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Informationsgüter im Internet - Das Angebot auf Märkten ohne definierte Verfügungsrechte

Title: Informationsgüter im Internet - Das Angebot auf Märkten ohne definierte Verfügungsrechte

Diploma Thesis , 2006 , 67 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marco Satzer (Author)

Economics - Innovation economics
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ie technologische Entwicklung in den letzten 10 Jahren hat dazu geführt, dass Informationsgüter über das Internet weltweit angeboten werden können. Informationsgüter sind in ein System bestehend aus Computern und schnellen Internetanbindungen eingebunden, was der weltweiten Verfügbarkeit dieser Güter zum Durchbruch verhalf. Dieses industrielle Angebot wird jedoch seit einigen Jahren von einem Angebot dieser Güter in so genannten P2P-Tauschbörsen1 flankiert. Dabei wird das Angebot nicht von den Produzenten dieser Güter gestellt, sondern von den eigentlichen Nachfragern, die diese Güter kostenlos in P2P-Tauschbörsen anbieten. Dass dieses Angebot nicht im Sinne der Produzenten ist, ist offensichtlich. Die Nachfrager dagegen haben zwar einen kurzfristigen Vorteil, indem sie Güter kostenlos erwerben können, langfristig gesehen werden aber auch sie durch dieses Angebot einen Nutzenverlust erleiden. Aufgrund der fehlenden monetären Entlohnung für die erbrachten Leistungen seitens der Industrie wird diese ihr Angebot in Zukunft überdenken. Die Anreize neue Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen werden durch die fehlende Durchsetzbarkeit der Eigentumsrechte an diesen Produkten eingeschränkt. Dies kann auf Dauer auch nicht das Interesse der Konsumenten sein. P2P-Tauschbörsen stellen jedoch aufgrund ihrer dezentralen Struktur eine kostengünstige Alternative zur Distribution von digitalen Gütern dar. Diese Technologie wird bisher kaum von der Industrie angewand. Lediglich im wissenschaftlichen Bereich und bei der Verteilung von Open-Source-Software kommt die P2P-Technologie in einem professionellen Umfeld zum Einsatz. Bisherige Anstrengungen seitens der Industrie waren vornehmlich darauf ausgerichtet, diese Technologie zurückzudrängen oder sie gänzlich zu verbieten.

Sinn und Zweck dieser Arbeit ist es, eine für alle Seiten befriedigende Lösung für obiges Problem zu finden. Insbesondere stehen folgende Fragen im Mittelpunkt der Arbeit. Was sind die Motive der Tauschbörsennutzer, sich an der Bereitstellung eines kostenlosen Angebots zu beteiligen? Mit welchen Mitteln kann dieses Angebot beeinflusst werden? Ist eine Adaption der neuen Technologie seitens der Industrie sinnvoll und wie kann die Durchsetzbarkeit der Eigentumsrechte bei Informationsgütern verbessert werden?

Excerpt


Gliederung

1 Problemstellung

2 Das Angebot an Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen

2.1 Die Realität in Tauschbörsen im Widerspruch zur standardökonomischen Erklärung

2.2 Fairness, Reziprozität und Eigennutzen

2.3 Handlungsempfehlungen für Tauschbörsenbetreiber

3 Das originäre Angebot an Informationsgütern

3.1 Die Reaktion der Industrie auf sinkende Verkaufszahlen bei Informationsgütern

3.2 Die Differenzierung des Angebots bei Informationsgütern

3.3 Produktgestaltung bei Informationsgütern

4 Die Optimierung der Verfügungsrechte von Informationsgütern

4.1 Die Durchsetzbarkeit der Verfügungsrechte bei exklusiven Systemen

4.2 Die Vor- und Nachteile von Exklusivität

4.3 Strategische Optionen für Anbieter von Informationsgütern

5 Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die ökonomischen Hintergründe des Angebots von Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen und untersucht, wie Anbieter diesen Herausforderungen durch Produkt- und Preisdifferenzierung sowie exklusive Systeme begegnen können, anstatt ausschließlich auf restriktive Maßnahmen wie Kopierschutz zu setzen.

  • Analyse des Nutzerverhaltens in P2P-Tauschbörsen auf Basis der experimentellen Wirtschaftsforschung.
  • Untersuchung der Anreizstrukturen für die Bereitstellung digitaler Güter.
  • Evaluation von Strategien der vertikalen Produktdifferenzierung und Versionierung.
  • Untersuchung der Rolle von Netzwerkeffekten und exklusiven Systemen für den Markterfolg.
  • Kritische Würdigung restriktiver Maßnahmen wie DRM im Hinblick auf den Unternehmenserfolg.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Realität in Tauschbörsen im Widerspruch zur standardökonomischen Erklärung

Der Erfolg von P2P-Tauschbörsen ist eng mit dem Programm Napster verknüpft. Seit seiner Einführung im Jahre 1999 sind die Nutzerzahlen von Tauschbörsen sprunghaft angestiegen. Zwar war es auch vor Napster schon möglich, Dateien im Internet auszutauschen, jedoch erst die einfache Bedienbarkeit von Napster ermöglichte die rasante Ausbreitung von Tauschbörsen im Internet. Über die Zahl der tatsächlichen Nutzer lässt es sich jedoch streiten, da eine direkte Beobachtung der weltweiten Tauschaktionen nicht möglich ist. Aktuelle Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass im Oktober 2005 zu jedem Zeitpunkt durchschnittlich über 9 Millionen Menschen in P2P-Tauschbörsen aktiv waren. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres entspräche dies einem Anstieg von über 30 %, laut einer Studie der Firma BigChampagne.

Allein die Anzahl der vorhandenen Musikstücke wird mit 800 Millionen Einzeltitel beziffert. Der Anteil des P2P-Datenaustauschs am gesamten Datenverkehr im Internet wird auf bis zu 70 % geschätzt. Dies sind jedoch nur Schätzwerte. Je nach Untersuchung und Auftraggeber weichen diese Werte teils erheblich voneinander ab. Die letzte Untersuchung zu diesem Thema seitens der OECD ist aus dem Jahre 2003 und kann aufgrund der dynamischen Entwicklung in diesem Bereich keinen Aufschluss über das aktuelle Verhalten der Tauschbörsennutzer geben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einleitung in die technologische Entwicklung und das damit verbundene Problem der illegalen Bereitstellung von Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen.

2 Das Angebot an Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen: Analyse der Motive von Tauschbörsennutzern unter Einbeziehung experimenteller Wirtschaftsforschung und des ERC-Modells.

3 Das originäre Angebot an Informationsgütern: Untersuchung der industriellen Reaktionen, insbesondere durch Preis- und Produktdifferenzierung, um den Herausforderungen durch P2P-Netzwerke zu begegnen.

4 Die Optimierung der Verfügungsrechte von Informationsgütern: Erörterung der Durchsetzbarkeit von Verfügungsrechten und der Rolle von exklusiven Systemen sowie Netzwerkeffekten.

5 Ergebnisse: Zusammenführende Betrachtung der Lösungsansätze zur Eindämmung der Piraterie durch liberale Geschäftsstrategien anstelle restriktiver Kopierschutzmechanismen.

Schlüsselwörter

Informationsgüter, P2P-Tauschbörsen, Netzwerkeffekte, Verfügungsrechte, Preisdifferenzierung, Versioning, Spieltheorie, experimentelle Wirtschaftsforschung, Trittbrettfahrerproblem, Gefangenendilemma, Kopierschutz, DRM, exklusive Systeme, Produktgestaltung, Piraterie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Ursachen und Folgen der Verbreitung von Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen und leitet Strategien für Unternehmen ab, um mit diesem Phänomen umzugehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Kollektivgütertheorie, experimentelle Spieltheorie, Strategien zur Preis- und Produktdifferenzierung sowie die Analyse von exklusiven Systemen und Netzwerkeffekten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, praktikable und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zur Eindämmung der Piraterie zu finden, die über das bloße Verbot oder restriktive Kopierschutzmaßnahmen hinausgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden spieltheoretische Modelle, Ergebnisse aus der experimentellen Wirtschaftsforschung sowie mikroökonomische Ansätze zur Preis- und Produktgestaltung angewendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Verhalten der Akteure in Tauschbörsen, die Wirkung von Preisdifferenzierungsstrategien (Versioning) und die Vor- sowie Nachteile einer exklusiven Systemgestaltung bei Informationsgütern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Informationsgüter, P2P-Tauschbörsen, Netzwerkeffekte, Preisdifferenzierung, Verfügungsrechte und die ökonomische Modellierung von Fairness und Reziprozität.

Wie erklärt die Arbeit das Tauschverhalten, das im Widerspruch zur Standardökonomie steht?

Durch die Einbeziehung der experimentellen Wirtschaftsforschung und des ERC-Modells zeigt die Arbeit, dass Individuen neben dem Eigennutz auch Präferenzen für Fairness und Reziprozität aufweisen.

Warum hält der Autor restriktive Kopierschutzmaßnahmen (DRM) für wenig erfolgsversprechend?

Der Autor argumentiert, dass DRM-Systeme den Nutzen für Konsumenten einschränken, die Reputation des Unternehmens gefährden und zudem in offenen P2P-Systemen mit relativ einfachen Mitteln umgangen werden können.

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Details

Title
Informationsgüter im Internet - Das Angebot auf Märkten ohne definierte Verfügungsrechte
College
University of Cologne
Grade
1,3
Author
Marco Satzer (Author)
Publication Year
2006
Pages
67
Catalog Number
V63103
ISBN (eBook)
9783638562256
ISBN (Book)
9783638715805
Language
German
Tags
Informationsgüter Internet Angebot Märkten Verfügungsrechte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Satzer (Author), 2006, Informationsgüter im Internet - Das Angebot auf Märkten ohne definierte Verfügungsrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63103
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