In einer Zeit, in welcher der Kunde dem Konsumsektor anspruchsvoller und kritischer gegenüber steht, ist es notwenig bestimmt Konzepte zu entwickeln, um einerseits die Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen und andererseits sein Interesse bzw. seine Aufmerksamkeit zu wecken und weiter zu steigern.
Das Visual Merchandising ist eine Form der Verkaufsförderung, die sich genau mit dieser Thematik auseinandersetzt und der Ladengestaltung förderlich ist. Die nachfolgende Arbeit zeigt auf, welche Möglichkeiten sich dem Lebensmittel-Einzelhandel – speziell dem Discount-Sektor – bieten, um trotz Low-Cost-Prinzipien eine aus verkaufspsychologischer Sicht sinnvolle und ansprechende Warenpräsentation zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung und Motivation
1.2 Vorgehensweise
2 Grundlagen
2.1 Visual Merchandising – Definition
2.2 Gestaltung des Ladenlayouts
3 Visual Merchandising im Lebensmittel-Discount
3.1 Raumaufteilung
3.1.1 Wegeführung
3.1.2 Funktionszonen
3.1.2.1 Eingangszone
3.1.2.2 Innere Zonen
3.1.3 Anordnung der Warenträger
3.2 Präsentationselemente
3.2.1 Warenträger
3.2.1.1 Vertikale Regalwertigkeit
3.2.1.2 Horizontale Regalwertigkeit
3.2.2 Ebenenbildung
3.3 Temporäre Präsentation
3.3.1 Schaufenster
3.3.2 Sonder- und Zweitplatzierung
4 Zusammenfassung und Ausblick
4.1 Zusammenfassung
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie moderne Konzepte des Visual Merchandising effektiv im Lebensmittel-Discount eingesetzt werden können, um trotz des vorherrschenden Low-Cost-Prinzips die Warenpräsentation zu optimieren, die Kundenaufmerksamkeit zu steigern und die Kundenbindung zu festigen.
- Grundlagen des Visual Merchandising im Einzelhandel
- Optimierung von Raumaufteilung und Wegeführung
- Einsatz von Präsentationselementen und Regalwertigkeiten
- Psychologische Wirkung temporärer Platzierungsformen
- Übertragbarkeit klassischer Verkaufsförderung auf den Discount-Sektor
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Wegeführung
Im klassischen Einzelhandel spielt das Anlegen der Gänge eine bedeutende Rolle, denn „Warenpräsentation beginnt mit der Aufgabe, den Kunden im Geschäft zu führen“16. Das Ziel der Wegeführung besteht darin, dem Konsumenten einen bequemen Zugang zum gesamten Sortiment zu ermöglichen und ihn damit auch direkt an die Ware heranzuführen. Die Wegeführung setzt sich aus Hauptverkehrswegen, Nebengängen und Kundenrundläufen (Loops) zusammen, wobei wechselnde Gangbreiten zu einer größeren Übersichtlichkeit beitragen. Die Hauptverkehrswege liegen meist zwischen dem Eingang und dem Muss-Sortiment, so dass der Kunde auch gezielt in die häufig weniger frequentierten (…) Bereiche geführt wird17.
Bei der Gestaltung der Wegeführung sind Sackgassen und rechte Winkel so oft wie möglich zu vermeiden. Stattdessen kann der Kunde unmerklich durch den gesamten Verkaufsraum geleitet werden, indem man die Gänge in der Raummitte dynamisch anlegt und so attraktiv gestaltet, dass die meisten Konsumenten diesem Angebot nachkommen. Bei allen Wegen ist darauf zu achten, dass ungünstig platzierte Präsentationselemente wie Hindernisse wirken und dadurch eine optimale Raumerschließung des Kunden verhindern können18.
Eine weitere Möglichkeit dem Kunden Einblick in das gesamte Sortiment zu geben, besteht in der Gestaltung von Rundläufen. Hierzu werden entsprechend der Größe des Grundrisses einzelne Loops aneinandergereiht, so dass der Kunde Wege nicht zweifach begehen muss. Die Fläche innerhalb der Rundläufe sind dabei auch quer, längs und diagonal zu erschließen, um dem eiligen Kunden unerwünschte Wege zu ersparen. Ein Hilfsmittel, welches der Ermüdung bei langen Wegen entgegenwirkt, sind optische Lockmittel (Incentives) an Focuspunkten im Verkaufsraum. Diese Faszinationspunkte können auf der Schnittfläche von Wegen bzw. Sichtlinien, aber auch als Blickfang in der Mitte, am Eingang oder Ende einer Abteilung platziert werden19.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Verkaufsförderung und definiert das Ziel der Arbeit, Möglichkeiten des Visual Merchandising für den Discount-Sektor aufzuzeigen.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Begrifflichkeiten des Visual Merchandising sowie die strategischen Ziele der Ladengestaltung zur Erhöhung der Verweildauer erörtert.
3 Visual Merchandising im Lebensmittel-Discount: Dieser Hauptteil analysiert spezifische Techniken der Raumaufteilung, der Präsentationselemente und temporärer Aktionen unter Berücksichtigung der Besonderheiten von Discount-Märkten.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass Visual Merchandising im Discount-Bereich eine wachsende Bedeutung hat und effektive Maßnahmen auch mit begrenzten Ressourcen möglich sind.
Schlüsselwörter
Visual Merchandising, Lebensmittel-Discount, Warenpräsentation, Ladenlayout, Raumaufteilung, Wegeführung, Regalwertigkeit, Kundenbindung, Verkaufsförderung, AIDA-Konzept, Sonderplatzierung, Kundenverhalten, Handelsmarketing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Anwendung von Visual Merchandising-Techniken in der spezifischen Umgebung des Lebensmittel-Discounters.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Ladenlayouts, der Wegeführung, der Platzierung von Waren im Regal sowie temporären Verkaufsförderungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Discounter durch verkaufspsychologisch fundierte Warenpräsentation ihre Umsatzchancen verbessern können, ohne ihr Low-Cost-Prinzip zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Anwendung betriebswirtschaftlicher Handelsprinzipien auf die spezifischen Anforderungen des Discount-Segments.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Raumaufteilung (Wegeführung und Funktionszonen), Präsentationselemente (Regalwertigkeit und Ebenenbildung) sowie temporäre Präsentationsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Visual Merchandising, Lebensmittel-Discount, Warenpräsentation, Regalwertigkeit und Kundenführung sind die zentralen Begriffe.
Wie unterscheiden sich vertikale und horizontale Regalwertigkeit?
Die vertikale Wertigkeit bezieht sich auf die Greif- und Sichtzonen (z.B. Bückzone vs. Sichtzone), während die horizontale Wertigkeit die Attraktivität der Regalplatzierung (z.B. Regalmitte vs. Rand) bewertet.
Warum ist das Arena-Prinzip für Discounter relevant?
Es dient dazu, das Sortiment übersichtlicher zu gestalten, indem die Verkaufsmöbel vom Gang zur Wand stetig ansteigen, was die Sichtbarkeit auch bei knappen räumlichen Kapazitäten verbessert.
Welche Rolle spielen Sonderplatzierungen?
Sie dienen dazu, Artikel temporär aus der regulären Warengruppe auszugliedern, um Aufmerksamkeit zu erregen und Spontankäufe durch eine thematische Präsentation anzuregen.
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- Tim Dahms (Author), 2006, Visual Merchandising. Sortimentspräsentation im Lebensmittel-Discount, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63548