Der Doppelkontinent Amerika - Planungsbeleg für das Fach Geographie


Praktikumsbericht / -arbeit, 2005

23 Seiten


Leseprobe

1. Vor dem Praktikum

Natürlich habe ich im Laufe meines Studiums zur Gymnasiallehrerin an der TU Dresden schon einige praktische Erfahrungen im Unterrichten machen können, trotzdem war ich vor dem Beginn meines Blockpraktikums B am Gymnasium Dresden-Plauen etwas nervös. Ich fragte mich, wie ich wohl damit zurechtkommen würde 15 Stunden in jedem meiner beiden Fächer in dieser kurzen Zeit zu unterrichten – zusätzlich zu den Hospitationen. Ich erinnerte mich an meine beiden SPÜ und wie lange ich damals jeweils die Stunden vorbereitet hatte. Diese Zeit hatte ich in diesem Praktikum sicherlich nicht. Würde ich mit diesem Zeitdruck zurechtkommen und trotzdem mit meinen Stunden zufrieden sein? Würden meine fachlichen und didaktischen Kenntnisse, die ich bisher an der Universität erwerben konnte, ausreichen um die Stunden genügend vorzubereiten und auch verschiedene Methoden auszuprobieren? Wie leicht würde es mir unter diesen zeitlich begrenzten Gegebenheiten fallen das Gelernte (vor allem didaktische Methoden) in die Praxis umzusetzen?

Was ich gern in diesem Praktikum einmal ausprobieren wollte, war in höheren Klassenstufen zu unterrichten. In meinem Blockpraktikum A und auch in den SPÜ hatte ich mich vor allem in jüngeren Klassenstufen (Klasse 5-6) ausprobiert, dieses Mal sollten es auch ältere SchülerInnen sein, die ich unterrichten wollte. Vor Beginn des Praktikums hatte ich noch etwas Angst in höheren Klassenstufen zu unterrichten, weil dies bedeutete sich fachlich sehr gut auszukennen und in einer Stunde mehr und komplexeren Stoff zu unterrichten als in den unteren Klassenstufen und ich war mir einfach unsicher, ob mir dies gelingen würde und ob ich genügend fachliches Wissen hatte. Außerdem war ich gespannt darauf, ob ich mich auch bei älteren SchülerInnen hinreichend durchsetzten und souverän auftreten könnte. Überhaupt war eine wichtige Frage für mich, ob mich die SchülerInnen (aller Klassenstufen) akzeptieren würden. An Dresdner Schulen erleben die SchülerInnen ja öfter Studenten in diversen Praktikasituationen und so fragte ich mich, ob diese nicht langsam abgestumpft gegenüber neuen Studenten (in diesem Falle mir) waren und ob sie überhaupt noch Lust hatten sich ständig mit neuen „Lehrern“, deren Lehrstil und ersten Unterrichtsversuchen auseinanderzusetzen, oder ob sie mich ihr Unbehagen darüber spüren lassen würden. Das Selbe galt in Bezug auf das Lehrerkollegium und meine Mentoren. Ich war gespannt darauf, inwiefern ich mich gut in das Kollegium einfügen würde und ob ich mich mit meinen Mentoren verstehen würde. Würden diese bereit sein mir, wenn nötig, auch helfend bei Seite zu stehen oder war ich für sie nur eine unliebsame „Pflichterfüllung“?

Überdies war ich neugierig darauf, wie es für mich wohl sein würde wieder einmal so viel an einer Schule eingebunden zu sein, dieses Mal jedoch auf der anderen Seite – der der Lehrerschaft. Trotz all dieser Fragen und Befürchtungen freute ich mich auf diese Möglichkeit neue Erfahrungen zu sammeln, neues zu lernen und mich weiterzuentwickeln.

2. Informationen zur Praktikumsschule

In der Zeit vom 21. Februar bis 18. März 2005 absolvierte ich mein Blockpraktikum B am Gymnasium Dresden-Plauen in der Kantstraße 2 in Dresden, welches von der Direktorin Frau Dr. Ostermeier geleitet wird. Man erreicht das Gymnasium am besten mit den Buslinien 89 bzw. 82 bis zur Haltestelle „Rathaus Plauen“.[1]

Das Gymnasium Dresden-Plauen hat eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Als Tochteranstalt des Friedrichstädter Seminars entstand es 1894 bis 1896 als das Königliche Lehrerseminar an der Kantstraße. Plauen war damit die erste Dorfgemeinde Sachsens mit einer Lehrerbildungsanstalt. Der Unterricht wurde mit 16 Lehrern und 178 Schülern eröffnet. 1928 verließen die letzten Seminaristen die Ausbildungsstätte. Bereits seit 1922 war die Umwandlung in eine Deutsche Oberschule für Knaben und Mädchen erfolgt. Nach 1945 wurde die Deutsche Oberschule in eine Erweiterte Oberschule (EOS) umgewandelt. Später erhielt die EOS den Namen "Friedrich Engels". Nach 1989 erfolgte eine abermalige Umbenennung in EOS - Dresden-Plauen - und heute trägt sie den Titel Gymnasium Dresden-Plauen.

Heute werden am Gymnasium Dresden-Plauen rund 970 SchülerInnen, darunter 35 ausländische, von 78 LehrerInnen und 7 kirchlichen Lehrkräften unterrichtet. Die SchülerInnen teilen sich in der Sekundarstufe I auf 29 Klassen mit maximal 26 SchülerInnen auf, in der Sekundarstufe II befinden sich momentan 278 SchülerInnen. Die SchülerInnen kommen vorrangig aus den Stadtteilen Dresden-Plauen, Coschütz, Gittersee und Gorbitz.

Das Gymnasium bietet den SchülerInnen ein sprachliches, naturwissenschaftliches und gesellschaftswissenschaftliches Profil, außerdem viele interessante AG’s, wie den Chor, das Orchester, die Schülerzeitung oder die Theatergruppe. Des weiteren hat das Gymnasium Dresden-Plauen einen Partnervertrag mit der TU Dresden z.B. für die BELL, welche die SchülerInnen in der Sekundarstufe II so unproblematischer absolvieren können.

Seit 1992 befindet sich das Gymnasium in ständigen Renovierungsarbeiten. Momentan wird der Eingangsbereich neu gestaltet. Seit letztem Jahr verfügt die Schule über einen neuen Sportplatz. Die Schule befindet sich folglich in einem sehr guten Zustand und ist modern ausgestattet. Zwei Computerkabinette stehen den SchülerInnen zur Verfügung, außerdem gibt es für die Unterrichtsbereiche Physik, Biologie, Chemie, Geographie, Musik und Kunst jeweils mindestens 2 Fachräume, die entsprechend ausgestattet sind. Jeder Klassenraum verfügt über einen Polylux. Zudem stehen in den Vorbereitungsräumen genügend Videogeräte mit Fernsehgerät und auch Diaprojektoren zur Verfügung. Natürlich verfügt die Schule auch über Kopiergeräte für die Lehrerschaft.

Das Gymnasium besteht neben dem Hauptgebäude auch aus einem Nebengebäude, welches sich wenige Meter entfernt befindet und mit einer Grundschule zusammenhängt. In diesem werden die 5. und 6. Klassenstufen unterrichtet. Obwohl auch dieses Gebäude momentan renoviert wird und gut ausgestattet ist, wird angestrebt dieses im kommenden Schuljahr nicht mehr zu brauchen, da es für Lehrer wie auch für Schüler eine zusätzliche Belastung bedeutet.

3. Planung der Unterrichtseinheit

3.1 Bedingungsanalyse

Das Fach Geographie am Gymnasium Dresden-Plauen wurde von fünf Lehrern unterrichtet, welche ich alle kennen lernte. Meine Mentorin war Frau Dr. Fischer. Sie unterrichtete Kurse der Sekundarstufe II, sowie zwei 10. Klassen aber auch eine 8. Klasse, von welcher sie die Klassenleiterin war.

In der ersten Woche hospitierte ich in allen Klassen bzw. Kursen von Frau Dr. Fischer, um diese besser kennen zu lernen und eine grobe Vorstellung über die Arbeit von Frau Dr. Fischer zu gewinnen. Dabei fiel mir auf, dass alle SchülerInnen in jeder Klasse bzw. Kurs im Unterricht sehr aufmerksam und diszipliniert waren, keiner mit dem Nachbarn tuschelte und dass viele aktiv am Unterricht teilnahmen. Dies hing mit dem freundschaftlichen, dennoch aber auch strengen Umgang von Frau Dr. Fischer mit den SchülerInnen zusammen. Zu Beginn fast jeder Stunde redete Frau Dr. Fischer mit den SchülerInnen zuerst einmal kurz über diverse Dinge, z.B. Neuigkeiten aus der Presse oder Schule aber auch über Probleme und Fragen der SchülerInnen, womit sie einen Zugang zu den SchülerInnen erreichte. In ihrem Unterricht stellte sie dann hohe Anforderungen an die SchülerInnen, welche sich dadurch bemerkbar machten, dass Frau Dr. Fischer straff durch den Unterricht führte, keinerlei Zwischenstörungen duldete und von den SchülerInnen zu jeder Zeit das erworbene Wissen in komplexer Form forderte. Oft schob sie kurze Wiederholungen in den Unterricht ein, die sich tw. auch auf Wissen unterer Klassenstufen bzw. früherer Unterrichtseinheiten bezogen.

In Gesprächen mit den SchülerInnen fand ich heraus, dass Frau Dr. Fischers Unterrichtsführung und -anforderungen für die meisten SchülerInnen zu Beginn ungewohnt und etwas gewöhnungsbedürftig waren und dass viele nicht sofort damit zurecht kamen. Trotzdem war die Mehrzahl der SchülerInnen über das höhere Anspruchsniveau auf längere Sicht sehr dankbar, da sie bemerkten, dass sie so vielschichtigeres Wissen hatten, daher im Unterricht besser mitarbeiten und mitdenken und effektiver arbeiten konnten.

Bereits zu Beginn der zweiten Woche musste ich dann sehr kurzfristig den Unterricht in der 8. und den beiden 10. Klassen übernehmen, da Frau Dr. Fischer krank geworden war und mich um selbiges bat. So ergab es sich, dass ich in genannten Klassen all meine Unterrichtsversuche absolvierte.

Außer bei Frau Dr. Fischer hospitierte ich noch bei Frau Klix in zwei 5. Klassen, da ich auch Einblicke in das Unterrichten unterer Klassenstufen gewinnen wollte. Hier lernte ich v.a. eine neue Unterrichtsmethode kennen – die Stationsarbeit. Frau Klix hatte diese zum Thema „Küste“ vorbereitet und führte sie über mehrere Stunden durch. Da Frau Klix also keinen „gewöhnlichen“ Frontalunterricht gab, konnte auch ich aktiver als gewohnt an meinen Hospitationen teilhaben, indem ich den SchülerInnen bei ihren Aufgaben behilflich zur Seite stand, so u.a. beim basteln oder experimentieren half.

3.1.1 Analyse der Fachklassen

Die 8. Klasse von Frau Dr. Fischer bestand aus 26 Schülern, davon waren 17 männlich und 7 weiblich. In der Klasse herrschte durchweg ein freundschaftlicher Umgang miteinander vor, wobei man jedoch eine leichte Distanz zwischen Jungen und Mädchen bemerkte, die in diesem Alter wohl normal ist. Demgemäß saßen die wenigen Mädchen in Grüppchen im Klassenraum zusammen. Im Unterricht fiel dies jedoch nicht weiter auf. Insgesamt waren alle SchülerInnen sehr diszipliniert, arbeiteten sehr gut mit und waren dem Fach Geographie gegenüber sehr aufgeschlossen und wißbegierig. Diese positive Ausgangsbasis der Klasse hing mit dem bereits erwähnten Umgang von Frau Dr. Fischers zusammen.

[...]


[1] Vgl. Informationen: http://www.gymnasium-dresden-plauen.de/ - 10. 04. 2005

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Der Doppelkontinent Amerika - Planungsbeleg für das Fach Geographie
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geographie)
Autor
Jahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V62840
ISBN (eBook)
9783638560139
ISBN (Buch)
9783638668934
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Personensensitive Daten sind geschwärzt.
Schlagworte
Doppelkontinent, Amerika, Planungsbeleg, Fach, Geographie
Arbeit zitieren
Claudia Kolbe (Autor), 2005, Der Doppelkontinent Amerika - Planungsbeleg für das Fach Geographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62840

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