Welches Ergebnis soll am Ende der Arbeit stehen? Eine triviale Antwort wird es hierfür wohl nicht geben, jedoch aber valides Datenmaterial. Wie sozial erwünscht haben die Probanden geantwortet und zwischen welchen Faktoren ergeben sich Zusammenhänge? Wo gibt es Widersprüche, an die die Wissenschaft anknüpfen kann? Diese Teilfragen zu beantworten und näher zu erläutern soll Ziel dieser Arbeit sein.
Weitere Teilziele dieser Arbeit sind die Klärung einiger Unterfragen, die sich auf dem Weg zur Forschungsfrage als wichtig herauskristallisiert haben. Welchen Einfluss hat das Umweltbewusstsein auf die Wahl des Verkehrsmittels? Damit ist gemeint, ob sich die Befragten bei der Wahl des Verkehrsmittels Gedanken über dessen Einfluss auf die Umwelt machen. Welche Faktoren beeinflussen die Wahl des Verkehrmittels? Wie ist die Wahrnehmung der Alternativen zum Auto, damit ist gemeint welches Image haben das Fahrrad, die öffentlichen Verkehrsmittel und die deutsche Bahn? Wie verhält es sich mit der Akzeptanz eines „Tempolimits 120“ auf deutschen Autobahnen oder einer „Stadtmaut“ wie es sie bereits in einigen Weltstädten gibt? Sind sich die Menschen wirklich bewusst darüber, wie schädlich Autofahren ist? Sind die Menschen informiert darüber wie es um die Umwelt steht und wie viel Geld sind die Befragten auch in Zukunft bereit zu zahlen, um weiterhin Autofahren zu können?
Wir haben uns in der Arbeit zum Ziel gesetzt am Ende der Arbeit eine Verbindung von Theorie und Praxis herstellen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
2 Grundlegende Bestandteile und Begriffe
2.1 Umweltverhalten, Freizeit und Mobilität
2.1.1 Umweltverhalten
2.1.2 Freizeit und Mobilität
2.2 Auto, Verkehr und Umweltbelastung
2.2.1 Das Auto
2.2.2 Verkehr und Umweltbelastung
3 Theorie
3.1 Empirische Sozialforschung
3.1.1 Qualitative Sozialforschung
3.1.2 Quantitative Sozialforschung
3.1.3 Methoden empirischer Sozialforschung
3.2 Theoretisches Konzept
3.2.1 Modell des „Lebensraums“ nach Lewin
3.2.2 Theoretischer Ansatz nach Barker – Behavior Setting
3.2.3 Environmental Psychology – Ökopsychologie nach Ittelson
4 Fragebogen und Auswertung
4.1 Unser Fragebogen
4.2 Hypothese 1 – Einstellung zur Umwelt
4.3 Hypothese 2 – Alternativen zum Auto
4.4 Hypothese 3 – Einstellung zum Auto
4.5 Erklärungsversuche mit Hilfe des theoretischen Konzepts
4.6 Probleme bei der Konzeption und Auswertung des Fragebogens
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der hohen Bedeutung des Autos in der individuellen Freizeitgestaltung und der damit verbundenen zunehmenden Umweltbelastung. Das zentrale Forschungsziel ist die Analyse, warum das Automobil trotz ökologischer Bedenken als unverzichtbares Fortbewegungsmittel wahrgenommen wird und welche Faktoren die Wahl alternativer Verkehrsmittel beeinflussen.
- Analyse des Umweltverhaltens im Kontext der Freizeitmobilität
- Bewertung der Akzeptanz von Alternativen zum Auto (ÖPNV, Bahn, Fahrrad)
- Untersuchung der psychologischen Bindung und der Bedeutung des Autos als Statussymbol
- Verknüpfung theoretischer Konzepte der Umweltpsychologie mit empirischen Befragungsdaten
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Environmental Psychology – Ökopsychologie nach Ittelson
Die Theorie vom Menschen als ausschließlich innengeleitetes Wesen (Lewin) und die Annahme des von der Umwelt beeinflusstes Individuum (Barker) bilden die Grundlage des zusammenführenden Ansatzes der Environmental Psychology (zu Deutsch auch Umweltpsychologie oder besser Ökopsychologie genannt), der die beiden zueinander abgegrenzten Systeme verbindet.
Während sich die Kritik am Konzept Lewins dadurch erklären lässt, dass die Umwelt außen vor gelassen wird, liegen die Defizite in Barkers Behavior Settings darin begründet, dass „menschliche Wahrnehmung immer mitbestimmt durch den jeweiligen Zustand des psychischen Systems, also immer selektiv [ist]“62. Das Prinzip der so genannte „dynamische Wechselwirkung“ zwischen dem Mensch und seiner Umgebung betrachtet das Individuum nicht als ein passives Produkt seiner Umwelt, sondern vielmehr als ein zielgerichtetes Wesen, das einerseits auf die Umwelt einwirkt und das andererseits wiederum von der Umwelt beeinflusst wird.63 Stengel stellt fest, dass dieser Rückkoppelungsprozess bei Barker fehlt.64
Die Mensch-Umwelt-Beziehung gestaltet sich also folglich so: der Mensch lebt nicht in seiner starren Umwelt, seinen invariablen Behavior Settings, an die er sich anpassen muss, sondern schafft sich seine eigene variable Umwelt, die wiederum auf den Einzelnen einwirkt. Angesichts dieser Vorüberlegungen wird von den Begründern der Environmental Pschology der Begriff des „Umweltmenschen“ generiert, dem die Idee des in einer dialektischen Spannung zu seiner Umwelt sehenden und mit ihr agierenden Menschen zugrunde liegt, der seine Umwelt formt und von ihr geformt wird.65
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Umweltbelastung durch den steigenden Pkw-Bestand ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.
2 Grundlegende Bestandteile und Begriffe: Hier werden die Kernbegriffe Umweltverhalten, Freizeit, Mobilität, Auto und Verkehr definiert und deren wechselseitige Bedeutung erläutert.
3 Theorie: Das Kapitel bietet eine Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung und stellt theoretische Konzepte (Lewin, Barker, Ittelson) zur Erklärung des menschlichen Umweltverhaltens vor.
4 Fragebogen und Auswertung: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der empirischen Untersuchung, analysiert die erhobenen Daten im Hinblick auf drei Hypothesen und diskutiert die Probleme bei der Konzeption.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Studie zusammen und betont die Notwendigkeit politischer Maßnahmen zur wirkungsvollen Reduzierung des Autokonsums.
Schlüsselwörter
Umweltverhalten, Freizeit, Mobilität, Autoverkehr, Umweltpsychologie, empirische Sozialforschung, Fragebogen, Lebensraum, Behavior Setting, Umweltbewusstsein, Verkehrsmittelwahl, Statussymbol, ÖPNV, Klimawandel, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Umweltverhalten von Bürgern im Kontext ihrer Freizeitgestaltung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Nutzung des Autos als Verkehrsmittel liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Aspekte Mobilität, Umweltbelastung, Einstellung zum Automobil, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Fahrräder sowie die theoretische Fundierung des menschlichen Handelns in seiner Umwelt.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen dem Umweltbewusstsein der Befragten und ihrem tatsächlichen Mobilitätsverhalten aufzudecken, insbesondere warum das Auto trotz erkannter Umweltprobleme in der Freizeit bevorzugt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine empirische Untersuchung mittels schriftlicher Befragung von 206 Personen, ergänzt durch eine theoretische Analyse psychologischer Modelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Auseinandersetzung mit der Umweltpsychologie, die Darstellung der empirischen Ergebnisse anhand von drei Hypothesen sowie eine kritische Reflexion des Fragebogens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Umweltverhalten, Autoverkehr, Freizeitmobilität, Umweltbewusstsein und soziologische Forschungsstrategien charakterisiert.
Welche Erkenntnis ergibt sich bezüglich des 3-Liter-Autos?
Das Image des 3-Liter-Autos ist bei den Befragten besser als erwartet, jedoch bestehen weiterhin Zweifel an seiner Rolle als echte Alternative zu herkömmlichen Modellen.
Wie bewerten die Befragten den Öffentlichen Personennahverkehr?
Der ÖPNV wird zwar als Alternative erkannt, aber als teuer, häufig überfüllt und wenig komfortabel wahrgenommen, was zu einer gewissen Unzufriedenheit und einer geringen Nutzungshäufigkeit führt.
- Quote paper
- A. Richter (Author), B. Barth (Author), A. Riplinger (Author), U. Kreuzer (Author), 2005, Umweltverhalten in der Freizeit mit dem Schwerpunkt Auto und Verkehr - Eine empirische Studie , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63079