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Unterscheiden sich die Forderungen an die Historiographie bei Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer?

Title: Unterscheiden sich die Forderungen an die Historiographie bei Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer?

Literature Review , 2005 , 2 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Martin Walter (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Gottfried Arnold greift bei seiner Vorrede zur Unparteyischen Kirchen- und Ketzerhistorie die Kirchengeschichte als Ansatz auf, um Forderungen an die Historiographie zu stellen. Seinen Fokus richtet er dabei auf den Faktor der Unparteilichkeit, also der Neutralität, welchem sich die Geschichtsschreibung primär unterordnen müsse. Deutlich erkennbar ist dieser Schwerpunkt Arnolds bereits im Titel des Werkes durch die Verwendung des Wortes unparteyisch, vor allem aber bei seinen Ausführungen kommt Arnold immer wieder auf die Wichtigkeit dieser Eigenschaft zurück und kritisiert gleichzeitig viele Historiker: Es geht ihm „allein und einig um die blosse lautere wahrheit“ und er bemängelt folglich, dass „bey denen ... Scribenten und Kirchengeschichten so gar wenig der alten unschuld und wahrheit zu finden wäre“. Denn die Fixierung auf den eigenen Standpunkt steht Arnold zu Folge einer unvoreingenommenen Betrachtung der (Christentums-) Geschichte im Weg. Seine Schlussfolgerung, zumindest für den Erhalt der reinen Wahrheit auf kirchenhistorischer Ebene, ist deshalb, bei der Geschichtsschreibung von der ersten Kirche bzw. den ersten Christen auszugehen. Dabei erkennt Arnold aber auch selbst das Dilemma der von ihm proklamierten Art Geschichte zu schreiben, denn wer unparteiisch bleiben will darf keiner einzelnen Quelle allein folgen, die Überlieferungen mehrerer Autoren zu verknüpfen wird jedoch oft nahezu unmöglich sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Forderungen an die Historiographie bei Gottfried Arnold

3. Die Differenzierung der Historikertypen bei Johann Jakob Bodmer

4. Vergleich der historiographischen Ansätze

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Vergleich zwischen den historiographischen Forderungen von Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer. Das primäre Ziel ist es, die unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen der beiden Autoren hinsichtlich Neutralität, Quellenkritik und der Bedeutung der Akteurscharakterisierung zu analysieren und Gemeinsamkeiten im Streben nach einer objektiveren Geschichtsschreibung aufzuzeigen.

  • Gottfried Arnolds Fokus auf Unparteilichkeit in der Kirchengeschichte
  • Johann Jakob Bodmers Klassifizierung von Historikern
  • Die Rolle von Originalquellen und Zeitzeugenschaft
  • Vergleichende Analyse historiographischer Perspektiven
  • Kritischer Umgang mit historischen Dokumenten und Manipulation

Auszug aus dem Buch

Unterscheiden sich die Forderungen an die Historiographie bei Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer?

Gottfried Arnold greift bei seiner Vorrede zur Unparteyischen Kirchen- und Ketzerhistorie die Kirchengeschichte als Ansatz auf, um Forderungen an die Historiographie zu stellen. Seinen Fokus richtet er dabei auf den Faktor der Unparteilichkeit, also der Neutralität, welchem sich die Geschichtsschreibung primär unterordnen müsse. Deutlich erkennbar ist dieser Schwerpunkt Arnolds bereits im Titel des Werkes durch die Verwendung des Wortes unparteyisch, vor allem aber bei seinen Ausführungen kommt Arnold immer wieder auf die Wichtigkeit dieser Eigenschaft zurück und kritisiert gleichzeitig viele Historiker: Es geht ihm „allein und einig um die blosse lautere wahrheit“ und er bemängelt folglich, dass „bey denen ... Scribenten und Kirchengeschichten so gar wenig der alten unschuld und wahrheit zu finden wäre“. Denn die Fixierung auf den eigenen Standpunkt steht Arnold zu Folge einer unvoreingenommenen Betrachtung der (Christentums-) Geschichte im Weg.

Johann Jakob Bodmer nimmt in seinem Werk Die Discourse der Mahlern zunächst eine Differenzierung der verschiedenen Typen von Historikern vor. Die erste Gruppe sind die Copisten, deren Mangel laut Bodmer darin liegt, dass sie jegliches Material lediglich abschreiben, vervielfältigen und weitergeben, ohne es zu untersuchen und zu hinterfragen. Die zweite Klasse, die er Critici nennt, zeichnet sich dadurch aus, dass sie das gesammelte Material der Copisten auswertet, und dann entscheidet, was wahr ist und was weiter tradiert und gelehrt werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Historiographie bei Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer.

2. Die Forderungen an die Historiographie bei Gottfried Arnold: Untersuchung von Arnolds Fokus auf Unparteilichkeit und Wahrheit in der kirchenhistorischen Geschichtsschreibung.

3. Die Differenzierung der Historikertypen bei Johann Jakob Bodmer: Vorstellung der Typologie von Historikern (Copisten, Critici, Originale) und deren Bedeutung für die Quellenarbeit.

4. Vergleich der historiographischen Ansätze: Synthese der unterschiedlichen methodischen Zugänge und Identifikation gemeinsamer Bestrebungen zur Vermeidung von Manipulation.

Schlüsselwörter

Historiographie, Gottfried Arnold, Johann Jakob Bodmer, Kirchengeschichte, Unparteilichkeit, Quellenkritik, Copisten, Critici, Geschichtsschreibung, Wahrheit, historische Dokumente, Methode, Neutralität, Historiker-Charaktere

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die unterschiedlichen theoretischen Forderungen an die Geschichtsschreibung, wie sie von Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer formuliert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Notwendigkeit von Unparteilichkeit, die Differenzierung verschiedener Arbeitsweisen von Historikern und der kritische Umgang mit historischen Quellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Vergleich der historiographischen Ansätze beider Autoren, um Unterschiede in der Perspektive und Gemeinsamkeiten im Streben nach Objektivität aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Analyse primärer Quellentexte der beiden Autoren, um deren theoretische Konzepte zur Historiographie herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert zunächst Arnolds Forderung nach Neutralität, stellt dann Bodmers Kategorisierung von Historikern dar und vergleicht abschließend die methodischen Präferenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Historiographie, Unparteilichkeit, Quellenkritik, Copisten, Critici und die Frage nach der historischen Wahrheit.

Was unterscheidet Arnolds Zugang von dem Bodmers?

Arnold leitet seine Anforderungen aus der spezifischen Perspektive der Kirchengeschichte ab, während Bodmer einen allgemeineren Ansatz wählt, der primär über die Typologie der Historiker-Charaktere definiert wird.

Wie definiert Bodmer die Rolle der "Critici"?

Die Critici bilden eine Gruppe von Historikern, die das Material der Copisten kritisch auswerten, hinterfragen und auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, bevor sie es weitergeben.

Welches Problem erkennt Arnold selbst bei seiner Forderung nach Unparteilichkeit?

Arnold sieht das Dilemma, dass eine wirklich unparteiische Geschichtsschreibung die Verknüpfung zahlreicher Quellen erfordert, was in der Praxis oft kaum realisierbar ist.

Warum spielt die Kenntnis von Akteurscharakteren bei Bodmer eine Rolle?

Bodmer argumentiert am Beispiel von Catilina, dass das Wissen um die Wesenszüge der beteiligten Akteure für eine historisch korrekte Darstellung unabdingbar ist.

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Details

Title
Unterscheiden sich die Forderungen an die Historiographie bei Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer?
College
University Karlsruhe (TH)
Grade
1.7
Author
Martin Walter (Author)
Publication Year
2005
Pages
2
Catalog Number
V62963
ISBN (eBook)
9783638561044
ISBN (Book)
9783656802105
Language
German
Tags
Unterscheiden Forderungen Historiographie Gottfried Arnold Johann Jakob Bodmer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Walter (Author), 2005, Unterscheiden sich die Forderungen an die Historiographie bei Gottfried Arnold und Johann Jakob Bodmer?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62963
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