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McTaggarts Irrealitätsbeweis der Zeit

Title: McTaggarts Irrealitätsbeweis der Zeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carmen Radeck (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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“It doubtless seems highly paradoxical to assert that Time is unreal, and that all statements which involve its reality are erroneous. […] So decisive a breach with that natural position is not to be lightly accepted.” Mit diesen Worten beginnt John M. E. McTaggart seinen 1908 erschienenen Aufsatz „The unreality of Time“ und gab damit den Anstoß zur sprachanalytischen Zeitphilosophie.
Wie wird Zeit erfahren? Welche Faktoren sind maßgeblich für die Zeit? Wie lange dauert die Gegenwart eines Ereignisses an? Wann geht es in die Vergangenheit über? Ist Zeit subjektiv oder objektiv? Diese Fragen berührt McTaggart in seinem Aufsatz und gelangt bei ihrer Beantwortung zu dem Ergebnis, dass Zeit nicht real sein kann. McTaggart ist sich von vornherein im Klaren darüber, dass sein Irrealitätsbeweis ein Bruch mit der Common sense-Auffassung von Zeit bedeutet und viele Kritiker auf den Plan rufen wird. Dem vorzubeugen brachte er selbst einige naheliegende Einwände ein, die er zu widerlegen wusste. Doch blieb Kritik selbstverständlich nicht aus. Etwas derart allgegenwärtig Erscheinendes, wie die Zeit, als irreal zu entlarven, beschäftigt die Philosophie seit nunmehr fast einem Jahrhundert
Die vorliegende Arbeit geht deshalb der Frage nach, ob McTaggart zu seiner Annahme der Irrealität der Zeit berechtigt ist oder ob er nicht doch einem Trugschluss unterliegt. Untersucht wird dies zum einen mit Hilfe von Kants Zeitbestimmungen, auf die McTaggart sich unterstützend beruft, zum anderen mit McTaggart-kritischen Aufsätzen von Michael Dummett und D. H. Mellor.
Im folgenden Kapitel soll zunächst McTaggarts Irrealitätsbeweis der Zeit dargestellt werden. Zeit wird, McTaggart zufolge, auf zweierlei Art wahrgenommen. 1) Ein Ereignis ist entweder vergangen, gegenwärtig oder zukünftig (A-Reihe). 2) Ein Ereignis Y ist früher als ein Ereignis Z und später als Ereignis X (B-Reihe). Diese beiden Zeitreihen werden zum Ausgangspunkt in McTaggarts Argumentation, die sich in zwei Schritten vollzieht. Im ersten Schritt wird gezeigt, dass allein die A-Reihe für die Existenz der Zeit wesentlich ist. Der zweite Schritt ist der Beweis, dass die A-Reihe einen Widerspruch enthält und mit ihr die Zeit, die daher als irreal zu betrachten ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mc Taggarts Irrealitätsbeweis der Zeit

2.1 Teil 1 des Arguments: Ohne A-Reihe keine Zeit

2.2 Teil 2: Der Widerspruch in der A-Reihe

2.3 Weitere Überlegungen zur A-Reihe

3 Zeitbestimmungen in Kants Transzendentaler Ästhetik

4 Ist Zeit irreal? McTaggart unter der Lupe

4.1 Michael Dummett: McTaggarts Realitätsauffassung als Fiktion

4.1.1 Einwände und Verteidigung

4.2 D. H. Mellors Theorie der realen Zeit

4.2.1 „Tenses“ und „dates“

4.2.2 „Token-refexives“

4.2.3 Veränderung

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob John M. E. McTaggarts Beweis für die Irrealität der Zeit logisch zwingend ist oder auf einem Trugschluss basiert. Im Zentrum steht die kritische Hinterfragung von McTaggarts Annahmen durch die Analyse von Kants Zeitbegriff sowie durch die Auseinandersetzung mit den zeitphilosophischen Positionen von Michael Dummett und D. H. Mellor.

  • McTaggarts Argumentation zur A-Reihe und B-Reihe
  • Kants Unterscheidung zwischen subjektiver und objektiver Zeit
  • Kritik an McTaggarts Realitätsverständnis durch Michael Dummett
  • D. H. Mellors Theorie der realen Zeit und die Rolle der Veränderung
  • Untersuchung der logischen Widersprüchlichkeit zeitlicher Prädikate

Auszug aus dem Buch

4.2.3 Veränderung

Auch Mellor ist der Meinung, dass Zeit Veränderung einschließt, doch anders als McTaggart versucht er die Verbindung von Zeit und Veränderung herzuleiten. Er bezieht sich dabei auf den Unterschied zwischen Raum und Zeit.

Wie auch Dummett in seinem Aufsatz darlegt, gibt es „token-reflexives“ in zeitlicher wie in räumlicher Hinsicht. Mellor stellt sich die Frage, worin sich räumliche und zeitliche „token-reflexives“ voneinander unterscheiden. Die Antwort sieht er im Aspekt der Veränderung. Veränderung kann nur in zeitlicher Hinsicht betrachtet werden. Zur Erläuterung dient Mellor das Beispiel mit dem Feuerhaken. Wenn der Feuerhaken an einem Ende kalt und am anderen heiß ist, spricht man nicht von Veränderung. Ist hingegen das eine Ende kalt, bevor es ins Feuer gehalten wird und heiß, nachdem es im Feuer war, liegt ein Tatbestand von Veränderung vor.

Mellor bezieht Veränderungen nicht auf Ereignisse, sondern auf Dinge. Dinge sind im Gegensatz zu Ereignissen präsent, solange sie existieren. „A change, then, is a thing having incompatible real properties at different times.“ Dies galt für McTaggart nicht, der sich auf Ereignisse bezog. Mellor räumt ein, dass dies nicht auf alle Eigenschaften zutrifft. Deshalb spricht er auch von „real properties“. Solche Eigenschaften müssen aufeinanderfolgende Auswirkungen auf einen Gegenstand haben. Dabei ist entscheidend, dass diese Auswirkungen sowohl räumlich als auch zeitlich unmittelbar am Gegenstand angesiedelt sind. Es muss also ein kausaler Zusammenhang zwischen den inkompatiblen Eigenschaften, die einem Gegenstand zukommen, bestehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung legt die philosophische Problemstellung dar, stellt McTaggarts Irrealitätsbeweis vor und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand von Kant, Dummett und Mellor.

2 Mc Taggarts Irrealitätsbeweis der Zeit: Hier wird McTaggarts Argumentation dargestellt, wonach die A-Reihe essenziell für die Zeit ist, aber aufgrund inkompatibler Eigenschaften einen Widerspruch enthält.

3 Zeitbestimmungen in Kants Transzendentaler Ästhetik: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass Kant Zeit als Bedingung der Möglichkeit sinnlicher Erfahrung versteht und nicht als irreal im Sinne McTaggarts.

4 Ist Zeit irreal? McTaggart unter der Lupe: In diesem Kapitel wird McTaggarts Position anhand der Kritiken von Michael Dummett (Realitätsauffassung als Fiktion) und D. H. Mellor (Theorie der realen Zeit) hinterfragt.

5 Zusammenfassung: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass McTaggart an der Unanfechtbarkeit der Zeit scheitert und sich in seiner eigenen Argumentation widerlegt.

Schlüsselwörter

Zeitphilosophie, McTaggart, Irrealitätsbeweis, A-Reihe, B-Reihe, Zeitwahrnehmung, Kausalität, Michael Dummett, D. H. Mellor, Immanuel Kant, token-reflexive, Veränderung, transzendentale Ästhetik, Zeitkonstitution

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den berühmten Beweis des Philosophen J. M. E. McTaggart aus dem Jahr 1908, der behauptet, dass Zeit nicht real sei. Es wird analysiert, ob diese Schlussfolgerung haltbar ist oder auf philosophischen Fehlannahmen beruht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Problem der Zeitreihen (A- und B-Reihe), die Unterscheidung zwischen subjektiver und objektiver Zeit, der Begriff der Veränderung sowie die Definition von Realität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob McTaggart die Irrealität der Zeit korrekt herleitet oder ob er einem Trugschluss unterliegt, indem er die Bedingung der Möglichkeit sinnlicher Erfahrung (nach Kant) missversteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse. Dabei werden zentrale Argumente von McTaggart mit den Positionen von Kant, Dummett und Mellor konfrontiert und logisch miteinander in Beziehung gesetzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des McTaggart-Arguments, die korrigierende Kant-Interpretation sowie die detaillierte kritische Auseinandersetzung durch die Ansätze von Dummett und Mellor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören McTaggarts Irrealitätsbeweis, die A-Reihe, die B-Reihe, Veränderung, Realität, token-reflexive Ausdrücke und die transzendentale Ästhetik.

Wie unterscheidet McTaggart zwischen der A-Reihe und der B-Reihe?

Die A-Reihe ordnet Ereignisse nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die B-Reihe ordnet sie nach permanenten früher-später-Relationen. McTaggart sieht die A-Reihe als notwendige Bedingung für Zeit an.

Warum hält Mellor die A-Reihe nicht für vollständig irreal?

Mellor argumentiert, dass obwohl „tense“ (Zeitformen der A-Reihe) als solche nicht Bestandteil der physischen Realität sind, sie unverzichtbar für unser Weltverständnis, unsere Kommunikation und die Organisation unseres Handelns sind.

Was bedeutet der Begriff „token-reflexive“ in diesem Kontext?

Es bezeichnet Ausdrücke wie „jetzt“ oder „hier“, deren Wahrheitswert von der spezifischen Situation ihrer Äußerung abhängt. Mellor nutzt dies, um tensed statements objektivierbar zu machen.

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Details

Title
McTaggarts Irrealitätsbeweis der Zeit
College
University of Duisburg-Essen  (Fachbereich 1 Philosophie)
Course
Hauptseminar: Das Zeitproblem in der modernen Philosophie
Grade
1,0
Author
Carmen Radeck (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V63467
ISBN (eBook)
9783638565202
ISBN (Book)
9783656714156
Language
German
Tags
McTaggarts Irrealitätsbeweis Zeit Hauptseminar Zeitproblem Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carmen Radeck (Author), 2002, McTaggarts Irrealitätsbeweis der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63467
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