In der vorliegenden Arbeit soll ein Überblick über die wichtigsten Elemente eines Dramas nach der Poetik des Aristoteles gegeben werden. Die allgemeine Entstehungsgeschichte des griechischen Dramas soll beleuchtet werden und anhand der Elektra des Sophokles werden die gattungsspezifischen Merkmale eines Dramas überprüft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Erkenntnisinteresse
2. Geschichte und Entstehung des griechischen Dramas
3. Aristoteles Poetik: wesentliche Elemente eines Dramas
4. Griechische Dramaturgie am Beispiel von Sophokles Elektra
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Elemente des griechischen Dramas basierend auf der Poetik des Aristoteles, beleuchtet deren historischen Ursprung und analysiert anhand von Sophokles' Werk Elektra die Anwendung dieser gattungsspezifischen Merkmale.
- Historische Entwicklung des griechischen Dramas aus dem Dionysoskult.
- Die sechs Kernelemente der Tragödie nach Aristoteles.
- Analyse der geschlossenen Dramenform bei Sophokles.
- Struktur, Aufbau und Figurenkonstellation in Elektra.
- Die Rolle der Katharsis und moralische Konflikte im antiken Drama.
Auszug aus dem Buch
4. Griechische Dramaturgie am Beispiel von Sophokles Elektra
Grundsätzlich werden nach Volker Klotz zwei Grundtypen des Dramas unterschieden – das offene und das geschlossene Drama. Das geschlossene Drama ist gekennzeichnet durch wenige Figuren, durch eine Kontinuität in Raum und Zeit, durch feste Gesellschaftsstrukturen, durch eine Handlung, die sich geradlinig dem festen Schluss nähert. Die geschlossene Form ist „definiert mit der Formel ‚Ausschnitt als Ganzes’“ (Gutzen, Petersen, Wagner-Egelhaaf, 2006, S.77). Das offene Drama zeigt nur Teilstücke vom Ganzen. Das Ganze ist jedoch auch in der offenen Form immer präsent (vgl. Gutzen, Petersen, Wagner-Egelhaaf, 2006, S.77).
Bei Sophkles Elektra handelt es sich um ein Drama mit einer geschlossenen Form. Das Stück kommt mit nur wenigen Hauptfiguren aus: Elektra, alter Diener, Orestes, Chrysothemis, Klytaimnestra, Aigisthos. Das Drama folgt einer einsträngigen Handlung und besitzt einen festen Schluss, nämlich Rache/ Wiederherstellen der Ehre/ göttliche Erfüllung.
Die Vorgabe der Einheit von Ort (Raum), Zeit und Handlung nach Aristoteles Poetik hält Sophokles ein. Das Stück spielt im Palast in Mykene und erstreckt sich über einen Tag (vgl. Sophokles, 1964, S.5, S.64). Geschehnisse, die sich nicht im/ am Palast ereignen, werden dem Publikum per Botenbericht vermittelt. Zum Beispiel berichtet Chrysothemis Elektra von der Ankunft des Orestes (vgl. Sophokles, 1964, S. 40).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Erkenntnisinteresse: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Dramentheorie des Aristoteles mit der Analyse von Sophokles' Elektra zu verknüpfen.
2. Geschichte und Entstehung des griechischen Dramas: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Dramas aus den Dionysos-Kulten und beschreibt die Entwicklung der antiken Tragödie unter Berücksichtigung von Chor und Schauspielern.
3. Aristoteles Poetik: wesentliche Elemente eines Dramas: Hier werden die sechs zentralen dramaturgischen Elemente nach Aristoteles definiert, wobei der Handlung (Mythos) als wichtigster Bestandteil besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
4. Griechische Dramaturgie am Beispiel von Sophokles Elektra: Das Hauptkapitel wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Grundlagen konkret auf Elektra an und analysiert die geschlossene Form, die Ständeklausel und die dramatische Struktur des Werks.
Schlüsselwörter
Griechisches Drama, Aristoteles, Poetik, Sophokles, Elektra, Tragödie, Mimesis, Mythos, Dramaturgie, Katharsis, geschlossene Form, Dionysoskult, Orestes, Ständeklausel, antike Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das griechische Drama, ausgehend von seiner Entstehungsgeschichte, über die aristotelische Theorie bis hin zur praktischen Anwendung an Sophokles' Elektra.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Felder sind die Theatergeschichte, die Dramentheorie, die Analyse der geschlossenen Dramenform und die Interpretation einer antiken Tragödie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die gattungsspezifischen Merkmale eines Dramas darzulegen und deren Einhaltung durch Sophokles in seinem Werk Elektra zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze (Poetik, Dramaturgie) auf einen konkreten Primärtext anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition der aristotelischen Dramenelemente und der ausführlichen Untersuchung von Sophokles' Elektra hinsichtlich Form, Struktur und Figuren.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Griechisches Drama, Aristoteles, Poetik, Elektra, Tragödie, Mimesis und Katharsis.
Inwiefern zeigt Elektra eine "geschlossene Form"?
Das Drama hält sich strikt an die Einheiten von Zeit, Ort und Handlung und weist einen linearen Aufbau auf, der geradlinig auf die Rache und den Schluss zusteuert.
Welche Rolle spielt die Katharsis in der Untersuchung?
Die Katharsis wird als Ziel des antiken Dramas verstanden, das dem Zuschauer ermöglicht, durch das Miterleben des Geschehens auf der Bühne eine Reinigung zu erfahren, ohne die Tat selbst begehen zu müssen.
Wie bewertet die Autorin Elektras Verhalten?
Die Autorin sieht in Elektras Handeln eine tragische Hybris, da sie sich in ihrem Hass und ihrer Unnachgiebigkeit über den Willen der Götter stellt und sich somit letztlich selbst ins Verderben stürzt.
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- Vera Pohlmann (Author), 2006, Sophokles Elektra vor dem Hintergrund der griechischen Dramaturgie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63545