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Ermittlung des immateriellen Unternehmenswerts mittelständischer Familienunternehmen

Titel: Ermittlung des immateriellen Unternehmenswerts mittelständischer Familienunternehmen

Diplomarbeit , 2006 , 82 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dipl.-Kfm. Nils Brandt (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Erfolg kleiner und mittlerer Unternehmen ist in der Regel eng mit den persönlichen Eigenschaften des Unternehmers verknüpft. Als Persönlichkeit wirkt dieser auf Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Kapitalgeber und andere Anspruchsgruppen ein. Er muss nicht nur sein Produkt an Kunden verkaufen, sondern seine Geschäftsidee auch Kapitalgebern vermitteln. Die geringe Unternehmensgröße stellt einen wichtigen Nachteil dar, der zu kompensieren ist: Mitarbeiter müssen anders motiviert oder speziell ausgebildet werden, individuelle Kundenwünsche und Marktnischen müssen identifiziert und bedient werden, die Kapitalbeschaffung wird durch fehlende Transparenz, fehlende Größe und erhöhtes Risiko erschwert.
Der Erfolg eines mittelständischen Unternehmens hängt daher stark von den individuellen Fähigkeiten der handelnden Personen ab. Bei Familienunternehmen ist der Einfluss durch die Existenz der Unternehmerfamilie noch größer. Über mehrere Führungspositionen kann diese auf die Stakeholder einwirken, kann durch das Vermitteln von Normen und Werten eine Unternehmensphilosophie entscheidend prägen. Die so entstehende Unternehmensphilosophie wird von den Anspruchsgruppen wahrgenommen und mit einer entsprechenden Reaktion (Kauf des Produkts, höhere Leistungsbereitschaft der Belegschaft, usw.) gewürdigt. Die Fähigkeit, die Anspruchsgruppen so zu beeinflussen, ist vergleichbar mit speziellem Know-how eines Unternehmens oder einem Markenwert und muss daher als immaterieller Vermögensgegenstand aufgefasst werden.
Beim Ausscheiden der Unternehmerfamilie aus dem Unternehmen ist dieser immaterielle Wert bedroht. Es ist daher erforderlich, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens sowie deren mögliche Veränderung zu erfassen, in erster Linie zum Zweck der Kaufpreisfindung. Darüber hinaus möchte der Nachfolger wissen, worauf er sich beim Kauf einlässt. Es ist eine faire Unternehmensbewertung erforderlich, die sowohl die materiellen als auch die immateriellen Vermögenswerte (und somit die tatsächliche Leistungsfähigkeit) abbildet. In der vorliegenden Arbeit soll auf der Grundlage einer ressourcenorientierten Sichtweise untersucht werden, wie der vergleichsweise hohe Anteil immateriellen Unternehmenswerts innerhalb der üblichen Bewertungsverfahren besonders berücksichtigt werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Vorstellung des Themas

1.2 Nachfolge im Bezugsrahmen der Gründungsforschung

1.3 Gang der Untersuchung

1.4 Problemorientierte Darstellung der Situation in Deutschland

2 Definitionen und Abgrenzungen

2.1 Mittelständische Familienunternehmen

2.2 Bewertungsanlässe und -funktionen

2.3 Nachfolgekonstellationen in mittelständischen Familienunternehmen

2.4 Formen der familienexternen Nachfolge

2.4.1 Management Buy-out

2.4.2 Management Buy-in

2.4.3 Leveraged Buy-out

2.4.4 Andere externe Nachfolgeformen

2.5 Überblick der relevanten Bewertungsmethoden

2.5.1 Ertragswertmethode

2.5.2 Methode der Goodwillrenten

2.5.3 DCF-Methode

2.5.4 Multiplikatormethode

2.5.5 Realoptions-Ansatz

3 Personenbezug im mittelständischen Familienunternehmen

3.1 Institutionenökonomische Aspekte

3.1.1 Principal-Agent-Problematik

3.1.2 Transaktionskostenansatz

3.2 Unternehmensinterne Relationen der Unternehmerfamilie

3.2.1 Unternehmenskultur in Familienunternehmen

3.2.2 Motivation der Belegschaft

3.2.3 Wahrnehmung der Nachfolge durch die Mitarbeiter

3.3 Unternehmensexterne Relationen der Unternehmerfamilie

3.3.1 Beziehungen zu Kunden, Vertriebspartnern und Lieferanten

3.3.1.1 Kunden und Vertriebspartner

3.3.1.2 Zulieferer

3.3.2 Investor Relations im mittelständischen Familienunternehmen

3.3.2.1 Die Bedeutung von Hausbankbeziehungen für mittelständische Unternehmen

3.3.2.2 Creditor Relations

3.3.2.3 Shareholder Relations

3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

4 Möglichkeiten der Bewertung personenbezogener Einflüsse

4.1 Bewertung immaterieller Vermögenswerte

4.1.1 Berücksichtigung der Führungsqualität der Unternehmer

4.1.2 Human Resources in der Unternehmenswertermittlung

4.1.3 Due Diligence zur Ermittlung der notwendigen Zahlen

4.1.4 Methodische Ansätze der Humankapitalbewertung

4.1.4.1 Befragungen

4.1.4.2 Checklisten

4.1.4.3 Kennzahlen

4.1.4.4 Benchmarking

4.1.5 Transformation der Ergebnisse

4.2 Einbindung der gewonnenen Erkenntnisse in die Bewertungsverfahren

4.2.1 Anwendung der Ertragswertmethode

4.2.2 Anwendung der Methode der Goodwillrenten

4.2.3 Anwendung der DCF-Methode

4.2.4 Anwendung der Multiplikatorenmethode

4.2.5 Anwendung des Realoptionsansatzes

5 Schlussbetrachtung

5.1 Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse

5.2 Kritische Würdigung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht aus einer ressourcenorientierten Perspektive, wie immaterielle Unternehmenswerte in mittelständischen Familienunternehmen bei einem Gesellschafterwechsel adäquat berücksichtigt werden können. Zentrale Fragestellung ist dabei, wie der hohe Anteil personenbezogener Faktoren, die maßgeblich zum Erfolg beitragen, in den klassischen Bewertungsverfahren abgebildet und quantifiziert werden kann.

  • Analyse des personenbezogenen Einflusses in Familienunternehmen.
  • Untersuchung von Nachfolgekonstellationen (insb. Management Buy-outs).
  • Bewertung von Humankapital und immateriellen Werten.
  • Einsatz von Methoden wie Ertragswert, DCF und Realoptionsansätzen.
  • Integration weicher Faktoren in die Unternehmenswertermittlung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Unternehmensinterne Relationen der Unternehmerfamilie

Als unternehmensinterne Relationen gelten die Beziehungen der Unternehmerfamilie zu den angestellten Führungskräften sowie zu den operativen Mitarbeitern. Aus dem Zusammenspiel dieser Gruppen und aus ihrem Verhalten zueinander ergibt sich die Unternehmenskultur. Sie ist das Ergebnis eines langen kontinuierlichen Entwicklungsprozesses, kann daher nicht kurz- oder sogar mittelfristig geändert werden. Die Möglichkeiten der Wettbewerber, die Kultur zu imitieren, sind begrenzt: „The interconnectedness of family firms’ intangible and tangible assets also inhibits the imitation of their cultures.“ Eine starke Unternehmenskultur kann als Alleinstellungsmerkmal und somit als strategischer Vorteil eines Unternehmens gesehen werden.

Mittelständische Unternehmen sind häufig geprägt von einer starken Unternehmensphilosophie und -kultur. Die Einheit von Eigentum und Führung ermöglicht es dem Unternehmer, seine eigenen Werte und Normen auf das Unternehmen zu übertragen; stärker, als es bei einer Publikumsgesellschaft bzw. einem großen Unternehmen oder Konzern der Fall ist. Er steht in engerem Kontakt zu seinen Mitarbeitern, da die vergleichsweise niedrigere Mitarbeiterzahl es ihm ermöglicht, die Belegschaft besser zu kennen, und sich der persönliche Kontakt im Tagesgeschäft viel häufiger ergibt. Sofern keine schwerwiegenden Führungs- und Managementfehler begangen werden, wirkt dieser direkte Kontakt vertrauensfördernd auf beiden Seiten.

In einem Familienunternehmen, in dem eine Familie als Unternehmergruppe an verschiedenen Führungspositionen diese Kontakte noch zahlreicher herstellen kann, d.h. noch häufiger Werte und Normen vermitteln und Vertrauen schaffen kann, dürfte demnach die Unternehmenskultur besonders stark ausgeprägt sein. Allerdings kann dieser Sachverhalt nur schwer operationalisiert und statistisch überprüft werden. Empirische Tests können hierbei nur Verhaltensmuster erfassen und deren Einfluss auf den Unternehmenserfolg messen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Vorstellung des Themas und Einordnung der Unternehmensnachfolge in den Bezugsrahmen der Gründungsforschung sowie eine problemorientierte Darstellung der Situation in Deutschland.

2 Definitionen und Abgrenzungen: Definition von mittelständischen Familienunternehmen, Abgrenzung der Bewertungsanlässe und Vorstellung gängiger Verfahren wie Ertragswert, DCF und Realoptionen.

3 Personenbezug im mittelständischen Familienunternehmen: Analyse der institutionenökonomischen Aspekte sowie der unternehmensinternen und -externen Relationen der Unternehmerfamilie im Hinblick auf deren Bedeutung für den Unternehmenswert.

4 Möglichkeiten der Bewertung personenbezogener Einflüsse: Diskussion der Identifizierung und Quantifizierung personenbezogener Faktoren und deren Einbindung in die verschiedenen Bewertungsverfahren.

5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse zur Bewertung immaterieller, personenbezogener Faktoren und kritische Würdigung der Anwendung in der Praxis.

Schlüsselwörter

Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Unternehmensbewertung, Humankapital, Immaterielle Vermögenswerte, Management Buy-out, Principal-Agent-Theorie, Unternehmenskultur, Due Diligence, Realoptionsansatz, Ertragswertmethode, Mitarbeiterbindung, Mittelstand, Investor Relations, Führungsqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bewertung von mittelständischen Familienunternehmen in Nachfolgesituationen, wobei ein besonderer Fokus auf der quantitativen Erfassung immaterieller, personenbezogener Einflussfaktoren liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen des Wechsels der Unternehmerperson auf den Unternehmenserfolg, die Rolle der Unternehmenskultur sowie die Eignung verschiedener betriebswirtschaftlicher Bewertungsmethoden für diese spezifische Fragestellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, mit denen weiche Faktoren wie Führungsqualität oder Mitarbeitermotivation in der Unternehmenswertermittlung explizit berücksichtigt werden können, um eine fundiertere Kaufpreisfindung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der interpretativen Auswertung empirischer Erkenntnisse der Mittelstandsforschung, kombiniert mit einer theoretischen Analyse von Bewertungsverfahren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil analysiert die internen und externen Relationen der Unternehmerfamilie sowie die methodischen Herausforderungen bei der Anwendung von Ertragswert-, DCF-, Multiplikator- und Realoptionsverfahren in diesem Kontext.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, immaterielle Bewertung, Humankapital und Principal-Agent-Theorie.

Wie gehen Sie mit dem Problem der "weichen" Faktoren um?

Die Arbeit schlägt eine Transformation dieser Faktoren in prozentuale Zuschläge oder Abschläge auf die Basisgröße des Unternehmenswerts oder deren Integration in die Cashflow-Planung (Plan-GuV) vor.

Warum wird der Realoptionsansatz als innovativ hervorgehoben?

Der Realoptionsansatz wird als zukunftsorientiertes Instrument bewertet, da er es erlaubt, den Wert zukünftiger, durch den Unternehmenskauf entstehender Handlungsoptionen – etwa durch den Austausch der Führung oder Prozessoptimierung – abzubilden.

Welche Rolle spielt die Hausbankbeziehung in der Bewertung?

Die Hausbankbeziehung wird als immaterieller Vermögenswert betrachtet, der durch langjähriges Vertrauen günstigere Finanzierungskonditionen ermöglicht; ein Wegfall dieses Vertrauens durch die Nachfolge kann den Unternehmenswert mindern.

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Details

Titel
Ermittlung des immateriellen Unternehmenswerts mittelständischer Familienunternehmen
Hochschule
Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Dipl.-Kfm. Nils Brandt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
82
Katalognummer
V62889
ISBN (eBook)
9783638560467
ISBN (Buch)
9783656899310
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ermittlung Unternehmenswerts Familienunternehmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. Nils Brandt (Autor:in), 2006, Ermittlung des immateriellen Unternehmenswerts mittelständischer Familienunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62889
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Leseprobe aus  82  Seiten
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