Kleidung und Brauchform im Wandel: Weihnachten


Hausarbeit, 2006

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Traditionelle Anfänge des Weihnachtsfestes

3 Adventszeit und Vorweihnachtliche Bräuche
3.1.1 Andreas – Tag
3.1.2 Luzientag
3.2 Weihnachtliche Speisetraditionen
3.3 Weihnachtsmärkte
3.4 Der Adventskranz

4 Weihnachtsmann, Christkind und Sankt Nikolaus

5 Der Weihnachtsbaum/Christbaum

6 Schenken = Konsumterror?

7 Schlussbetrachtung

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Wechsel vom traditionellen Weihnachtsfest hin zu dem in unserer Gesellschaft üblichen Konsumterror soll im Verlauf dieser Arbeit verdeutlicht werden. Dabei soll vor allem erläutert werden, wie sich das Weihnachtsfest im Laufe der Zeit gewandelt hat und wo der heutige Alltag an Weihnachten eigentlich seine Ursprünge besitzt. Es wird jedoch nicht auf sämtliche Bereiche des Weihnachtsfestes eingegangen, da dies den Rahmen dieser Arbeit mehr als sprengen würde. Die Arbeit bezieht sich vornehmlich auf die Literatur von Weber-Kellermann (1987) benutzt in einigen Abschnitten aber auch Spezialisierte Literatur.

Die Arbeit geht zunächst auf die Traditionellen Anfänge des Weihnachtsfestes ein und erläutert danach als Schwerpunkt einige Adventszeitliche und vorweihnachtliche Bräuche, bevor sie dann auf den Weihnachtsmann , das Christkind und Sankt Nikolaus eingeht. Abschließend werden die Entwicklung des Weihnachtsbaumes bzw. Christbaumes sowie die Traditionelle und die heutige Bescherung dargestellt.

2 Traditionelle Anfänge des Weihnachtsfestes

Wo sind die Anfänge des Weihnachtsfestes zu finden und unter welchen historischen Bedingungen konnte die heutige Allgemeingültigkeit des Weihnachtsfestes entstehen? Diese Frage soll in diesem Abschnitt beantwortet werden. Die Zeit um den Jahreswechsel war schon vor der Ausbreitung des Christentums von Handlungen erfüllt, die Altes vergessen lassen sollten und das Bevorstehende Glück bringend beeinflussen sollten.[1] Die Entstehung und die Geschichte des Weihnachtsfestes als auch die Festlegung auf den 25. Dezember rühren von spannungsreichen und politischen als auch sozialen Ereignissen in der geschichtlichen europäischen Frühzeit. Im dritten Jahrhundert führte Hippolytos, seines Zeichens Papst im Schisma der römischen Kirche (um 217), aus Protest und somit als Gegenstück zu der von Antichrist Kaiser Heliogabalus eingeführten römischen Feier zu Ehren des heidnischen Sonnengottes am 25. Dezember, das Christgeburtsfest am selben Datum ein.[2] Somit läuft die Datierung des Festes zu Ehren Christi also auf eine religionspolitische Setzung zurück, die gegründet worden war, um die heidnischen Geistesströmungen innerhalb des römischen Reiches abzulösen.[3] Doch hatte dieser Festtag keineswegs dieses großartigen Siegeszug, der ihm zugetraut werden könnte. Im deutschen wurde erst im Jahr 813 die Christgeburtsfeier zu einem allgemeinen kirchlichen Feiertag erklärt.[4] Jedoch gewannen die Weihnachtstage erst im 14. Jahrhundert langsam an Popularität außerhalb der kirchlichen Bindung. Das Wort Weihnachten findet seinen Ursprung im Mittelhochdeutschen: „Ze den wihen nahten“[5], was soviel wie in den geweihten Nächten bedeutet und erstmals literarisch im Jahr 1170 durch den Spruchdichter Spervogel niedergeschrieben worden ist.[6] Der Heilige Abend steht inzwischen als Bezeichnung für den gesamten 24. Dezember. Diese Bezeichnung führt auf die heilige Nacht zurück. Andere frühere Bezeichnungen sind z.B.: Christabend, Weihnachtsabend oder Festabend. In der Orthodoxen Kirche wurde und wird das Weihnachtsfest aufgrund des dort geltenden julianischen Kalenders erst im Januar gefeiert.[7]

3 Adventszeit und Vorweihnachtliche Bräuche

Das Wort Advent besitzt seinen Ursprung im lateinischen und bedeutet Ankunft. Im Jahr 826 wurde auf der Kirchenversammlung von Aachen die vier Adventswochen vor Weihnachten eingeführt. Der Sinn dahinter war es, das die Zeit vor Weihnachten erwartungsvoll sein sollte und man sich auf die Ankunft des göttlichen Lichtes vorbereiten sollte. Jesu gilt als göttlicher Lichtbringer.[8] Die vorweihnachtliche Zeit wurde stark und den Dienst der Erziehung gestellt und galt als Zeit der Besinnung und für die Kinder als Zeit des Artigseins.[9]

3.1.1 Andreas – Tag

Am 30. November wird traditionell der Andreastag gefeiert. Andreas war einer der Jünger Jesu und später Apostel in Kleinasien, wo er an einem Kreuz mit schrägen Balken hingerichtet wurde.

Dem Volksglauben nach kündigte Andreas die Zukunft an.[10] Speziell Mädchen und Mägde fragten in der Nacht zum 30. November Andreas nach ihrer Zukunft, vorzugsweise aber nach ihrem Zukünftigen.[11] Man warf z.B. Apfelschale hinter sich und falls sich annähernd ein Buchstabe abzeichnete, so galt dies als der Anfangsbuchstabe des Zukünftigen. Ein weiterer Brauch war, dass man an einen Hühnerstall klopfte; krähte dabei ein Hahn, sollten die Mädchen bald ihren Zukünftigen treffen, gackerte allerdings eine Henne, so mussten sie auf ihren Zukünftigen noch warten. Diese Bräuche waren jedoch weniger beim Großbauern- oder Bürgertum anzufinden, sondern vornehmlich beim Gesinde. Auch gab es einen Brauch, bei dem die Mädchen abends gegen die Rückwand ihres Bettes traten und folgenden Reim aufsagten:

„Heiliger Andreas, ich bitt’ dich,

Bettstatt, ich tritt dich,

laß mir erscheinen –

den Herzallerliebsten mein!“[12]

[...]


[1] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.10.

[2] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.10.

[3] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.11.

[4] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.11.

[5] Weber-Kellermann (1987) S.14.

[6] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.14.

[7] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.13.

[8] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.12.

[9] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.42-45.

[10] Vgl. Vossen (1985) S. 31.

[11] Vgl. Weber-Kellermann (1987) S.18.

[12] Weber-Kellermann (1987) S.18.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Kleidung und Brauchform im Wandel: Weihnachten
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V62978
ISBN (eBook)
9783638561198
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kleidung, Brauchform, Wandel, Weihnachten
Arbeit zitieren
Florian Schütt (Autor), 2006, Kleidung und Brauchform im Wandel: Weihnachten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62978

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