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Die Medienpolitik der ungarischen Regierungen

Title: Die Medienpolitik der ungarischen Regierungen

Term Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl.-Volkswirt (BA) Oliver Heiden (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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Summary Excerpt Details

Bei den Beitrittsverhandlungen der EU–Präsidentschaften und der assoziierten Länder im Jahre 2002 war es offensichtlich, dass die Republik Ungarn eine Vorreiterrolle sogar in der so genannten Luxemburger-Gruppe spielte. Damals galten nur noch etwa acht Verhandlungsgebiete als allgemein problematisch. Allerdings hatte Ungarn, wie die meisten Beitrittskandidaten auch seine exklusive „Problemzone“, und dies stellte der Bereich der Kultur und des audiovisuellen Sektors dar. Die Probleme in diesem Bereich waren charakteristisch für Ungarn und deswegen besonders untersuchenswert. War es doch eine berechtigte Frage, warum ein kulturell und zivilisatorisch weit entwickeltes, westeuropäisch orientiertes Land vier lange Jahre nicht in der Lage war, die Verhandlungen zum Kapitel Kultur und Audiovisuelles abzuschließen, sondern in dieser Angelegenheit zehn der elf anderen Beitrittskandidaten hinterherhinkte.
Unter anderem auf diese Frage soll die Arbeit eine Antwort finden, indem die Medienpolitik der ungarischen Regierungen seit dem Systemumbruch bis 2002 analysiert wird. Der Kampf zwischen Politik und Medien in Ungarn, der mit einem enormen Bedeutungszuwachs der Massenmedien im gesamteuropäischem Kontext einherging, bildet dabei ein schlechthin idealtypisch facettenreiches Bild der Interessenkonflikte zwischen Politik und Medien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Bedeutung der ungarischen Medienpolitik für Ungarns EU – Beitritt

2. Die Steuerungsmöglichkeiten einer Medienpolitik

2.1 Das Interaktionsfeld Medien und Politik

2.2 Theoretische Möglichkeiten der Massenmediensteuerung

3. Die Untersuchung der Medienpolitik der ungarischen Regierungen

3.1 Die Medienpolitik des „Gulaschkommunismus“

3.2 Die „Übergabe“

3.3 Die Medienpolitik der Antall – Regierung

3.4 Die Medienpolitik der Horn – Regierung

3.5 Die Medienpolitik der Orbán – Regierung

3.6 Erkenntnisse

4. Wie weit waren diese Medienpolitiken berechtigt?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Medienpolitik ungarischer Regierungen seit dem Systemumbruch im Hinblick auf deren Steuerungsmöglichkeiten und Interessenkonflikte. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie politische Akteure versuchen, Einfluss auf Massenmedien auszuüben, und inwiefern diese Eingriffe legitim sind.

  • Interaktionsverhältnisse zwischen Politik, Medien und Öffentlichkeit
  • Theoretische Ansätze zur Steuerung von Massenmedien
  • Medienpolitik unter dem „Gulaschkommunismus“ und im Transformationsprozess
  • Vergleich der Medienstrategien der Regierungen Antall, Horn und Orbán
  • Zusammenhang zwischen Medienpolitik und dem EU-Beitrittsprozess

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Medienpolitik des „Gulaschkommunismus“

Wichtige Merkmale der neuen Strategie Kádárs waren, dass eine inhaltliche Vielfalt durch pluralistische Eigentumsverhältnisse suggeriert wurde (so hatten die Kommunistische Partei und die Regierung verschieden Presseorgane) (vgl. Bajomi-Lázár 2001: 24 (1.)), die aber praktisch natürlich nicht geboten wurde. Dass die Presse nicht mehr nur als Vermittler des politischen Willens der Macht fungierte, sondern dass es zunehmend auch Gelegenheiten zum Feedback gegeben hat, im Rahmen der so genannten „demokratischen Pressedebatten“ (vgl. Bajomi-Lázár 2001: 24 (2.)). Die Mediensteuerung bezweckte keinen hundertprozentigen Einflussbereich mehr, und ließ dem Volk zu, sich von der Politik fernzuhalten (vgl. Bajomi-Lázár 2001: 25 (4.)). Dem entsprechend wurden die Institutionen der öffentlichen Vorträge und des kollektiven Radiohörens abgeschafft (vgl. Bajomi-Lázár 2001: 25 (3.)). Zur Eigenart der Medienpolitik dieser Ära zählte auch, dass das Regime die Öffentlichkeit nicht als ein homogenes, einheitliches Gebilde verstand. Adäquat differenzierte sich auch die verfügbare Information für die verschiedenen Schichten der Bevölkerung. Während sich sowohl die landesweiten, mit großer Auflagenzahl arbeitenden Tageszeitungen (Népszabadság, Népszava, Magyar Hírlap) als auch die Rundfunk- und Fernsehsender in den Hauptsendezeiten streng konform an den offiziellen Kurs hielten, haben Zeitschriften mit niedrigeren Auflagen (Liget, História) und Sendungen spätabends im Rundfunk oder Fernsehen (Bagoly, Napzárta) einen größeren Freiraum genossen (vgl. Bajomi-Lázár 2001: 28 (7.) u. 30f ). Trotz der allmählichen Auflockerung der penetranten Steuerung machte die Medienpolitik des Regimes weiterhin Gebrauch vom herkömmlichen Mittel der Zensur (vgl. Bajomi-Lázár 2001: 25 (5.)). Nach dem schon erwähnten Prinzip wurden Medien um so härter zensiert, je größeres Publikum sie erreichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Bedeutung der ungarischen Medienpolitik für Ungarns EU – Beitritt: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Medienpolitik im Kontext der Beitrittsverhandlungen und stellt Ungarn als Land dar, das in diesem Bereich hinter anderen Kandidaten zurückbleibt.

2. Die Steuerungsmöglichkeiten einer Medienpolitik: Hier werden theoretische Grundlagen zur Interaktion von Medien und Politik sowie Methoden der vertikalen und horizontalen Steuerung analysiert.

3. Die Untersuchung der Medienpolitik der ungarischen Regierungen: Dieser zentrale Teil untersucht chronologisch die Medienstrategien von der kommunistischen Ära über den Systemwechsel bis hin zu den Regierungen Antall, Horn und Orbán.

4. Wie weit waren diese Medienpolitiken berechtigt?: Das Fazit hinterfragt die Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit der teils energischen Versuche der Regierungen, Einfluss auf die Medienlandschaft zu nehmen.

Schlüsselwörter

Medienpolitik, Ungarn, Systemumbruch, Massenmedien, Steuerungsmöglichkeiten, Interdependenz, Journalismus, Pressefreiheit, EU-Beitritt, Regierungsstrategien, Medienkrieg, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Mediensystem, Transformationsprozess, Politikvermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie ungarische Regierungen nach dem Systemumbruch versuchten, die Medienlandschaft zu steuern und welche Interessenkonflikte dabei zwischen Politik und Medien entstanden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die medienpolitischen Instrumente, das Spannungsfeld zwischen staatlicher Einflussnahme und journalistischer Autonomie sowie den Einfluss dieser Entwicklungen auf den EU-Beitritt Ungarns.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Logik hinter der Medienpolitik der verschiedenen ungarischen Regierungen zu erfassen und die Frage zu klären, inwieweit diese steuernden Maßnahmen berechtigt oder erfolgreich waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet das Prinzip „vom Allgemeinen zum Konkreten“ an, kombiniert mit einer Analyse medienwissenschaftlicher Theorien zu Funktionen und Wirkungsforschung, angewandt auf historische Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Medienpolitik der Epochen: den „Gulaschkommunismus“, die Phase der „Übergabe“ sowie die Regierungszeiten von Antall, Horn und Orbán.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mediensteuerung, Mediensystem, politische Transformation, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und das Spannungsfeld zwischen Regierungen und Medien.

Welche Rolle spielte die Personalpolitik in der Regierung Antall?

Die Personalpolitik war ein zentrales Instrument, da ordnungspolitische Maßnahmen aufgrund fehlender Konsensfähigkeit blockiert waren. Dies führte zu dem sogenannten „Medienkrieg“ um Führungspositionen im Rundfunk.

Warum wird die Medienpolitik der Orbán-Regierung als „affektiv“ bezeichnet?

Der Autor charakterisiert die Politik als affektiv, da sie durch sehr offensive, auf direkten Einfluss zielende Maßnahmen gekennzeichnet war, die zu einer starken Polarisierung innerhalb der ungarischen Gesellschaft führten.

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Details

Title
Die Medienpolitik der ungarischen Regierungen
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
'Budapest Calling, ungarische Politik und die Perspektiven der EU-Osterweiterung'
Grade
1,7
Author
Dipl.-Volkswirt (BA) Oliver Heiden (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V62932
ISBN (eBook)
9783638560801
ISBN (Book)
9783638792608
Language
German
Tags
Medienpolitik Regierungen Calling Politik Perspektiven EU-Osterweiterung“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Volkswirt (BA) Oliver Heiden (Author), 2002, Die Medienpolitik der ungarischen Regierungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62932
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