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Anlage-Umwelt-Problematik aus Sicht der Biowissenschaften

Titel: Anlage-Umwelt-Problematik aus Sicht  der Biowissenschaften

Hausarbeit , 2005 , 17 Seiten

Autor:in: Vanessa Wiedt (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dieser pointierten Meinung stand Watson keineswegs allein, aber die entgegengesetzte Position hat ebenfalls Tradition. Bereits Sir Francis Galton führte Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen von Menschen ebenso wie körperliche Eigenschaften auf Vererbung, sprich die Gene zurück.
Die Streitfrage, welcher Einfluss stärker ist, die Umwelt oder die Veranlagung besteht nach wie vor, allerdings wurde der Streit von einem „Glaubenskrieg“ zu einer Fragestellung moderner Wissenschaft.
Einen entscheidenden Beitrag leisten dabei die Biowissenschaften. Ihre Sichtweise der Anlage-Umwelt-Problematik soll in vorliegender Arbeit dargelegt und erörtert werden.
Die Relevanz der Fragestellung ergibt sich aus den Konsequenzen der Antwort – für die Pädagogik, die Erzieher, für Eltern und für die (Bildungs-)Politik.
Wurde der „…Einfluss der Erziehung […] lange überschätzt“, wie die Fachzeit-schrift „Psychologie Heute“ 1998 titelte und sind gar „Eltern ohne Einfluss – ist Erziehung sinnlos?“ wie der „Spiegel“ im gleichen Jahr eine Titelgeschichte nannte?
Wie lässt sich eine wissenschaftliche Antwort finden oder anders formuliert: Welche Vorgehensweisen und Verfahren erlauben eine Aussage mit Anspruch auf Wissenschaftlichkeit?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erläuterung von Schlüsselbegriffen

3 Die biologische Sichtweise

3.1 Die verschiedenen historischen Positionen

3.2 Die Fragestellung heute

3.3 Die wissenschaftliche Forschung

3.4 Beispiele wechselseitiger Beeinflussung

3.4.1 Umwelt-Genom

3.4.2 Genom-Umwelt

3.4.3 Der Einflussfaktor Alter

4 Kritik des traditionellen Alternativmodells und des gegenwärtigen Modells

5 Die Geschlechterfrage

6 Die gesellschaftlich-politische Dimension der Problematik

7 Schussfolgerungen für die Pädagogik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die klassische Anlage-Umwelt-Problematik aus der spezifischen Perspektive der Biowissenschaften, um deren Bedeutung für pädagogische und gesellschaftliche Kontexte zu beleuchten und eine wissenschaftlich fundierte Einordnung vorzunehmen.

  • Historische und moderne wissenschaftliche Positionen zur Anlage-Umwelt-Debatte
  • Wechselseitige Interaktionen zwischen Genom und Umwelt
  • Kritische Analyse traditioneller Forschungsmodelle (z. B. Zwillingsstudien)
  • Geschlechtsspezifisches Verhalten und seine biologisch-soziale Bedingtheit
  • Gesellschaftlich-politische Implikationen und Gefahren ideologischer Interpretationen

Auszug aus dem Buch

3.4 Beispiele wechselseitiger Beeinflussung

Umwelt und Genom wirken sich nicht nur jeweils für sich auf die Ausprägung eines Merkmals aus, sie beeinflussen sich auch wechselseitig. Man darf davon ausgehen, dass es sich um einen Prozess steter Interaktion handelt. Gedanklich lässt sich dennoch die Richtung der jeweiligen Einflussnahme unterscheiden; das soll im Folgenden an Beispielen verdeutlicht werden.

3.4.1 Umwelt-Genom

Die durchschnittliche Körpergröße des Menschen liegt heute deutlich über der etwa im Mittelalter. Einig ist sich die Wissenschaft, dass die Ernährung und die gesundheitliche Versorgung eine wesentliche Rolle spielen. Selbst in einem so kurzen Zeitraum von wenigen Jahrzehnten kann eine deutliche Zunahme zu verzeichnen sein, wie man aus Statistiken der Wehrpflichtigen in Deutschland weiß. Dennoch war es langfristig kein kontinuierlicher Prozess des „Immer-größer werdens“. Aus Knochenfunden weiß man, dass die Menschen in der Entwicklungsgeschichte schon größer waren als im Mittelalter, vermutlich sogar größer als heute. Auch „Ötzi“, der jahrhunderte lang eingefrorene Mensch, der in den Alpen gefunden wurde, entspricht nicht dem Bild von unseren kleinen Vorfahren.

Was kann es ein, das Veränderungen kurzfristig bewirkt. Eine Antwort finden wir in Japan. Die Japaner sind heute im Durchschnitt 10 cm (!) größer als sie vor zwei Jahrzehnten waren. Der Grund liegt in einer kulturellen Veränderung: im Übergang vom Knien zum Sitzen auf Stühlen. Während sie früher kniend aßen und sich in dieser Haltung mit ihren Gästen unterhielten oder lernten, übernahmen sie im 20. Jahrhundert das Sitzen auf Stühlen der westlichen Lebensweise. Diese veränderte äußere Gegebenheit führt beinahe umgehend zu Veränderung des körperlichen Merkmals Größe.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Kontroverse zwischen Vererbung und Erziehung ein und begründet die Relevanz einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Anlage-Umwelt-Problematik.

2 Erläuterung von Schlüsselbegriffen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Anlage, Umwelt, Genom, Phänotyp und Allel, um die terminologische Grundlage für die weiteren Ausführungen zu schaffen.

3 Die biologische Sichtweise: Hier werden die historischen und modernen Ansichten der Biowissenschaften diskutiert, wobei insbesondere das Modell der Wechselwirkung zwischen Genom und Umwelt sowie die Bedeutung des Lebensalters hervorgehoben werden.

4 Kritik des traditionellen Alternativmodells und des gegenwärtigen Modells: Das Kapitel reflektiert die methodischen Grenzen aktueller Forschung und zeigt auf, warum generelle Aussagen über die Vorrangstellung von Anlage oder Umwelt wissenschaftlich problematisch sind.

5 Die Geschlechterfrage: Die Untersuchung befasst sich mit der Frage, inwiefern psychische Geschlechtsunterschiede biologisch determiniert oder durch soziale Sozialisation geprägt sind.

6 Die gesellschaftlich-politische Dimension der Problematik: Dieses Kapitel warnt vor ideologischem Missbrauch genetischer Befunde, wie er etwa in der Rassenlehre oder bei biologistischen Intelligenztheorien auftritt.

7 Schussfolgerungen für die Pädagogik: Abschließend wird erörtert, dass pädagogisches Handeln trotz genetischer Dispositionen sinnvoll bleibt, da Erziehung und Umwelt entscheidende Gestaltungsmöglichkeiten für die individuelle Entwicklung bieten.

Schlüsselwörter

Anlage-Umwelt-Problematik, Biowissenschaften, Genom, Phänotyp, Erziehung, Sozialisation, Intelligenzforschung, Zwillingsstudien, Anlage-Umwelt-Interaktion, Biologie, pädagogisches Handeln, Geschlechterfrage, Sozialisationstheorien, Humangenetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Debatte darüber, inwieweit menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen durch genetische Anlagen oder durch Umwelteinflüsse bestimmt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf biologischen Sichtweisen, der Wechselwirkung zwischen Genom und Umwelt, kritischen Methoden der Forschung sowie der gesellschaftspolitischen und pädagogischen Bedeutung dieser Kontroverse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Anlage-Umwelt-Debatte unter Berücksichtigung moderner biowissenschaftlicher Erkenntnisse zu differenzieren und aufzuzeigen, warum einseitige Erklärungsmodelle unzureichend sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Erörterung aktueller wissenschaftlicher Diskurse, inklusive der kritischen Betrachtung von Studien wie Zwillings- und Adoptionsuntersuchungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Fachbegriffen, die biologische Perspektive, die methodische Kritik an Forschungsmodellen, geschlechtsspezifische Aspekte sowie eine ethische Reflexion über den ideologischen Missbrauch wissenschaftlicher Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Anlage-Umwelt-Problematik, Biowissenschaften, Genom, Sozialisation, Intelligenzforschung und pädagogisches Handeln.

Warum sind Zwillingsstudien laut Autor kritisch zu sehen?

Der Autor bemängelt, dass Zwillingsstudien oft unter zu hohen Erwartungen litten und methodische Schwächen aufwiesen, etwa durch eine unvollständige Trennung der sozialen Umgebungen oder die Vernachlässigung des Strebens nach Individualität.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Erziehung?

Trotz der Anerkennung genetischer Grenzen betont der Autor, dass pädagogisches Handeln essenziell ist, da die Umwelt eine wesentliche gestaltende Rolle in der Merkmalsausprägung spielt.

Welche Rolle spielt die "Geschlechterfrage" in diesem Zusammenhang?

Sie dient als Fallbeispiel, um zu untersuchen, ob psychische Geschlechtsunterschiede eher durch biologische Faktoren oder durch kulturelle und soziale Sozialisation geformt werden.

Was bedeutet das "intelligente Genom"?

Dieser Begriff beschreibt ein Denkmodell, bei dem das Genom nicht als statische Vorgabe fungiert, sondern variabel auf Umwelteinflüsse reagiert und sich diesen anpasst.

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Details

Titel
Anlage-Umwelt-Problematik aus Sicht der Biowissenschaften
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Pädagogik)
Veranstaltung
Förderung und Selektion
Autor
Vanessa Wiedt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V63617
ISBN (eBook)
9783638566216
ISBN (Buch)
9783656775003
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anlage-Umwelt-Problematik Sicht Biowissenschaften Förderung Selektion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vanessa Wiedt (Autor:in), 2005, Anlage-Umwelt-Problematik aus Sicht der Biowissenschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63617
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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