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Eine kritische Auseinandersetzung mit George Lakoffs "Women, Fire and Dangerous Things"

Title: Eine kritische Auseinandersetzung mit George Lakoffs "Women, Fire and Dangerous Things"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Deutschmann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Das Verhältnis zwischen Körper und Geist gehört zu den klassischen Themen der Philosophie und ist in den letzten Jahren vor allem durch die Entwicklungen in den Naturwissenschaften und in der Informatik in den Mittelpunkt der philosophischen Diskussion gerückt. Die Forschungsergebnisse der Neurobiologie legten dabei oft eine reduktionistische Sichtweise nahe, in der Denkprozesse als unmittelbare Ergebnisse biologischer Vorgänge erschienen. Die rasante Entwicklung der Rechenkapazität von Computern hat in der KI-Forschung zu der Frage geführt, bis zu welchem Grad kognitive Leistungen des Menschen von Computern nachgeahmt werden können.
Die philosophische Position, die mit dem noch sehr vagen Oberbegriff "embodied cognition" beschrieben wird, greift diese Tendenzen teilweise auf, setzt sich aber gleichzeitig deutlich von ihnen ab: So gehen die Vertreter der "embodied cognition" von einer Einbettung des Denkens in körperliche Vorgänge aus, aber sie wollen das Denken nicht reduktionistisch auf Naturvorgänge zurückführen. Vielmehr soll gerade in der Verbindung von Geist und Körper der zentrale Unterschied zwischen menschlichem Denken und dem Rechnen von Computern bestehen. Der Körper ist dabei nicht mehr das zu überwindende Erkenntnishindernis, sondern er macht Arten von Erfahrung möglich, die Computern und anderen körperlosen Wesen unzugänglich sind. "Embodied cognition" wendet sich auch gegen die in der Kognitionswissenschaft bis in die 80er Jahre verbreitete, dann aber immer heftiger kritisierte Auffassung, Denken sei eine Art von Informationsverarbeitung, die in Analogie zur Manipulation von abstrakten Symbolen verstanden werden könne.
George Lakoff hat seit den 80er Jahren immer wieder die Bedeutung des Körpers für das Denken hervorgehoben. In seinem wohl bekanntesten Buch "Women, Fire and Dangerous Things" argumentiert er vor allem aus linguistischer Perspektive für eine Bedeutungstheorie, die den Körper berücksichtigt. Lakoff will letztlich zeigen, dass die Strukturen, die der Sprache Bedeutung verleihen, nicht von unserer körperlichen Verfasstheit zu trennen sind.
Lakoffs Thesen und die von verschiedenen Seiten vorgebrachte Kritik sollen in dieser Hausarbeit erörtert werden. Dabei soll besonders deutlich werden, wie sich in der Auseinandersetzung zwischen Lakoff und seinen Kritikern Grundpositionen der Bedeutungstheorie widerspiegeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. LAKOFFS THESEN

A. KATEGORIEN UND PROTOTYPEN

B. IDEALIZED COGNITIVE MODELS (ICMS)

C. VERKÖRPERUNG

III. KRITIKPUNKTE

A. PROTOTYPEN-EFFEKTE UND "IDEALIZED COGNITIVE MODELS"

B. VERWECHSLUNG VON "CONCEPTS" UND "CONCEPTUALIZATION"

C. "MOTIVATION" UND "COMPOSITIONALITY"

IV. WERTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht George Lakoffs Bedeutungstheorie in "Women, Fire and Dangerous Things" und setzt sich kritisch mit den Einwänden von John Vervaeke und Christopher Green auseinander, um die Relevanz der Verkörperung (embodied cognition) für die Semantik und das Verhältnis zwischen Denken und Körper zu beleuchten.

  • Kategorisierungstheorien und Prototypeneffekte
  • Die Rolle von Idealized Cognitive Models (ICMs)
  • Verkörperung als Grundlage menschlicher Kognition
  • Kritik an Lakoff hinsichtlich Skeptizismus und Kompositionalität
  • Das Verhältnis von Kultur, Sprache und Denken

Auszug aus dem Buch

C. Verkörperung

ICMs sind für Lakoff nicht einfach begriffliche Regeln, sondern sie können auch andere Formen annehmen, darunter auch die von "image schemes". Damit meint Lakoff elementare bildhafte Strukturen, etwa Behälter, Wege, Verbindungen oder das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie. Entscheidend ist dabei, dass diese nicht nur visuell, sondern auch kinästhetisch, also über Bewegungen des Körpers erfahren werden. Damit richtet sich Lakoffs Theorie der ICMs gegen in der Kognitionswissenschaft und der KI-Forschung lange vertretene Auffassung, der Körper sei für unser begriffliches Denken irrelevant: "To question the classical view of categories in a fundamental way is thus to question the view of reason as disembodied symbol-manipulation and correspondingly to question the most popular version of the mind-as-computer metaphor."

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in das Thema der embodied cognition ein und stellt George Lakoffs Ansatz vor, der das Denken als nicht von der körperlichen Verfasstheit trennbar betrachtet.

II. LAKOFFS THESEN: Hier werden die Grundpfeiler von Lakoffs Theorie, wie Prototypentheorie, Idealized Cognitive Models (ICMs) und das Konzept der Verkörperung, erläutert.

III. KRITIKPUNKTE: Dieses Kapitel analysiert die Argumente von Vervaeke und Green, die Lakoff Skeptizismus, einen argumentativen Zirkel und eine mangelnde Differenzierung zwischen Konzepten und deren Konzeptualisierung vorwerfen.

IV. WERTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über den Beitrag Lakoffs zur Philosophie, insbesondere zur Bedeutung der Körpererfahrung gegenüber rein logischen oder kompositionalen Ansätzen.

Schlüsselwörter

Embodied Cognition, George Lakoff, Kategorisierung, Prototypentheorie, Idealized Cognitive Models, Verkörperung, Bedeutungstheorie, Semantik, Kompositionalität, Motivation, Kognitionswissenschaft, Sprachphilosophie, John Vervaeke, Christopher Green

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt George Lakoffs Theorie aus "Women, Fire and Dangerous Things" im Kontext der embodied cognition und beleuchtet eine kritische Gegenposition.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die menschliche Kategorisierung, die Rolle des Körpers im Denken und die sprachphilosophische Debatte über Bedeutung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Gegenüberstellung von Lakoffs körperzentrierter Theorie mit einer klassischen, kompositionalen Sichtweise anhand der Kritik von Vervaeke und Green.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Arbeit, die durch Literaturanalyse und die kritische Interpretation eines Fachaufsatzes methodisch geleitet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Lakoffs Thesen (Prototypen, ICMs, Verkörperung) dargelegt und anschließend durch die spezifische Kritik von Vervaeke und Green auf ihre logische Konsistenz geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind embodied cognition, Prototypentheorie, Idealized Cognitive Models (ICMs) und das Spannungsfeld zwischen Motivation und Kompositionalität.

Wie begründet Lakoff die Existenz von Prototypen?

Lakoff führt hierfür Idealized Cognitive Models (ICMs) an, die als Normalitätsannahmen fungieren und die Bedeutung von Kategorien erst erfahrbar machen.

Warum kritisieren Vervaeke und Green Lakoffs Begriff der "Motivation"?

Sie werfen Lakoff einen argumentativen Zirkelschluss vor, da die "Motivation" nur durch die Fähigkeit, Sätze zu verstehen, belegt werde, welche sie eigentlich erst erklären soll.

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Details

Title
Eine kritische Auseinandersetzung mit George Lakoffs "Women, Fire and Dangerous Things"
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Course
Hauptseminar: Embodied Cognition
Grade
1,0
Author
Moritz Deutschmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V63549
ISBN (eBook)
9783638565752
ISBN (Book)
9783640139200
Language
German
Tags
Eine Auseinandersetzung George Lakoffs Women Fire Dangerous Things Embodied Cognition Sprachphilosophie Bedeutungstheorie Körper Geist
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Deutschmann (Author), 2006, Eine kritische Auseinandersetzung mit George Lakoffs "Women, Fire and Dangerous Things", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63549
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