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Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes

Title: Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Britta Plantener (Author)

Philosophy - Early Modern Philosophy (approx. 1350-1600)
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In dieser Arbeit sollen im folgenden Abschnitt zunächst die Gedanken Thomas HOBBES’ nachgezeichnet werden, der neben vielen anderen den Versuch unternahm, die allgemeingültigen Kriterien moralischen – und rechtlichen Handelns aufzustellen. Besonders herausgestellt sei zunächst die Methodik, mit der HOBBES seine Aufgabe zu bewältigen sucht. Als Textgrundlage des dritten Abschnitts (C.) dienen Auszüge2 aus HOBBES Leviathan von 1651 und Vom Menschen 1658.

Schlussendlich werden HOBBES Kritiker zu Wort kommen, die sein Menschenbild in den kommenden Jahren anzweifeln, aber auch ergänzen und auch deutlich machen, inwieweit Begriffsinhalte von ihrer Zeit bestimmt werden. Es stellt sich die Frage: Was bleibt von HOBBES nach inzwischen über 300 Jahren Werte- und Normen-Diskussion? Ist seine Staatsform, aus dem zeithistorischen Kontext herausgenommen, wirklich ein Ideal oder nur eine Übergangslösung, um den Menschen unter Kontrolle zu bringen?

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Gliederung

Einleitung

A. Kurzbiographie

B. Moderner Methodentransfer – ein Paradigma der Naturwissenschaft

I. Etwas mehr more geometrico

II. Hobbesches Vertragswesen

C. Psychologische Grundlegung des Egoismus

I. Ein Leben unter Wölfen

II. Wie sich ein Wolf die Zähne zieht

III. Wie man einen gezähmten Wolf zahm hält

1. Der Verzicht auf ein Gut

2. Die Art des Verzichts

3. Zu erstrebende Güter

4. Ausdruck von Affekten

D. Kritik aus den eigenen Reihen

E. Was bleibt?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes und hinterfragt, inwiefern dessen Menschenbild sowie die daraus abgeleitete Staatsform nach über 300 Jahren in einer modernen Werte- und Normendiskussion Bestand haben.

  • Analyse der rationalen, analytischen Methode von Thomas Hobbes.
  • Untersuchung der psychologischen Grundlegung des Egoismus im Naturzustand.
  • Erörterung des Hobbeschen Vertragswesens und der Entstehung des Leviathans.
  • Gegenüberstellung von Hobbes' Position mit Kritikern und Alternativkonzepten der Aufklärung.
  • Reflexion über die Anwendbarkeit von Hobbes' Thesen auf demokratische Gesellschaftsstrukturen.

Auszug aus dem Buch

I. Ein Leben unter Wölfen

Diese ‚Gesellschaftsform’ nennt HOBBES Naturzustand, der jedoch „keineswegs als eine historische Entwicklungsstufe zu verstehen [ist], sondern ein hypothetisches Modell, das die Koexistenzbedingen individueller Rechtspersonen unter der Herrschaftsfreiheit ausbuchstabiert“ (CHWASZSCZA 2001: 211). Menschen leben in ständigem Misstrauen zueinander und versuchen sich selbst durch „Vorbeugen, das heißt, mit Gewalt und List“ (HOBBES 2003: 170) zu behaupten, indem sie sich gegenseitig unterwerfen. So ist auch der Ausbau eines Machtmonopols legitimiert, da dies eine Variante der Selbsterhaltung ist.

Hinzukommt, dass Menschen, obwohl sie am Zusammenleben keine Freude empfänden, dennoch nach gegenseitiger Anerkennung und Gleichwertigkeit strebten, die Grundlage wiederkehrender Konfliktursachen: Der Konkurrenz, dem gegenseitigen Misstrauen und der Ruhmsucht. Jeder versucht dem anderen einen Schritt voraus zu sein und entwickelt sich so zu einem Wolf unter Wölfen (homo homine lupus).

Die direkten Folge hieraus ist der absolute Stillstand: In einer solchen Lage ist für Fleiß kein Raum, da man sich seiner Früchte nicht sicher sein kann; und folglich gibt es keinen Ackerbau, keine Schiffahrt, keine Waren, die auf dem Seewege eingeführt werden können, keine bequemen Gebäude, [...] keine Künste, keine Literatur, keine gesellschaftlichen Beziehungen, und es herrscht, was das Schlimmste von allem ist, beständige Furcht und Gefahr eines gewaltsamen Todes – das menschliche Leben ist einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz. (HOBBES 2003: 171f.)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik von Werten und Normen und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit bezüglich Hobbes' Menschenbild.

A. Kurzbiographie: Überblick über das Leben von Thomas Hobbes und die Einflüsse auf seine philosophische Entwicklung.

B. Moderner Methodentransfer – ein Paradigma der Naturwissenschaft: Erläuterung der resolutiv-kompositiven Methode und ihrer Bedeutung für die politische Philosophie von Hobbes.

C. Psychologische Grundlegung des Egoismus: Darstellung des Naturzustands und der Entwicklung des Hobbeschen Vertragswesens unter Berücksichtigung der menschlichen Vernunft.

D. Kritik aus den eigenen Reihen: Diskussion der zeitgenössischen Kritik sowie alternativer Ansätze wie der Theorie der „Sympathie“.

E. Was bleibt?: Abschließende kritische Reflexion über die Relevanz von Hobbes' Thesen für moderne Demokratien und die Rolle des Eigeninteresses.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Egoismus, Naturzustand, Leviathan, Vertragstheorie, Eigeninteresse, Gesellschaftsvertrag, Anthropologie, Normen, Werte, Selbsterhaltung, Politische Philosophie, Vernunft, Methodik, Menschenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes und analysiert sein Modell des Naturzustands sowie die Ableitung staatlicher Ordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Methodik von Hobbes, die psychologische Fundierung des egoistischen Menschenbildes und die vertragstheoretische Überwindung des Krieges aller gegen alle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Hobbes' Gedanken nachzuzeichnen und zu hinterfragen, inwieweit sein Menschenbild und seine Staatsform aus heutiger Sicht als Ideal oder Übergangslösung zu bewerten sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit stützt sich auf eine analytische Textanalyse der Primärquellen (Leviathan, Vom Menschen) und setzt diese in den historischen und ideengeschichtlichen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung des Staatsverständnisses, die detaillierte psychologische Beschreibung des Naturzustands und die kritische Auseinandersetzung mit Hobbes' Kritikern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Naturzustand, Selbsterhaltung, Vernunft, Vertragswesen und Egoismus stehen im Fokus der theoretischen Auseinandersetzung.

Wie begründet Hobbes die Notwendigkeit eines absolutistischen Herrschers?

Hobbes argumentiert, dass der Mensch von Natur aus so egoistisch handelt, dass ohne eine mächtige, einschüchternde Gewalt ein dauerhafter Kriegszustand („Krieg eines jeden gegen jeden“) herrscht.

Welche Rolle spielt die „Sympathie“ bei späteren Kritikern von Hobbes?

Autoren wie Adam Smith führten die „Sympathie“ als Gegenargument zum reinen Nutzenkalkül ein, um zu zeigen, dass menschliches Handeln auch durch ein unparteiisches Mitgefühl mit anderen geleitet wird.

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Details

Title
Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,7
Author
Britta Plantener (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V63343
ISBN (eBook)
9783638564137
ISBN (Book)
9783638813792
Language
German
Tags
Anthropologie Eigeninteresses Thomas Hobbes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Plantener (Author), 2006, Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63343
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