Korruption und Wachstum: Behindert Korruption das wirtschaftliche Wachstum in Entwicklungsländern?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

27 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung:

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einführung

2. Theoretische Betrachtungen: Auswirkungen von Korruption auf das wirtschaftliche Wachstum
2.1 Korruption und das Neoklassische Wachstumsmodell
2.2 Gibt es positive Effekte von Korruption auf wirtschaftliches Wachstum?

3. Empirische Studien über die ökonomischen Auswirkungen von Korruption auf das wirtschaftliche Wachstum
3.1 Die Studie von Gyimah-Brempong (2002)
3.1.1 Modellaufbau
3.1.2 Empirische Analyse und Ergebnisse
3.2 Die Studie von Anoruo und Braha (2005)
3.2.1 Modellaufbau
3.2.2 Empirische Analyse und Ergebnisse
3.3 Die Studie von Méndez und Sepúlveda (2005)
3.3.1 Modellaufbau
3.3.2 Empirische Analyse und Ergebnisse

4. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Weltkarte der Korruption (CPI-Index 2005)

Abbildung 2: Die ärmsten Entwicklungsländer der Welt (LIC) und ihr Grad der Freiheit

Abbildung A1: CPI-Indizes der ärmsten Entwicklungsländer der Welt (LIC)

Abbildung A2: Zusammenhang zwischen Korruption und Wirtschaftskraft

Abbildung A3: Kategorisierung aller Länder in „freie“ und „unfreie“ Staaten
gemäß der Studie von Méndez und Sepúlveda

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Länderauswahl von Gyimah-Brempong, CPI (2005)
und Länderklassifizierung

Tabelle 2: Regressionsanalyse von Gyimah-Brempong für 21 afrikanische Länder

Tabelle 3: Länderauswahl von Anoruo und Braha, CPI (2005)
und Länderklassifizierung

Tabelle 4: Regressionsanalyse von Anoruo und Braha für 18 afrikanische Länder

Tabelle A1: Regressionsanalyse von Méndez und Sepúlveda für „alle“ Länder

Tabelle A2: Regressionsanalyse von Méndez und Sepúlveda für „freie“ Länder

Tabelle A2: Regressionsanalyse von Méndez und Sepúlveda für „unfreie“ Länder

1. Einführung

In der öffentlichen Meinung gilt Korruption als etwas Verwerfliches, Schädliches. Unter Korruption versteht man dabei den Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil.[1] Mit der „UN-Konvention gegen Korruption“ (UNCAC) trat 2005 die erste globale Vereinbarung zur Korruptionsbekämpfung in Kraft.[2] Auch Weltbank und IWF haben dem „Krebsgeschwür“ Korruption den Kampf angesagt.[3] Dies verdeutlicht die Aussage des ehemaligen Weltbank-Präsidenten James D. Wolfensohn zur Erreichung von Wirtschaftswachstum und Armuts­reduzierung von Entwicklungsländern:

„We need to deal with the cancer of corruption.“[4]

Die Weltbank schätzt den Umfang der Bestechungszahlungen weltweit auf rund eine Billion US-Dollar.[5] Jedoch bestehen laut Thum (2005) hinsichtlich des Umfangs von Korruption erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen der Welt. Diese Unterschiede messbar zu machen, ist der Verdienst von Korruptionsindizes, welche in den letzten 10 Jahren entwickelt wurden. Der wohl bekannteste Korruptionsindex ist der „Corruption Perception Index“ (CPI), welcher seit 1995 jährlich von der Anti-Korruptionsorganisation „Transparency International“ erstellt wird und mittlerweile 159 Länder umfasst. Der CPI ist ein Meta-Index, d.h. er wird durch Aggregation anderer Korruptionsindices, die wiederum auf der Befragung von Länderexperten oder Investoren beruhen, ermittelt. Abbildung 1 zeigt den CPI des Jahres 2005 in einer Weltkarte. Je intensiver ein Land in der Weltkarte rot eingefärbt ist, desto höher ist der Korruptionsgrad. Betrachtet man nun diese Weltkarte, so erkennt man, dass alle Entwicklungsländer[6] einen hohen Korruptionsgrad aufweisen.

Abbildung 1: Weltkarte der Korruption (CPI-Index 2005)[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Transparency International (2005)

Dies verdeutlicht auch Abbildung A1 im Anhang. Sie zeigt, dass alle 54 low-income-Entwicklungsländer (LIC) weniger als 3,6 von möglichen 10 CPI-Punkten erreichen und somit zu den korruptesten Ländern gehören.[8] Abbildung A2 im Anhang stellt den Zusammenhang zwischen Korruption und Wirtschaftskraft dar. Diese Abbildung zeigt deutlich, dass hohe Korruption mit geringerer Wirtschaftsleistung einhergeht. Jedoch sagt dieser hohe negative Zusammenhang zwischen Korruption und Wirtschaftleistung noch nichts über die Kausalität aus, also ob ein Land arm ist weil es korrupt ist, oder ob es korrupt ist weil es arm ist.[9]

Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszuarbeiten, ob Korruption wirtschaftliches Wachstum in Entwicklungsländern behindert.

Nachdem in der Einführung ein kurzer Überblick über die Problemstellung dieser Arbeit, sowie notwendige Begriffserklärungen erfolgt sind, wird in Gliederungspunkt 2.1 der formale Zusammenhang zwischen Korruption und dem Neoklassischen Wachstumsmodell dargestellt. Gliederungspunkt 2.2 gibt anschließend einen Überblick über die theoretische Diskussion der Frage, ob Korruption überhaupt schädlich für wirtschaftliches Wachstum ist, oder ob Korruption nicht sogar wachstumsförderlich wirken kann.

In Kapitel 3 werden dann mithilfe empirischer Studien die ökonomischen Auswirkungen von Korruption auf das wirtschaftliche Wachstum von Entwicklungsländern herausgearbeitet.

Abschließend fasst Kapitel 4 die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen.

2. Theoretische Betrachtungen: Auswirkungen von Korruption auf das wirtschaftliche Wachstum

Aus moralischer Sicht liegt es nahe Korruption als etwas Verwerfliches anzusehen und daher zu verurteilen. Ob Korruption aber aus ökonomischer Sicht tatsächlich schädlich für das wirtschaftliche Wachstum ist, ist a priori nicht eindeutig.[10] Gliederungspunkt 2.1 stellt daher zunächst den formalen Zusammenhang zwischen Korruption und Wachstum auf Basis des Neoklassischen Wachstumsmodells vor. Gliederungspunkt 2.2 gibt dann einen Überblick über die theoretische Diskussion der Frage, ob Korruption nicht sogar positive Effekte auf das wirtschaftliche Wachstum haben kann.

2.1 Korruption und das Neoklassische Wachstumsmodell

Vinod (1999) versucht eine Beziehung zwischen Korruption und dem Neoklassischen Wachstumsmodell herzustellen.

Eine zentrale Aussage dieses Modells besteht darin, dass die Anhäufung von Kapital eine der Hauptursachen für wirtschaftliches Wachstum ist. Das Ausgangsmodell betrachtet zunächst eine geschlossene Volkswirtschaft in der ein Gut sowohl zu Konsum-, als auch zu Investitionszwecken verwendet werden kann. Dieses Gut wird zudem ausschließlich mit den Produktionsfaktoren Kapital ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) und Arbeit ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) hergestellt. Das Bevölkerungswachstum ist exogen vorgegeben und sowohl im Zeitablauf, als auch in der Struktur konstant. Nettoinvestitionen und Ersparnisse sind identisch. Die Einkommensgleichung lautet dann

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

wobei [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] das Volkseinkommen, [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] den Konsum und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] die Investitionen bezeichnet. Die Investitionen wiederum ergeben sich nach der Investitionsgleichung folgendermaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dabei misst [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] die Veränderung des Kapitalstocks über die Zeit und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] bezeichnet einen Wertminderungsterm des Kapitalstocks. Die dritte Säule der Neoklassischen Wachstumstheorie stellt eine konkave Produktionsfunktion der Form.

[...]


[1] vgl. Transparency International (2006). Die Sichtweise wird hier also auf die Schnittstelle zwischen privatem und öffentlichem Sektor beschränkt, in dem ein Politiker oder Mitarbeiter der Verwaltung („Bürokrat“) seine Machtstellung ausnutzt, um Geld- oder Sachleistungen von Privatpersonen oder Unternehmen für seine privaten Zwecke zu erlangen. (vgl. Engerer 1998: 1) Korruption innerhalb des privaten oder innerhalb des öffentlichen Sektors wird in dieser Arbeit nicht betrachtet.

[2] vgl. Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (2002: 11f)

[3] vgl. Gray und Kaufmann (1998: 1)

[4] vgl. Wei (2000: 1)

[5] vgl. Vogl (2004)

[6] Aufgrund seiner einfachen Struktur der Klassifizierung verwendet diese Arbeit als Definition für Entwicklungsländer die Einteilung der Weltbank. Diese misst die Förderungswürdigkeit eines Landes mit dem BIP-pro-Kopf. Die Weltbank unterscheidet dabei zwischen "Ländern mit niedrigem Einkommen" (LIC; Low Income Countries) und "Ländern mit mittlerem Einkommen" (MIC; Middle Income Countries). Die MIC werden dabei noch in eine untere und in eine obere Einkommensgruppe eingeteilt. Nach der Klassifizierung von 2005 gibt es 54 LIC und 98 MIC. Nach dem Stand von 2005 betrug die Obergrenze für LIC 875 US-$, für die unteren MIC 876 - 3465 US-$ und für die oberen MIC 3466 - 10725 US-$. (Vgl. World Bank 2006)

[7] „Graue Flecken“ in der Weltkarte sind Länder, für die Transparency International nicht genug Daten aus anderen Korruptionsindices vorlagen, um eine solide Einschätzung im Rahmen des CPI zu liefern. (vgl. Transparency International 2005)

[8] Der CPI kann Werte zwischen 0 und 10 annehmen, wobei die Korruption höher liegt, je niedriger der CPI-Wert ist. (vgl. u.a. Mocan 2004: 10) Ghana stellt mit Platz 65 das am wenigsten korrupte low-income-Land dar.

[9] vgl. Thum (2005: 71)

[10] vgl. Thum (2005: 69)

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Korruption und Wachstum: Behindert Korruption das wirtschaftliche Wachstum in Entwicklungsländern?
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Hauptseminar „Korruption“
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V62874
ISBN (eBook)
9783638560337
ISBN (Buch)
9783638668965
Dateigröße
962 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Korruption, Wachstum, Behindert, Entwicklungsländern, Hauptseminar, Transparency International, CPI
Arbeit zitieren
Diplom-Kaufmann Patrick Mackert (Autor), 2006, Korruption und Wachstum: Behindert Korruption das wirtschaftliche Wachstum in Entwicklungsländern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62874

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