Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Aufgaben und Funktionsweise der Finanzmärkte aufzuzeigen. Zudem soll untersucht werden, woraus sich ein Bedarf an der Kontrolle von Finanzmärkten ergibt bzw. welche Anlässe in der Vergangenheit dazu führten, dass Forderungen nach strengeren Regulierungsmaßnahmen aufkamen. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten der Finanzmarktregulierung betrachtet werden.
Das Kapitel 2 befasst sich zunächst mit der Entstehung von Finanzmärkten. Dazu soll zunächst eine allgemeine Abgrenzung von Märkten und den darin agierenden Institutionen erfolgen. Daraufhin werden die allgemeinen Aufgaben und Funktionen der Finanzmärkte vorgestellt, die von den Institutionen der Finanzmärkte übernommen werden. Außerdem erfolgt eine Strukturierung der diversen Teilsegmente der Finanzmärkte. Anhand der in Kapitel 2 erfolgten Systematisierung der Finanzmärkte werden dann im dritten Kapitel die Funktionen der Teilmärkte detaillierter beschrieben. Zudem sollen einige der gehandelten Finanzobjekte dargestellt und die wichtigsten Akteure der jeweiligen Teilsegmente genannt werden. Zum Abschluss des dritten Kapitels werden daraufhin Möglichkeiten zur nationalen Regulierung der Finanzmärkte sowie grenzübergreifende Maßnahmen und Institutionen vorgestellt. Die Möglichkeiten der Finanzmarktregulierung sind äußerst vielfältig. Daher sollen lediglich ausgewählte Maßnahmen anhand konkreter Beispiele vorgestellt werden.
Im Schlusskapitel sollen die Ausführungen rekapituliert werden und ein Ausblick auf die Entwicklungstendenzen der Finanzmärkte erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung
2. Die Entstehung von Finanzmärkten
2.1 Institutionen und Märkte – eine Abgrenzung
2.2 Die Aufgaben von Finanzmärkten
3. Aufbau und Funktionsweise der Finanzmärkte
3.1 Die Besonderheiten der Finanzmärkte
3.1.1 Der Geldmarkt
3.1.2 Der Kapitalmarkt
3.1.3 Der Devisenmarkt
3.2 Regulierungsanlässe und -möglichkeiten auf den Finanzmärkten
4. Entwicklungstendenzen der Finanzmärkte
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die grundlegenden Aufgaben und Funktionsweisen von Finanzmärkten zu analysieren und den Bedarf sowie die Möglichkeiten ihrer staatlichen Regulierung kritisch zu untersuchen.
- Systematische Abgrenzung und Entstehung von Finanzmärkten
- Strukturierung der Teilsegmente Geld-, Kapital- und Devisenmarkt
- Analyse der Rolle von Finanzintermediären bei der Kapitalallokation
- Diskussion von Regulierungsanlässen infolge internationaler Finanzkrisen
- Bewertung politischer Interventionsmöglichkeiten zur Marktstabilisierung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Der Geldmarkt
Die wirtschaftliche Bedeutung der Finanzmärkte liegt in ihren Funktionen der Investitionsfinanzierung und der Liquiditätssicherung. Bei der Strukturierung von Finanzmärkten nach zeitlichen Kriterien wird oft eine Unterscheidung zwischen den kurzfristigen Transaktionen auf dem Geldmarkt und den längerfristigen Transaktionen auf dem Kapitalmarkt vorgenommen. Während sich der Kapitalmarkt auf die Finanzierungen der privaten Haushalte und der öffentlichen Institutionen bezieht, liegt die wesentliche Aufgabe des Geldmarktes in der kurzfristigen Liquiditätssicherung und spielt vor allem für die Banken und andere Finanzinstitute eine wichtige Rolle.
Der Geldmarkt wird daher auch als Bankengeldmarkt bezeichnet. Privatanleger und Unternehmen haben keinen direkten Zugang zum Geldmarkt. Über den Erwerb von Anteilsscheinen an Geldmarktfonds eröffnet sich ihnen jedoch ein indirekter Zugang. Als Teilsegment der Finanzmärkte kann der Geldmarkt im engeren und im weiteren Sinne betrachtet werden. Der Geldmarkt im weiteren Sinne bezieht sich auf alle kurz und mittelfristigen Kredite und Geldanlagen. Dabei treten die Banken als Gläubiger auf der einen Seite sowie Unternehmen, Regierungen oder Privatpersonen als Schuldner auf der anderen Seite auf.
Auf dem Geldmarkt im engeren Sinn dagegen werden Zentralbankgelder und Geldmarktpapiere gehandelt. Die Kreditinstitute nehmen Zentralbankguthaben auf und verleihen dieses. Neben dem Zentralbankguthaben werden auf dem Geldmarkt so genannte Geldmarktpapiere gehandelt. Dies sind entweder Staatspapiere oder private Geldmarktpapiere wie Certificates of Deposit (CD) bzw. Commercial Papers (CP). Sowohl CDs als auch CPs sind Inhaberpapiere. CDs entstehen durch die Verbriefung von Termineinlagen. Sie werden von den Kreditinstituten emittiert. CPs werden von Unternehmen mit erstklassiger Bonität herausgegeben. Staatspapiere sind dagegen erstklassige, kurzfristige Schuldverschreibungen wie unverzinsliche Schatzan-weisungen, Bundesschatzanweisungen oder Bundeskassenscheine.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die veränderten Bedingungen der Finanzmärkte durch Globalisierung und technologischen Fortschritt sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Die Entstehung von Finanzmärkten: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung von Märkten und Institutionen sowie eine Darstellung der allgemeinen Aufgaben der Finanzmärkte.
3. Aufbau und Funktionsweise der Finanzmärkte: In diesem Hauptteil werden die Besonderheiten von Geld-, Kapital- und Devisenmarkt detailliert beschrieben und Möglichkeiten der staatlichen Regulierung erörtert.
4. Entwicklungstendenzen der Finanzmärkte: Das Schlusskapitel rekapituliert die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen der Finanzmarktstrukturen.
Schlüsselwörter
Finanzmärkte, Geldmarkt, Kapitalmarkt, Devisenmarkt, Finanzintermediäre, Liquiditätssicherung, Kapitalallokation, Regulierung, Transaktionskosten, Finanzderivate, Tobinsteuer, Globalisierung, Kapitalverkehr, Spekulation, Börse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den grundlegenden Funktionen und der Struktur der modernen Finanzmärkte sowie der Frage, wie diese effizient und sicher gestaltet werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Systematisierung der Finanzmarktsegmente, die Rolle der Akteure (Intermediäre), die Ursachen für Marktinstabilität und Konzepte zur Finanzmarktregulierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Aufgaben und Funktionen der Finanzmärkte aufzuzeigen sowie den Bedarf an Kontrollmechanismen anhand historischer Regulierungsanlässe zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine institutionenökonomische Perspektive, um die Struktur der Finanzmärkte sowie die Kosten und Nutzen von Koordinationsformen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Teilmärkte (Geld-, Kapital- und Devisenmarkt) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Regulierungsansätzen wie der Tobinsteuer.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Finanzmarktregulierung, Kapitalallokation, Finanzintermediäre und Marktsegmente definieren.
Warum haben Finanzmärkte aus Sicht des Autors eine "dienende Funktion"?
Die Arbeit betont – gestützt durch Zitate des Bundesministeriums der Finanzen –, dass Finanzmärkte kein Selbstzweck sind, sondern essenziell für Investitionen, Wirtschaftswachstum und Strukturwandel.
Welche Rolle spielt die Tobinsteuer im Kontext der Devisenmarktregulierung?
Die Tobinsteuer wird als Mittel diskutiert, um spekulative Kapitalbewegungen zu verringern, indem sie kurzfristige Transaktionen durch höhere Transaktionskosten belastet und so zur Wechselkursstabilisierung beitragen soll.
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- Christoph Siemer (Author), 2005, Finanzmärkte - Aufgaben, Funktionsweise und Kontrolle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62848