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Inwieweit gelang es J. H. Wichern die sozialen Fragen seiner Zeit zu erkennen und den Problemen entgegenzuwirken?

Title: Inwieweit gelang es J. H. Wichern die sozialen Fragen seiner Zeit zu erkennen und den Problemen entgegenzuwirken?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 33 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anne Goldbach (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Im Seminar: Restauration und Revolution. Weichenstellung in der Kirchengeschichte von 1815 bis 1870 befasste ich mich, in dem von mir zu bearbeitenden Referat, mit dem christlichen Sozialreformer Johann Hinrich Wichern. Schon bei der Erarbeitung dieses Referates fiel auf, dass das Schaffen Wicherns in der Literatur sehr unterschiedlich bewertet wird.
Aufgrund dessen schien mir eine Erarbeitung dieser Thematik sehr interessant. Ich werde in dieser Arbeit die Kritik Günther Brakelmanns an den Lebensumständen und Prägungen Wicherns prüfen und anhand dessen eine Aussage darüber treffen, inwieweit Johann Hinrich Wichern die sozialen Fragen seiner Zeit erkannte und den Problemen der Bevölkerung entgegenwirken konnte.
Es ist dabei zu beachten, dass auch meine Aussagen nur eine Betrachtung aus der Perspektive unserer Zeit bleiben, da es mir nicht möglich ist, mich in die Lebensumstände und Situationen Wicherns so tief hineinzuversetzen, als das es möglich wäre die tatsächliche Bedeutung seiner Arbeit für die damalige Zeit vollständig zu erfassen.
Mein Blick ist ein Blick, welcher sich aus einer anschließenden Geschichtsentwicklung von mehr als 150 Jahren ergibt. Aufgrund dessen kann und wird das Bild der Arbeit Johann Hinrich Wicherns hier nicht völlig der Bedeutung für seine Zeit entsprechend, dargestellt werden können.
Trotz allem versuche ich meine Blickrichtung zu objektivieren, indem ich mit Hilfe der Literatur die Lebensumstände und -einstellungen J. H. Wicherns berücksichtige.
In dem Gedicht „Die Weber“ von Heinrich Heine wird der Weberaufstand als Exempel für die Darstellung der Nöte des Proletariats zur Zeit der Industrialisierung herausgegriffen. Die Arbeiterschicht wird als hungernd, elend und im Kampf gegen Staat und Kirche stehend, beschrieben. Dieses Gedicht des Vormärzes, zeigt die Probleme in Deutschland zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Es klagt sowohl den Staat als auch die Kirche an und signalisiert das Bestreben der Bevölkerung nach einer Veränderung. Welche Veränderungen Deutschland und seine Bevölkerung in dieser Zeit durchlebten und welche Bestrebungen man unternahm um die sozialen Probleme zu lösen, wird in dieser Arbeit am Beispiel des Sozialreformer Johann Hinrich Wichern untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1 Ein geschichtlicher Überblick über die erste Hälfte des 19Jh.

2 Die daraus resultierenden sozialen Fragen

3 Die Erweckungsbewegung und die soziale Verantwortung

4 Johann Hinrich Wichern

4.1 Die jungen Jahre des J. H. Wichern

4.2 Wicherns Geschichtsverständnis

4.3 Die Schaffensphase Johann Hinrich Wicherns

4.4 Vermächtnis Wicherns

5 Beurteilung Wicherns Wirksamkeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Johann Hinrich Wichern als christlicher Sozialreformer im Kontext der sozialen Notlagen während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Dabei wird insbesondere geprüft, inwieweit Wichern die sozialen Fragen seiner Zeit erkannte und ob seine Ansätze geeignet waren, die Probleme der Bevölkerung effektiv zu lindern, wobei die kritische Auseinandersetzung des Theologen Günther Brakelmann einen zentralen Analysepunkt darstellt.

  • Historischer Kontext des 19. Jahrhunderts und Entstehung der sozialen Frage
  • Die Rolle der Erweckungsbewegung und soziale Verantwortung
  • Biografie und theologische Prägung von Johann Hinrich Wichern
  • Das Konzept der "Inneren Mission" und die Gründung des Rauhen Hauses
  • Kritische Würdigung durch Günther Brakelmann im Spannungsfeld von Restauration und Revolution

Auszug aus dem Buch

4.1 Die jungen Jahre des J. H. Wichern

Geboren wurde Johann Hinrich Wichern im April des Jahres 1808 in Hamburg. Dort wuchs er in einfachen, ländlichen Verhältnissen und im proletarischem Milieu auf, weshalb ihm die Nöte des Proletariats vermutlich auch aus der eigenen Familie bekannt waren. Hamburg war zu dieser Zeit von französischen Truppen besetzt und wurde ins napoleonische Kaiserreich einverleibt als Wichern zwei Jahre alt war. Im Jahre 1823 verstarb sein Vater und so musste er im Alter von 15 Jahren bei der Erziehung von sechs weiteren Geschwistern helfen. Da die Mutter, die mit sieben Kindern zurückblieb jedoch nicht nur erzieherische Unterstützung brauchte, musste Wichern in der schwierigen wirtschaftlichen Lage auch finanziellen Beitrag leisten. So arbeitete er an der Plunscher Erziehungsanstalt, hielt Vorlesungen am Hamburger Akademischen Gymnasium und führte nebenbei theologische Studien durch. Diese oftmals harte Arbeit führte bei ihm schon damals zu quälenden Kopfschmerzen.

Im Oktober des Jahres 1827 immatrikulierte er sich an der Universität in Göttingen und bereitete sich während seines Studiums ernsthaft auf seinen Beruf vor. Sein Studium der Theologie empfand er immer als Studium der christlichen Tat, denn Wichern zeigte sofort Einsatz für die Schwachen und Zurückgedrängten. Nach seinem Abschluss wurde er Lehrer an der ersten Sonntagsschule für Kinder aus den Elendsvierteln. Damit begann Johann Hinrich Wichern nun endgültig seine sozialen Tätigkeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Autor erläutert die Motivation für die Wahl des Themas und grenzt den eigenen, modernen Blickwinkel auf die historische Figur Wichern ein.

Einleitung: Anhand des Weber-Gedichtes von Heinrich Heine wird die soziale Not des 19. Jahrhunderts skizziert, die als Ausgangspunkt für Wicherns Wirken dient.

1 Ein geschichtlicher Überblick über die erste Hälfte des 19Jh.: Das Kapitel beschreibt den Wandel von der ständischen Ordnung hin zur Industrialisierung und die damit einhergehende Veränderung der Lebensverhältnisse.

2 Die daraus resultierenden sozialen Fragen: Es wird analysiert, wie die Auflösung alter Strukturen zur Verelendung weiter Bevölkerungskreise und zum Entstehen des Proletariats führte.

3 Die Erweckungsbewegung und die soziale Verantwortung: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss der religiösen Erneuerungsbewegung auf das aufkommende soziale Bewusstsein im christlichen Kontext.

4 Johann Hinrich Wichern: Dieser Hauptteil widmet sich dem Leben und Wirken Wicherns, seinem Geschichtsverständnis, dem Aufbau der Inneren Mission und seinem Vermächtnis.

5 Beurteilung Wicherns Wirksamkeit: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Kritik von Günther Brakelmann, die Wicherns Rolle im politischen Kontext von Restauration und Revolution hinterfragt.

Schlüsselwörter

Johann Hinrich Wichern, Innere Mission, Soziale Frage, 19. Jahrhundert, Industrielle Revolution, Rauhes Haus, Christlicher Sozialreformer, Protestantismus, Erweckungsbewegung, Pauperismus, Armenfürsorge, Günther Brakelmann, Diakonie, Soziale Gerechtigkeit, Volkskirche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wirken des christlichen Sozialreformers Johann Hinrich Wichern im 19. Jahrhundert und beleuchtet kritisch, wie er auf die sozialen Nöte seiner Zeit reagierte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Auswirkungen der Industrialisierung, die Rolle der christlichen Erweckungsbewegung, die Gründung der Inneren Mission sowie die historische Einordnung Wicherns in der Spannung zwischen Tradition und Revolution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Wichern die sozialen Probleme seiner Zeit tatsächlich erkannte und den Nöten der Bevölkerung durch seine Arbeit wirksam entgegenwirken konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei insbesondere die kritische Perspektive des Theologen Günther Brakelmann herangezogen wird, um Wicherns Arbeit in den zeitgeschichtlichen Kontext einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in biografische Aspekte, das spezifische Geschichtsverständnis Wicherns, die praktische Arbeit im Rauhen Haus sowie die kritische Reflexion seines gesellschaftspolitischen Engagements.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Innere Mission, Soziale Frage, Pauperismus, Rauhes Haus, Diakonie und die Auseinandersetzung mit der industriellen Revolution.

Wie bewertet der Autor Wicherns Haltung zur Revolution von 1848?

Es wird aufgezeigt, dass Wichern der Revolution ablehnend gegenüberstand, da er sie als Zeichen für den Abfall vom christlichen Glauben sah und eine konservative, gottgewollte Ordnung bewahren wollte.

Inwieweit lässt sich das "Rauhe Haus" als Erfolg verbuchen?

Das Rauhe Haus gilt als bahnbrechende Initiative der Sozialpädagogik und Diakonie, die Menschen in akuter Not half und durch ihr Modell die soziale Arbeit in Deutschland nachhaltig prägte.

Warum wird Wichern laut Brakelmann als "konterrevolutionär" bezeichnet?

Brakelmann kritisiert, dass Wichern durch sein Festhalten an bestehenden Machtstrukturen und seine Ablehnung politischer Emanzipation die sozialen Missstände eher verwaltete, als ihre politischen Ursachen zu bekämpfen.

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Details

Title
Inwieweit gelang es J. H. Wichern die sozialen Fragen seiner Zeit zu erkennen und den Problemen entgegenzuwirken?
College
University of Leipzig
Course
Restauration und Revolution Weichenstellung in der Kirchengeschichte von 1815 bis 1870.
Grade
2,3
Author
Anne Goldbach (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V63107
ISBN (eBook)
9783638562270
ISBN (Book)
9783656806905
Language
German
Tags
Inwieweit Wichern Fragen Zeit Problemen Restauration Revolution Weichenstellung Kirchengeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Goldbach (Author), 2006, Inwieweit gelang es J. H. Wichern die sozialen Fragen seiner Zeit zu erkennen und den Problemen entgegenzuwirken?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63107
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