Information und Kommunikation sind Schlüsselbegriffe für das Verständnis und die Erklärung gegenwärtiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen, die seit Ende der 50er Jahre als Informationszeitalter, nachindustrielle Gesellschaft und Informationsgesellschaft in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit Eingang gefunden haben. In dieser Begrifflichkeit spiegelt sich wider, daß gegenwärtig eine Weiterentwicklung von der Industrie- zur Informationsgesellschaft stattfindet, die je nach Einschätzung des zeitlichen Verlaufs und der erwarteten Auswirkungen entweder als Evolution oder als Revolution bezeichnet werden kann. Gerade durch den sprunghaften Anstieg bei dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien für die Gewinnung, Speicherung, Verarbeitung, Vermittlung, Verbreitung und Nutzung von Informationen tendiert eine stärker an der technologischen Entwicklung orientierte Betrachtungsweise zu einer Hervorhebung des revolutionären Charakters dieser Entwicklung.
Nur wer Trends frühzeitig erkennt, kann Entwicklungen mitgestalten. Trends frühzeitig erkennen heißt Antworten zu finden auf die offenen Fragen am Anfang einer neuen Kommunikationsära. Diese Ära im Kommunikationszeitalter wird geprägt durch die globale Vernetzung von Informationssystemen. Das Internet als eines der Netzwerke steht vor einem Wachstum, das niemand genau kennt und wirft mehr Fragen auf, als bisher Antworten darauf gegeben werden. Es ist gleichzeitig Kommunikationsmedium, Informationswerkzeug, Bildungsstätte, Marketingintrument, Spielhölle, Datenspeicher, Softwarepool und ein gigantischer Mikroprozessor von ungeheurem Reiz und auch Sprengkraft. Vor allem Unternehmen sollten sich mit den Chancen und Risiken der neuen Kommunikationstechnologie auseinandersetzen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Gesellschaftlicher Wandel
1.2 Geschichte des Internet
1.3 Entstehung des Intranet
1.4 Die Zielgruppen des Internet
2. Technische Voraussetzungen
2.1 Neue Übertragungsmedien und Übertragungstechnologien
2.1.1 Leitungen
2.1.2 ATM-Übertragungstechnologie
2.1.2.1 Definition
2.1.2.2 ATM-Netzstruktur
2.1.2.3 ATM-Architekturmodell
2.1.2.4 Quality of Service
2.2 Internet
2.2.1 Die technischen Bestandteile des Internet
2.2.2 Das Client/Server-Prinzip
2.2.3 Das Transmission-Control-Protocol (TCP/IP)
2.2.4 Adressierung im Internet
2.2.5 Das Domain Name System (DNS)
2.2.6 Übertragung von Daten im Internet
2.2.7 Die Dienste des Internet
2.2.7.1 Das World Wide Web (WWW)
2.2.7.2 Die Sprachen des World Wide Web
2.2.7.3 Electronic Mail (E-mail)
2.2.7.4 File Transfer Protocol (FTP)
2.2.7.5 Telnet
2.2.7.6 News (Newsgroups im Usenet)
2.2.8 Suchmaschinen im Internet
2.3 Intranet
2.3.1 Definition
2.3.2 Idee und Funktionsweise
2.3.3 Intranet-Server
2.3.4 Firewalls
2.3.4.1 Paketfilter
2.3.4.2 Anwendungsschicht-Gateways
3. Das Intranet als strategiefaktor
3.1 Arbeitsdefinition des Strategiebegriffs
3.2 Die Strategie der Kostenvorteile
3.2.1 Die Anwenderebene
3.2.2 Administration
3.2.3 Kostensenkungspotentiale
3.3 Die Strategie der Wettbewerbsvorteile
3.3.1 Das Intranet als Kommunikationsplattform
3.3.2 Neue Anwendungen
3.4 Intranets in der Praxis
3.4.1 Silicon Graphics
3.4.2 Daimler-Benz
3.5 Extranet
3.6 Beurteilung des Intranet
4. Online-Marketing
4.1 Marketing im Internet
4.2 Abgrenzung des Internet zu den klassischen Medien
4.2.1 Schnelligkeit / Aktualität:
4.2.2 Interaktivität / Dialogfähigkeit:
4.2.3 Inhaltliche Selektion
4.2.4 Komplexität
4.2.5 Kontrolle / emotionale Bindung
4.2.6 Medieninvolvement / Werbemittelinvolvement
4.2.7 Weder zeitliche noch räumliche Begrenzung
4.2.8 Transitorik / Statuarik
4.3 Strategischer Einsatz des Internet im Marketing-Mix
4.3.1 Produktpolitik
4.3.1.1 Produktentwicklung
4.3.1.2 Produktpräsentation
4.3.1.3 Servicepolitik
4.3.1.4 Produktpositionierung
4.3.2 Preispolitik
4.3.3 Distributionspolitik
4.3.4 Kommunikationspolitik
4.3.4.1 Werbung
4.3.4.2 Public Relations (PR) / Öffentlichkeitsarbeit
4.3.4.3 Sales Promotions
4.3.4.4 Sponsoring
4.3.4.5 Networking
4.4 Integration der Marketingformen in den Marketingmix
4.4.1 Information-Site
4.4.2 Online-Sponsoring
4.4.3 Online-Shopping
4.5 Marktforschung
5. Die Situation im Cyberlaw
5.1 Strafrechtliche Aspekte
5.2 Zivilrechtliche Aspekte
5.2.1 Telekommunikationsgesetz
5.2.2 Informations- und Kommunikationsdienstegesetz
5.2.3 Datenschutzgesetz
5.2.4 Urheberrecht
6. Kritische Perspektive
6.1 Ökonomische Chancen
6.2 Ethisch-normative Problematisierung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Internet und Intranets als strategische Instrumente der Unternehmensführung, insbesondere unter Berücksichtigung von Kostenvorteilen, Wettbewerbsstrategien und den Möglichkeiten eines modernen Online-Marketings. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Unternehmen diese Technologien effektiv zur Effizienzsteigerung und zur Kundenbindung einsetzen können, während sie gleichzeitig die technischen, ökonomischen und rechtlichen Herausforderungen bewältigen.
- Technische Grundlagen und Übertragungstechnologien (u.a. ATM, TCP/IP, Intranet-Architektur)
- Intranet als strategischer Faktor zur Kosten- und Wettbewerbsvorteilsgenerierung
- Online-Marketing-Strategien und Integration in den klassischen Marketing-Mix
- Rechtliche Rahmenbedingungen (Cyberlaw, Straf- und Zivilrecht im Netz)
Auszug aus dem Buch
2.2 Geschichte des Internet
Allgemein wird das Internet als das größte Datennetz der Welt bezeichnet. Hierbei ist aber festzuhalten, daß das Internet als einzelnes Netz nicht existiert. Es besteht vielmehr aus einer Vielzahl miteinander gekoppelter Rechnernetze verschiedener Institutionen, wie Universitäten, Verwaltungen und Unternehmen. Die Entwicklung des Internet nimmt einen parallelen Verlauf zu der des Personalcomputers (PC). Mitte der 80er Jahre hielten die PCs Einzug in die Haushalte und wurden für den privaten Anwender aufgrund sinkender Soft- und Hardwarepreise interessant. Sie verloren allmählich ihre Aura der hochkomplizierten Technologie, die sich nur den ‘Gurus’ und ‘Computerfreaks’ erschließt. Auch das Internet durchläuft zur Zeit eine Übergangsphase vom Kommunikationsmedium für Experten zu einem Werkzeug für den täglichen Gebrauch. Dieser Übergang vollzieht sich in einer Art Rückkopplungsschleife, d. h. bessere Programme locken mehr User, die wiederum verbesserte Programme fordern, usw. Dieser iterative Prozeß wird sich weiter fortsetzen.
Das Internet entwickelte sich aus den Überlegungen des amerikanischen Verteidigungsministeriums (Pentagon) im Jahre 1964 heraus, wie eine reibungslose Datenkommunikation auch im Falle eines Atomschlages gegen die USA weiterhin möglich sein könnte. Es sollte ein Befehls- und Kontrollnetzwerk geschaffen werden, welches die einzelnen Militärbasen und Städte miteinander verband. Daraufhin wurde ein Netzwerk entwickelt, das keine zentrale Datenleitung besaß und in dem die einzelnen Teile unabhängig voneinander operierten. Alle Verbindungsknoten konnten Nachrichten empfangen, senden und weiterleiten. Die Daten wurden in einzelne Datenpakete unterteilt, mit einer Bestimmungsadresse versehen und suchten sich selbständig ihren Weg durch das Netz zum Empfänger. Die Vorteile dieses Verfahrens waren, daß die Kapazität einzelner Leitungen besser ausgenutzt werden konnte und zerstörte oder verlorengegangene Pakete wiederhergestellt, bzw. neu angefordert werden konnten. Dadurch wurde die Übertragungssicherheit erhöht. Die Route war dabei uninteressant, denn fielen beispielsweise Teile des Netzwerkes aus, suchten sich die Pakete neue Routen, um an ihr Bestimmungsziel zu gelangen. Die Verantwortung dafür, daß eine Kommunikation zustande kam, lag bei den Rechnern und ihren Adressierungen und nicht beim Netzwerk.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert den gesellschaftlichen Wandel zur Informationsgesellschaft sowie die historische Entstehung und die heterogene Zielgruppenstruktur des Internet.
2. Technische Voraussetzungen: Es werden die notwendigen Übertragungstechnologien (Leitungen, ATM) sowie die Funktionsweisen des Internet und Intranet (Protokolle, Dienste, Sicherheit) dargelegt.
3. Das Intranet als strategiefaktor: Dieses Kapitel betrachtet das Intranet als Instrument zur Kosten- und Wettbewerbsvorteilsgenerierung sowie Praxiserfahrungen in Unternehmen.
4. Online-Marketing: Die Arbeit analysiert den Einsatz des Internet im Marketing-Mix, spezifische Online-Marketingformen sowie Methoden der Marktforschung.
5. Die Situation im Cyberlaw: Es werden straf- und zivilrechtliche Aspekte, Datenschutz sowie das Urheberrecht im Kontext der vernetzten digitalen Welt erörtert.
6. Kritische Perspektive: Das abschließende Kapitel diskutiert ökonomische Chancen und ethisch-normative Herausforderungen im Informationszeitalter.
Schlüsselwörter
Internet, Intranet, Online-Marketing, World Wide Web, Kommunikationstechnologie, Datenübertragung, Marketing-Mix, Electronic Mail, Cyberlaw, Datenschutz, Urheberrecht, Unternehmensstrategie, Informationsgesellschaft, Netzwerk, Multimedia
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Bedeutung des Internet und von Intranets für Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf Marketing, interne Kommunikation und technologische Implementierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind technische Infrastrukturen, Intranet-Management, Online-Marketing-Strategien, rechtliche Fragestellungen (Cyberlaw) sowie die sozioökonomische Einordnung des Informationszeitalters.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen des Internets und Intranets als Instrumente der Unternehmensführung darzustellen und aufzuzeigen, wie diese zur Erreichung von Kosten- und Wettbewerbsvorteilen beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und strukturierte Untersuchung von Strategiekonzepten sowie Praxisbeispielen, um den Einsatz moderner Kommunikationstechnologien im betriebswirtschaftlichen Kontext zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, die strategische Nutzbarmachung von Intranets, die Anwendung von Online-Marketing sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit rechtlichen Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Internet, Intranet, Online-Marketing, Cyberlaw, Datenübertragung, Relationship Marketing und Informationsgesellschaft.
Welche spezifischen Vorteile bietet das Intranet für Unternehmen laut Autor?
Der Autor nennt unter anderem eine vereinfachte Administration, erhebliche Kostensenkungspotentiale, eine verbesserte interne Informationsvermittlung und die Förderung der Corporate Identity als strategische Vorteile.
Welche Rolle spielt das Urheberrecht bei Domain-Names?
Das Urheberrecht und der Markenrechtsschutz sind bei Domain-Namen kritisch, da das Prioritätsprinzip ("first come, first served") häufig zu Konflikten führt und Spekulanten (Domain Grabber) dazu motiviert, wichtige Namen gegen hohe Summen zu verkaufen.
- Quote paper
- Markus Fuchs (Author), 1995, Marketing im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6300