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Möglichkeiten der Steuerung aggressiven Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen

Title: Möglichkeiten der Steuerung aggressiven Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen

Term Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stephanie Scheck (Author)

Social Work
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Aggression und aggressives Verhalten sind immer wieder vieldiskutierte Themen und wissenschaftlich unterschiedlich definiert. Trotz unterschiedlicher Theorien und Erklärungsansätze lässt sich jedoch festhalten, dass sich Aggression und aggressives Verhalten in eine konstruktive und in eine destruktive Form unterteilen lässt.
Besonders im Bereich der Heimerziehung, wo Kinder und Jugendliche zu finden sind, die schon diverse Hilfen zur Erziehung durchlaufen haben, trifft der Sozialpädagoge auf solche, die als "Problemkinder" beschrieben werden; auf Kinder, die keiner mehr haben will. Diese zeigen oft dissozial-aggressives Verhalten, schlagen, zerstören, sind z.T. emotional so verarmt, dass destruktive Aggressionen für sie zum täglichen "Überleben" gehören.
Bei der Arbeit mit aggressiven Kindern und Jugendlichen geht es vor allem aber darum, eine Brücke zwischen die Kluft von Theorie und Praxis zu bauen. Was nützen die Theorien, wenn man nicht weiß, wie man sie im Umgang mit dem aggressivem Klientel einsetzen kann; wenn man nicht weiß, wie man, ohne gleich zu strafen, diesem Verhalten sinnig und nachhaltig entgegenkommen kann.
In dieser Abhandlung sollen verschiedene Möglichkeiten der Steuerung von aggressivem Verhalten vorgestellt werden. Sie soll nicht die Ursachen von Aggressionen beinhalten, sondern den praktischen Umgang im Alltag damit und lehnt sich an das Buch "Steuerung des aggressiven Verhaltens beim Kind" von Fritz Redl und David Wineman.
Die Autoren zeigen in ihrem Buch auf, wie der Sozialarbeiter/Sozialpädagoge in der Heimerziehung mit aggressiven Handlungen und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen umgehen kann und welche Möglichkeiten der Intervention sich bieten.
Aufgrund meiner eigenen Tätigkeit in der Heimerziehung weiß ich um die Schwierigkeit des Umgangs mit aggressivem Verhalten, halte dies aber auch für eine der wichtigsten Hauptaufgaben als Sozialpädagoge, sich mit dieser Thematik nicht nur konfrontiert zu sehen, sondern sich vor allem schon im Vorfeld damit auseinanderzusetzen.
Es versteht sich von selbst, dass nicht alle Möglichkeiten des Umgangs mit aggressivem Verhalten aufgezeigt werden können und es sollte als selbstverständlich verstanden werden, dass die Techniken, Methoden und Möglichkeiten der Steuerung von aggressivem Verhalten sich dem Kind bzw. Jugendlichen und seinem Verhalten anpassen und nicht nach Schema F eingesetzt werden.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Überlegungen zur Aggression und aggressivem Verhalten

2. Interventionstechniken bei aggressivem Verhalten

2.1 Bewusstes Ignorieren

2.2 Eingriff durch Signale

2.3 Kontrolle durch körperliche Nähe und Berührung

2.4 Engagement in einer Interessengemeinschaft

2.5 Affektive Zuwendung

2.6 Spannungsentschärfung durch Humor

2.7 Hilfestellung zur Überwindung von Hindernissen

2.8 Deutung als Eingriff

2.9 Umgruppierung

2.10 Umstrukturierung

2.11 Direkter Appell

2.12 Einschränkung der räumlichen Bewegungsfreiheit und der Verfügbarkeit von Gegenständen

2.13 "Antiseptischer" Hinauswurf

2.14 Psychische Eingreifen

2.15 Erlaubnis und autoritatives Verbot

2.16 Versprechen und Belohnung

2.17 Bestrafungen und Drohungen

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit widmet sich der praxisnahen Analyse von Interventionsmöglichkeiten für Sozialpädagogen im Umgang mit aggressivem Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung, wobei der Fokus auf konstruktiven Steuerungstechniken liegt.

  • Grundlagen von Aggression und aggressivem Verhalten
  • Methoden der Verhaltenssteuerung im pädagogischen Alltag
  • Rolle der Beziehungsarbeit zwischen Erzieher und Klient
  • Umgang mit akuten Krisensituationen in der Heimerziehung
  • Praktische Anwendung von Interventionstechniken

Auszug aus dem Buch

2.6 Spannungsentschärfung durch Humor

In der Praxis zeigt es sich immer wieder, dass Wutausbrüche bei Kindern/Jugendlichen durchaus in bestimmten Situationen vermieden werden können, wenn man das Kind zur richtigen Zeit "mit Humor herauslockt(e)"7.

Redl und Wineman sprechen hier von der "Technik der humorvollen Entkrampfung"8. Die Praktikabilität dieser Technik lässt sich auf verschiedene Faktoren zurückführen:

Sie demonstriert die Unverletzbarkeit des Erwachsenen, der sich durch das Zeigen von Humor gefestigt und sicher im Umgang mit dem Verhalten oder Problem zeigt.

Den Kindern/Jugendlichen werden so zusätzliche Schuldgefühle und Ängste erspart, da der beabsichtigte Effekt durch die Begegnung der Situation mit Humor nicht eingetreten ist.

Dem Kind/Jugendlichen wird so die Chance gegeben, sein Gesicht zu wahren, insbesondere dann, wenn sich die Kinder/Jugendlichen in eine Demonstration von Angriffslust hineinsteigern, die sie sich selber sonst eigentlich nicht zutrauen.

Die Technik der Spannungsentschärfung durch Humor kann außerdem als Ablenkung vom eigentlichen Tun ablenken.

Ein Beispiel hierfür sind Situationen bei den Mahlzeiten, wenn sich Kinder/Jugendliche über den "Schweinefraß" beschweren, den es zu Essen gibt. Wird man von einem Kind/Jugendlichen aufgefordert, ihm den "Schweinefraß" zu reichen, damit es sich etwas auf den Teller füllen kann, so kann man entsprechend mit Humor reagieren: "Tut mir leid, ich kann Dir den Fraß nicht reichen- Du bist doch kein Schwein!". Die Reaktion des Kindes wird dann sicherlich ein "Haha, sehr witzig!" sein und der leidigen Diskussion über das Essen wird so mit Humor entgegengewirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit stellt den praktischen Umgang mit aggressivem Verhalten in der Heimerziehung vor und lehnt sich dabei an das Konzept von Redl und Wineman an.

1. Überlegungen zur Aggression und aggressivem Verhalten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Theorien zu Aggression und unterscheidet zwischen konstruktiven und destruktiven Formen.

2. Interventionstechniken bei aggressivem Verhalten: Hier werden detailliert verschiedene praktische Techniken vorgestellt, von bewusstem Ignorieren und Signaleinsatz bis hin zu autoritativen Verboten und Bestrafungen.

Schlussbemerkung: Der Autor resümiert, dass keine Technik als alleiniges Allheilmittel dient und betont die zentrale Bedeutung einer authentischen und belastbaren pädagogischen Beziehung.

Schlüsselwörter

Aggressives Verhalten, Heimerziehung, Interventionstechniken, Sozialpädagogik, Verhaltenssteuerung, Pädagogische Beziehung, Frustrationstoleranz, Deeskalation, Konfliktmanagement, Erziehungspraxis, Aggressionsbewältigung, Kindeswohl, Gruppenprozesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Steuerung von aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf Interventionstechniken, den Umgang mit akuten Konflikten und die Wichtigkeit der persönlichen Beziehung zwischen Erzieher und Kind.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Sozialpädagogen praktische Möglichkeiten an die Hand zu geben, um destruktives Verhalten in sozial wünschenswerte Bahnen zu lenken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachspezifische Literaturarbeit, die sich primär auf das Werk von Fritz Redl und David Wineman stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene spezifische Interventionstechniken, die von psychologischer Unterstützung bis hin zu räumlichen Begrenzungen reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Aggression, Heimerziehung, Intervention, Verhaltenssteuerung und pädagogische Beziehungsarbeit stehen im Mittelpunkt.

Warum wird Humor als Interventionstechnik hervorgehoben?

Humor dient der Entkrampfung und ermöglicht es dem Kind, das Gesicht zu wahren, ohne sich in eine aggressive Rolle hineinsteigern zu müssen.

Was ist das Wesen eines "antiseptischen" Hinauswurfs?

Es handelt sich um ein präzises Manöver, ein Kind aus einer Konfliktsituation zu entfernen, ohne dabei das persönliche Verhältnis zum Kind zu beschädigen.

Warum ist das physische Eingreifen als heikel einzustufen?

Es überschreitet persönliche Grenzen und muss daher immer nur als letztes Mittel bei akuter Gefahr für das leibliche Wohl angewendet werden.

Welche Bedeutung kommt der Beziehung zwischen Erzieher und Kind zu?

Sie gilt als essenzielle Basis, da erst Vertrauen und Sicherheit die Bereitschaft des Kindes fördern, sich auf neue Verhaltensformen einzulassen.

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Details

Title
Möglichkeiten der Steuerung aggressiven Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen
College
University of Kassel  (Fachbereich Sozialwesen)
Course
Agressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen
Grade
1,0
Author
Stephanie Scheck (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V63450
ISBN (eBook)
9783638565059
ISBN (Book)
9783638727150
Language
German
Tags
Möglichkeiten Steuerung Verhaltens Kindern Jugendlichen Agressives Verhalten Kindern Jugendlichen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Scheck (Author), 2004, Möglichkeiten der Steuerung aggressiven Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63450
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