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Klopstock-Rezeption im 20. Jahrhundert: Peter Rühmkorf

Titel: Klopstock-Rezeption im 20. Jahrhundert: Peter Rühmkorf

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Corinna Schultz (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man heute Werke Klopstocks käuflich erwerben möchte, sich deswegen beispielsweise beim einem der marktführenden Buchhandel wie www.amazon.de einloggt und „Klopstock“ als Suchbegriff eingibt, erhält man 119 Treffer. Der Verlag Reclam bietet zwei Bändchen an, die lediglich eine Auswahl von Oden und die ersten drei Gesänge des „Messias“ enthalten. Neben Sekundärschriften findet man anschließend überteuerte Werkausgaben oder den enttäuschenden Satz „Führen wir nicht oder nicht mehr“. Da bleibt nur noch die Bibliothek. Bei dieser Variante muss man allerdings der im Moment einzige Leser sein, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte. Es bleibt die Frage, warum sich kein Verleger die Mühe macht, eine wenigstens die wichtigsten Texte vollständig enthaltende Studienausgabe herauszugeben. Selbst die dichterische Rezeption Klopstocks ist nicht breit angelegt. Im 20. Jahrhundert setzen sich nur einzelne Dichter, dafür aber intensiv, mit seinem Werk auseinander. Dabei gilt es den ersten und ältesten, deutschen Klassiker, neu zu lesen und den bedeutungsvollen Gehalt seines Werkes wieder zu entdecken. Aber was veranlasst nun Peter Rühmkorf „sich in einem Atemzug mit [einem] Autor zu nennen, [der] als „verstaubt“ [gilt] und nur noch im akademischen Lehr- und Forschungsbetrieb auf philologisches und historisches Interesse [stößt]?“
Meine Hauptthese besteht darin, dass, dadurch dass Rühmkorf zahlreiche literarische Gemeinsamkeiten aufdeckt zwischen dem vergangenen 18. Jahrhundert und dem gegenwärtigeren 20. Jahrhundert, Klopstocks Leben und Werk sehr modern anmutet und zu Unrecht geringe Aufmerksamkeit erhält.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Walther von der Vogelweide, Klopstock und ich.“

2.1. Textbesprechung: „Friedrich Gottlieb Klopstock. Ein empfindsamer Revolutionär“

2.2. Klärung der Aufgabe und Funktion des Textes von Peter Rühmkorf

2.3. Vergleich der Dichtersituation im 18. Jahrhundert mit der im 20. Jahrhundert

3. Vergleich der beiden Dichter in ihrem praktischen Schaffen

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Klopstock-Rezeption durch Peter Rühmkorf, insbesondere in dessen Werk „Walther von der Vogelweide, Klopstock und ich“, und analysiert, inwieweit Rühmkorf Klopstock als modern interpretiert und sich selbst in dessen Tradition stellt.

  • Klopstock-Rezeption im 20. Jahrhundert durch Peter Rühmkorf
  • Vergleich der Dichtersituation und beruflichen Existenz im 18. und 20. Jahrhundert
  • Analyse von Klopstock als „empfindsamer Revolutionär“ und Gesellschaftsprodukt
  • Untersuchung stilistischer und inhaltlicher Anleihen Rühmkorfs bei Klopstock
  • Die Funktion von Subjektivität in der Lyrik beider Autoren

Auszug aus dem Buch

Außer der Liebe nichts

Flüchtig gelagert in dieses mein Gartengeviert, wo mir der Abend noch nicht aus dem Auge will, schön ist’s, hier noch zu sagen: schön, wie sich der Himmel verzieht und die Liebe zu Kopf steigt, all nach soviel Unsinn und Irrfahrt an ein seßhaftes Herz zu schlagen, du spürst einen Messerstich tief in der ledernen Brust DIE FREUDE.

Wo nun dieser mein Witz das Land nicht verändert, mein Mund auf der Stelle spricht, - hebt sich die Hand und senkt sich für garnichts das Lid - doch solange ich noch atmenund-rauchund-besteh, solang mich mein Kummer noch rührt und mein Glück mich noch angeht, will ich was uns die Aura am Glimmen hält, mit langer Zunge loben!

Unnütz in Anmut: Dich, wo die Nacht schon ihr Tuch wirft über dein ungebildetes Fleisch, es kehren alle Dinge sich ihre endliche Seite zu, und aus ergiebigem Dunkel rinnt finstere Fröhlichkeit ... Ich aber nenne diesseits und jenseits der Stirn außer der Liebe nichts, was mich hält und mir beikommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Vernachlässigung Klopstocks in der Literaturwissenschaft und Rühmkorfs Motivation, ihn als modernen Autor wiederzuentdecken.

2. „Walther von der Vogelweide, Klopstock und ich.“: Dieses Kapitel analysiert Rühmkorfs gleichnamiges Werk und seine Einschätzung Klopstocks als gesellschaftlich geprägten, radikalen Dichter.

2.1. Textbesprechung: „Friedrich Gottlieb Klopstock. Ein empfindsamer Revolutionär“: Hier wird Rühmkorfs biographischer Ansatz beleuchtet, Klopstock im Kontext seiner Zeit und als kämpferischen Geist darzustellen.

2.2. Klärung der Aufgabe und Funktion des Textes von Peter Rühmkorf: Es wird untersucht, warum Rühmkorf sich mit Klopstock auseinandersetzt und wie er seine eigene subjektive Perspektive legitimiert.

2.3. Vergleich der Dichtersituation im 18. Jahrhundert mit der im 20. Jahrhundert: Der Abschnitt arbeitet die Parallelen zwischen Klopstocks und Rühmkorfs beruflicher Unsicherheit und Selbstverständnis als subjektivistische Dichter heraus.

3. Vergleich der beiden Dichter in ihrem praktischen Schaffen: Das Kapitel vergleicht stilistische Elemente, das Verhältnis zur Sprache und die Auffassung der Dichterrolle bei Klopstock und Rühmkorf.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Rühmkorf durch sein kritisches Sondierungsverfahren Klopstock als zeitlos relevanten, politischen Dichter vermittelt.

Schlüsselwörter

Klopstock, Peter Rühmkorf, Literaturrezeption, Lyrik, Subjektivität, empfindsamer Revolutionär, Dichterberuf, Moderne, Literaturgeschichte, 18. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Gesellschaftsprodukt, Poetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rezeption des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock durch den Autor Peter Rühmkorf im 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die literarische Tradition, das Selbstverständnis von Dichtern, die soziale Stellung des Autors sowie die Modernität von Klopstocks Werk aus Rühmkorfs Sicht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, wie und warum Rühmkorf Klopstock in seinem Werk „Walther von der Vogelweide, Klopstock und ich“ als modernen Dichter inszeniert und inwieweit er sich als Dichter in dessen Tradition sieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Methode, indem sie Rühmkorfs Essay über Klopstock auswertet, biographische und historische Kontexte einbezieht und Vergleiche im praktischen dichterischen Schaffen beider Autoren zieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Rühmkorfs Textsammlung, vergleicht die Dichtersituation im 18. und 20. Jahrhundert und untersucht stilistische Parallelen sowie die Auffassung der Dichterrolle bei Klopstock und Rühmkorf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Klopstock, Rühmkorf, Subjektivität, Modernität, Dichterberuf und Literaturrezeption sind zentrale Begriffe.

Wie begründet Rühmkorf seine intensive Beschäftigung mit Klopstock?

Rühmkorf gibt an, Klopstock von ideologischen Manipulationen und dem "Schutt" früherer Deutungen befreien zu wollen, um ihn als "besseren" und zeitkritischen Autor für die Gegenwart identifizierbar zu machen.

Welche Rolle spielt die "Klassenunsicherheit" in der Analyse?

Laut Rühmkorf verbindet ihn mit Klopstock die Unsicherheit als Berufsschriftsteller, der versucht, seine Existenz materiell zu fundieren, was beide zur kritischen Reflexion gesellschaftlicher Zustände motiviert.

Warum ordnet Rühmkorf Klopstock als "revolutionär" ein?

Rühmkorf sieht in Klopstock einen militanten Pazifisten, einen Gegner von Fürstenwillkür und Leibeigenschaft sowie einen Verfechter bürgerlicher Freiheit, der seine Dichtung als politisches Instrument einsetzte.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Klopstock-Rezeption im 20. Jahrhundert: Peter Rühmkorf
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Germanistik)
Note
2,0
Autor
Corinna Schultz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V63021
ISBN (eBook)
9783638561525
ISBN (Buch)
9783640505517
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klopstock-Rezeption Jahrhundert Peter Rühmkorf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinna Schultz (Autor:in), 2006, Klopstock-Rezeption im 20. Jahrhundert: Peter Rühmkorf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63021
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