Die Flurneuordnung ist ein Verfahren zur Neuordnung des ländlichen Raumes. Als Vorläufer gelten die sog. Feldbereinigung, Verkopplung, Konsolidation, Vereinödung, Gemeinheitsteilung, Umlegung und Separation. Ein Überblick zur geschichtlichen Entwicklung findet sich im Anhang A (S. 30).*
In früherer Zeit war die Flurbereinigung hauptsächlich eine agrarstrukturelle Ordnungsmaßnahme. Inzwischen ist sie ein umfassendes Verfahren zur nachhaltigen, einkommenswirksamen Weiterentwicklung und Förderung ländlicher Räume insgesamt. Sie leistet einer markt- und umweltgerechten Produktion in Land- und Forstwirtschaft Vorschub und dient somit auch der Schaffung und Sicherung bestehender Arbeitsplätze - nicht nur in diesen Branchen. Auch die Allgemeinheit profitiert davon: vielfältige Kulturlandschaft wird bewahrt, infrastrukturelle Projekte der Dorf- oder Regionalentwicklung werden unter ökologischen wie ökonomischen Gesichtspunkten in örtlichen Maßnahmen umgesetzt.
Im Rahmen dieser Hausarbeit werden praxisbezogene Grundlagen und Instrumente der heutigen Flurneuordnung dargestellt. Zunächst folgen zur Einführung im nächsten Kapitel angestrebte Ziele und Leistungen. Rechtliche Grundlagen werden im dritten, die Gliederung der Flurneuordnungsbehörden im vierten Kapitel betrachtet. Den unterschiedlichen Verfahrensarten ist das fünfte, entsprechenden Ablaufschemata das sechste Kapitel gewidmet. Im siebten Kapitel wird eine Auswahl wesentlicher Stichpunkte aus dem Bereich der Flurneuordnung erörtert. Die relevanten Fachbegriffe werden im Glossar zusammengefasst und definiert. Ein Resümee im achten und letzten Kapitel beschließt diese Arbeit, die in erster Linie als Nachschlagewerk zur ersten Information gedacht ist.
Neben dem bundesweit verbindlichen Flurbereinigungsgesetz haben die Länder ergänzende Regelungen verfügt. Unter Berücksichtigung dessen, beziehen sich einige Abschnitte auf das Bundesland Baden-Württemberg. Dieses Beispiel wurde gewählt, da hier die Flurneuordnung, außer in der Land- und Forstwirtschaft, überdies auch im Weinbau von großer Bedeutung ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Flurneuordnung
2 Ziele und Leistungen
1.1 Infrastruktur
1.2 Gemeinde
1.3 Land- und Forstwirtschaft
1.4 Weinbau
1.5 Arten-, Biotop- und Landschaftsschutz
1.6 Grundwasserschutz
1.7 Oberflächenwasser
1.8 Hochwasserschutz
1.9 Kulturlandschaft und Tourismus
2 Behörden
3 Verfahrensarten
3.1 Regelflurneuordnung
3.2 Unternehmensflurneuordnung
3.3 Vereinfachtes Flurneuordnungsverfahren
3.4 Beschleunigtes Zusammenlegungsverfahren
3.5 Freiwilliger Landtausch
3.6 Freiwilliger Nutzungstausch
3.7 Waldflurneuordnung
3.8 Dorfentwicklung
3.9 Rebflurbereinigung
3.10 Einleitende Informationen – Bürger und Behörden
3.11 Flurbereinigungsbeschluss/Anordnung
3.12 Vorstand Teilnehmergemeinschaft wählen
3.13 Wertermittlung Grundstücke
3.14 Wege- und Gewässerplan mit landschaftspflegerischem Begleitplan entwerfen – mit Beteiligten abstimmen
3.15 Planung ausführen
3.16 Vermessung neues Wege- und Gewässernetz
3.17 Wunschtermin für Teilnehmer über Zuteilung
3.18 Vorläufige Besitzeinweisung nach Absteckung neuer Grundstücke
3.19 Flurbereinigungsplan mit Anhörungstermin
3.20 Ausführungsanordnung
3.21 Öffentliche Bücher berichtigen
3.22 Schlussfeststellung
4 Stichpunkte zur Flurneuordnung
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit bietet einen praxisorientierten Überblick über die Flurneuordnung als umfassendes Instrument zur nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume. Das Ziel besteht darin, die Grundlagen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu vermitteln sowie die verschiedenen Verfahrensarten und ihre Anwendungsmöglichkeiten zu erläutern.
- Grundlagen und Ziele der Flurneuordnung
- Rechtliche Regelungen und Behördenstrukturen
- Übersicht der verschiedenen Verfahrensarten
- Ablauf und Instrumente der Flurbereinigung
- Besonderheiten wie Weinbau und Naturschutz
Auszug aus dem Buch
1 Flurneuordnung
Die Flurneuordnung ist ein Verfahren zur Neuordnung des ländlichen Raumes. Als Vorläufer gelten die sog. Feldbereinigung, Verkopplung, Konsolidation, Vereinödung, Gemeinheitsteilung, Umlegung und Separation. Ein Überblick zur geschichtlichen Entwicklung findet sich im Anhang A (S. 30).
In früherer Zeit war die Flurbereinigung hauptsächlich eine agrarstrukturelle Ordnungsmaßnahme. Inzwischen ist sie ein umfassendes Verfahren zur nachhaltigen, einkommenswirksamen Weiterentwicklung und Förderung ländlicher Räume insgesamt.
Sie leistet einer markt- und umweltgerechten Produktion in Land- und Forstwirtschaft Vorschub und dient somit auch der Schaffung und Sicherung bestehender Arbeitsplätze – nicht nur in diesen Branchen. Auch die Allgemeinheit profitiert davon: vielfältige Kulturlandschaft wird bewahrt, infrastrukturelle Projekte der Dorf- oder Regionalentwicklung werden unter ökologischen wie ökonomischen Gesichtspunkten in örtlichen Maßnahmen umgesetzt.
Im Rahmen dieser Hausarbeit werden praxisbezogene Grundlagen und Instrumente der heutigen Flurneuordnung dargestellt. Zunächst folgen zur Einführung im nächsten Kapitel angestrebte Ziele und Leistungen. Rechtliche Grundlagen werden im dritten, die Gliederung der Flurneuordnungsbehörden im vierten Kapitel betrachtet. Den unterschiedlichen Verfahrensarten ist das fünfte, entsprechenden Ablaufschemata das sechste Kapitel gewidmet. Im siebten Kapitel wird eine Auswahl wesentlicher Stichpunkte aus dem Bereich der Flurneuordnung erörtert. Die relevanten Fachbegriffe werden im Glossar zusammengefasst und definiert. Ein Resümee im achten und letzten Kapitel beschließt diese Arbeit, die in erster Linie als Nachschlagewerk zur ersten Information gedacht ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Flurneuordnung: Definition der Flurneuordnung als Verfahren zur Neuordnung des ländlichen Raumes und Einordnung in ihren historischen Kontext.
2 Ziele und Leistungen: Darstellung der zentralen Ziele, wie die Förderung der Agrarstruktur und die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume, untergliedert in verschiedene Fachbereiche.
2 Behörden: Überblick über die zuständigen Behörden und den Verwaltungsaufbau in Baden-Württemberg sowie Vergleiche zu anderen Bundesländern.
3 Verfahrensarten: Detaillierte Auflistung und Beschreibung der unterschiedlichen Flurneuordnungsverfahren sowie der einzelnen Verfahrensschritte von der Einleitung bis zur Schlussfeststellung.
4 Stichpunkte zur Flurneuordnung: Zusammenstellung wichtiger Praxistipps und Antworten auf häufige Fragen für Beteiligte an einem Flurneuordnungsverfahren.
5 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung des Verfahrens und der Bedeutung heutiger Planungsaspekte wie Umwelt- und Naturschutz.
Schlüsselwörter
Flurneuordnung, Flurbereinigung, Landentwicklung, Agrarstruktur, Teilnehmergemeinschaft, Verfahrensarten, Bodenordnung, Grundeigentümer, Infrastruktur, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Wertermittlung, Flurbereinigungsgesetz, ländlicher Raum, Planung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Flurneuordnung als ein behördlich geleitetes Verfahren zur Neuordnung und Entwicklung des ländlichen Raumes in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung der Gegebenheiten in Baden-Württemberg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Ziele und Leistungen der Flurneuordnung, die rechtlichen Grundlagen, die verschiedenen Verfahrensarten sowie den administrativen Ablauf und die Rollen der beteiligten Behörden und Teilnehmer.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein verständliches Nachschlagewerk zu schaffen, das grundlegende Informationen, Abläufe und Instrumente der modernen Flurneuordnung für Beteiligte und Interessierte strukturiert darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse der relevanten Gesetzestexte (insbesondere das Flurbereinigungsgesetz), Verwaltungsvorschriften und Informationsmaterialien staatlicher Stellen zur Landentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Ziele und Leistungen, Behördenstrukturen, eine detaillierte Erläuterung der verschiedenen Verfahrensarten sowie eine chronologische Beschreibung des Verfahrensablaufs, ergänzt durch nützliche Stichpunkte für die Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Flurneuordnung, Agrarstruktur, Landentwicklung, Teilnehmergemeinschaft, Bodenordnung, Nachhaltigkeit und das Flurbereinigungsgesetz.
Wie wird das Verfahren der Flurneuordnung eingeleitet?
Das Verfahren wird durch einen Verwaltungsakt, den Flurbereinigungsbeschluss, angeordnet, mit dem gleichzeitig das Flurbereinigungsgebiet und die Teilnehmergemeinschaft festgelegt werden.
Wer ist für die Kosten der Flurneuordnung verantwortlich?
Die Ausführungskosten werden durch Teilnehmerbeiträge finanziert, wobei staatliche Zuschüsse (Bund, Land, EU) von mindestens 50 % gewährt werden. Die persönlichen und sächlichen Kosten der Behördenorganisation trägt das Land.
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- Burkhard Blumberger (Author), 2006, Flurneuordnung - Grundlagen und Instrumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63067