Eingeleitet wird diese Arbeit mit den Worten Erich Gutenbergs:
Es
„sei an dieser Stelle ausdrücklich gesagt, daß [sic!] es nach meiner Auffassung
keine wissenschaftliche Lehre von der Unternehmensführung geben
kann. Von verantwortlicher Stelle aus weitgehende und richtige Entscheidungen
für das Unternehmen zu treffen – diese Kunst ist im Grunde weder
lehr- noch lernbar. Es gibt jedoch eine große Anzahl von Fragen der Unternehmensführung,
die einer wissenschaftlichen Behandlung zugänglich
sind.“1
Ziel dieser Arbeit ist es, die wichtigsten Antworten und Ergebnisse, die sich die
Autoren Taylor, Fayol und Gutenberg auf diese Fragen zu diesem Thema gestellt
haben und jeder auf seine Art und Weise beantwortet hat, vorzustellen.
Die Bearbeitung der drei Autoren erfolgt nach chronologischer Reihenfolge ihrer
wichtigsten Hauptwerke. Zuerst wird jeweils die Ausgangssituation dargestellt.
Danach werden ihre wichtigsten Beiträge und Leistungen vorgestellt. Zusätzlich
werden die Leistungen von Taylor und Fayol kritisch bewertet. Um Gutenbergs
Beitrag fundiert kritisieren zu können, müsste man das Gesamtwerk Gutenbergs
betrachten. Dies würde den zur Verfügung stehenden Rahmen sprengen.
Folglich wird auf eine Kritik verzichtet.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Frederick Winslow Taylor:
Die Grundzüge wissenschaftlicher Betriebsführung
2.1 Bedingungsrahmen und Menschenbild der „wissenschaftlichen Betriebsführung“
2.2 Das Ausgangsproblem und Ziel der „wissenschaftlichen Betriebsführung“
2.3 Die Leitideen der wissenschaftlichen Betriebsführung
2.3.1 Das Kooperationspostulat
2.3.2 Das Postulat der Verwissenschaftlichung
2.4 Die vier Grundsätze der wissenschaftlichen Betriebsführung der Unternehmens und Betriebsleitungen
2.5. Die Methodischen Grundsätze der wissenschaftlichen Betriebsführung
2.5.1 Die Trennung von Hand und Kopfarbeit
2.5.2 Die Trennung des Arbeitsprozesses von den Fertigkeiten des Arbeiters
2.5.3 Lückenlose, objektivierte Kontrolle
2.6. Die Methoden und Instrumente der wissenschaftlichen Betriebsführung
2.6.1 Zeitstudien
2.6.2 Funktionsmeistersystem
2.7 Kritik der „wissenschaftlichen Betriebsführung“
2.7.1 Nachteile
2.7.2 Vorteile der wissenschaftlichen Betriebsführung
3. Henri Fayol: Allgemeine und industrielle Verwaltung
3.1 Bedingungsrahmen und Menschenbild
3.2 Ansatzpunkte der industriellen Verwaltung
3.3 Die 14 Managementprinzipien von Fayol
3.3.1 Arbeitsteilung
3.3.2 Autorität und Verantwortlichkeit
3.3.3 Disziplin
3.3.4 Einheit der Auftragserteilung
3.3.5 Einheit der Leitung
3.3.6 Unterordnung des Sonderinteresses unter das Interesse der Gesamtheit
3.3.7 Zentralisation
3.3.8 Ordnung
3.4 Die Elemente der Verwaltung
3.4.1 Vorausplanung
3.4.2 Organisation
3.4.3 Auftragserteilung
3.4.4 Zuordnung
3.4.5 Kontrolle
3.5 Kritik Allgemeine und industrielle Verwaltung
4. Erich Gutenberg „Unternehmensführung“
4.1 Die Ausgangslage
4.2 Die Organisation der Führungsgruppe in der Unternehmung
4.2.1 Das Problem der betrieblichen Willensbildung
4.2.2 Das Direktional- und das Kollegialsystem
4.3 Führungsentscheidungen in der Unternehmung
4.4. Die Leitmaximen betrieblicher Betätigung
4.4.1 Das erwerbswirtschaftliche Prinzip
4.4.2. Das Prinzip der Wirtschaftlichkeit
4.4.3 Das Prinzip zur Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts
4.4.4 Die besonderen Aufgaben der Unternehmensleitung
4.5 Die Führungsinstrumente
4.5.1 Die Planung
4.5.2 Die Organisation
4.5.3 Die Kontrolle
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht und vergleicht die Ansätze zur Unternehmensführung der Vordenker Frederick Winslow Taylor, Henri Fayol und Erich Gutenberg, um deren Kernbeiträge zur betriebswirtschaftlichen Theorie und Praxis systematisch gegenüberzustellen.
- Wissenschaftliche Betriebsführung nach F. W. Taylor
- Administrative Verwaltung nach Henri Fayol
- Theorie der Unternehmensführung von Erich Gutenberg
- Kritische Analyse von Organisations- und Managementprinzipien
- Untersuchung von Entscheidungsprozessen in Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Die Trennung von Hand und Kopfarbeit
Taylor sah in Trennung von Hand und Kopfarbeit eine unabwendbare Bedingung zur Erfüllung seiner aufgestellten Grundsätze und die als Folge entstandene Arbeitszerlegung. „Unter Arbeitszerlegung wird die Arbeitsteilung auf der operativen Ebene verstanden (ausführende Tätigkeiten).“ Taylor sagt zur Trennung von Hand und Kopfarbeit: „Alle vorstellbare Denkarbeit sollte aus den Werkstätten entfernt und in Planungsbüros konzentriert werden.“ Er begründet diese These in dem er sagt, dass die Kopfarbeit „von der Leitung getan werden“ muss, „in Übereinstimmung mit wissenschaftlichen Gesetzen. Denn selbst wenn der Arbeiter geeignet wäre, solche wissenschaftliche Gesetze zu entwickeln und zu verwerten, so würde es doch physisch für ihn unmöglich sein, gleichzeitig an seiner Maschine und am Pult zu arbeiten. Es ist also ohne weiteres ersichtlich, daß [sic!] in den meisten Fällen ein besonderer Mann zur Kopfarbeit und ein ganz anderer zur Handarbeit nötig ist.“ Als Ergebnis dieser Arbeitszerlegung sieht Taylor, dass „die Arbeit durch Spezialisierung besser und ökonomischer geleistet werden kann.“ Die Aufgabe dieser Planungsbüros war es, genaue schriftliche Anweisungen und Anleitungen auf wissenschaftlicher Basis auszuarbeiten und den auf Grundlage dieser Anleitungen die Arbeiter zu lehren, wie er diese auf best mögliche Art und Weise umzusetzen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Vorstellung der Relevanz wissenschaftlicher Fragestellungen in der Unternehmensführung und Darlegung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Frederick Winslow Taylor:: Analyse der "wissenschaftlichen Betriebsführung", ihrer Grundsätze, der Trennung von Hand- und Kopfarbeit sowie einer kritischen Würdigung.
3. Henri Fayol: Allgemeine und industrielle Verwaltung: Darstellung der 14 Managementprinzipien Fayols und seiner systemorientierten Sicht auf die Verwaltung.
4. Erich Gutenberg „Unternehmensführung“: Erörterung der betrieblichen Willensbildung, der Führungsentscheidungen und der Leitmaximen nach Gutenberg.
5. Zusammenfassung: Resümee über die zentralen Beiträge der drei behandelten Autoren zur Theoriebildung in der Betriebswirtschaftslehre.
Schlüsselwörter
Unternehmensführung, Scientific Management, Industrielle Verwaltung, Arbeitsteilung, Prozessansatz, Betriebswirtschaftslehre, Führungsentscheidungen, Willensbildung, Produktivität, Taylorismus, Fayolismus, Organisation, Kontrolle, Planung, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Konzepte von Taylor, Fayol und Gutenberg zur Unternehmensführung und untersucht deren Bedeutung für betriebliche Organisationsstrukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die wissenschaftliche Betriebsführung, administrative Managementlehre sowie Theorien über Führungsentscheidungen und Organisation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die chronologische Vorstellung und vergleichende Darstellung der Ansätze der drei genannten Autoren zu zentralen Fragen der Unternehmensführung.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autor setzt auf eine chronologische Aufarbeitung der Hauptwerke und eine systematische Darstellung, ergänzt durch kritische Bewertungen bei Taylor und Fayol.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen von Taylors "Scientific Management", Fayols administrativen Prinzipien und Gutenbergs Theorie zu Unternehmensführung und Entscheidungsprozessen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselbegriffen zählen "Wissenschaftliche Betriebsführung", "Managementprinzipien", "Unternehmensführung" und "Betriebliche Willensbildung".
Was ist das "Substitutionsgesetz der Organisation" nach Gutenberg?
Es beschreibt das Bestreben, fallweise Regelungen durch generelle, dauerhafte Regelungen zu ersetzen, um die Bestandsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Was besagt die "Fayolsche Brücke"?
Die "Fayolsche Brücke" bezeichnet eine Ausnahme im Einliniensystem, die direkte Kontakte zwischen hierarchisch gleichrangigen Positionen erlaubt, sofern die Vorgesetzten informiert sind.
- Quote paper
- Philipp Lesch (Author), 2006, Unternehmensführung: Die Beiträge von Taylor, Fayol und Gutenberg - Klassiker der Unternehmensführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63185