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Die Theorie von Jean Fourastié

Titel: Die Theorie von Jean Fourastié

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Norbert Marx (Autor:in)

VWL - Makroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Vergangenheit war ein konstantes Wirtschaftswachstum, wie wir es bisher fast durchgehend seit 1945 in Deutschland, beobachten konnten, ein exzellenter Problemlöser für sozialethische als auch wirtschaftliche Probleme. Jedoch hat sich die Wachstumsdynamik verlangsamt, und die deutsche Volkswirtschaft sieht sich mit diversen Problemen konfrontiert, welche in der Vergangenheit von den Wachstumsraten quasi “aufgefressen“ wurden. Eines der größten aktuellen Probleme ist sicherlich die Arbeitslosigkeit.
Die Optimisten preisen die Dienstleistung als Heilmittel gegen Arbeitslosigkeit und Rationalisierung, sie halten sie für das Markenzeichen hochentwickelter Industrieländer und stützen sich hierbei auf die Theorie von Jean Fourastié.
Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, herauszuarbeiten in wie fern in diesem Kontext der Wunsch Vater des Gedanken ist, oder ob man wirklich von einem Dienstleistungswunder, das die Zukunft der Beschäftigung sicherzustellen vermag, sprechen kann.
Zielgerichtet auf diese Fragestellung wird zuerst die Theorie selbst, mit einem kurzen Rückblick auf ihre Genese, erläutert. Danach werden ich die zur Verfügung stehenden Daten genutzt, um die Tragfähigkeit der Theorie für die BRD tendenziell zu beurteilen. Danach wird die Theorie kritisch reflektiert, um im finalen Kapitel eine abschließende Stellungnahme abzugeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie von Fourastié

2.1. Zur Person Jean Fourastié

2.2. Prämissen und Geburtsstunde

2.3. Sektorale Differenzierung

2.4. Sektorales Abgrenzungskriterium

2.5. Exkurs: Einkommenselastizitäten

2.6. Prognostizierte Entwicklung nach Fourastié

2.7. Implikationen des prognostizierten Produktivitätswachstums

2.8. Das Engel’sche Gesetz

3. Die Theorie von Fourastié und die ökonometrische Realität in der BRD

3.1. Die Beschäftigungsentwicklung

3.2. Kompensierende Einflüsse auf die zweite strukturelle Verschiebung

3.3. Die Produktivitätsentwicklung

4. Kritische Reflektion

4.1. Über die Resistenz von Dienstleistungen

4.2. Nachfrageseitige Einschränkungen

4.2.1. Investitionen

4.2.2. Bedürfnisse

4.2.3. Die Staatsquote

5. Angebotsseitige Einschränkungen

5.1. Die Produktivitätspotentiale

5.2. Das Produktinnovationspotential

6. Über die Zuverlässigkeit von Statistiken

7. Zur Definition von Dienstleistungen

7.1. Industrie/Produktbezogene Dienstleistungen

7.1.1. Komplementäre Dienstleistungen

7.1.2. Resultierenden Dienstleistungen

8. Neue “dienliche“ Dienstleistungen

9. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gültigkeit der Drei-Sektoren-Theorie von Jean Fourastié im Kontext der deutschen Volkswirtschaft. Dabei wird analysiert, ob die prognostizierte Entwicklung hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft eine realistische Antwort auf aktuelle Beschäftigungsprobleme bietet oder ob theoretische und empirische Einschränkungen die Vorhersagen relativieren.

  • Strukturwandel und Sektorentheorie nach Fourastié
  • Empirische Überprüfung der Beschäftigungsentwicklung in der BRD
  • Kritische Analyse von Produktivitäts- und Nachfragefaktoren
  • Rolle der Staatsquote und staatlicher Dienstleistungen
  • Gefahren der Tertiarisierung (Bad Jobs und Dienstboten-Gesellschaft)

Auszug aus dem Buch

4.1. Über die Resistenz von Dienstleistungen

Der erste Einwand den man gegen die Theorie von Fourastié vorbringen mag ist eher theoretischer Natur. Die Theorie postuliert, „dass Dienstleistungen keinem – zumindest nur einem marginalen – Produktivitätswachstum unterworfen sind.“ Diese Prämisse ist elementar für den großen Optimismus von Fourastié, ohne sie wäre das Potential an Arbeitskräften im tertiären Sektor nicht groß genug um die freigesetzten Arbeitskräfte im primären und sekundären Sektor zu absorbieren.

Diese Prämisse mag jedoch angezweifelt werden, ob Dienstleistungen wirklich weitgehend gegen Rationalisierungsmaßnahmen resistent sind ist fraglich. Durch neuronale Netze, also lernfähige Systeme, kann heutzutage nicht nur die Routinearbeit ersetzt werden, somit der operative Bereich, sondern auch die Kompetenz eines Angestellten mittlerer Tätigkeit (dispositiver Bereich) kann durch Steuerungssysteme nachempfunden werden, komplette Arbeitsprozesse werden systematisch rationalisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich Arbeitslosigkeit und der Hypothese, ob die Dienstleistungsgesellschaft als Heilmittel fungieren kann.

2. Die Theorie von Fourastié: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, Sektoreneinteilung und der Annahmen über Produktivitätswachstum.

3. Die Theorie von Fourastié und die ökonometrische Realität in der BRD: Empirischer Abgleich der Theorie mit historischen Daten der deutschen Beschäftigungs- und Produktivitätsentwicklung.

4. Kritische Reflektion: Untersuchung theoretischer Schwachstellen, insbesondere der Annahme von Dienstleistungsresistenz gegenüber Rationalisierung sowie nachfrageseitiger Einschränkungen.

5. Angebotsseitige Einschränkungen: Analyse, wie unterschiedliche Preisentwicklungen und mangelnde Innovationspotentiale die Tertiarisierung bremsen.

6. Über die Zuverlässigkeit von Statistiken: Kritische Hinterfragung statistischer Erfassungsmethoden beim Übergang zwischen den Sektoren.

7. Zur Definition von Dienstleistungen: Differenzierung des Dienstleistungsbegriffs in komplementäre und resultierende Tätigkeiten.

8. Neue “dienliche“ Dienstleistungen: Betrachtung von Dienstleistungen, deren Existenz durch Transaktionskosten begründet ist.

9. Conclusio: Abschließende Einschätzung zur Tragfähigkeit des Drei-Sektoren-Modells und der Zukunft der Dienstleistungsgesellschaft.

Schlüsselwörter

Jean Fourastié, Drei-Sektoren-Modell, Strukturwandel, tertiärer Sektor, Produktivitätswachstum, Beschäftigungsentwicklung, Dienstleistungsgesellschaft, Arbeitslosigkeit, ökonometrische Realität, Einkommenselastizität, Engel’sche Gesetz, Rationalisierung, Staatsquote, tertiäre Zivilisation, Strukturverschiebung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Theorie von Jean Fourastié über den Strukturwandel von einer Industrie- hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft und deren Anwendbarkeit auf die deutsche Wirtschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Sektoren-Theorie, der Einfluss von Produktivitätsunterschieden, das Konsumverhalten der Haushalte und die Herausforderungen durch den digitalen Wandel und die Staatsquote.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll geklärt werden, ob man von einem „Dienstleistungswunder“ sprechen kann und inwieweit die Vorhersagen von Fourastié für die heutige Beschäftigungslage in Deutschland zutreffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die mit historischen statistischen Daten aus der Bundesrepublik Deutschland untermauert und kritisch reflektiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine empirische Überprüfung mittels Daten zur Wertschöpfung und Beschäftigung sowie eine umfangreiche kritische Reflexion der Annahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Sektorentheorie, Fourastié, Strukturwandel, Dienstleistungsproduktivität und Tertiarisierung.

Warum spielt die Staatsquote eine Rolle in der Theorie?

Da viele Dienstleistungen (wie Bildung oder Gesundheit) staatlich organisiert sind, korreliert eine erfolgreiche Tertiarisierung nach Ansicht des Autors eng mit einer notwendigen Erhöhung der Staatsausgaben.

Welches Risiko sieht der Autor bei der Dienstleistungsgesellschaft?

Der Autor warnt vor der Entstehung einer „Dienstboten-Gesellschaft“ mit einer Vielzahl von schlecht bezahlten „Bad Jobs“, die die soziale Stabilität gefährden könnten.

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Details

Titel
Die Theorie von Jean Fourastié
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen)
Veranstaltung
Wirtschaftspolitik für Einsteiger
Note
1,0
Autor
Norbert Marx (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
31
Katalognummer
V63395
ISBN (eBook)
9783638564571
ISBN (Buch)
9783638669283
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theorie Jean Fourastié Wirtschaftspolitik Einsteiger
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Norbert Marx (Autor:in), 2001, Die Theorie von Jean Fourastié, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63395
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Leseprobe aus  31  Seiten
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