This essay emphasises the role of critique for the age of enlightenment. People have always been trying to seize nature to better satisfy their needs. The enlightenment has raised reason to a higher level. Science nowadays has reached human nature itself and furthers their modifcation to the point of perfection. Critiqe is indispensable to question the usefulness of this development, to determine possible consequences and dangers for human society and to discoursely balance them with their public utility. Critique, in its role to purify reason, therefore is to stay inseperably connected to enlightenment.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufklärung, Vernunft, Erkenntnis und Kritik bei Kant
3. Vom Geschöpf zum Schöpfer – Kritik der Aufklärung als zielgerichteten Prozess
3.1 Kritik der Aufklärung
3.2 Aufklärung als Kritik
3.3 Aufklärung am Menschen, Problem (o)der Zukunft?
4. Die Zukunft kommt – aber wie? Funktion und Möglichkeit der Kritik in der funktional differenzierten Gesellschaft
4.1 Exkurs: Die Rolle der Kritik in Uwe Schimanks Entscheidungsgesellschaft
5. Die Rolle der Kritik in der Gesellschaft diskursiver Praxis
5.1 Kritik der diskursiven Vernunft
5.1.1 Themen, Beiträge, Authentizität. Wie wird Technik zum Teil des Diskurses?
5.1.2 Massenmedien als Transporteur und Multiplikator von Themen
5.2 Ist eine „vernünftige“ Einigung überhaupt möglich?
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle der Kritik in der modernen Gesellschaft der Aufklärung angesichts rasanter wissenschaftlich-technischer Fortschritte. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie in einer funktional differenzierten Gesellschaft eine kritische Reflexion über Technik, Nutzen und Risiken stattfinden kann, wenn keine einheitliche gesellschaftliche Vernunft mehr existiert.
- Zusammenhang von Aufklärung, Vernunft und Kritik bei Kant
- Die Dialektik der Aufklärung bei Horkheimer, Adorno und Marcuse
- Möglichkeiten und Grenzen der Kritik in der funktional differenzierten Gesellschaft (Luhmann, Schimank)
- Die Bedeutung diskursiver Praxis und öffentlicher Kommunikation für die ethische Einordnung von Technik
Auszug aus dem Buch
3.1 Kritik der Aufklärung
Anders als Kant, der davon ausgeht, dass die Aufklärung und die durch sie ermöglichte reine Vernunft die Menschheit in eine bessere Welt und letztendlich zu Gott führt, sehen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno den Prozess der Aufklärung kurz nach dem Zusammenbruch des totalitären Deutschlands in einem düsteren Lichte. Angesichts der Ungeheuerlichkeit der Nazi-Barbarei sollte eine kritische Theorie formuliert werden, die nicht nur ohnmächtig dem Grauen hinterher philosophiert. Denn eine aufgeklärten Vernunft, die in ihrem Einsatz den notwendigen Kritizismus ablegt und fortwährend erkennt, verfängt sich in ihrem erfahrungsgeleiteten Erkenntnisprozess, dessen Richtung sie sich durch bereits gewonnene Erkenntnis ständig selbst vorgibt, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Erkenntnis zum Zwecke des Fortschritts wird so zur gesellschaftlichen Rationalität und damit auch selbst zum Gegenstand der Rationalisierung als „Prozeß, effektive Wege und Mittel zu finden, durch die menschliche Zwecke verwirklicht werden können, […] insbesondere [...] die Verringerung des zur Erreichung des Zwecks erforderlichen Aufwands.“ Dies aber verengt den Vernunftgebrauch und führt damit geradewegs hinein in einen „gesellschaftlichen Verblendungszusammenhang“, in dem letztlich auch der öffentliche Gebrauch der Vernunft, gerade wenn er die herrschende Rationalität kritisch hinterfragt, ausbleiben muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, welche Folgen die Aufklärung und die durch sie beschleunigten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse für die Gesellschaft haben und warum Kritik als Korrektiv notwendig ist.
2. Aufklärung, Vernunft, Erkenntnis und Kritik bei Kant: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament dar, indem es Kants Verständnis von Aufklärung als Ausgang aus der Unmündigkeit und die Notwendigkeit des öffentlichen Gebrauchs der Vernunft erörtert.
3. Vom Geschöpf zum Schöpfer – Kritik der Aufklärung als zielgerichteten Prozess: Hier wird die kritische Perspektive der Frankfurter Schule auf den dialektischen Prozess der Aufklärung und die Gefahr der instrumentellen Vernunft beleuchtet.
4. Die Zukunft kommt – aber wie? Funktion und Möglichkeit der Kritik in der funktional differenzierten Gesellschaft: Das Kapitel diskutiert systemtheoretische Perspektiven auf die Schwierigkeiten der Steuerung technischer Evolution und die Rolle von Institutionen.
5. Die Rolle der Kritik in der Gesellschaft diskursiver Praxis: Dieser Abschnitt analysiert die Bedeutung von Diskursen, Massenmedien und Authentizität für die Vermittlung und Legitimation von Technik in der modernen Gesellschaft.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont erneut die Notwendigkeit, die kritische Analyse des gesellschaftlichen Fortschritts als ständige Aufgabe wahrzunehmen.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Vernunft, Kritik, Kritische Theorie, funktional differenzierte Gesellschaft, Technik, Ethik, Diskurs, instrumentelle Vernunft, Systemtheorie, Öffentlichkeit, Entscheidungsgesellschaft, soziale Legitimation, wissenschaftlicher Fortschritt, menschliche Natur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Funktion Kritik in einer modernen, von Wissenschaft und Technik geprägten Gesellschaft der Aufklärung einnimmt und wie diese Gesellschaft mit den durch den Fortschritt erzeugten Problemen umgehen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Vernunft und Macht, die Auswirkungen des technischen Fortschritts auf die menschliche Natur sowie die Möglichkeiten und Grenzen ethischer Diskursführung in modernen gesellschaftlichen Systemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die unbedingte Notwendigkeit von Kritik als Mittel zur Läuterung der Vernunft und zur Reflexion über gesellschaftliche Entwicklungen in einer Welt aufzuzeigen, die zur Spezialisierung und Systemverselbstständigung neigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die zentrale Begriffe der Philosophie (Kant, Foucault) und der Soziologie (Horkheimer/Adorno, Habermas, Luhmann, Schimank) in Beziehung setzt, um ein Verständnis für den gesellschaftlichen Diskurs zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Aufklärung bei Kant, die kritische Theorie der Frankfurter Schule, sowie systemtheoretische Ansätze zur Entscheidungsfindung und zur Rolle von Massenmedien bei der diskursiven Thematisierung von Technik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Aufklärung, instrumentelle Vernunft, funktional differenzierte Gesellschaft, Kritik, öffentlicher Diskurs und ethische Verantwortung.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Luhmann von der von Habermas?
Während Habermas an das Potenzial einer diskursiv vermittelten Einigung durch kommunikative Vernunft glaubt, ist Luhmann skeptisch, da er Einheiten in funktional differenzierten Gesellschaften für praktisch unmöglich hält, da jedes System nur seiner eigenen Logik folgt.
Welche Rolle spielen Massenmedien in diesem Kontext?
Massenmedien fungieren als Transporteure und Multiplikatoren von Themen, reduzieren dabei jedoch Komplexität und können den öffentlichen Diskurs durch Auswahl oder Nichtbeachtung von Themen sowie durch die Inszenierung von Sprecherrollen beeinflussen.
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- Julian Huff (Author), 2006, Aufklärung - Technik - Kritik: Über die Rolle der Kritik in der Gesellschaft der Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63649