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Das Konzil von Chalcedon und seine dogmengeschichtlichen Bewertungen

Title: Das Konzil von Chalcedon und seine dogmengeschichtlichen Bewertungen

Seminar Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Claudia Kolbe (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Die Frage nach dem Zu- und Miteinander der göttlichen und menschlichen Natur der Person Jesu Christi hat schon immer viele Theologen beschäftigt. Vor allem im 4. und 5. Jahrhundert stand sie im Mittelpunkt theologischer Streitigkeiten. Dabei kamen die kirchlichen Würdenträger in arge Schwierigkeiten: Wollten sie doch das Unmögliche ermöglichen, einerseits den Glauben an einen einzigen Gott beizubehalten, andererseits aber auch Jesus "göttliche Attribute" zuzuschreiben.
Im Zentrum der Auseinandersetzungen stand demnach die Frage nach dem Verhältnis Jesu Christi zum himmlischen Vater. Die Theologen versuchten mit den Begriffen "wesenseins" und "wesensähnlich" dieses innertrinitarische Verhältnis zu beschreiben. „Die Einheit von Gott und Mensch in Jesus Christus [darzustellen war] das abschließende und krönende Thema der Christologie“ (Ohlig, Karl-Heinz: Christologie, Bd. 1. Graz, Wien, Köln: 1989), welches auf dem Konzil von Chalcedon diskutiert wurde. Hinter meist sehr ähnlichen Begriffen verbargen sich einander entgegengesetzte Grundauffassungen des Christentums. Es ging insofern um nichts weniger als um die Aufrechterhaltung eines einheitlichen Verständnisses von Jesus und damit gleichsam um einen stabilen Glauben der Christen an Jesus Christus.
Die Väter von Chalcedon hatten nun geglaubt mit ihrer Formulierung „[..]in duabus naturis [...] et in unam personam atque subsistentiam concrurrente [..]“ endlich ein Problem gelöst zu haben, „das seit 25 Jahren unabdingbar zu einer Lösung gedrängt hatte.“ Doch „ [d]ie Entwicklung verlief anders. Chalcedon wurde zum Stein des Anstoßes und zum Ausgangspunkt einer Spaltung [..]“ (aus: Grillmeier, Alois: Jesus der Christus im Glauben der Kirche, Bd. 2/1. Freiburg, Basel, Wien²: 1991, S.4.), die bis heute anhält.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzil von Chalcedon

2.1 Der Ausgangspunkt – zwei verschiedene Schulen

2.1.1 Die alexandrinische Christologie

2.1.2 Die antiochenische Christologie

2.2 Das Konzil

2.3 Die Entscheidung

2.3.1 Der "Tomus Leonis"

2.4 Die Formel von Chalcedon

2.5 Weitere Entwicklungen

3. Beurteilungen

3.1 Adolf Martin Ritter

3.2 Wolfhart Pannenberg

3.2.1 Aporetik der Zweinaturenlehre

3.2.2 Der Gegensatz von alexandrinischer und antiochenischer Christologie und die Formel von Chalcedon

3.3 Eigene Beurteilung – Abschließende Worte

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die dogmengeschichtliche Bedeutung des Konzils von Chalcedon (451 n. Chr.) zu analysieren und zu bewerten. Dabei steht die Untersuchung der christologischen Debatten zwischen der alexandrinischen und der antiochenischen Schule sowie die Analyse der resultierenden „Formel von Chalcedon“ als Kompromiss zur Wahrung der Einheit von göttlicher und menschlicher Natur in Jesus Christus im Fokus.

  • Die dogmengeschichtliche Entwicklung der Christologie im 4. und 5. Jahrhundert
  • Gegenüberstellung der alexandrinischen und antiochenischen Christologie
  • Die kirchenpolitische und theologische Bedeutung des Konzils von Chalcedon
  • Wissenschaftliche Bewertung der „Formel von Chalcedon“ durch A. M. Ritter und W. Pannenberg
  • Die Auswirkungen des Konzils auf die erste große Konfessionsspaltung der Christenheit

Auszug aus dem Buch

2.4 Die Formel von Chalcedon

Schließlich wird auf dem Konzil von Chalcedon folgende orthodoxe Lehrformulierung abgefasst:

„In der Nachfolge der heiligen Väter lehren wir also alle übereinstimmend, dass unser Herr Jesus Christus als ein und derselbe Sohn zu bekennen sei, derselbe vollkommen in der Gottheit, derselbe auch vollkommen in der Menschheit, derselbe wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch aus Vernunftseele und Leib. mit dem Vater wesenseins der Gottheit nach und als derselbe mit uns wesenseins der Menschheit nach, in allem uns ähnlich, ausgenommen die Sünde, von den Zeiten aus dem Vater geboren der Gottheit nach, am Ende der Tage aber als derselbe um unseret- und um unseres Heiles willen aus der Jungfrau Maria, der Gottesgebärerin, geboren, der Menschheit nach, als ein und derselbe Christus, Sohn, eingeborener Herr, in zwei Naturen unvermischt, unverwandelt, ungetrennt, ungesondert erkennbar, wobei jedoch die Unterschiedenheit der Naturen um der Einung willen keineswegs aufgehoben wird, sondern die Eigentümlichkeit einer jeden Natur gewahrt bleibt und sich zu einer Person und zu einer Hypostase verbindet; nicht als in zwei Personen geteilt oder getrennt, sondern als ein und derselbe eingeborene Sohn, Gott, Logos, der Herr Jesus Christus, wie vorzeiten die Propheten von ihm verkündeten und (danach) er selbst, Jesus Christus, uns unterwies und das Symbol unserer Väter überliefert hat.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die theologische Problematik des Verhältnisses von göttlicher und menschlicher Natur Jesu Christi im 4. und 5. Jahrhundert.

2. Das Konzil von Chalcedon: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Ausgangspunkte der alexandrinischen und antiochenischen Schulen sowie den Verlauf und die Ergebnisse des Konzils von 451.

3. Beurteilungen: Hier werden die wissenschaftlichen Analysen von Adolf Martin Ritter und Wolfhart Pannenberg zur Bedeutung der chalcedonensischen Formel kritisch gegenübergestellt.

4. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die für die Arbeit verwendete theologisch-dogmengeschichtliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Konzil von Chalcedon, Christologie, Zweinaturenlehre, Alexandrinische Schule, Antiochenische Schule, Monophysitismus, Dogmengeschichte, Jesus Christus, Inkarnation, Tomus Leonis, Hypostase, Konfessionsspaltung, Theologiegeschichte, Kyrill von Alexandria, Wolfhart Pannenberg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Konzil von Chalcedon von 451 n. Chr. und dessen Versuche, die christologische Kontroverse zwischen göttlicher und menschlicher Natur Jesu Christi beizulegen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die dogmatischen Unterschiede zwischen der alexandrinischen und antiochenischen Theologie sowie deren Zusammenführung im christologischen Dogma von Chalcedon.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die dogmengeschichtliche Einordnung der Formel von Chalcedon und deren Bewertung als Kompromiss sowie als Grundlage für die christliche Lehre.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Interpretation theologischer Fachliteratur (Dogmengeschichte) sowie den kritischen Vergleich führender Theologen-Positionen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die historischen Voraussetzungen, den Verlauf des Konzils, die konkrete Lehrformulierung und die wissenschaftliche Rezeption durch Autoren wie Ritter und Pannenberg.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind Zweinaturenlehre, Inkarnation, Monophysitismus, christologische Einheit und dogmengeschichtliche Entwicklung.

Welchen Stellenwert nimmt der "Tomus Leonis" in der Argumentation ein?

Der "Tomus Leonis" wird als ein entscheidender, vermittelnder Brief von Papst Leo I. dargestellt, der maßgeblich dazu beitrug, den Streit um die zwei Naturen Jesu zu beenden.

Wie bewerten die herangezogenen Theologen das Konzil?

Ritter sieht darin einen notwendigen Rahmen, während Pannenberg die Zweinaturenlehre stärker kritisiert, da sie das begriffliche Dilemma der altkirchlichen Christologie nicht vollständig auflösen konnte.

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Details

Title
Das Konzil von Chalcedon und seine dogmengeschichtlichen Bewertungen
College
Dresden Technical University  (Evangelische Theologie)
Course
Seminar Christologie
Grade
2,0
Author
Claudia Kolbe (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V62829
ISBN (eBook)
9783638560054
ISBN (Book)
9783638767132
Language
German
Tags
Konzil Chalcedon Bewertungen Seminar Christologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Kolbe (Author), 2002, Das Konzil von Chalcedon und seine dogmengeschichtlichen Bewertungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62829
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