Die deutschen Zeitungen beschreiben sich in ihrem Selbstbild fast alle als unabhängig und überparteilich. Es liegt allerdings nahe, dass man, aufgrund der Pressebeteiligungen deutscher Parteien an verschiedenen Verlagen bzw. Zeitungen, eine politische Tendenz zu den jeweiligen Anteilseignern erkennen kann.
In der vorliegenden Arbeit soll das oben genannte Problem mittels einer Inhaltsanalyse der Frankfurter Rundschau (FR) untersucht werden. Ziel der Inhaltsanalyse ist es somit, zu überprüfen, ob sich in der Berichterstattung der Frankfurter Rundschau die politische Richtung der Besitzer widerspiegelt.
Nachdem im nachfolgenden Gliederungspunkt die wichtigsten geschichtlichen Fakten herausgearbeitet werden, werden wir im dritten Abschnitt die Forschungsfrage und die Thesen der Inhaltsanalyse vorstellen. Daran anschließend folgt die quantitative Untersuchung der verschiedenen Ressorts. Außerdem werden wir hier die journalistischen Darstellungsformen und die Themenhäufigkeit aller Artikel im Untersuchungszeitraum vorstellen. Unter Gliederungspunkt fünf wird mit Hilfe eine qualitativen Analyse der FR versucht, unsere These zu be- oder widerlegen. Die Ergebnisse unserer Inhaltsanalyse werden im abschließenden sechsten Abschnitt zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichte der Frankfurter Rundschau
3 Forschungsfrage und Hypothesen
4 Quantitative Analyse
4.1 Analyse der verschiedenen Ressorts und Rubriken
4.1.1 Seite 1 (Titel)
4.1.2 Thema des Tages
4.1.3 Die Seite Drei
4.1.4 Politik
4.1.5 Dokumentation
4.1.6 Rundschau
4.1.7 Wirtschaft
4.1.8 Aus aller Welt
4.1.9 Feuilleton
4.1.10 Frankfurt und Hessen
4.1.11 Sport
4.1.12 Medien
4.1.13 FR: Plus
4.1.14 Sonderteile & Beilagen
4.2 Auswertung der Artikel im Untersuchungszeitraum
4.2.1 Themenfrequenzanalyse
4.2.2 Journalistische Darstellungsformen
5 Qualitative Analyse
5.1 Problemstellung und These
5.2 Kategoriebildung und Operationalisierung
5.2 Beispiele für positive Darstellung der SPD
5.2 Beispiele für negative Darstellung der CDU
5.3 Ergebnisse der qualitativen Analyse
5.4 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
5.4.1 Fazit zur Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
5.4.2 Kritische Betrachtung der Ergebnisse
5.4.3 Validität und Reliabilität
6 Fazit der Inhaltsanalyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer Inhaltsanalyse, ob sich in der innenpolitischen Berichterstattung der Frankfurter Rundschau (FR) eine politische Tendenz zur SPD widerspiegelt, insbesondere vor dem Hintergrund der SPD-nahen Eigentümerstrukturen.
- Analyse der redaktionellen Unabhängigkeit und politischen Ausrichtung
- Quantitative Untersuchung von Ressorts, Themenhäufigkeit und Darstellungsformen
- Qualitative Inhaltsanalyse zur Bewertung der Parteien-Darstellung (SPD vs. CDU)
- Überprüfung des Selbstbildes der Frankfurter Rundschau als unabhängige Tageszeitung
- Methodische Erörterung von Reliabilität und Validität in der Inhaltsanalyse
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Beispiele für positive Darstellung der SPD
„Kurt Beck, dem designierten Vorsitzenden der SPD, sei Dank: Diese Gesellschaft kann endlich wieder darüber streiten, welchen Staat sie sich leisten will. Er stellte mit einem seltenen Selbstbewusstsein dem Mainstream- Denken, dass der Staat kleiner werden müsse, den Standpunkt entgegen: Stärker müsse er sein.“ ( FR vom 8.Mai 2006, S.3, „Eine Frage der Stärke“ von Wolfgang Storz, Kommentar)
Die Kanzlerin rechnet mit einem langen Konflikt, in dem neues Vertrauen am Ende auch durch die Wirtschaftsinteressen befördert werden könnte. Sie arbeitet einstweilen mit der Formel, dass sich Entschlossenheit nur durch Geschlossenheit beweisen lasse. Damit bleibt offen, wie sie selbst künftig handeln wird. Militärische Lösungsmöglichkeiten sieht Merkel aber nicht. In der SPD dagegen gehen sie viel entschiedener davon aus, dass Gewalt auf US- Seite als letztes Mittel mitgedacht wird. Und fürchten, dass alles, was aktuell passiert, nur ein Versteckspiel sein könnte, um eine möglichst einstimmige UN- Resolution zustande zu bekommen. Mittendrin in diesem Gegensatz der Gefühle: der SPD- Minister, der verhandeln soll (FR vom 10. Mai 2006, S. 3, „Macht der Gefühle- Das Gerangel um die Iran- Resolution birgt auch innenpolitisch für die Berliner Koalition eine Menge Streitpotenzial“ von Richard Meng, Glosse).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung hinsichtlich der Pressebeteiligungen deutscher Parteien und Vorstellung des Untersuchungsgegenstands.
2 Geschichte der Frankfurter Rundschau: Historischer Abriss über die Gründung, die Entwicklung der Eigentümerstruktur sowie die wirtschaftliche Situation der Zeitung.
3 Forschungsfrage und Hypothesen: Herleitung der Forschungsfrage und Aufstellung der These, dass in der Berichterstattung eine Tendenz zur SPD erkennbar ist.
4 Quantitative Analyse: Statistische Auswertung der Ressorts, Themenhäufigkeit sowie der journalistischen Darstellungsformen über den Untersuchungszeitraum.
5 Qualitative Analyse: Detaillierte Untersuchung und Bewertung der parteipolitischen Darstellung sowie Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der aufgestellten These.
6 Fazit der Inhaltsanalyse: Abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Reflexion über die Aussagekraft der Arbeit sowie die Unabhängigkeit der Zeitung.
Schlüsselwörter
Frankfurter Rundschau, Inhaltsanalyse, SPD, CDU, Parteien, Medienforschung, politische Tendenz, Quantitative Analyse, Qualitative Analyse, Pressefreiheit, Deutschland, Berichterstattung, Themenfrequenzanalyse, Journalismus, Eigentümerstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Frankfurter Rundschau in ihrer innenpolitischen Berichterstattung eine politische Tendenz zur SPD zeigt, was angesichts der SPD-nahen Eigentümerverhältnisse kritisch hinterfragt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Analyse konzentriert sich auf die Darstellung deutscher Parteien (insbesondere SPD und CDU) in der politischen Berichterstattung der Zeitung während des Untersuchungszeitraums.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu überprüfen, ob sich die politische Richtung der Besitzer der Frankfurter Rundschau in der redaktionellen Berichterstattung widerspiegelt und ob die Zeitung ihrem Anspruch auf Unabhängigkeit gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus quantitativer Inhaltsanalyse (Themenfrequenz, Darstellungsformen) und qualitativer Inhaltsanalyse (Kategoriebildung und Wertungsanalyse) angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Bestandsaufnahme der Zeitungsressorts sowie eine qualitative Analyse von Artikeln zur Innenpolitik basierend auf Kriterien wie Parteinennung, Position und Wertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Frankfurter Rundschau, Inhaltsanalyse, politische Tendenz, SPD, Medienforschung und Presseunabhängigkeit.
Welche Rolle spielt die SPD-Beteiligung für das Ergebnis?
Die Autoren stellen fest, dass die SPD im Untersuchungszeitraum häufiger und überwiegend positiver dargestellt wird als die CDU, was die aufgestellte These einer politischen Tendenz stützt.
Was wird zur Validität und Reliabilität der Ergebnisse gesagt?
Die Arbeit reflektiert, dass eine Validitätsprüfung bei Inhaltsanalysen schwierig ist, betont aber die Bedeutung einer hohen Reliabilität und erläutert die methodische Vorgehensweise zur Minimierung von Fehlern.
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- Benedict Hilligweg (Author), Joachim Wilm (Author), 2006, Inhaltsanalyse der Frankfurter Rundschau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63003