Wissensmanagement bzw. Knowledge-Management wird immer mehr zu einer Herausforderung für Unternehmen, welche erkannt haben das statt den klassischen Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital die Ressource Wissen als einziges sich durch Gebrauch vermehrt. Unternehmen die sich vor allem in hochindustrialisierten Volkswirtschaften befinden, spüren im internationalen Wettbewerb wie wertvoll und unverzichtbar die Ressource Wissen ist.
Somit haben die Unternehmen in den letzten Jahren damit angefangen das Wissen ihrer Mitarbeiter effektiv zu nutzen. Einige Unternehmen gründen Wissensmanagement-Arbeitsgruppen oder andere teilen ihr Wissen in Konferenzen und Diskussionsrunden, womit das kollektive Wissen gesteigert wird und dann zur höheren Effektivität führt. Beispiele für die Effektivität und den Erfolg von solchen Unternehmen können wir anhand der großen Erfolge von Großkonzernen wie z.B. die Softwarehersteller SAP und Microsoft sehen. Es stellt sich die Frage ob Unternehmen, die ihr Wissen nicht bewusst managen, zum Untergang verurteilt sind? Die erfolgreichen Zahlen der großen internationalen Unternehmen sprechen eine deutliche Sprache.
Diese Arbeit stellt im Mittelteil ein allgemeines Konzept des Wissensmanagements dar, das im Aufbau an das von Probst beschriebene Modell angelehnt ist.
Am Schluss wird ein Beispiel aus der Praxis anhand des Begriffes „Angewandtes Wissensmanagement bei Unternehmen“ gezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Grundlagen zum Begriff Wissen
2.1 Die Entstehung von Wissen
2.2 Die Wissensspirale nach Nonaka / Takeuchi
2.3 Die Bedeutung des Faktors Wissen für Unternehmen
3. Das Wissensmanagement-Konzept
3.1 Wissensziele
3.2 Wissensidentifikation
3.3 Wissenserwerb und Wissensentwicklung
3.4 Wissen verteilen
3.5 Wissensnutzung
3.6 Wissensbewahrung
4. Angewandtes Wissensmanagement bei Unternehmen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Bedeutung von Wissen als zentraler Wettbewerbsressource auseinander und beleuchtet ein allgemeines Konzept des Wissensmanagements, um Unternehmen bei der systematischen Nutzung dieses Faktors zu unterstützen.
- Rolle von Wissen als moderner Produktionsfaktor
- Kernprozesse des Wissensmanagements (Identifikation, Entwicklung, Verteilung, Nutzung, Bewahrung)
- Strategische versus operative Wissensziele
- Bedeutung der Unternehmenskultur für Wissensprozesse
- Praxisbeispiele für angewandtes Wissensmanagement
Auszug aus dem Buch
3.2 Wissensidentifikation
Schaffung von Transparenz über intern und extern vorhandenes Wissen. Häufig bleiben wertvolle Wissensbestände unentdeckt und damit ungenutzt, sind externe Experten den verantwortlichen Führungskräften nicht bekannt oder teure Entwicklungen werden im Unternehmen vorgenommen, weil man externe Problemlösungen nicht kennt. Bei der Schaffung von Transparenz ist allerdings darauf zu achten, dass man sich auf die Identifikation kritischen Wissens beschränkt, da bei einer absoluten Transparenz es generell scheitert.
Eine relativ unaufwendige Methode zur Identifikation von weltweit verteilten Experten und Wissensträgern ist die Erstellung von Expertenverzeichnissen oder Personalhandbüchern, diese werden als sehr effektiv angesehen. So kann man in einer Art „Gelbe Seiten“ ein Expertenverzeichnis erstellen, in dem typischen Problemen die Namen potentieller Problemlöser gegenübergestellt werden, was einen relativ unkomplizierten und raschen Zugriff auf interne Expertise ermöglicht.
Um die Wissenstransparenz zu steigern wurde eine Vielzahl anderer Wissenskarten in der Praxis entwickelt. Wissenskarten sind allgemein formuliert graphische Verzeichnisse von Wissensträgern, Wissensbeständen, Wissensquellen, Wissensstrukturen oder Wissensanwendungen. Neben der Transparenzerhöhung ermöglichen Sie das Auffinden von Wissensträgern oder -quellen, erleichtern sie das Einordnen von neuem Wissen in bestehendes und verbinden Aufgaben mit Wissensbeständen beziehungsweise -trägern.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderung ein, dass Wissen heute als entscheidender, sich durch Gebrauch vermehrender Produktionsfaktor für den Unternehmenserfolg gilt.
2. Grundlagen zum Begriff Wissen: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung von Wissen, die Wissensspirale von Nonaka und Takeuchi sowie die wachsende Bedeutung des Wissensfaktors in modernen Volkswirtschaften.
3. Das Wissensmanagement-Konzept: Hier werden die Kernbausteine des Wissensmanagements, von der Zielsetzung über die Identifikation und Entwicklung bis hin zur Bewahrung und Bewertung, detailliert beschrieben.
4. Angewandtes Wissensmanagement bei Unternehmen: Anhand des Beispiels der Siemens AG wird verdeutlicht, wie theoretische Wissensmanagement-Konzepte in einem Großunternehmen praktisch umgesetzt werden.
5. Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit einer strategischen Wissenssteuerung und weist auf die kulturellen Herausforderungen und die schwierige Messbarkeit von "Return on Knowledge" hin.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Knowledge Management, Wissensspirale, Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissen verteilen, Wissensnutzung, Wissensbewahrung, Wissensbilanz, Strategische Wissensziele, Unternehmenskultur, Wissensgesellschaft, Wettbewerbsfaktor, organisationales Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische und operative Bedeutung von Wissensmanagement in Unternehmen und stellt ein Modell zur systematischen Handhabung der Ressource Wissen vor.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition von Wissen, die Prozesse des Wissensmanagements, die strategische Ausrichtung von Lernzielen und die praktische Umsetzung in Großunternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Führungskräften die Kernprozesse des Wissensmanagements nahezubringen, um Wissen gezielt als Wettbewerbsvorteil nutzbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung des von Probst beschriebenen Wissensmanagement-Modells auf praxisnahe Beispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bausteine des Wissensmanagement-Konzepts, darunter Wissensziele, Identifikation, Erwerb, Verteilung, Nutzung und Bewahrung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Wissensmanagement, Wissensspirale, Kernprozesse, strategische Wissensziele und Wissensbewertung.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen normativen, strategischen und operativen Wissenszielen?
Normative Ziele betreffen die Vision und Unternehmenskultur, strategische Ziele das organisationales Kernwissen und operative Ziele die konkrete Umsetzung und Steuerung im Tagesgeschäft.
Warum ist laut der Arbeit eine "wissensfreundliche Unternehmenskultur" so wichtig?
Ohne eine entsprechende Kultur scheitert die Explizierung von Wissen, da Mitarbeiter aus Angst vor Statusverlust oder Arbeitsplatzrisiken ihr Wissen oft nicht teilen wollen.
Welche Rolle spielt die Technik beim Wissensmanagement?
Die Technik dient lediglich als Fundament und Instrument; für ein erfolgreiches Wissensmanagement sind primär die Menschen und der zwischenmenschliche Wissensaustausch entscheidend.
- Quote paper
- Dipl. Kfm. Serdar Sirin (Author), 2003, Wissensmanagement im Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63064