Intertextualität als Struktur bildendes Mittel in Camus' Roman "La Chute"


Diplomarbeit, 2005

132 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Forschungsleitende Fragen und Gliederung der Arbeit
1.2 Methodische Vorgehensweise und Ziel der Arbeit

2 Theoretische Annäherung an den Begriff „Intertextualität“
2.1 Begriffsbestimmung und Definitionen
2.2 Kategorien und Kriterien der Intertextualität
2.3 Funktionen und Formen der Intertextualität
2.3.1 Funktionen der Intertextualität
2.3.2 Formen der Intertextualität

3 Albert Camus: La Chute
3.1 Der französische Existentialismus und seine wichtigsten Vertreter
3.1.1 Jean-Paul Sartre
3.1.2 Albert Camus
3.2 Der Roman La Chute
3.2.1 Inhalt von La Chute
3.2.2 Aufbau und Erzählform von La Chute
3.2.3 Der Protagonist Clamence

4 Intertextualität in La Chute
4.1 Intertextuelle Verknüpfungen
4.1.1 Der Titel La Chute
4.1.2 Der Name „Jean Baptiste Clamence“ und die Bibel
4.1.3 Der Handlungsort: Amsterdam und Dantes Hölle
4.1.4 Die Psychologie des Protagonisten Clamence – Sartre und Nietzsche
4.1.5 Der Beruf des Protagonisten: der „juge-pénitent“ und Descartes
4.1.6 Die Erzählform in La Chute und Dostojewskijs Schuld und Sühne und Aufzeichnungen aus dem Kellerloch
4.1.7 Intertexte zu weiteren Werken
4.2 Intratextuelle Verknüpfungen
4.2.1 Carnets II und Carnets III
4.2.2 Le Mythe de Sisyphe
4.2.3 L’Homme révolté

5 Schluss

6 Résumé

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit liefert eine Analyse von Albert Camus’ Roman La Chute, in dem sie auf das theoretische Modell der Intertextualität zurückgreift. Intertextualität setzt die Existenz von mindestens zwei Texten, die in einer besonderen Beziehung zu einander stehen, voraus. Das außergewöhnliche Werk Camus’ ist von Zitaten, Bezügen und Anspielungen auf andere Schriften bzw. Autoren durchzogen. Bei näherer Betrachtung werden auch implizite Bezüge von Camus’ Text auf andere Texte erkennbar, die sowohl Verflechtungen mit fremden Werken als auch mit seinen eigenen herstellen. Die aktive Lektüre von La Chute lässt keinen Zweifel an der Hypothese, dass Intertextualität ein wesentliches Element literarischer Texte ist.[1]

Des Phänomens der Vernetzung von Texten nimmt sich das literatur-wissenschaftliche Modell der Intertextualität an, welches u. a. auf die bulgarische Literaturwissenschafterin Julia Kristeva zurückgeführt werden kann. Intertextualität besteht aus Transformation und Assimilation mehrerer Texte mit dem Ziel, eine neue Bedeutung zu generieren. Die Eigenschaften der Vernetzung von Texten ist es, sinnhafte bzw. Sinn stiftende Beziehungen und Verbindungen zwischen mehreren Texten aufzubauen. Deren Funktion ist es, Gedankengüter zwischen den Werken frei zirkulieren zu lassen. (Vgl. Cabakulu 2002, S. 24f) Dieses Fließen von Ideen zwischen Camus’ Werk La Chute und mannigfachen anderen Texten unterschiedlicher Gattungen und unterschiedlichster Epochen ist Gegenstand dieser Diplomarbeit.

1.1 Forschungsleitende Fragen und Gliederung der Arbeit

Bis heute existieren unzählige Definitionsversuche, der Begriff Intertextualität ist aber nach wie vor nicht genau festgelegt. Gewiss hingegen ist, dass es unterschiedliche Formen und Ausprägungen von Intertextualität gibt, auf die in der vorliegenden Arbeit näher eingegangen wird. Besonders herausgearbeitet werden jene Arten von Textverknüpfungen, zu denen in dem Werk La Chute intertextuelle Beziehungen hergestellt werden können.

Folgende Forschungsfragen bilden den Hintergrund dieser Arbeit und sollen im Folgenden beantwortet werden:

- Welche Formen von Intertextualität finden sich in Camus’ La Chute ?
- Welche Auswirkungen haben die intertextuellen Vernetzungen auf die Struktur des Romans La Chute ?
- Welche Themen und Konzepte liegen den vernetzten Texten zu Grunde?

Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird auf die Theorie der Intertextualität eingegangen. Es werden unterschiedliche theoretische Annäherungen an dieses umfangreiche Thema vorgestellt und verschiedene Positionen bedeutsamer Experten diskutiert. Neben dem Versuch einer Begriffsbestimmung und der Vorstellung verschiedener Definitionen von Intertextualität wird auch auf Kategorien und Kriterien der Intertextualität eingegangen. Ein weiterer Punkt beschäftigt sich mit Formen und Funktionen intertextueller Beziehungen.

Das dritte Kapitel bietet dem Leser[2] einen Einstieg in Camus’ Welt, es liefert einen Überblick über den französischen Existentialismus und dessen wichtigste Vertreter. Bevor die intertextuellen Vernetzungen in La Chute analysiert werden, sollen zuvor die Grundzüge dieses Romans betrachtet werden. Daher wird in diesem Kapitel neben der Erzählform, dem Inhalt und dem Aufbau des Romans auch der Protagonist Clamence näher betrachtet.

Im vierten Kapitel werden ausgewählte intertextuelle Bezüge in La Chute möglichst detailliert dargestellt. In diesem Kapitel wird auch die gattungsübergreifende Eigenschaft der Intertextualität sichtbar werden. Neben einem Überblick über die unterschiedlichsten Verknüpfungen von Camus’ Text mit Texten anderer Autoren und Philosophen wie zum Beispiel Dante, Dostojewskij, Kleist, Descartes, Sartre und Nietzsche wird hier auch die Intratextualität zwischen La Chute und den philosophischen Schriften Carnets II bzw. Carnets III, Le Mythe de Sisyphe wie L’Homme révolté beleuchtet. An dieser Stelle wird u. a. untersucht, welche Bedeutung das Einbringen eigener Texte für die Struktur von La Chute haben könnte. Ein weiterer Abschnitt deckt intertextuelle Bezüge zu Texten anderer Autoren bzw. Philosophen auf. Insgesamt werden in diesem Kapitel die Auswirkungen des Einflechtens anderer Texte für die Struktur des Romans La Chute untersucht. Die Mehrdeutigkeit des Titels La Chute könnte bereits ein Signal dafür sein, dass der Roman insgesamt mehrere Bedeutungsebenen vorsieht und dass sich mannigfache intertextuelle Bezüge nachvollziehen lassen.

1.2 Methodische Vorgehensweise und Ziel der Arbeit

Diese Arbeit basiert auf der Grundannahme, dass Albert Camus in La Chute bewusst intertextuelle Spuren gelegt hat und vom anspruchsvollen Leser erwartet, diese Fährten auch aufzunehmen. Um herausarbeiten zu können, welche Formen der Intertextualität in La Chute vorhanden sind, muss zuerst der Begriff der Intertextualität selbst geklärt werden. Weiters sollen unterschiedliche Ansätze miteinander verglichen werden und es soll auf teils stark von einander abweichende Auffassungen von intertextuellen Beziehungen hingewiesen werden. Dabei auftretende methodische Probleme werden in den einzelnen Kapiteln eingehend diskutiert.

Die Verfasserin dieser Arbeit erhebt nicht den Anspruch, alle Spuren an intertextuellen Verknüpfungen in La Chute aufnehmen zu können. Es handelt sich in der vorliegenden Arbeit vielmehr um den Versuch, Camus’ Bemühen im Aufbau eines intertextuellen Netzwerkes zu interpretieren und den dahinter liegenden Sinn zu rekonstruieren. An dieser Stelle soll auch auf die Diskrepanz zwischen Leser- bzw. Textabhängigkeit der Lektüre hingewiesen werden. Einerseits leitet die „syntaktisch-semantische Organisation des Textes die Bedeutungskonstitution“ (Holthuis 1993, S. 180), andererseits ist ein spezifisches Sprach- und Weltwissen des Lesers Voraussetzung, um Intertextualitätssignale[3] überhaupt wahrnehmen zu können. (Vgl. Stocker 1998, S. 95)

Primäres Ziel dieser Arbeit ist der Versuch, jene von Camus eingebrachten Intertexte zu analysieren, die den Roman La Chute strukturieren. Es soll gezeigt werden, dass sich der Roman in einem weit gesponnenen intertextuellen Netzwerk befindet. In weiterer Folge sollen die Leistungen, die Intertextualität in Bezug auf La Chute bringen, erarbeitet werden. Als sekundäres Ziel verfolge ich die Absicht, kurz auch auf jene Autoren einzugehen, mit denen sich Camus Zeit seines Lebens beschäftigte. Insgesamt soll gezeigt werden, wie vielseitig Camus letzter Roman aufgebaut ist, wie polyphon sich die Struktur des Werkes gestaltet. Die methodische Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit besteht zum größten Teil aus analytischer Literaturarbeit, aber auch aus eigenen Schlussfolgerungen und Interpretationen.

Bis heute existieren in der Literaturwissenschaft zum Konzept der Intertextualität diverse Ansichten, die von Forscher zu Forscher abweichen. Ganz allgemein wird unter Intertextualität der Bezug von Texten zu anderen Texten verstanden. Gemeint sind unter anderem Zitate, Allusionen, Parodien und sogar Übersetzungen. (Vgl. Müller 2003, S. 7) Im folgenden Kapitel werden diesbezüglich unterschiedliche Standpunkte aufgezeigt und miteinander verglichen.

Bereits in den Actuelles I (1944-1948) beschreibt Camus die Wichtigkeit von Dialog und Kommunikation:

Ce qu’il faut défendre, c’est le dialogue et la communication universelle des hommes entre eux. La servitude, l’injustice, le mensonge sont les fléaux qui brisent cette communication et interdisent ce dialogue.“ (Camus 1965d, S. 350).

Camus Stil zu Schreiben, seine Art und Weise andere Werke mit seinen eigenen verschmelzen zu lassen, stellt auch eine Sorte Dialog dar. Um die universelle Kommunikation unter den Menschen zu fördern, zeigt Camus dem aufmerksamen Leser, wie literarischer Dialog mit Hilfe von Intertextualität möglich gemacht werden kann.

2 Theoretische Annäherung an den Begriff „Intertextualität“

2.1 Begriffsbestimmung und Definitionen

Literarische Texte sind als Kommunikate, die nach einem Sender-Empfänger- Schema funktionieren, zu verstehen. „Dieses aus Autor, Text und Leser bestehende Grundmodell literarischer Kommunikation läßt sich zu einem Modell der literarischen Evolution erweitern. Wird nämlich die <passive> Rezeption des Lesers in schöpferische Aktivität umgesetzt, löst der gegebene Text die Entstehung eines neuen Textes aus, der seinerseits gelesen wird und weitere Texte auslösen kann.“ (Stocker 1998, S. 98) In Anlehnung an Jauss (1982, S. 129) spricht Stocker von der „Zirkularität der literarischen Kommunikation“, die sich wie folgt bildlich darstellen lässt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zirkularität literarischer Kommunikation[4]

Aus diesem Modell entwickelt Stocker das „Modell intertextueller Kommunikation“:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Modell intertextueller Kommunikation[5]

Hauptaugenmerk wird hier nicht mehr auf die Sender-Empfänger Beziehung gelegt, sondern auf die Relation Schreibakt-Lektüre. Nicht Autor und Leser treten hier in einen Dialog, sondern der Text und sein Prätext (bzw. seine Prätexte) sind es, die eine dialogische Verbindung eingehen. Wie in Folge noch ersichtlich werden wird, ist dieses lineare Modell stark vereinfachend. Denn der Text La Chute hängt nicht an einem einzelnen, sondern an mehreren Prätexten. Die Intertextualität präsentiert sich nicht „im Gänsemarsch einer linearen Reihe, sondern in einem vermutlich recht komplexen intertextuellen Netz.“ (Stocker 1998, S. 100)

Der Begriff der Intertextualität ist bislang noch nicht einheitlich definiert, wenngleich sich Texte schon seit der Antike in der so genannten imitatio veterum (im Gegensatz zur imitatio vitae) auf einander bezogen haben. Die aus der Rhetorik gespeiste Poetik thematisierte bereits Bezüge von Texten auf Texte. (Vgl. Pfister 1985, S. 1) Im Historischen Wörterbuch der Rhetorik (1992, Sp. 141ff) erklärt Barbara Bauer die Tradition der Begriffe imitatio, aemulatio und interpretatio. So beschreibt die imitatio den Bezug zu Gegenständen und Texten. Der Autor hat in der Imitation eines älteren Werkes ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit, wenn auch der neue Text Teile des alten Textes wiederholen soll. Die aemulatio hingegen thematisiert bevorzugt Relationen zwischen Text und Text bzw. zwischen Text und Autor. Auch sie setzt die Präsenz eines Prätextes voraus. Sie versucht aber im Wettstreit, den bereits hohen Anspruch der imitatio zu überbieten. Das Gelingen von aemulatio misst sich daher nicht im Vergleich zwischen altem und neuem Text, sondern es wird anhand von rhetorischen und poetischen Grundregeln bewertet. Den höchsten Grad an Abhängigkeit eines Textes in Hinblick auf einen älteren beschreibt die interpretatio, sie kann in der engsten Umgebung des Prätextes positioniert werden.[6]

Renate Lachmann (2000, S. 60) analysiert vier unterschiedliche Größen, mit denen sich intertextuell organisierte Texte gliedern lassen:

1. Manifester Text
2. Referenztext
3. Referenzsignal
4. Intertextualität

Intertextualität bezeichnet in diesem Fall die „neue textuelle Qualität, die sich aus der durch das Referenzsignal garantierten implikativen Beziehung zwischen manifestem und Referenztext ergibt.“ (Lachmann 1990, S. 60)

Ein essenzielles Problem der Intertextualität ist die Bestimmung ihres Ausmaßes. Schenkt man der bulgarischen Literaturwissenschaftlerin Julia Kristeva Glauben, so umfasst das Modell der Intertextualität alle Assoziationen, die man mit dem Text in Verbindung bringen kann. Demnach erstreckt sich Intertextualität auf das Unendliche. Daher gibt es in ihren Augen auch kein individuelles Werk und keinen subjektiven Standpunkt.[7] Ähnlich argumentiert auch Roland Barthes (1971, S. 229). Ein Text sei:

entièrement tissé de citations, de références, d’échos: langages culturels, […] antécédents ou contemporains, qui le traversent de part en part dans une vaste stéréophonie. L’intertextuel dans lequel est pris tout texte, puisqu’il est lui-même l’entre-texte d’un autre texte, ne peut se confondre avec quelque origine du texte: rechercher les ‘sources’, les ‘influences’ d’une œuvre, c’est satisfaire au mythe de la filiation ; les citations dont est fait un texte sont anonymes, irrepérables et cependant déjà lues: ce sont des citations sans guillemets.

Diese globale Konzeption von Intertextualität beinhaltet daher nicht nur die Gesamtheit aller Texte des Universums, sondern darüber hinaus „das Gesamt aller diesen Texten zugrundeliegender Codes und Sinnsysteme.“ (Pfister 1985, S. 13)

An dieser Stelle sei festgehalten, dass den Standpunkten in Bezug auf die Spannweite von intertextuellen Bezügen der Forscher Kristeva und Barthes, so interessant sie im Hinblick auf die Idee der unbegrenzten Vernetzungsmöglichkeit sein mögen, von der Verfasserin dieser Arbeit nicht weiter Folge geleistet wird. Die möglichen Interpretationen zu Camus’ Werk könnten bis ins Unermessliche steigen und würden den Rahmen dieses Textes sprengen. Vielmehr werden in diesem literaturwissenschaftlichen Beitrag eher pragmatische Definitionsansätze vertreten, allein schon deshalb, weil diese Arbeit einen Überblick über nachweisliche Textbezüge Camus’ und über eine überschaubare und strukturierte Textmenge liefern soll. In der Folge soll gezeigt werden, wie sich konkrete intertextuelle Bezüge auf die Darstellung von La Chute auswirken. Daher sei an dieser Stelle ausdrücklich auf die Aussage Stockers (1998, S. 13) verwiesen:

„Nicht alles, was gesagt wird, ist zitiert. Ginge man vom Gegenteil aus, würde sich jede theoretische Frage nach der Intertextualität dadurch von selbst beantworten, daß im Grunde alles und alles ‚ irgendwie’ intertextuell ist. Gegen einen solchen Fatalismus vor der baren Wirklichkeit und Allgegenwart des ‚Intertextuellen’ muß eine Theorie, wenn sie diesen Namen verdienen soll, antreten mit den Fragen, was genau und was inwiefern intertextuell ist.“

Intertextualität soll also nicht als universelles Prinzip ästhetischer Literatur erscheinen, „sondern als eine Möglichkeit, eine Alternative, ein Verfahren des Bedeutungsaufbaus literarischer Werke“ (Preisendanz 1982, S. 26) verstanden werden.

Dennoch soll kurz auf Julia Kristeva (1969, S. 113) eingegangen werden, denn sie war es, die Ende der sechziger Jahre den Begriff der Intertextualität zum ersten Mal formulierte:

Le texte est donc une productivité, ce qui veut dire: 1. son rapport à la langue dans laquelle il se situe est redistributif (destructivo-constructif), par conséquent il est abordable à travers des catégories logiques plutôt que purement linguistiques ; 2. il est une permutation de textes, une intertextualité: dans l’espace d’un texte plusieurs énoncés, pris à d’autres textes, se croisent et se neutralisent.

Kristevas Erkenntnisse beruhen auf der Auseinandersetzung mit den Arbeiten Michail Bachtins, der das Thema der Intertextualität in die literaturwissenschaftliche Theorie eingeführt hat. Die Literaturwissenschaftlerin geht über ihr Vorbild hinaus, denn sie schließt nicht nur den primären Text und die mit ihm vernetzten Texte in ihre Überlegungen ein, sondern sie bezieht auch den Adressaten bzw. den Leser und dessen Assoziationen in Bezug auf das Gelesene mit ein. Denn:

[…] tout texte se construit comme mosaïque de citations, tout texte est absorption et transformation d’un autre texte. A la place de la notion d’intersubjectivité s’installe celle d’ intertextualité, et le langage poétique se lit, au moins, comme double.

Dieses Zitat lässt eindeutig erkennen, wie vage und wie weit Kristeva (1969, S. 146) den Begriff der Intertextualität fasst.

Im Gegensatz zu Kristeva oder Bachtin betont Michael Riffaterre den Aspekt der Lektüre. Für ihn ist Intertextualität von der Wahrnehmung des Lesers abhängig. Riffaterres (1981, S. 5) Definition ist im Gegensatz zu der Kristevas weniger dehnbar und trägt dazu bei, die Menge der intertextuellen Bezüge einzugrenzen. Er beschränkt den Intertextualitätsbegriff auf die Gesamtheit aller Texte, die man auf den vorliegenden zurückführen kann. Seine Definition von Intertextualität stellt den Rezipienten in den Mittelpunkt:

L’intertextualité est la PERCEPTION, par le lecteur, de rapports entre une œuvre et d’autres, qui l’ont précédée ou suivie. Ces autres œuvres constituent L’INTERTEXTE de la première. La perception de ces rapports est donc une des composantes fondamentales de la LITTÉRARITÉ d’une œuvre, car cette littérarité tient à la double fonction, cognitive et esthétique, du texte. Or la fonction esthétique dépend, dans une large mesure, de la POSSIBILITÉ d’intégrer l’ouvre à une tradition, ou à un genre, d’y reconnaître des formes déjà vues ailleurs. (Riffaterre 1980, zit. n. Bruce 1995, S. 159)

Gérard Genette (1982, S. 7) definiert Intertextualität, die er als „transcendance textuelle du texte“ bezeichnet, als tout ce qui le [texte] met en relation, manifeste ou secrète, avec d’autres textes.

Für Manfred Pfister (1985, S. 15) dagegen ist Intertextualität ein Oberbegriff für:

jene Verfahren eines mehr oder weniger bewußten und im Text selbst auch in irgendeiner Weise konkret greifbaren Bezugs auf einzelne Prätexte, Gruppen von Prätexten oder diesen zugrundeliegenden Codes und Sinnsystemen, wie sie die Literaturwissenschaft unter Begriffen wie Quellen und Einfluß, Zitat und Anspielung, Parodie und Travestie, Imitation, Übersetzung und Adaption bisher schon behandelt hat und wie sie nun innerhalb des neuen systematischen Rahmens prägnanter und stringenter definiert und kategorisiert werden sollen.

Peter Stocker (1998, S. 15) versteht Intertextualität als „die spezifische Eigenschaft eines Textes, der auf einen oder mehrere andere frühere Texte bezogen ist, wobei die früheren (‚Prätexte’) zusammen den Intertext des späteren (‚Posttext’) bilden.“

Er beschäftigt sich auch mit der Frage, wann eine Lektüre als intertextuell gelten könne. Er argumentiert, dass es nicht relevant sei, ob Intertextualität vom Autor intendiert sei, sondern dass allein maßgebend sei, ob Intertextualität in rezeptionsästhetischem Sinne wirksam werden könne. Stocker (Vgl. 1998, S. 101ff) stellt demzufolge das Postulat auf, Intertextualität komme dann zustande, wenn:

- ein desintegratives Intertextualitätssignal vorhanden sei, das den Leser zu einer Änderung der Leserichtung (Digression) veranlasse und wenn
- die Berücksichtigung bestimmter Prätexte bei der Lektüre des Posttextes zu dessen vertiefter Deutung führe.

Das bedeutet, Intertextualität muss signalisiert sein, sie muss durch das Aufspüren von vorhandenen Prätexten eine Digression nach sich ziehen. Des Weiteren muss Intertextualität funktional sein, sie bewirkt also die Betonung von Bedeutungsinhalten des eigentlichen Textes.

Ein weiteres, für das „intertextuelle Verständnis“ von La Chute unabdingbares Kennzeichen für das Vorhandensein von Intertextualität ist das Vorkommen poetischer Namen.[8]

Wie aus den eben angestellten Annäherungen ersichtlich, ist es nicht möglich, eine einheitliche Definition für den Begriff „Intertextualität“ zu liefern. Daher soll das Augenmerk auf eine grundlegende Eigenschaft der Intertextualität gelenkt werden, die für diese Arbeit besonders von Bedeutung ist. Denn durch das Herstellen von intertextuellen Bezügen kann dem ursprünglichen Text neuer Sinn entspringen, diesem Text wird somit eine spezielle Note verliehen. Intertextualität „absorbe l’énoncé qu’elle emprunte à un modèle antérieur pour l’inscrire dans un autre ensemble textuel ; elle ne se contente toutefois pas de l’incorporer, elle le soumet à une activité transformatrice, elle enchâsse le texte primitif dans un contexte nouveau dans le dessein d’en modifier le sens. […] le propre de l’intertextualité est de construire un univers relationnel, un univers d’alliances et de connexions, favorisant la libre circulation entre les œuvres.“ (Cabakulu 2002, S. 24f)

2.2 Kategorien und Kriterien der Intertextualität

Besonders intensiv widmete sich Gérard Genette dem Thema der Intertextualität. 1982 erschien seine eindruckvolle Monographie Palimpsestes: la littérature au second degré, die einen ausdifferenzierten Entwurf zur Theorie der Intertextualität darstellt. „Ayant à sa disposition les travaux antérieurs de Bakhtine, Kristeva, Riffaterre et d’autres critiques et chercheurs, Genette soumet le modèle intertextuel à une analyse du type taxonomique et l’étaye par l’étude minutieuse d’une des catégories de relations textuelles proposées. Ce livre se situe nettement dans la lignée des travaux antérieurs de Genette, c’est-à-dire dans la tradition rhétorique réévaluée du point de vue structuraliste.“ (Bruce 1995, S. 181)

Für den Begriff „Intertextualität“ verwendet Genette (1982, S. 7ff) die Bezeichnung „Transtextualität“[9], die er wiederum in fünf Untergruppen gliedert:

1. Intertextualität: Kopräsenz von mindestens zwei Texten bzw. Aufscheinen eines Textes in einem anderen. Zitat (wörtlich oder inhaltlich), Anspielung, Plagiat
2. Paratextualität: Intertextuelle Verbindung zwischen einem Text und seinem Titel. Vorwort, Nachwort, Motto
3. Metatextualität: Kritischer oder kommentierender Verweis eines Textes auf den Prätext
4. Hypertextualität: Text, der einen anderen nachahmt. Imitation, Adaption, Fortsetzung, Parodie
5. Architextualität: Gattungsbezüge eines Textes

Ad 1: Intertextualität ist die „relation de coprésence entre deux ou plusieurs textes, c’est-à-dire, eidétiquement et le plus souvent, par la présence effective d’un texte dans un autre.“ (Genette 1982, S. 8) Intertextualität, wie Genette sie versteht, hat nichts mit der klassischen Bedeutung des Begriffs zu tun. Denn er bezeichnet mit intertextualité nicht die intertextuellen Bezüge zwischen Texten allgemein, sondern meint damit das wörtliche oder inhaltliche Zitat, das Plagiat und die Anspielung. Dennoch bleibt auch dieser Begriff weit gefächert, denn ein Zitat kann implizit oder explizit Anwendung finden.

Ad 2: Paratextualität wird von Genette ( 1982, S. 9) definiert als „relation, généralement moins explicite et plus distante, que, dans l’ensemble formé par une œuvre littéraire, le texte proprement dit entretient avec ce que l’on ne peut guère nommer que son paratexte: titre, sous-titre, intertitre ; préfaces, postfaces, avertissements, avant-propos, etc. ; notes marginales, infrapaginales, terminales ; épigraphes ; illustrations ; prière d’insérer, bande, jaquette, et bien d’autres types de signaux accessoires, autographes ou allographes, qui procurent au texte un entourage (variable) et parfois un commentaire, officiel ou officieux, dont le lecteur le plus puriste et le moins porté à l’érudition externe ne peut pas toujours disposer aussi facilement qu’il voudrait et le prétend.“ Paratexte sind also Elemente, die dazu beitragen, Texte zu strukturieren. Genette vergleicht sie mit einer Türschwelle oder einem Eingangsbereich, der dem Leser die Möglichkeit bietet, einzutreten oder es sein zu lassen. (Vgl. Genette 1987, S. 7f)

Ad 3: Metatextualität ist eine „relation, on dit plus couramment de ‘commentaire’, qui unit un texte à un autre texte dont il parle, sans nécessairement le citer (le convoquer), voire à la limite, sans le nommer.“ (Genette 1982, S. 10) Metatextualität beinhaltet also das Vorhandensein kritischer Bezugnahmen, sie bezieht sich auf Aussagen über Texte.

Ad 4: Hypertextualität wird von Genette (1982, S. 10f) beschrieben als „toute relation unissant un texte B (que j’appellerai hypertexte) à un texte antérieur A (que j’appellerai, bien sûr, hypotexte) sur lequel il se greffe d’une manière qui n’est pas celle du commentaire.“ Genette widmet den Großteil seines Werkes der Thematik der Hypertextualität. Dabei unterscheidet er die Imitation von der Transformation. Während er z.B. das Pastiche zur Imitation zählt, wird die Parodie der Transformation untergeordnet. Es handelt sich daher um Texte, die von anderen Texten abgeleitet wurden.

Ad 5: Architextualität kann als die abstrakteste intertextuelle Beziehung zwischen Texten verstanden werden. Sie ist ein „ensemble de catégories générales, ou transcendantes, types de discours, modes d’énonciation, genres littéraires, etc. - dont relève chaque texte singulier. » (Genette 1982, S. 11) Diese Kategorie bezeichnet die Gesamtheit literarischer Konventionen und könnte mit dem Begriff der Literarizität gleichgesetzt werden. Diese Form der Intertextualität zeigt sich entweder explizit mittels „paratextuellem“ Hinweis wie zum Beispiel „Roman“, „Gedicht“, „Essay“ oder „Drama“. Oder sie zeigt sich implizit, da nicht jedes literarische Werk eines dieser Attribute enthält. Meist ist es der Leser selbst, der anhand seiner Erfahrung entscheidet, welcher Gattung oder welcher Diskursform der gerade vorliegende Text zugeordnet werden kann.

In Anlehnung an Gérard Genette entwickelt Peter Stocker ein Modell unterschiedlicher Formen von Intertextualität. Demnach darf sich ein literarisches Phänomen als intertextuell bezeichnen, wenn es auf:

- Zitieren und/oder
- Thematisieren und/oder
- Imitieren

eines Textes oder mehrerer Texte („Prätexte“) durch einen anderen Text beruht und/oder wenn es auf

- Imitieren und/oder
- Thematisieren und/oder
- Demonstrieren

von poetischen Mustern beruht. (Vgl. Stocker 1998, S. 71f)

Stocker verändert Genettes Theorieentwurf insofern, als er die „Paratextualität“[10] weglässt und die „Hyper“- bzw. „Architextualität“ in zwei unterschiedliche Formen aufteilt. Er kritisiert auch die Definitionskraft von Genettes Benennungen für die einzelnen Formen und ändert diese wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Formen von Intertextualität.[11]

Palintextualität:

Seit jeher gehören das Zitat und die Anspielung zur intertextuellen Kernzone. Das Präfix „palin-“ weist auf die Eigenschaft der Wiederholung hin.[12]

„Eine Beziehung zwischen zwei oder mehr Texten heißt genau dann palintextuell, wenn ein Text („Palintext“) spezifische Textelemente eines anderen oder mehrerer anderer dieser Texte („Prätexte“) im Wortlaut oder in abgewandelter Form zitiert.“ (Stocker 1998, S. 54)

Metatextualität:

Metatextualität wird hier im Sinne von Genettes Verständnis als Form der Intertextualität verstanden. Sie unterscheidet sich von der Palintextualität dadurch, dass nicht mit den Worten des fremden Textes, sondern über ihn gesprochen wird. Metatextualtiät beruht also darauf, dass ein Text einen anderen thematisiert. „Eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Texten heißt genau dann metatextuell, wenn ein Text („Metatext“) einen oder mehrere dieser Texte („Prätexte“) thematisiert, namentlich indem er Prätexte als ganze oder in Teilen metasprachlich benennt.“ (Stocker 1998, S. 58)

Hypertextualität:

Es existieren literarische Schreibweisen, die völlig auf Intertextualität beruhen. Beispiele dafür wären Formen wie Parodie, Travestie und Pastiche. Charakteristisches Merkmal der Hypertextualität ist die erkennbare Imitation einer Vorlage. „Eine Beziehung zwischen zwei Texten heißt genau dann hypertextuell, wenn einer dieser Texte („Hypertext) den andern („Prätext“) in augenfälliger Weise imitiert.“ (Stocker 1998, S. 60)

Similtextualität:

Im Gegensatz zur Hypertextualität, die Einzeltexte zitiert, thematisiert oder imitiert, beschreibt die Similtextualität jene Intertextualitätsform, die ganze Textklassen, Autoren- oder Epochenstile imitiert. „Der Bezug eines Textes („Similtext“) auf bestimmte Stile, Genres, Schreibweisen oder allgemein auf poetische Muster heißt genau dann similtextuell, wenn diese Muster in augenfälliger Weise imitiert werden.“ (Stocker 1998, S. 64)

Thematextualität:

„Der Bezug eines Textes „Thematext“ auf bestehende Stile, Genres, Schreibweisen oder allgemein auf poetische Muster heißt genau dann thematextuell (oder poetologisch), wenn diese Muster thematisiert werden.“ (Stocker 1998, S. 68) Intertextuelle Muster entstehen dann, wenn der Bezug auf literarische Systeme über das Aktualisieren hinaus eine reflexive Komponente enthält. Während man von jedem neuen Element der Textklasse „Roman“ sagen kann, dass es typische Muster dieser Gattung aufweist, kann man erst von Intertextualität sprechen, wenn der Bezug über die bloße Anwendung von Gattungsmustern hinausgeht. (Vgl. Stocker 1998, S. 65)

Demotextualität:

Im Gegensatz zur Palintextualität demonstriert die Demotextualität poetische Muster. „Der Bezug eines Textes „Demotext“ auf bestehende Stile, Genres, Schreibweisen oder allgemein auf poetische Muster heißt genau dann demotextuell (oder poetologisch), wenn diese Muster demonstrativ angewendet werden.“ (Stocker 1998, S. 68)

Die unterschiedlichen Standpunkte verschiedener Experten versucht Manfred Pfister (1985, S. 25ff) auf einen Nenner zu bringen. Er nähert das globale poststrukturalistische Modell von Intertextualität, welches jeden Text als Teil eines universalen Intertexts versteht, an das strukturalistische bzw. hermeneutische Modell an, das intertextuelle Bezüge auf bewusste und intendierte Vernetzungen verengt. Sein Lösungsvorschlag besteht aus einem sechs Kriterien umfassenden Skalierungsmodell, welches verschiedene Intensitätsgrade von Intertextualität unterscheidet:

„In unserem Vermittlungsmodell wollen wir daher von dem übergreifenden Modell der Intertextualität ausgehen und innerhalb dieser weit definierten Intertextualität diese dann nach Graden der Intensität des intertextuellen Bezugs differenzieren und abstufen. In ein räumliches Anschauungsbild übertragen, stellt sich damit unser Modell als ein System konzentrischer Kreise oder Schalen dar, dessen Mittelpunkt die höchstmögliche Intensität und Verdichtung der Intertextualität markiert, während diese, je weiter wir uns vom ‚harten Kern’ des Zentrums entfernen, immer mehr abnimmt und sich asymptotisch dem Wert Null annähert.“ (Pfister 1985, S. 25)

Weiters unterscheidet Pfister (1985, S. 25 ff) zwischen quantitativen und qualitativen Kriterien und beginnt mit letzteren. Zu den qualitativen Kriterien zählen:

- Referentialität
- Kommunikativität
- Autoreflexivität
- Strukturalität
- Selektivität
- Dialogizität

So besteht das erste Kriterium der „Referentialität“ aus Beziehungen zwischen Texten, die im Hinblick auf Intertextualität als umso intensiver gelten, je stärker ein Text B einen vorausgehenden Text A zum Thema hat. Ein deutlich gekennzeichnetes Zitat verweist auf seinen ursprünglichen Kontext und ist von höherer intertextueller Intensität als ein Plagiat. Dieses Kriterium entspricht eigentlich der „Metatextualität“, welche üblicherweise die Thematisierung und Kommentierung anderer Texte bezeichnet. (Vgl. Pfister 1985, S. 26f)

Mit dem Kriterium der „Kommunikativität“ bezeichnet Pfister den Grad der Bewusstheit des intertextuellen Bezugs beim Autor wie beim Leser. Er spricht von so genannten „kanonisierten Texten der Weltliteratur“, von Werken also, von denen Autor und Rezipient gegenseitig annehmen, bekannt zu sein. Je größer die gemeinsame Wissensbasis von Textverfasser und Leser und je deutlicher ein Autor seine Prätexte markiert, umso intensiver zeichnet sich die „kommunikative“ Intertextualität aus. (Vgl. Pfister 1985, S. 27)

Eine weitere Bedeutungsunterscheidung kommt Texten zu, die sich auf Texte ein- und desselben Autors beziehen. Dieser Dialog zwischen zwei oder mehreren Texten aus der Feder des gleichen Verfassers ist auch nicht einheitlich definiert und kann als „interne Intertextualität“ oder „Intratextualität“ bezeichnet werden.[13]

Die Unterscheidung zwischen interner und externer Intertextualität weist auch auf das gattungsübergreifende Moment intertextueller Bezüge hin. Intertextualität ist also nicht lediglich als innerliterarischer Dialog zu verstehen, sondern als Dialog zwischen allen möglichen Textsorten:

Während die interne Intertextualität den innerliterarischen Dialog meint, bezieht sich die externe Intertextualität auf die literarische Verarbeitung nichtliterarischer Diskurse: Diskurse der Philosophie, der Politik, der Wissenschaft und der Werbung. Auch sie können explizit oder in Anspielungen parodiert, ironisch kommentiert oder im Pastiche nachgeahmt werden. (Zima 2001, S. 188)

Diese Unterscheidung zwischen interner bzw. externer Intertextualität ist im Hinblick auf die vorliegende Arbeit wichtig, denn Camus bezieht sich mehr als einmal auf eigene Werke, die sowohl zu literarischen als auch zu philosophischen Textsorten zählen.

Für Fälle, in denen der Autor die eingebauten intertextuellen Bezüge seines Werkes selbst problematisiert, hat Pfister das Kriterium der „Autoreflexivität“ parat, das sowohl explizit als auch implizit Anwendung finden kann. Der Intensitätsgrad der Intertextualität wird durch bewusste und deutlich markierte intertextuelle Verweise gesteigert und durch die Thematisierung der Intertextualität selbst auf ein Maximum erhöht. Dieser besonders Hohe Intensitätsgrad findet sich vor allem in moderner und postmoderner Literatur wieder, wo häufig die Grenzen zwischen theoretischen und poetischen Werken aufgehoben werden. Die Abstufung der Intensitätsgrade hängt davon ab, wie explizit bzw. implizit sich die Metakommunikation über die Intertextualität gestaltet. (Vgl. Pfister 1985, S. 27f)

„Strukturalität“ wiederum beschreibt den Intensitätsgrad, mit dem ein Werk einen Prätext zum Bezugssystem seiner selbst macht. „Nach diesem Kriterium ergibt das bloß punktuelle und beiläufige Anzitieren von Prätexten einen nur geringen Intensitätsgrad der Intertextualität, während wir uns in dem Maße dem Zentrum maximaler Intensität nähern, in dem ein Prätext zur strukturellen Folie eines ganzen Textes wird.“ Als Typische Bespiele können hier u. a. die Parodie, Travestie, Imitation, aber auch die Übersetzung genannt werden. (Pfister 1985, S. 28)

Besonders wichtig für die vorliegende Untersuchung der Intertextualität in La Chute ist das Kriterium der „Selektivität“, das die Prägnanz der intertextuellen Bezüge charakterisiert. Ein wörtliches Zitat, das explizit markiert wurde, hat für Pfister eine größere intertextuelle Intensität als eine Anspielung, die eine mehr oder weniger implizite Markierung darstellt. Auch der Verweis auf einen individuellen Prätext ist intensiver intertextuell als der Bezug auf „die Normen und Konventionen einer Gattung, auf bestimmte Topoi und Mythen oder auf noch abstrakter definierte textkonstituierende Systeme“. (Pfister 1985, S. 28)

Aber genau diese versteckten Anspielungen sind es, die den Roman von Camus so reizvoll gestalten. Die kompliziert angelegte Verwendung von Intertextualitäts-signalen erfordert einige Anstrengung von Seiten des Lesers, um die intertextuelle Bezugnahme überhaupt zu erkennen. „[…] Je größer somit die Zahl der für deren [Intertextualitätssignalen] Erkennen notwendigen gedanklichen Schritte ist, desto geringer wird faktisch die Zahl der Leser sein, die imstande und bereit sind, diesen Weg mitzugehen.“ (Müller 2003, S. 27)

Das sechste und letzte Kriterium zur Bestimmung intertextueller Intensitätsgrade nennt Pfister in Anlehnung an Bachtin „Dialogizität“. Dieses Kriterium besagt, dass die Intensität der Intertextualität umso höher ist, je stärker die semantische und ideologische Verbindung zwischen dem ursprünglichen und dem aktuellen Text ist. Von niedriger Intensität sei daher die bloße Übersetzung eines Textes, die reine Versetzung von einem Zeichensystem in ein anderes (Dramatisierung, Verfilmung, Veroperung) oder ein Nachahmen bzw. Zitieren unter Beibehaltung des Textsinns. Im Gegensatz dazu darf die Intensität von Intertextualität bei einer ironischen Umwandlung eines Textes, beim Anzitieren eines Textes, das diesen ironisch relativiert und seine ideologischen Voraussetzungen unterminiert, und beim Betonen der Differenz zwischen dem alten und dem neuen Kontext, als hoch eingestuft werden. (Vgl. Pfister 1985, S. 29)

Die quantitativen Kriterien zur Messung der Intensität von Intertextualität beinhalten kurz zusammengefasst die Dichte und Häufigkeit der verwendeten intertextuellen Verweise zum einen und die Anzahl der eingebrachten Prätexte zum anderen. (Vgl. Pfister 1985, S. 30)

Dieses eben skizzierte Skalierungsmodell Pfisters zeigt nicht nur Merkmale intertextueller Beziehungen zwischen Texten auf, es versucht auch, diese zu gewichten. „Es gibt bei Pfister keine scharfen Trennungslinien, sondern ein flexibles Bewertungskonzept, das sich an den Polen des ‚Mehr’ oder ‚Weniger’ orientiert. Damit trägt Pfister der Tatsache Rechnung, daß man für ein so globales Phänomen wie das der Intertextualität kein starres Raster entwerfen kann, wenn man den solcherart zu beschreibenden Texten gerecht werden will, ohne dabei schematisch zu sein.“ (Müller 1994, S. 164) Daher sollen die von Pfister entwickelten Intertextualiätskriterien in der Folge auch für die Analyse von Camus Roman La Chute verwendet werden.

Mit unterschiedlichen Markierungsformen von, bzw. mit Formen nicht markierter Intertextualität beschäftigt sich Ulrich Broich. Verweist der eigene Text eines Autors auf andere Texte, die einem breiteren Leserpublikum bekannt sind, so wie dies auch in La Chute im Hinblick auf die Bibel der Fall ist, so kann der Autor auf eine Markierung verzichten. Dies zeigt, dass Markiertheit kein notwendiger Bestandteil von Intertextualität ist. (Vgl. Broich 1985, S. 32)

Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass häufig das Gegenteil der Fall ist. Intertextualität ist meist markiert, diese Markierung, auch „marker“ (Vgl. Broich 1985, S. 34) genannt, kann schwach oder stark ausfallen. Ein eindeutiger Hinweis auf einen Prätext ist die Fußnote. Eine weitere starke Markierung bildet das Abdrucken des gesamten Fremdtextes neben einem eigenen Text oder das Nebeneinander von Originaltext und dessen Übersetzung. Signalcharakter hat weiters der Titel und der Untertitel eines Werkes. Auch Motto, Vorwort und Nachwort gelten als „marker“ für intertextuelle Bezüge. Starken Signalcharakter können weiters die poetischen Namen der Handlungsfiguren aufweisen. Auf den Titel La Chute und den Namen des Protagonisten, Jean Baptiste Clamence, wird im Hinblick auf die Markierung noch näher eingegangen. Beabsichtigt der Autor die Sicherstellung, dass die intertextuellen Bezüge vom Leser erkannt werden, so wird er wahrscheinlich mehrere Formen der Markierung verwenden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Triadische Konzeption der Intertextualität.[14]

Leser und Autor spiegeln sich über bzw. unter einer Grundlinie, welche die Produktion bzw. Rezeption von Text und Prätext darstellen soll. Der Autor kann den Bezug zu einem anderen Text bewusst einbauen und annehmen, dass der Leser versucht ist, die intertextuellen Spuren aufzunehmen und zu verfolgen. „Insofern antizipiert der Autor im Legen der Spuren die Lektüre seines Lesers. Der Leser seinerseits unterstellt umgekehrt, indem er intertextuelle Spuren aufnimmt, die Präfiguration seiner (intertextuellen) Lektüre im Text;“ (Stocker 1998, S. 9) Der Leser ist somit aufgefordert mitzuarbeiten und die Lektüre aktiv zu gestalten. Dazu äußerte Roland Barthes’ (1970, S. 10): „L’enjeu du travail littéraire […] c’est de faire du lecteur, non plus un consommateur, mais un producteur de texte.“

Weiters trifft der Leser von La Chute häufig auf die Problematik einer impliziten Markierung von Intertextualität, die allein vom Wortlaut einer Einzelstelle her nicht als solche erkannt werden kann. „Vielmehr bedarf es in der Regel des ergänzenden Blicks auf das jeweilige Textganze, unter Umständen auch des Seitenblicks auf dessen Entstehungsprozess. Je mehr der genannten Faktoren im jeweils konkreten Einzelfall zusammenwirken, desto deutlicher fällt die implizite Markierung aus.“ (Füger 1989, zit. n. Müller 2003, S. 27) „Intertextualität in diesem engeren Sinne setzt also das Gelingen eines ganz bestimmten Kommunikationsprozesses voraus, bei dem nicht nur Autor und Leser sich der Intertextualität eines Textes bewusst sind, sondern bei dem jeder der beiden Partner des Kommunikationsvorgangs darüber hinaus auch das Intertextualitätsbewußtsein seines Partners miteinkalkuliert.“ (Broich 1985, S. 31)

Ob und wie weit der Leser nun diesen intertextuellen Signalen folgt, ob er sich überhaupt auf die Suche nach versteckten Hinweisen macht, bleibt ihm allein überlassen. Dass ein Interpret bzw. Rezipient sämtliche in einem Text eingebauten Intertextualitätssignale erkennt, ist m. E. auszuschließen, da Autor und Leser mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht denselben Wissensvorrat aufweisen können. „Jedes Kunstwerk, auch wenn es nach einer ausdrücklichen oder unausdrück-lichen Poetik der Notwendigkeit produziert wurde, [ist] wesensmäßig offen für eine virtuell unendliche Reihe möglicher Lesarten, deren jede das Werk neu belebt.“ (Eco 1977, S. 57)

Auch Susanne Holthuis (Vgl. 1993, S. 185f) bemerkte, dass die Bedeutungskonstitution eines Textes nicht allein durch den Text selbst determiniert sei, sondern dass sie durch die unterschiedlichen Interpretations-leistungen der Leser stark variieren könne.

2.3 Funktionen und Formen der Intertextualität

2.3.1 Funktionen der Intertextualität

Angesichts der Vielfalt an Auffassungen von Intertextualität selbst, scheint es nur verständlich, dass sich auch Definitionsversuche im Hinblick auf die möglichen Funktionen intertextueller Texte komplex gestalten. Da Aussagen über potentielle intertextuelle Funktionen eng im Zusammenhang mit dem nicht einheitlich definierten Intertextualitätsbegriff selbst stehen und da die Darstellung von Funktionen von historischen, sich durch die Jahrhunderte oft wandelnden Begriffen beeinflusst ist, ist es nicht möglich, eine einheitliche Definition über Funktionsweisen zu liefern. (Vgl. Schulte-Middelich 1985, S. 197ff)

Unabhängig von den Problemen, welche der Versuch einer systematischen Darstellung der Funktionen darstellt, sollen in der Folge Funktionen angesprochen werden, die m. E. für die Analyse von La Chute von Bedeutung sind.

Ausgehend von der Hypothese, dass Intertextualität ein wesentliches Merkmal literarischer Texte sei, hat das Vernetzen von Text und Prätext die Funktion, sowohl Gestalt, als auch Bedeutung eines Werkes zu beeinflussen bzw. zu betonen. Dies bedeutet aber nicht, dass Intertextualität ein notwendiges Merkmal jedes literarischen Textes ist, sondern lediglich, dass sie, wenn sie auftritt, eine potentiell poetische Funktion ausübt.[15] (Vgl. Stocker 1998, S. 10)

In Anlehnung an Lachmann (1983, S. 68) spricht Schulte-Middelich (1985, S. 200ff) von einer Doppelfunktion der Intertextualität. Er zitiert:

Die Literatur […], die mit Beginn des 20. Jahrhunderts in eine neue Phase getreten ist, weist dem Intertextualitätskonzept eine Doppelfunktion zu: zum einen die Funktion einer Reinterpretation bekannter außenseiterischer Texte, die den klassischen Kanon der Literatur von jeher provoziert haben, zum anderen die einer Erstinterpretation von zeitgenössischen Texten, in denen das Machen aus den Fertigteilen der Literatur sowohl verfeinert wie radikalisiert erscheint durch potenzierte Formen der Zitatzitate, Polyvalenzstrategien, Montage- und Textspielverfahren. Gerade wo es in der zweiten Funktion eingesetzt wird, muß sowohl der Stellenwert des Intertextualitätskonzepts innerhalb der bestehenden Methoden der Betrachtung als auch sein Bezug zur gleichzeitigen poetischen Praxis vergegenwärtigt werden.

Schulte-Middelich fügt dem zu Recht hinzu, dass es sich bei der Funktion der Reinterpretation aber nicht nur um Texte handle, die als „Außenseiter“ gelten, sondern um etablierte, klassische Texte, denen durch das neue Konzept eine zusätzliche Sinnkonstitution zukomme.

In der Folge unternimmt Schulte-Middelich den Versuch einer Systematisierung intertextueller Funktionen. Er geht davon aus, dass der Begriff der Intertextualität als „das Vorhandensein eines (oder mehrerer) Prätexte in einem späteren Text“ (1985, S. 214) definiert wird.

Funktionstyp 1: Der Prätext erhält zumindest eine Zusatzkodierung.

Funktionstyp 2: Der Folgetext oder Textteile […] erhalten zumindest eine Zusatzkodierung.

Funktionstyp 3: Der Prätext und der Folgetext beziehungsweise die entsprechenden Textteile erhalten gemeinsam jeweils zumindest eine Zusatzkodierung.

Funktionstyp 4: Jenseits von Prätext und/oder Folgetext oder -textteil entsteht auf einer Metaebene zumindest eine neue Kodierung. (Schulte-Middelich 1985, S. 214)

Aus diesen abstrakten Funktionstypen entwickelt er immer konkreter werdende Ebenen. Er unterscheidet selbst-zweckhafte bzw. spielerische Funktionen (Freude am intellektuellen Spiel mit Texten), einzel-zweckgerichtete Funktionen (Problembewußtsein schaffen) und gesamt-zweckgerichtete Funktionen (Gesamtstruktur des Textes als philosophische Aussage). (Vgl. Schulte-Middelich 1985, S. 215)

Funktionstyp 1 ist in den Fällen von Bedeutung, in denen es um die Vermittlung einer bestimmten Perspektive des Prätextes geht. Der Sinn des Prätextes wird durch das intertextuelle Verfahren vom Autor auf indirektem Weg bestätigt oder dem Prätext wird ein neuer Sinn zugeteilt. „Bedeutungsbestätigung kann gesteigert werden zur explizit affirmativen Intention, wenn sich etwa durch Kontrast zum Folgetext das Koordinatensystem des Prätextes als überlegen erweist.“ (Schulte-Middelich 1985, S. 216)

Da der Begriff der Intertextualität mindestens zwei separate Texte, also einen Prä- und einen Folgetext voraussetzt, scheint verständlich, dass nicht nur der Prätext, sondern auch der Folgetext einer Bedeutungszuschreibung bzw. einer Sinnzuweisung unterliegt. Dies beschreibt der zweite Funktionstypus. „Schließlich kann intertextuelles Verweisen durch Sinnkontrast zu einer Auf- oder Abwertung des Wirklichkeitsmodells im Folgetext führen.“ (Schulte-Middelich 1985, S. 223) Prä- und Folgetext unterliegen also jeweils komplementären Auswirkungen intertextueller Strategien.

Der dritte Typus hingegen beschreibt nicht ein spezielles, vom Autor provoziertes intertextuelles Rezeptionsverhalten, sondern ein Spannungsverhältnis, das sowohl den Prätext als auch den Folgetext gleichermaßen betrifft. Die Sinnkonstitution beider Texte ist in gleicher Weise betroffen, die Wirklichkeitsmodelle spiegeln sich gegenseitig „mit den möglichen Zielen, aus beiden Modellen eine Synthese zu schaffen, alternativ ein drittes Modell dagegenzusetzen oder auf die Propagierung eines verbindlichen Modells von Sinngebung ganz zu verzichten.“ (Schulte-Middelich 1985, S. 225)

Der vierte Typ von Intertextualitätsfunktionen geht von einer metakommunikativen Ebene aus. Hier geht es nicht mehr um Intention und Rezeption von Prä- bzw. Folgetext, sondern um die Thematisierung der intertextuellen Techniken selbst. (Vgl. Schulte-Middelich 1985, S. 230)

Stocker (1998, S. 73ff) weist darauf hin, dass in einem Text mehrere Funktionen (im Sinne von Leistungen) von Intertextualität gleichzeitig auftreten können. Er nennt sechs unterschiedliche Funktionsweisen und unterstreicht somit die Polyvalenz intertextueller Funktionen. Somit dient Intertextualität der:

[...]


[1] Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Intertextualität kein notwendiges Merkmal jedes literarischen Textes darstellt.

[2] Aus Gründen besserer Lesbarkeit wird an dieser Stelle und auch im Folgenden das generische Maskulinum für den Begriff „Leser“ verwendet. „Leser“ schließt daher Leserinnen und Leser ein.

[3] Stocker (1998, S. 107) erklärt diesen Begriff an Hand des folgenden Beispiels: „Die Information, daß eine Figur liest, kann ein Intertextualitätssignal sein; die Information darüber, was sie liest, ist ein Prätext-Signal.“

[4] Quelle: Stocker 1998, S. 98

[5] Quelle: Stocker 1998, S. 99

[6] Petrarca beschrieb diesen Vorgang in dem so genannten „Bienengleichnis“. Er behauptete, das einmal Gesagte bzw. jeder Text könne besser und in anderen Varianten formuliert werden, die Qualität jedes Textes könne also überboten werden.

[7] Kristevas Extremposition gab Anlass zu Kritik, die auch nicht ausblieb. Um ein Zeichen der Abgrenzung zu setzen, änderte sie daraufhin den Begriff „Intertextualität“ in „Transposition“ (Vgl. Pfister 1985, S. 9f)

[8] Mit der Bedeutung poetischer Namen für die Markierung von Intertextualität beschäftigt sich die literarische Onomastik. Vgl. dazu Nicolaisen 1986.

[9] Im Gegensatz zu anderen Theoretikern versteht Genette unter Transtextualität sowohl die Vernetzungen mit individuellen Prätexten als auch mit Textsystemen wie zum Beispiel dem der Gattungen.

[10] „Paratexte sind ein beachtenswerter literarischer Sachverhalt. Unhaltbar aber ist, Paratextualität als eine Form der Intertextualität zu deklarieren.“ (Stocker 1998, S. 59)

[11] Quelle: Stocker 1998, S. 69

[12] Compagnon (1979) spricht von einer „énonciation répétante“ (Zitat) eines „énoncé répété “ (Äußerung).

[13] Intratextualität ist nach Broich (1985a, S. 49f) der Bezug einer Textstelle auf eine oder mehrere andere Stellen im Text desselben Autors. „Wiederum ein Stück näher in Richtung auf die Intertextualität sind solche Texte lokalisiert, die auf andere, eigenständige Texte des gleichen Autors verweisen.“ (Broich 1985a, S. 50)

[14] Quelle: Stocker 1998, S. 9

[15] Intertextuelle Phänomene sind nicht speziell auf die Literatur beschränkt, sie können in allen Textformen vorkommen.

Ende der Leseprobe aus 132 Seiten

Details

Titel
Intertextualität als Struktur bildendes Mittel in Camus' Roman "La Chute"
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Institut für Romanistik )
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
132
Katalognummer
V62928
ISBN (eBook)
9783638560764
Dateigröße
1004 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das außergewöhnliche Werk Camus' ist von Zitaten, Bezügen und Anspielungen auf andere Schriften bzw. Autoren durchzogen. Bei näherer Betrachtung werden auch implizite Bezüge von Camus' Text auf andere Texte erkennbar, die sowohl Verflechtungen mit fremden Werken als auch mit seinen eigenen herstellen. Die aktive Lektüre von La Chute lässt keinen Zweifel an der Hypothese, dass Intertextualität ein wesentliches Element literarischer Texte ist.
Schlagworte
Intertextualität, Struktur, Mittel, Camus, Roman, Chute
Arbeit zitieren
Astrid Fallosch (Autor), 2005, Intertextualität als Struktur bildendes Mittel in Camus' Roman "La Chute", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62928

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Intertextualität als Struktur bildendes Mittel in Camus' Roman "La Chute"



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden