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Der Augsburger Religionsfrieden - Modell für den Friedensprozess im Nahen Osten?

Title: Der Augsburger Religionsfrieden - Modell für den Friedensprozess im Nahen Osten?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 35 Pages , Grade: 12,0 Punkte

Autor:in: Diplom-Politologin Daniela Keppeler (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Obwohl man sich angesichts der verschiedenen weltweiten Kriege und Krisenherde mit den verschiedensten Konfliktpotentialen und möglichen –ursachen konfrontiert sieht, könnte es möglich sein, einen auf alle Konflikte übertragbaren Lösungsweg, einen Weg in den Frieden zu finden. Denn gleich ob nationale, ethnische, religiöse oder andere Faktoren die Grundlage besagter Auseinandersetzungen bilden (bzw. dafür herangezogen werden), ein allgemeingültiges Friedensmodell sollte in der Lage sein, einen für alle Seiten tragbaren Friedensvertrag zu entwickeln. Ein Modell, das sowohl unabhängig von der jeweiligen Ausgangssituation als auch der jeweiligen internationalen, nationalen oder regionalen
Verortung, bspw. durch einen internationalen Schiedsvertrag eine dauerhafte Konfliktregelung etabliert. Im Folgenden gilt es nun zu klären, ob das Vertragswerk des Augsburger Religionsfriedens von 1555 für nachfolgende Friedensverhandlungen und –verträge, eine Vorbildfunktion übernommen hat, und falls dies so gewesen wäre, welche Aspekte, Ansätze und Ideen des Religionsfriedens von 1555 sich in heutigen Vertragstexten wieder finden lassen. Zur Klärung dieser Frage werden an dieser Stelle die verschiedenen Vertragstexte des sog. Osloer-Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern herangezogen werden. Beginnend mit der historischen Einordnung des Konflikts, soll die jeweilige Ausgangssituation mit Hilfe der verschiedenen Motivationslagen, Interessen und Zielvorstellungen der Akteure analysiert werden. In einem zweiten Schritt folgt eine Betrachtung einzelner Vertragspunkte beider Friedensprozesse, die einen allgemeinen Überblick über die Implementierung der jeweiligen Interessen, sowie die innere Ausgestaltung der Friedenswerke bieten sollen. Anhand der daraus resultierenden Erkenntnisse gilt es im abschließenden Kapitel, beide Friedensverträge einander gegenüberzustellen, um zu einer Klärung der Ausgangsfrage, ob der Augsburger Religionsfrieden Modellcharakter besäße, zu gelangen. Hier sollen neben den einschlägigen Vertragstexten vor allem auch die symptomatischen Konditionen verglichen werden, unter denen die Verträge formuliert wurden. Dies soll helfen, den zu klärenden Vorbildcharakter des Augsburger Friedens für spätere Friedensprozesse zu prüfen, die einem völlig anders gearteten Ursprung entwachsen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 – ein bewährtes Friedensmodell ?

I. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555

1. Historische Einordnung

2. Akteursinteressen und Intentionen

3. Reichsrechtliche Einordnung des Friedensvertrages von 1555

4. Der Friedensvertrag im Überblick

II. Der Friedensprozess im Nahen Osten – Israel und die Palästinenser nach Oslo

1. Die Entwicklung des Nahost-Konflikts

2. Akteursinteressen und Zielvorstellungen

3. Die Verträge des Osloer-Friedensprozesses

3.1. Die Prinzipienerklärung über vorübergehende Selbstverwaltung (DoP/ Oslo I)

3.2. Das Gaza-Jericho-Abkommen und das Pariser Wirtschaftsprotokoll

3.3. Das Interimsabkommen über Westbank und Gazastreifen (Oslo II)

3.4. Das Hebron-Abkommen

3.5. Das Wye-River Memorandum

3.6. Die Road Map for Peace - eine Zweistaatenlösung für Palästina

III. Der Augsburger Religionsfrieden als Modell für den Friedensprozess im Nahen Osten?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das Vertragswerk des Augsburger Religionsfriedens von 1555 als historisches Vorbild für moderne Friedensprozesse, konkret den Nahost-Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern, dienen kann und welche Aspekte sich in heutigen Vertragstexten wiederfinden lassen.

  • Historische Analyse des Augsburger Religionsfriedens von 1555.
  • Untersuchung der Entwicklung und der Verträge des Osloer-Friedensprozesses.
  • Gegenüberstellung der beiden Friedenswerke hinsichtlich ihrer Zielsetzungen und Wirkungsweisen.
  • Vergleich der Akteursinteressen und der politischen Rahmenbedingungen.
  • Prüfung der Eignung des Religionsfriedens als Modell für die Konfliktlösung im Nahen Osten.

Auszug aus dem Buch

3. Reichsrechtliche Einordnung des Friedensvertrages von 1555

In der Folgezeit des Augsburger Religionsfriedens, erfuhr dieser von den verschiedenen Vertragsparteien auch je verschiedene Beurteilungen und bis heute war es den diversen Kommentatoren nicht möglich, zu einem abschließenden Urteil über dieses Friedenswerkes zu gelangen – was in diesem Falle sicherlich nicht im Zusammenhang mit der ihre Vorgänger bestimmenden Konfession steht.

So kristallisierten sich nach 1555 in beiden Religionslagern je unterschiedliche Überzeugungen hinsichtlich der reichsrechtlichen Einordnung, sowie der tatsächlichen Rechtswirkung des Augsburger Religionsfriedens heraus. Auf katholischer Seite vertrat man die Meinung, der Religionsfrieden sei kein Gesetz des Heiligen Römischen Reiches, sondern ein Vertrag, der - anders als ein Gesetz - lediglich die beteiligten Parteien verpflichte.

„Trotz seiner Bezeichnung als Lex Imperialis und Recessus, seiner Stellung im Reichsabschied, des Beschlusses im Gesetzgebungsverfahren, der Strafklausel und der Bestätigung in den folgenden Abschieden habe er seine Vertragsnatur beibehalten (...).“

Die protestantischen Juristen sahen im Religionsfrieden dagegen nur anfänglich einen Vertrag, der jedoch durch seine Aufnahme in den Augsburger Reichsabschied zu einem bindenden Reichsgesetz wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 – ein bewährtes Friedensmodell ?: Einleitung, die die Zielsetzung der Arbeit formuliert, den Modellcharakter des Friedensschlusses von 1555 zu hinterfragen und mit dem Nahost-Konflikt zu vergleichen.

I. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555: Analyse der historischen Hintergründe, der Interessenlagen der beteiligten Akteure sowie der rechtlichen Einordnung des Religionsfriedens von 1555 im Heiligen Römischen Reich.

II. Der Friedensprozess im Nahen Osten – Israel und die Palästinenser nach Oslo: Darstellung der Entwicklung des Nahost-Konflikts und detaillierte Untersuchung der verschiedenen Abkommen des Osloer-Friedensprozesses.

III. Der Augsburger Religionsfrieden als Modell für den Friedensprozess im Nahen Osten?: Abschließende Gegenüberstellung beider Prozesse, um zu prüfen, ob der Augsburger Religionsfrieden tatsächlich als Vorbild für die moderne Konfliktlösung im Nahen Osten fungieren kann.

Schlüsselwörter

Augsburger Religionsfrieden, 1555, Oslo-Prozess, Friedensmodell, Nahost-Konflikt, Israel, Palästinenser, Vertragswerk, Religionsspaltung, Friedensverhandlungen, Konfessionalisierung, Rechtswirkung, Diplomatie, historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob der Augsburger Religionsfrieden von 1555 als historisches Modell für den Friedensprozess im Nahen Osten zwischen Israel und den Palästinensern dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Analyse des Augsburger Religionsfriedens, die Darstellung der verschiedenen Verträge des Osloer-Friedensprozesses und der Vergleich dieser beiden Friedenswerke.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob der Augsburger Religionsfrieden eine Vorbildfunktion für nachfolgende Friedensverträge übernommen hat und ob sich Aspekte daraus im Nahost-Konflikt wiederfinden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die Ausgangssituationen, Interessenlagen und die Implementierung der Vertragspunkte beider Friedensprozesse einander gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Historie und dem Vertragswerk von 1555 sowie mit der Genese und den einzelnen Abkommen des Oslo-Prozesses (von der Prinzipienerklärung bis zur Road Map).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Augsburger Religionsfrieden, Oslo-Prozess, Friedensmodell, Nahost-Konflikt, Israel, Palästinenser und historische Rechtsvergleiche.

Welchen Modellcharakter schreibt die Autorin dem Augsburger Religionsfrieden zu?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass sich trotz einiger Gemeinsamkeiten kein echter Vorbildcharakter ableiten lässt und ein solcher Versuch möglicherweise zu einem weiteren "klärenden" Krieg führen könnte.

Warum wird der Oslo-Prozess im Vergleich als problematisch angesehen?

Als problematisch werden vor allem das Fehlen einer übergeordneten Gerichtsbarkeit, die fehlende Kontinuität bei Regierungswechseln und die bewusste Ausklammerung elementarer Konfliktpunkte angesehen.

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Details

Title
Der Augsburger Religionsfrieden - Modell für den Friedensprozess im Nahen Osten?
College
University of Augsburg  (Institut für Öffentliches Recht)
Course
Hauptseminar:"450 Jahre Augsburger Religionsfrieden"
Grade
12,0 Punkte
Author
Diplom-Politologin Daniela Keppeler (Author)
Publication Year
2005
Pages
35
Catalog Number
V63361
ISBN (eBook)
9783638564250
ISBN (Book)
9783638844185
Language
German
Tags
Augsburger Religionsfrieden Modell Friedensprozess Nahen Osten Hauptseminar Jahre Augsburger Religionsfrieden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Politologin Daniela Keppeler (Author), 2005, Der Augsburger Religionsfrieden - Modell für den Friedensprozess im Nahen Osten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63361
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