ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation: Mediennutzung und Nutzungsmotive 2005


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Langzeitstudie Massenkommunikation und ihre Entwicklung

3. Theoretische Ansätze zur Mediennutzung
3.1 Motivations- und kontextbezogene Ansätze
3.2 Die Bedeutung von Funktionen
3.3 Unterscheidung nach Nutzertypen
3.4 Besondere Eigenschaften von Medien

4. Die 9. Erhebungswelle der Langzeitstudie Massenkommunikation
4.1 Medienverbreitung und Mediennutzung
4.2 Mediennutzung im Tagesablauf
4.3 Medienbindung
4.4 Reichweiten
4.5 Zukünftige Trends und Entwicklungen

5. Nutzungsmotive
5.1 Nutzungsmotiv Information
5.2 Nutzungsmotiv Spaß
5.3 Nutzungsmotiv Entspannung
5.4 Nutzungsmotiv Mitreden können
5.5 Weitere Nutzungsmotive
5.6 Direktvergleich der Medien

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Versicherung

1. Einleitung

Im vergangenen Jahr wurden die Ergebnisse der 9. Welle der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation vorgestellt. Seit mehr als 40 Jahren liefert die Langzeitstudie Daten rund um Mediennutzung und Bedeutung einzelner Medien. Im Lauf der Zeit wurden so wichtige Fragen beantwortet, die durch die technische Entwicklung aufgeworfen wurden. War es bei der ersten Erhebungswelle 1964 noch die Frage nach der zunehmenden Bedeutung des Fernsehens und dadurch der möglichen Verdrängung anderer Medien, so stellt sich heute die Frage nach der Bedeutung des Internets, das bereits zum zweiten Mal in der Studie auftaucht und auffällig an Bedeutung gewonnen hat. Auch die im Lauf der Jahre ständig ansteigende Mediennutzungsdauer ist Gegenstand der Langzeitstudie Massenkommunikation.

In der vorliegenden Arbeit soll ein Schwerpunkt auf die Ergebnisse der Studie im Hinblick auf Mediennutzungsprofile und Nutzungsmotive für unterschiedliche Medien gelegt werden. Zunächst jedoch erfolgt eine Vorstellung der Langzeitstudie Massenkommunikation, bevor in einem theoretischen Teil die Bedeutung von Nutzungsmotiven und Medienfunktionen erläutert wird. Daran anschließend sollen die relevanten Ergebnisse aus der aktuellen Erhebung präsentiert und analysiert werden. In einer Zusammenfassung werden die gewonnenen Ergebnisse abschließend diskutiert.

2. Die Langzeitstudie Massenkommunikation und ihre Entwicklung

Seit über 40 Jahren wird die Langzeitstudie Massenkommunikation durchgeführt. Initiatoren der ersten Welle 1964 waren ARD und ZDF, die auch heute noch für die regelmäßige Erhebung von Daten verantwortlich zeichnen (vgl. Kiefer 1998: 17). Primäres Forschungsanliegen war damals die „Beantwortung aktueller Fragen mit medienpolitischer Bedeutung“ (Kiefer 1998: 17). Durch die breite Anlage der Studie war gleichzeitig die Möglichkeit einer ständigen Modifizierung und Wiederholung gegeben. Die Studie wird seitdem regelmäßig alle fünf Jahre wiederholt. Das Erhebungsprogramm ist bisher weitgehend unverändert geblieben und beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die Medien Fernsehen, Hörfunk und Tageszeitung. Seit der 8. Erhebungswelle 2000 taucht auch das Internet in der Langzeitstudie auf.

Ausgangsfrage der Studie in den Jahren 1964 bis 1974 war die Erfassung der Wettbewerbssituation der drei damals tagesaktuellen Medien. Grundlage war das Riepl’sche Gesetz, nach welchem neue Medien bewährte vorhandene Medien nicht verdrängen (vgl. Kiefer 1998: 18). Dies war in der damaligen Zeit ein wichtiger Punkt, befand sich doch das Fernsehen auf dem Vormarsch in die Gesellschaft und nährte die Furcht der Zeitungsverleger vor dem Aus ihres Mediums (vgl. Kiefer 1998: 18). So stellte sich nach den ersten Erhebungen heraus, dass wie erwartet ein Verhältnis der Komplementarität und nicht so sehr der Substitution zwischen den unterschiedlichen Medien existiert (vgl. Kiefer 1998: 19).

Im Verlauf der Studie wurden weitere Fragestellungen untersucht, wie etwa der soziale Rahmen der Mediennutzung und nicht zuletzt der Einfluss gesellschaftlichen Wandels. Eine bedeutende Rolle spielte dabei die Erhebung von 1990, als zum ersten Mal die Bürger der ehemaligen DDR in die Studie einbezogen wurden (vgl. Kiefer 1998: 19). Des Weiteren war mit der Einführung des privaten Rundfunks Mitte der 1980er Jahre eine veränderte Medienlandschaft gegeben und daher von besonderem Interesse für die Untersuchung. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand nunmehr die Frage, inwieweit sich das Mediennutzungsverhalten bei immer größerem Angebot der Medienlandschaft verändert (vgl. Kiefer 1998: 20).

Dabei wurde klar, dass sich mit wachsender Anzahl von Sendern auch die Informations- und Unterhaltungsanteile immer mehr verschoben und die Nutzung sich veränderte (vgl. Kiefer 1998: 21). Die Reichweite und die Nutzungsdauer des Fernsehens wuchsen dabei stetig an. Auch die Unterschiede im Programmangebot zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern hatten Einfluss auf die Untersuchung. Das Fernsehen wird dabei immer mehr als Unterhaltungsmedium begriffen und nimmt einen bedeutenden Stellenwert in der Freizeit ein (vgl. Kiefer 1998: 25). Die zur Verfügung stehende Zeit wird dabei so eingeteilt, dass die Nutzungsdauer des Fernsehens profitiert – möglicherweise auch als Begleitmedium parallel zu anderen Tätigkeiten.

Typisch für die Erhebung der Daten der Langzeitstudie ist eine so genannte Tagesablaufrekonstruktion, bei der die Befragten ihr Mediennutzungsverhalten an einem bestimmten Tag („gestern“) ihrer Erinnerung gemäß beschreiben sollen (vgl. van Eimeren/Ridder 2005: 490). Grundlage der Erhebungswellen ist jeweils die deutsch sprechende Bevölkerung Deutschlands ab 14 Jahren, Befragungsbasis meist eine repräsentative Stichprobe von 4.000 bis 5.000 Personen. Bis 1995 wurden die Interviews persönlich durchgeführt, seit 2000 finden Telefoninterviews statt (vgl. Meyen 2004: 100).

Von wesentlicher Bedeutung ist dabei der „Wandel der Rahmenbedingungen, innerhalb deren die Mediennutzung jeweils stattfindet“ (van Eimeren/Ridder 2005: 491). Dazu gehören beispielsweise die Ausstattung mit Medien und neue technische Entwicklungen, die Einfluss auf die Mediennutzung haben. Damit einher geht die Frage nach der Bindung an bestimmte Medien, welche durch die Vermissens- und Inselfrage beantwortet werden kann. Hierbei wird ermittelt, wie stark ein bestimmtes Medium vermisst würde bzw. auf welches Medium nicht verzichtet werden mag (vgl. van Eimeren/Ridder 2005: 492-493).

Die Studie ist somit weltweit ein einzigartiges Phänomen: Nirgendwo sonst wird die Mediennutzung derart kontinuierlich und über einen langen Zeitraum abgebildet wie in der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation (vgl. van Eimeren/Ridder 2005: 502). Mit ihrer Hilfe können veränderte Einstellungen zu Medien, zu ihren Funktionen und ihrer Nutzung dokumentiert werden. Zudem ist ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung möglich (vgl. van Eimeren/Ridder 2005: 502).

Meyen (2004: 99) nennt vor allem drei Gründe für den anhaltenden Erfolg der Langzeitstudie und ihre Aussagekraft: Erstens das weitgehend identische Frageprogramm in allen Erhebungswellen, welches Trendbeobachtungen ermöglicht; zweitens die Erfassung von Meinungen über Medien (neben Reichweiten und Publikumsstrukturen); und drittens die Erforschung der Zusammenhänge „zwischen Massenkommunikation und sozialem Wandel“, da neben Mediennutzung und -bewertung auch der Tagesablauf sowie Freizeitgewohnheiten und politisches Interesse erfragt werden.

Doch ist die Longitudinalforschung nicht ohne Probleme. Ein wesentlicher Kritikpunkt besteht darin, dass eine Vergleichbarkeit der Daten bei sich stetig verändernden Bedingungen (Rahmenbedingungen, sozialer Wandel, verändertes Angebot) nur bedingt gewährleistet ist (vgl. Kiefer 1998: 27). Im Lauf der Jahre wurde die Studie in ihren Erhebungsmethoden zudem so verfeinert, dass ein Rückschluss auf ältere Daten und ein direkter Vergleich erschwert werden. Diese Einschränkungen sollten bei der Betrachtung von Ergebnissen berücksichtigt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation: Mediennutzung und Nutzungsmotive 2005
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Publizistik)
Veranstaltung
Medienforschung und Programmplanung. Aus der Werkstatt von Fernsehmachern (I).
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V63642
ISBN (eBook)
9783638566469
ISBN (Buch)
9783638688680
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ARD/ZDF-Langzeitstudie, Massenkommunikation, Mediennutzung, Nutzungsmotive, Medienforschung, Programmplanung, Werkstatt, Fernsehmachern
Arbeit zitieren
Johannes Neufeld (Autor), 2006, ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation: Mediennutzung und Nutzungsmotive 2005, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63642

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