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Versagen und Wiedergutmachung: Hartmann von Aue Iwein - Iweins Schuld

Title: Versagen und Wiedergutmachung: Hartmann von Aue Iwein - Iweins Schuld

Term Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Grzesikowski (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Der Artusroman kann als umfangreiches Geflecht von Schuldverhältnissen verstanden werden, weshalb die Frage nach Iweins Schuld in der Forschung eine recht lange Tradition hat. Als die beiden herausragenden Eckpunkte dieser Schuldverstrickungen kann man die Tötung Askalons durch Iwein und Iweins Verspätung sehen. Dies sind zumindest die beiden am stärksten diskutierten Verfehlungen Iweins, wobei an der einen oder anderen Stelle geklärt werden muss, ob man sie eigentlich in dieser Form werten kann, ob man Iwein überhaupt eine Art Schuld unterstellen kann und wenn dies der Fall ist, welche und aus welcher Perspektive. Beide vermeintlichen Verschuldungen müssen daher also näher betrachtet werden, um Iweins Schuld bestimmen zu können. Dabei muss das zeitgenössische Verständnis vom Begriff der Schuld beachtet werden und wie Lorey betont, stellt „das höfische Mittelalter keine geistesgeschichtliche, kulturphilosophische oder gar rechtspolitische Einheit“ dar, wodurch die Bewertung der Vergehen Iweins erheblich erschwert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Die Schuldverstrickungen im ‚Iwein’

2.1. Die Tötung Askalons

2.2. Das Terminversäumnis

3. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Schuldfrage des Protagonisten Iwein in Hartmann von Aues Artusroman, wobei insbesondere die Tötung Askalons und das spätere Terminversäumnis im Kontext mittelalterlicher Rechts- und Moralvorstellungen kritisch hinterfragt werden.

  • Analyse der Schuldverstrickungen im höfischen Kontext
  • Diskussion der Rechtmäßigkeit des Kampfes gegen Askalon
  • Bewertung des Terminversäumnisses als Verstoß gegen die triuwe
  • Untersuchung der Bedeutung der aventiuren-Kette für den Bußweg
  • Vergleich unterschiedlicher literaturwissenschaftlicher Interpretationsansätze

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Tötung Askalons

Die Bedeutung der Tötung Askalons für die Schuld Iweins ist in der Forschung sehr umstritten. Im Wesentlichen kann man zwei Positionen dazu unterscheiden. So sehen zum Beispiel Cramer und Wapnewski das Erschlagen des Brunnenwächters als Verstoß gegen das Gebot der erbermde und somit als eine zentrale Fehlleistung Iweins, die dann weitere Schuld nach sich zieht. Dagegen sehen Lorey, Mertens, Sieverding und andere in der Tat Iweins kein Vergehen gegen geltenden Moral- oder Rechtsauffassungen. In jedem Fall ist der Beginn aller Schuldverstrickungen im fehlgeschlagenen aventiure-Ritt Kalogrenants zu sehen. Durch die erlittene Schmach seines Vetters ist Iwein dazu verpflichtet, gegen Askalon anzutreten, denn der erneute Kampf gegen den Brunnenwächter ist die einzige Möglichkeit, die Ehre Kalogrenants und die des Artushofes wieder herzustellen.

Außerdem bietet ihm dieser Kampf die Möglichkeit seine eigene Ehre zu vermehren. Cramer sieht darin sogar den Hauptgrund für Iweins heimlichen Ausritt und belegt dies mit den Versen 911-915, in denen Iwein sich darum sorgt, dass Gawein ihm zuvorkommen würde und dann den Ruhm ernten würde. Zudem sieht Cramer das Quellenabenteuer auch nicht als wirkliche aventiure, denn es fehle ihm die bei Kalogrenant noch vorhandene aventiure auslösende Fügung. Dieser reitet ohne Wissen von dem, was ihn erwartet, zur Quelle und wird von Askalon auch gleich darüber informiert, dass er Landfriedensbruch begangen hat und gegen das Fehderecht verstoßen hat, weil er ohne rechtzeitige Fehde-Ankündigung die Quelle begossen und damit großen Schaden angerichtet hat. Iwein weiß durch Kalogrenants Bericht, was ihn erwartet und macht sich so nicht unbeabsichtigt, sondern mutwillig dieses Rechtsbruches schuldig. Der Kampf wäre nach Cramer also schon in seiner Anlage unrechtmäßig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die komplexe Schuldproblematik des Iwein unter Berücksichtigung zeitgenössischer Moraltheologie und rechtlicher Vorstellungen des Mittelalters.

2. Die Schuldverstrickungen im ‚Iwein’: Detaillierte Analyse der beiden zentralen Verfehlungen Iweins, der Tötung Askalons sowie des Versäumnisses des vereinbarten Rückkehrtermins, unter Einbeziehung verschiedener Forschungspositionen.

3. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse, die das Terminversäumnis als entscheidenden, gesellschaftlich sanktionierten Normverstoß gegenüber der umstrittenen moralischen Bewertung des Kampfes gegen Askalon hervorhebt.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Schuld, Schuldverstrickung, Askalon, Terminversäumnis, Triuwe, Aventiure, Artusroman, Mittelalter, Rechtsbruch, Literaturwissenschaft, Ehre, Saelde, Wahnsinn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das komplexe Geflecht von Schuldverhältnissen des Helden Iwein im gleichnamigen Artusroman von Hartmann von Aue.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die ethische und rechtliche Bewertung der Tötung Askalons sowie der Bruch der Treue-Vereinbarung (Terminversäumnis) durch Iwein.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Iweins "Schuld" im Lichte des zeitgenössischen Verständnisses vom höfischen Mittelalter zu hinterfragen und zu bestimmen, ob und inwieweit seine Taten als Verstöße zu werten sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext eng mit aktuellen Forschungspositionen der Germanistik abgleicht und diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: die umstrittene Bewertung der Tötung Askalons und die Analyse des Terminversäumnisses als Vertrags- und Normbruch.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Triuwe, Aventiure, Saelde, Ehre, Landfriedensbruch und das mittelalterliche Rechtsverständnis.

Wie bewertet der Autor den Kampf gegen Askalon?

Der Autor stellt fest, dass eine eindeutig negative moralische Wertung dieses Kampfes durch den Text nicht zweifelsfrei bestätigt wird, obwohl die Forschung hierüber stark gespalten ist.

Warum wird das Terminversäumnis als schwerwiegender eingestuft?

Weil das Versäumnis einen Verstoß gegen den zentralen mittelalterlichen Wert der 'Triuwe' darstellt und zum sozialen Ausschluss des Helden aus der Hofgemeinschaft führt.

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Details

Title
Versagen und Wiedergutmachung: Hartmann von Aue Iwein - Iweins Schuld
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Grade
1,0
Author
Stefan Grzesikowski (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V63042
ISBN (eBook)
9783638561679
ISBN (Book)
9783638792615
Language
German
Tags
Versagen Wiedergutmachung Hartmann Iwein Iweins Schuld von Aue Mittelalter Heldenepos Mediävistik höfischer Roman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Grzesikowski (Author), 2005, Versagen und Wiedergutmachung: Hartmann von Aue Iwein - Iweins Schuld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63042
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