lernens im Elementar- und Primarbereich ein und begründet die Relevanz der Arbeit durch den gesellschaftlichen Wandel.
2. Veränderte Kindheit: Das Kapitel beleuchtet Merkmale und Konsequenzen des Wandels von Kindheit, insbesondere durch Veränderungen in Familie, Spielverhalten und Medienwelt.
3. Soziales Lernen: Hier werden theoretische Definitionen zum Begriff des sozialen Lernens sowie Ansätze zur Unterteilung in Teilkompetenzen dargelegt.
4. Die Entwicklung sozialer Kompetenz in den unterschiedlichen Institutionen: Das Kapitel beschreibt die Rollen von Familie, Kindergarten und Grundschule als zentrale Instanzen der sozialen Sozialisation.
5. Soziales Lernen in der Grundschule: Wege zur Selbst- und Mitbestimmung: Hier werden praktische Methoden wie der Klassenrat, Rituale und die Zukunftswerkstatt als pädagogische Ansätze zur Partizipation vorgestellt.
6. Die Bedeutung des Schulsports in der Grundschule für das soziale Lernen und die Ausbildung von „Fair Play“: Dieses Kapitel erörtert die Potenziale des Sports für die Entwicklung von Fairness, Vertrauen und Moral, inklusive eines Exkurses zum Thema Ringen und Kämpfen.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert an die pädagogische Verantwortung, den Idealismus zur Unterstützung kindlicher Entwicklung in den Schulalltag einzubringen.
Schlüsselwörter
Soziales Lernen, Soziale Kompetenz, Fair Play, Veränderte Kindheit, Grundschule, Kindergarten, Partizipation, Klassenrat, Rituale, Zukunftswerkstatt, Schulsport, Erziehung, Sozialisation, Medienkompetenz, Moralentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Kompetenz bei Kindern im Elementar- und Primarbereich gefördert werden kann, trotz der Herausforderungen durch den gesellschaftlichen Wandel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der veränderten Bedingungen des Aufwachsens, der Rolle pädagogischer Institutionen und der Vorstellung praktischer Methoden zur sozialen Förderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Möglichkeiten und Hindernisse bei der Ausbildung sozialer Kompetenz aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, um Kindern „Fair Play“ als Prinzip im Alltag näherzubringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie eigenen Befragungen von Grundschulkindern zu den Themen Gerechtigkeit und Lehrerrolle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Familie, Kindergarten und Grundschule soziale Entwicklung prägen und stellt konkrete Methoden wie Klassenrat, Rituale und die Zukunftswerkstatt vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Soziales Lernen, Fair Play, Partizipation, Kindheit im Wandel und Schulsport.
Wie beurteilt die Autorin die Rolle des Lehrers in Bezug auf „Fair Play“?
Sie betont, dass der Lehrer eine zentrale Vorbildfunktion hat und „Fair Play“ nur vermitteln kann, wenn er selbst authentisch und partnerschaftlich mit den Schülern umgeht.
Inwiefern beeinflusst das „Ringen und Kämpfen“ im Sportunterricht das Sozialverhalten?
Die Autorin argumentiert, dass diese Sportart bei korrekter pädagogischer Anleitung Vertrauen, Körperwahrnehmung und moralisches Bewusstsein fördern kann, indem sie bewusst Körperkontakt und partnerschaftliches Handeln einsetzt.
- Quote paper
- Birte Spitzer (Author), 2006, Fair Play - Möglichkeiten und Hindernisse bei der Ausbildung sozialer Kompetenz im Elementar- und Primarbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62662