Im Folgenden wird die Modellierung mit dem Informationssystem ARIS vorgestellt, wobei der Schwerpunkt in der betriebswirtschaftlichen Anwendung liegt.
Im zweiten Kapitel wird definiert, was die Prozessmodellierung ist, außerdem werden alternative Modellierungsansätze dargestellt. Anschließend wird die Entstehung als auch das Unternehmen, das die ARIS-Tools vertreibt, vorgestellt. Es wird weiterhin ins Detail der Architektur gegangen sowie die Sichten und Ebenen des Systems erläutert. Für die einzelnen Sichten werden ausgewählte Darstellungsformen vorgestellt. Im vierten Kapitel sollen die Einsatzmöglichkeiten des ARIS-Tools als auch der Einsatz anhand eines praktischen Beispiels erläutert werden. Speziell dazu wird die Verbindung von ARIS zu SAP aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Informationssysteme im 21. Jahrhundert
1.1 Aktueller Bezug
1.2 Zielsetzung
2. Prozessmodellierung
2.1 Ebenen
2.2 Methoden zur Prozessmodellierung
2.3 Sichten der Prozessmodellierung
2.2.1 UML
2.2.2 EPK
2.2.3 Petri-Netze EPK
3. Darstellung der Architektur integrierter Informationssystem
3.1 Entstehung
3.2 IDS Scheer AG
3.3 House of ARIS
3.3.1 Modellierungssichten
3.3.1.1 Datensicht
3.3.1.1.1 Entitäten
3.3.1.1.2 Attribute
3.3.1.1.3 Identifikationsschlüssel
3.3.1.1.4 Entity-Relationship-Modell
3.3.1.1.5 Erweitertes Entity-Relationship-Modell
3.3.1.1.6 Fachbegriffmodell
3.3.1.2 Funktionssicht
3.3.1.2.1 Funktionsbaum
3.3.1.2.2 Zieldiagramm
3.3.1.3 Organisationssicht
3.3.1.4 Steuerungssicht
3.3.1.4.1 Wertschöpfungskettendiagramm
3.3.1.4.2 Vorgangskettendiagramm
3.3.1.4.3 Ereignisgesteuerte Prozesskette
3.3.1.4.4 Erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette
3.3.1.4.5 Objektorientierte Ereignisgesteuerte Prozesskette
3.3.1.5 Leistungssicht
3.3.2 ARIS-Phasenmodell
4. Toolunterstützungen von ARIS
4.1 Möglichkeiten und Einsatz
4.2 ARIS Platform
4.2.1 ARIS Strategy
4.2.2 ARIS Design
4.2.3 ARIS Implementation
4.2.4 ARIS Controlling
4.2.5 ARIS in Verbindung mit SAP
5. Optimierung des Kreditantragsprozesses bei der DaimlerChrysler Bank
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Informationssystem ARIS (Architektur integrierter Informationssysteme) im Kontext der betriebswirtschaftlichen Anwendung zu erläutern, die theoretischen Grundlagen der Prozessmodellierung darzustellen und die praktische Toolunterstützung sowie Integrationsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Methodische Grundlagen der Prozessmodellierung und Sichtenbildung
- Architekturkonzept "House of ARIS" und seine verschiedenen Ebenen
- Funktionsweise und Modellierungselemente der ARIS-Tool-Suite
- Praktisches Anwendungsbeispiel bei der DaimlerChrysler Bank
- Schnittstellen und Synergien zwischen ARIS und SAP-Umgebungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehung
Als Professor August Wilhelm Scheer 1975 den neu gegründeten Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes übernahm, versuchte er sich soweit wie möglich von der rasanten Entwicklung der Informationstechnik abzukoppeln. Er wollte ein Abstraktionsniveau bei der Beschreibung von betriebswirtschaftlichen Informationssystemen erreichen, das von diesen Entwicklungen nicht stark beeinflusst wird. Seine Vorlesungen sollten von der Technikentwicklung unabhängig sein, um der Halbwertzeit der permanenten Weiterentwicklung zu entgehen. Das ursprünglich gewählte Abstraktionsniveau, das er damals wählte, war die Beschreibung von Informationssystemen durch Datenmodelle. Es ging Scheer darum, den Einfluss der Informationstechnik auf neue betriebswirtschaftliche Organisations- und Entscheidungsprozesse zu analysieren. Durch die Datenmodelldarstellung konnte die Wirkung integrierter Informationssysteme dargestellt werden. Die integrierten Informationssysteme, wie sie später durch die ERP-Systeme vervollkommnet wurden, sind durch eine unternehmensweite Datenbank gekennzeichnet. Der logische Entwurf und die Beschreibung durch ein unternehmensweites Datenmodell war deshalb auch Zentrum seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit.
Gleichzeitig wollte er mit der Verwendung von Datenmodellen, insbesondere der Sprache des Entity-Relationship-Modells, eine gemeinsame Sprache für die Spezialisten der Informationstechnik und dem Management erreichen. Nur wenn sich beide Gruppen inhaltlich verstehen, lassen sich die Möglichkeiten der Informationstechnik für neue Geschäftsmodelle, also neue digitale Produkte und neue Geschäftsprozesse nutzen.
Anfangs war die Methode des Entity-Relationship-Modells für die fachlich ausgerichteten Manager zu abstrakt. Das heißt, ein Leiter der Logistik kann nicht erst einen Kurs in Datenmodellierung absolvieren, wenn er ein neues Konzept zur Produktionsplanung entwickelt.
Daraufhin entwickelte Scheer mit dem ARIS-Konzept eine Architektur, die es Managern ermöglichte ohne einen Kurs in Petrinetzen, die Geschäftsideen zu formulieren. Es sollten Beschreibungsaspekte einbezogen werden, die zwar organisatorisch von Nutzen sind, aber nahezu gar nichts mit einem technischen Informationssystem zu tun haben. Mit dem ARIS-Haus wollte Scheer die gleichberechtigte Frage der Organisation, der Funktionalität und der benötigten Dokumente eines Geschäftsprozesses beschreiben. Um die Komplexität des Beschreibungsfeldes zu reduzieren, sollte dies zunächst voneinander losgelöst möglich sein, dann aber auch alle Zusammenhänge durch die eigens eingeführte Steuerungssicht erfassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Informationssysteme im 21. Jahrhundert: Beschreibt die Notwendigkeit der Prozessoptimierung in modernen Unternehmen und führt in das ARIS-Konzept ein.
2. Prozessmodellierung: Definiert die Grundlagen der Prozessmodellierung und stellt verschiedene formale und grafische Methoden vor.
3. Darstellung der Architektur integrierter Informationssystem: Analysiert detailliert die Entstehung und die Struktur des ARIS-Hauses mit seinen spezifischen Sichten und Ebenen.
4. Toolunterstützungen von ARIS: Gibt einen Überblick über die technologische Umsetzung des ARIS-Konzepts durch die ARIS-Platform und deren Komponenten.
5. Optimierung des Kreditantragsprozesses bei der DaimlerChrysler Bank: Demonstriert den praktischen Einsatz von ARIS-Tools zur Prozessperformancemessung an einem konkreten Fallbeispiel.
6. Fazit: Reflektiert die Bedeutung von ARIS als Wettbewerbsvorteil und bewertet die aktuelle Marktsituation sowie die Konkurrenzprodukte.
Schlüsselwörter
ARIS, Prozessmodellierung, Geschäftsprozessmanagement, Architektur integrierter Informationssysteme, EPK, Steuerungssicht, Datensicht, Funktionssicht, Organisationssicht, Leistungssicht, SAP, IDS Scheer, Prozessperformance, Unternehmensstrategie, Workflow-Management
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) als methodischem Rahmen für das Geschäftsprozessmanagement.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Sichten- und Ebenen-Architektur von ARIS, die verschiedenen Methoden der Prozessmodellierung sowie deren praktische Umsetzung durch Software-Tools.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die fundierte Einführung in die ARIS-Modellierungsmethodik und deren Nutzen bei der betriebswirtschaftlichen Prozessgestaltung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Literaturanalysen zur Wirtschaftsinformatik, den Vergleich gängiger Modellierungssprachen und die exemplarische Darstellung anhand eines Praxisbeispiels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil detailliert die verschiedenen ARIS-Sichten (Daten-, Funktions-, Organisations-, Leistungs- und Steuerungssicht), das Phasenmodell und die technische Plattform.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Prozessmodellierung, ARIS, EPK, Geschäftsprozessmanagement und IT-Architektur charakterisiert.
Warum wird ARIS bei der DaimlerChrysler Bank eingesetzt?
Die Bank nutzte ARIS, um den sogenannten easyline-Prozess zu analysieren, zu optimieren und die Prozessperformance für eine bessere Servicequalität messbar zu machen.
Welche Rolle spielen Konnektoren in der EPK?
Konnektoren dienen in der Ereignisgesteuerten Prozesskette zur logischen Verknüpfung von Ereignissen und Funktionen, wobei zwischen Und, Oder und Entweder-oder unterschieden wird.
Wie ist das ARIS-Phasenmodell strukturiert?
Das Phasenmodell gliedert sich von der strategischen Planung über das Fachkonzept und DV-Konzept bis hin zur Implementierung und dem operativen Betrieb (Run Time).
- Quote paper
- Frederick Berger (Author), Christian Priehs (Author), 2006, ARIS. Architektur integrierter Informationssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63577