Wie der Titel schon zeigt, will die Ausarbeitung der Frage auf den Grund gehen, warum sich viele Lehrer bei der unterrichtlichen Behandlung von Georg Büchner eher dem Fragment "Woyzeck" als dem fertigen Drama "Dantons Tod" zuwenden. Liegt es an der Komplexität Büchners als Autor selbst oder daran, dass "Dantons Tod" tatsächlich zu anspruchsvoll für Schüler und Schülerinnen ist? Welche didaktischen Materialien gibt es zu diesem Drama und bieten sie den Lehrkräften eine reale Hilfe. Diese Fragen werden im Folgenden ausführliche und teilweise verblüffende Antworten erfahren.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Büchners Einzug in die Lehrpläne
2. Die didaktische Aufbereitung Büchners
3. Konkrete Didaktisierungen zu Dantons Tod
3.1. Josef Jansen: „Georg Büchner Dantons Tod“ (1998)
3.1.1. Layout
3.1.2. Inhalt
3.1.3. Adressaten
3.1.4. Interpretationsrichtung
3.2. Norbert Kinne: Stundenblätter »Dantons Tod« (1990)
3.2.1. Layout
3.2.2. Inhalt
3.2.3. Adressaten
3.2.4. Interpretationsrichtung
3.3. Reiner Poppe: Georg Büchner Dantons Tod, Lenz, Woyzeck (2001)
3.3.1. Layout
3.3.2. Inhalt
3.3.3. Adressaten
3.3.4. Interpretationsrichtung
4. Büchners Tod in den Didaktisierungen
5. Rüdiger Bernhardt: Georg Büchner Dantons Tod (2004)
5.1. Layout
5.2. Inhalt
5.3. Adressaten
5.4. Interpretationsrichtung
6. Abschließende Gedanken
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Gründe für die Seltenheit von Georg Büchners Dantons Tod als Unterrichtsgegenstand in der Schule und analysiert in diesem Kontext die Qualität und Eignung bestehender didaktischer Sekundärliteratur, um Optimierungsmöglichkeiten für Lehrkräfte aufzuzeigen.
- Historische Einordnung von Büchners Werken in deutsche Lehrpläne
- Kritische Analyse didaktischer Aufbereitungen (Jansen, Kinne, Poppe, Bernhardt)
- Diskussion über rezeptionsästhetische Ansätze im Literaturunterricht
- Untersuchung von Barrieren bei der unterrichtlichen Vermittlung komplexer Dramen
- Reflexion über das Verhältnis von wissenschaftlicher Theorie und schulischer Praxis
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Inhalt
Das erste Kapitel beinhaltet „Wort- und Sacherklärungen“ (Ebd. 1998:3-44). Zunächst werden die Personen des Dramas vorgestellt, dann erfolgen diese Erklärungen szenenweise, so dass man während des Lesens Namen, Wörter, Redewendungen und Regieanweisung, die unverständlich sind oder worüber man gern mehr wüsste, direkt nachschlagen kann. Dies ist stark Verständnis fördernd und hilft den Lesern auch beim Lesen des ganzen Dramas am Stück nicht verwirrt und überfordert zurückgelassen zu werden.9 Hinter den Personen zu Anfang stehen auch alle Szenen, in denen sie vorkommen, was auch hilfreich ist, wenn man eine Person genauer untersuchen will oder mehrere miteinander vergleichen will. Hier wird den Lesern das Suchen erspart und es entsteht ein Zeitgewinn, den man gerade auch im Unterricht produktiv nutzen könnte.
Des Weiteren ist es so, dass nicht nur die Personen in ihrer Ausprägung im Drama dargestellt werden, sondern auch Daten der entsprechenden historischen Personen eingefügt und teilweise die Unterschiede zwischen diesen und den Dramenfiguren thematisiert werden.10 Das zweite Kapitel ist der Französischen Revolution gewidmet (Ebd. 1998:45-54). Vorgestellt werden in einer kurzen Zeittafel die wichtigsten Ereignisse, begonnen noch vor dem eigentlichen Revolutionsbeginn 1789 und endend mit dem 9. November 1799. Es wird also mehr dargestellt als nur der Zeitraum, in dem das Drama spielt. Dies ist wichtig für das Verständnis des Dramas, da Büchner, selbst wenn er nur diesen einen Zeitraum des Geschehens darstellt, viele Aspekte und Merkmale einfügte, die eher Aussagen zur Revolution als Ganzes sind. In die Zeittafel integriert ist der schon erwähnte Überblick über die politischen Einrichtungen und auf der Folgeseite werden die politischen Gruppen und Klubs in einer anschaulichen Darstellung zusätzlich vorgestellt. Dies beides hilft genauso wie die Erläuterungen zu den Personen im Kapitel zuvor im Drama den Überblick zu behalten und Konflikte zu erkennen und zuordnen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung formuliert die zentrale Fragestellung, warum das Drama Dantons Tod im Unterricht selten behandelt wird, und kündigt die Analyse von Didaktisierungen als Untersuchungsgrundlage an.
1. Büchners Einzug in die Lehrpläne: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Büchners Rezeption im deutschen Deutschunterricht bis in die Gegenwart nach und zeigt die damit verbundenen Vorbehalte auf.
2. Die didaktische Aufbereitung Büchners: Es wird erörtert, vor welchen Herausforderungen Lehrkräfte bei der Behandlung Büchners stehen und warum der Zugang zu wissenschaftlicher Sekundärliteratur in der Unterrichtspraxis schwierig ist.
3. Konkrete Didaktisierungen zu Dantons Tod: Detaillierte Untersuchung dreier ausgewählter Didaktisierungen hinsichtlich ihrer Eignung für Lehrende und Lernende sowie ihrer methodischen Ansätze.
4. Büchners Tod in den Didaktisierungen: Kritische Auseinandersetzung mit der Problematik von Lernzielen im Unterricht, gestützt auf die Analysen von Wilhelm Solms.
5. Rüdiger Bernhardt: Georg Büchner Dantons Tod (2004): Analyse der aktuellsten Didaktisierung im Sample und Untersuchung, inwiefern sie frühere Kritikpunkte aufgreift und verbessert.
6. Abschließende Gedanken: Fazit der Untersuchung, das die Notwendigkeit einer optimierten didaktischen Unterstützung und einer fächerübergreifenden Kooperation für einen erfolgreicheren Einsatz des Dramas hervorhebt.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller in der Ausarbeitung verwendeten Quellen und Referenzen.
Schlüsselwörter
Georg Büchner, Dantons Tod, Deutschunterricht, Didaktik, Literaturwissenschaft, Rezeptionsästhetik, Unterrichtsplanung, Schuldidaktik, Sekundarstufe II, Literaturvermittlung, Französische Revolution, Dramenanalyse, Bildungspläne, Fachdidaktik, Lehrpläne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, warum Georg Büchners Drama Dantons Tod im Deutschunterricht der Sekundarstufe II ein seltener Unterrichtsgegenstand ist und ob dies an der mangelnden Qualität oder Schwierigkeit der didaktischen Aufbereitung liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Geschichte der Aufnahme Büchners in deutsche Lehrpläne, die kritische Würdigung aktueller didaktischer Materialien sowie die Frage, wie ein angemessener, zeitgemäßer Zugang zu diesem komplexen Werk gestaltet werden kann.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, warum das Drama so selten gewählt wird, was sich an den vorliegenden Didaktisierungen ändern müsste, um Lehrpersonen bei der Unterrichtsplanung motivierend zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin untersucht drei spezifische didaktische Publikationen (von Jansen, Kinne und Poppe) sowie ein neueres Werk von Bernhardt auf Layout, Inhalt, Adressaten und Interpretationsrichtung und vergleicht diese kritisch mit den Thesen von Wilhelm Solms.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der ausgewählten Didaktisierungen, die Untersuchung der Rolle von Lernzielen bei der Interpretation des Werks und die Evaluation der neuesten untersuchten Didaktisierung von Bernhardt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Büchner-Rezeption, didaktische Sekundärliteratur, Schuldidaktik, literarisches Lernen, Rezeptionsästhetik und Unterrichtsplanung.
Wie unterscheidet sich die Didaktisierung von Rüdiger Bernhardt von den anderen?
Im Gegensatz zu den anderen untersuchten Bänden, die oft einseitig politisch oder nur auf bestimmte Interpretationsmuster fixiert sind, versucht Bernhardts Werk, den Menschen Büchner vielschichtiger darzustellen und den Lesern eher eine Schulung zur eigenständigen Interpretation zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt Wilhelm Solms in dieser Untersuchung?
Wilhelm Solms dient der Autorin als theoretischer Maßstab. Seine Kritik an der „Misshandlung“ des Autors durch lernzielorientierte Unterrichtsmodelle wird als Schablone genutzt, um zu prüfen, ob die untersuchten Didaktisierungen den poetischen Gehalt des Werks wahren oder verfälschen.
- Arbeit zitieren
- Susanne Elstner, geb. Spindler (Autor:in), 2005, Warum ist Georg Büchners 'Dantons Tod' ein seltener Unterrichtsgegenstand?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62668