Der Sport spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Nach empirischen Untersuchungen treiben in den alten Bundesländern 40% regelmäßig und 20% unregelmäßig Sport, weitere 20% sind potentielle Sporttreibende. 20% der Bevölkerung ist nicht am Sport interessiert und wird es auch in Zukunft nicht sein (Heinemann S.88). Insgesamt bedeutet dies eine Gesamtzahl von über 40 Millionen Menschen in Deutschland, die sportlich interessiert sind. Der Sport ist als Massenphänomen zu betrachten.
Die Hälfte aller Sporttreibenden sind in Sportvereinen organisiert, die anderen nutzen kommerzielle oder staatliche Einrichtungen, wie Fitnessstudios oder Schwimmbäder. Ein beträchtlicher Teil der Menschen treibt darüber hinaus den sogenannten informellen Sport, z. B. gehen sie Joggen oder Inlineskaten.
Neben dem stetig steigenden Interesse am Sport stieg in den letzten 30 Jahren auch das Realeinkommen in der Bevölkerung an. Zusammen mit der zusätzlichen Freizeit, die durch gesunkene Arbeitswochenstunden hervorgerufen wird, ist eine häufigere und kostspieligere sportliche Betätigung möglich.
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Inhalt
1. Einleitung
2. Kommerzialisierung des Sports
3. Märkte im Sport
4. Sponsoring
4.1 Werbung mit Spitzensportlern
4.1.1 Spitzensportler als Leitbilder
4.2 Steigerung des Bekanntheitsgrades und Medienpräsenz
5. Einnahmen von Spitzensportlern
5.1 Die Werbeeinnahmen von Boris Becker
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Rolle von Spitzensportlern als Werbeträger im Kontext der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports. Dabei wird analysiert, wie Sportler durch ihre öffentliche Wahrnehmung als Leitbilder fungieren und inwiefern dies ihre Vermarktbarkeit und ihr Einkommen beeinflusst.
- Kommerzialisierung und ökonomische Entwicklung des Sports
- Struktur der Sportmärkte und Bedeutung für die Wirtschaft
- Mechanismen des Sponsorings und der Werbung mit Sportlern
- Die Rolle von Leitbildern im Marketing
- Einkommensstrukturen und Werbeeinnahmen von Spitzensportlern
Auszug aus dem Buch
Spitzensportler als Leitbilder
Grundsatz der Werbung ist eigentlich, dass Informationen über Produkte vermittelt werden sollen. Zum Kauf anregen tun solche Botschaften aber in der Regel nicht, so dass weiter versucht wird, den Konsumenten zum Kauf anzuregen. Eine beliebte Strategie ist hierbei, das Produkt gegenüber der Konkurrenz herauszuheben. Produktinformationen bleiben dabei eventuell zwar auf der Strecke, der Firmenname wir aber „in ein um so grelleres Licht gesetzt“ (Lichtenauer 1987, S. 225).
Zu beobachten ist dieses Szenario bei der Marktexpansion im Bereich der Sportartikelhersteller seit Mitte der 80er Jahre, seitdem ausländische Marken wie Nike, Reebock, Fila, Lotto oder Diadora auf den deutschen Markt drängen und in Konkurrenz zu den deutschen Unternehmen Adidas und Puma treten.
Als Mittel dieser Strategie dienen den Unternehmen Leitbilder. Leitbilder stehen im öffentlichen Leben und könne neben dem Sport auch aus Politik, Film, Musik und Showbiz kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Sports als Massenphänomen in Deutschland und beschreibt die wachsende Bedeutung des Sports im Zusammenhang mit steigenden Freizeitressourcen und Einkommen.
2. Kommerzialisierung des Sports: Dieses Kapitel erläutert die historischen Entwicklungsschübe der Sport-Wirtschaft-Beziehung und die Transformation des Sports zu einem eigenständigen, marktfähigen Wirtschaftszweig.
3. Märkte im Sport: Es wird die Marktexpansion im Sport analysiert, wobei besonders die Bedeutung der Zuschauerunterhaltung, der Arbeitsmarkt im Sport und die Sportartikelindustrie thematisiert werden.
4. Sponsoring: Der Abschnitt definiert die Beziehung zwischen Sponsoren und Sportanbietern und setzt sich kritisch mit der Abgrenzung von Sponsoring und klassischer Werbung auseinander.
4.1 Werbung mit Spitzensportlern: Dieses Unterkapitel untersucht, wie Sportler als Sympathieträger zur Steigerung der Markenbekanntheit und zur Imagebildung eingesetzt werden.
4.1.1 Spitzensportler als Leitbilder: Hier wird der theoretische Rahmen für den Einsatz von Spitzensportlern als Vorbilder diskutiert, deren Bekanntheit, Beliebtheit und Glaubwürdigkeit für den Werbeerfolg entscheidend sind.
4.2 Steigerung des Bekanntheitsgrades und Medienpräsenz: Es wird dargelegt, wie Sponsoren die Medienpräsenz von Athleten nutzen, um den Bekanntheitsgrad von Unternehmen oder Marken gezielt zu erhöhen.
5. Einnahmen von Spitzensportlern: Dieses Kapitel analysiert die diversen Einnahmequellen von Sportlern, wie Gehälter, Antrittsgagen und Werbeeinnahmen, und zeigt die Konzentration auf bestimmte Sportarten auf.
5.1 Die Werbeeinnahmen von Boris Becker: Anhand einer Fallstudie wird die zeitliche Entwicklung der Werbeeinnahmen von Boris Becker vor und nach seinem sportlichen Zenit sowie die Bedeutung der Glaubwürdigkeit in der Werbung beleuchtet.
Schlüsselwörter
Sport, Sponsoring, Werbeträger, Kommerzialisierung, Sportmarkt, Leitbilder, Spitzensportler, Medienpräsenz, Markenimage, Werbeeinnahmen, Sportartikelindustrie, Vermarktung, Sportmanagement, Konsumentenverhalten, Wirtschaftsfaktor Sport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Dimension des Sports und untersucht insbesondere, wie Spitzensportler als Werbeträger innerhalb des modernen Wirtschaftsmarktes agieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kommerzialisierung des Sports, der Struktur der Sportmärkte, den Mechanismen des Sponsorings und der psychologischen Rolle von Sportlern als Leitbilder für Konsumenten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum Spitzensportler für Werbezwecke genutzt werden und welche Faktoren dabei über den Erfolg einer Werbemaßnahme entscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die sich auf existierende Studien, Wirtschaftsdaten und empirische Untersuchungen zur Markt- und Sportökonomie stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Einordnung des Sports, die Analyse von Marktexpansion und Sponsoring sowie die spezifische Betrachtung von Sportlern als Werbeinstrumente, illustriert durch Fallbeispiele wie Boris Becker.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sportsponsoring, Kommerzialisierung, Leitbildfunktion, Sportvermarktung und die ökonomische Bewertung von Spitzensportlern.
Wie beeinflusst die Glaubwürdigkeit eines Sportlers dessen Werbewert?
Die Glaubwürdigkeit gilt als kritischer Erfolgsfaktor; sinkt diese beispielsweise durch hohe Gagenforderungen oder wahrgenommene Distanz zum Sport, leidet die Effektivität der Werbebotschaft in der breiten Bevölkerung.
Warum ist die Sportart für die Werbeeinnahmen so entscheidend?
Unterschiedliche Sportarten bieten verschiedenartige Möglichkeiten der Medienpräsenz und erreichen differenzierte Zielgruppen, was direkt die Höhe von Sponsorengeldern und Werbeverträgen beeinflusst.
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- Sven Hauptstein (Author), 2002, Sportler als Werberträger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6335