Problemfeld der ökologischen Ethik in der Gesellschaft


Referat (Ausarbeitung), 2006
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsübersicht

1 Einleitung

2 Ökologie und Ökonomie
2.1 Interdependenzen zwischen den Systemen
2.2 Umweltbelastungen
2.3 Ursachenerklärung

3 Ausrichtungen der ökologischen Ethik
3.1 Anthropozentrische Sichtweise
3.2 Pathozentrische Sichtweise
3.3 Biozentrische Sichtweise
3.4 Probleme des Tier- und Artenschutzes
3.5 Holistische Sichtweise

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Es geht um das Problem, was man unter dem Spektrum der ökologischen Ethik versteht, welchen Platz diese in unserer Gesellschaft einnimmt und warum wir uns damit eigentlich so schwer tun. Wenn ich von Natur spreche, meine ich die Natur als „Ganzes“, d.h. Biosphäre, ökologische Systeme, Tiere, Pflanzen sowie unbelebte Materie. Das Problemfeld „Umweltkrise“ handelt von dem Problem zur Natur, die durch menschliche Handlungen in einer wachsenden globalisierten und technokratisierten Umwelt verursacht werden (vgl. Baumgartner 1993: 20 f). Die ökologische Ethik beschäftigt sich mit der grundlegenden Frage, ob die Natur gegenüber dem Menschen einen eigenen Rechtsanspruch verdient und wir die Pflicht haben, mit ihr sorgsam umzugehen. Allerdings werden von den Vertretern der ökologischen Ethik verschiedene Auffassungen vertreten, inwieweit die Natur im Sinne des Menschen berücksichtigt werden sollte bzw. muss. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, warum eigentlich von Ökologie und Ökonomie gesprochen wird.

Um die Problematik besser verstehen zu können, schaut man sich am besten die Grundbedeutung der Begriffe Ökologie und Ökonomie genauer an, wobei Interdependenzen zwischen den Systemen und Ursachen eine wichtige Rolle spielen.

Danach werden derzeitige Ausrichtungen der ökologischen Ethik klassifiziert und auf die einzelnen unterschiedlichen Auffassungen und Probleme genauer eingegangen. Zum Schluss werden einige Punkte angeführt, inwieweit sich unsere Lebenssituation durch ein besseres ökologisches Verständnis verändern sollte.

2 Ökologie und Ökonomie

Das Wort Ökonomie hat bereits in der klassischen Ethik von Aristoteles einen moralischen Akzent. Eine verantwortliche Sorge alle Waren zu beschaffen und zu verwalten, welche zum Haushalten erforderlich sind. Das Hauswesen zu verwalten, d.h. das “Gesetz” (Nomos) des “Hauses” (Oikos) wahrzunehmen und langfristig zu planen, damit die Hausbewohner nicht nur heute, sondern auch morgen und übermorgen Lebenschancen und Auskommen haben. Auch bei der Ökologie geht es um das “Haus” (Oikos), wobei hier die Natur, d.h. die Erde bzw. das Haus Gaia, gemeint ist. Hier spricht man allerdings von der “Wesenserkundung” (Logie) des Hauses Erde. Ein geschlossenes System in dem die Menschen durch einen sparsamen und schonenden Umgang mit der Natur Unterkunft und Heimat finden. Man kann auch vom “Raumschiff Erde” sprechen. Demzufolge ist bei der Ökologie das “sparsame haushalten” mit den natürlichen Ressourcen: Boden, Wasser, Luft und den anderen Naturgütern von entscheidender Bedeutung, wobei bei der Ökonomie vielmehr die Sparsamkeit eines guten Hauswirtschafter im Vordergrund steht. Wichtige Schlussessenz ist jedoch die Gemeinsamkeit, dass der Mensch im “Haus” (Oikos) beider Systeme lebt und handelt (vgl. Rock 1993: 53 f).

Streng genommen ist auch die Ökologie Hauswirtschaftslehre, also die Lehre vom Haushalt der Natur. In diesem Sinne ist die langfristige Bedarfsdeckung des Menschen nur dann gegeben, wenn sich die Wirtschaft an ökologische Rahmenbedingungen hält. Daher ist ein Überleben der Menschheit nur möglich, wenn wirtschaftliche Überlegungen von ökologischen Erwägungen geleitet werden. Somit sind der Erhalt und Schutz der Natur unabdingbar. Aus diesem Grund ist umweltverträgliches wirtschaften, nicht ökonomiefeindlich, sondern dient der Ökonomie. Das ökonomische System kann sich also nicht außerhalb des ökologischen Systems befinden.

Ein radikalisierter „Ökologismus“, wie ihn manch Naturschützer versteht oder politische Abwägungen zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen, helfen allerdings nicht weiter und werden der ökologischen Sichtweise auch nicht gerecht. Notwendig wäre die Bereinigung des ökologischen Bruchs mit der Natur, um einen Friedensschluss zwischen Ökologie und Ökonomie zu bewerkstelligen (vgl. Rock 1993: 54 f). In dem nächsten Kapitel werden die verschiedenen Abhängigkeiten beider Systeme behandelt.

2.1 Interdependenzen zwischen den Systemen

In der Abb. 1 werden sowohl das ökonomische als auch das ökologische System dargestellt, wobei die Wirkungen auf die Natur mit entsprechenden Pfeilen gekennzeichnet sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Abhängigkeiten zwischen dem ökologischen (unten dargestellt) und ökonomischen System (oben dargestellt) (vgl. Brohl 1993: 14).

Im ökonomischen System ergeben sich aus der Produktion und Konsum von Gütern und Dienstleitungen verschiedene Emissionen, z.B. Geräusche, Wärme, Luftverunreinigungen, etc. Die Einwirkungen dieser Emissionen auf den Menschen, Tiere, Pflanzen bezeichnet man als Immissionen. Ein Teil der Emissionen lässt sich über Recycling wieder in den ökonomischen Kreislauf zurückführen, wirken aber auch als Immissionen auf die Funktionen der natürlichen Umwelt. Das ökologische System kann man in drei Funktionsbereiche unterteilen: Rohstoffen (Lieferant von regenerierbaren und nicht regenerierbaren Rohstoffen), Ästhetik (Räume für Freizeit und Erholungszwecke des Menschen) sowie als Empfangsmedium (von abbaubaren und nicht abbaubaren Schadstoffen). Selbstverständlich beeinflussen bzw. subtrahieren sich diese Funktionen der natürlichen Umwelt auch gegenseitig. Zum Beispiel ist es nicht möglich, eine Landschaft zum Abbau von Braunkohlevorkommen und als Freizeitparadies zu nutzen. Die Natur besitzt zwar eine natürliche Regenerationsfähigkeit, um Schadstoffe abzubauen und zu neutralisieren. Diese ist jedoch limitiert bzw. wird vielfach überschritten (z.B. Ölverschmutzung) und macht auf diese Weise vorhandene Ressourcen unbrauchbar (vgl. Brohl 1993: 13 ff).

2.2 Umweltbelastungen

Diese Umweltbelastungen können in verschiedenen Formen auftreten, wobei hier die wichtigsten zusammengefasst sind. Die Luftverunreinigungen bestehen hauptsächlich aus Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Hauptverursacher ist hierbei zum großen Teil der Verkehr, wobei der Individualverkehr gegenüber den öffentlichen Verkehrsmitteln immer weiter zunimmt. Hauptverursacher für das Ozonloch und den Klimawechsel ist mit ca. 50 % das Kohlendioxid, wobei diese Emission auch für das Waldsterben mitverantwortlich ist. Auch in Deutschland sind bereits mehr als 30 % der Wälder beschädigt. Der Abbau der tropischen Regenwälder führt zu einem Rückgang von Pflanzen und Tierarten. Des Weiteren begünstigt die Erosion des Bodens die Ausbreitung von Wüsten. Zwar betreiben die Industrieländer Wiederaufforstung aber in den Entwicklungsländern sind Wiederaufforstungsprogramme durch die schlechte wirtschaftliche Lage schwerer durchzusetzen. Ein anderes Problem ist der täglich anfallende Müll in unserer Konsumgesellschaft, wobei gut zweidrittel des Mülls von den privaten Haushalten stammen. Zudem landen ca. 67 % des gesamten Mülls auf der Deponie (vgl. Brohl 1993: 15 ff). Katastrophen, die zur Verschmutzung des Bodens, der Luft oder der Meere und Flüsse führen, tragen das übrige dazu bei.

2.3 Ursachenerklärung

Bei den Ursachen kann man in entwicklungsbedingte, sozioökonomische und wirtschaftsbezogene Ursachen unterscheiden, woraus die bereits erwähnte Überlastung der Absorptionsfähigkeit resultiert (vgl. Brohl 1993: 26, Wicke 1982).

Die Weltbevölkerung weist seit 1975 einen expotentiellen Verlauf auf, wobei ca. 90 % des Wachstums auf die ärmsten Länder der Erde fällt. Auswirkungen auf die Umwelt sind: Erstens, die zusätzliche Beanspruchung von Siedlungs- und Erholungsräumen sowie die Abnahme von Grünflächen durch Überbauung. Zweitens, eine steigende Nahrungsmittelproduktion, d.h. Zunahme von Düngungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie Erosion und Versalzung durch künstliche Bewässerung. Zusätzlich kommt es zu einer Steigerung der Abfallproduktion. Infolgedessen kommt es zu einer Verstädterung (z.B. Kalkutta oder Groß-Bombay). Daraus ergibt sich eine konzentrierte Beanspruchung von Luft, Wasser und Boden, gefolgt von einer zunehmenden Konzentration der Emissionen in den Großstädten. Nebenbei besteht die Gefahr einer unkontrollierten Entsorgung von Abfällen und Abwässern.

Durch das steigende Wirtschaftswachstum, gerade in den sog. Tigerstaaten, wozu China und Indien zählen, kommt es zu einem steigenden Ressourcenverbrauch, infolge eines steigenden Energiebedarfs. Durch die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion wird der Ausbau von Monokulturen gefördert, was einen verstärkten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nach sich zieht. Ein Wachstumstop würde die Umweltprobleme allerdings nicht beheben, daher sollte man unter umweltverträgliches Wachstum nicht unbedingt eine Wachstumsreduzierung, sondern einer Förderung umweltfreundlicher Innovationen verstehen. Der technisch-wirtschaftliche Wandel beruht unter anderem auf eine Förderung von Einwegflaschen, Verdrängung von natürlichen Materialien durch chemische Produkte, aufwendigerer Verpackungsmaterialien und verstärkte Nutzung von umweltbelastenden Kraftfahrzeugen (vgl. Brohl 1993: 27 ff).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Problemfeld der ökologischen Ethik in der Gesellschaft
Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Veranstaltung
Gesellschafts- und umweltbezogenes Rechnungswesen
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V62775
ISBN (eBook)
9783638559652
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
sehr dichte Arbeit mit einfachem Zeilenabstand (Anm. der Red.)
Schlagworte
Problemfeld, Ethik, Gesellschaft, Gesellschafts-, Rechnungswesen
Arbeit zitieren
Matthias Matag (Autor), 2006, Problemfeld der ökologischen Ethik in der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62775

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