Bei der vorliegenden Arbeit geht es um den Bereichs- bzw. Funktionalstil. Beide Begriffe sind geläufig und meinen prinzipiell das Gleiche. Jedoch wird von manchen Menschen der Begriff des Bereichsstils, und von anderen der Begriff des Funktionalstils bevorzugt. Bereichsstil deshalb, weil man diese Art von Stil in verschiedene Bereiche einteilen kann. Wobei der Begriff des Funktionalstils laut ASMUTH / EHLERS nur „im Bereich streng intentional ausgerichteter Texte“ verwendet werden kann, „die in soziale Zusammenhänge eingebaut sind und hier bestimmte Funktionen erfüllen“. Das Ziel der Arbeit ist anhand von Texten aus verschiedenen Bereichen festzustellen, ob diese Texte tatsächlich verschiedene Funktionen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen von Bereichs- und Funktionalstil
2.1. Nach Krahl / Kurz
2.2. Nach Michel
3. Die funktionalen Stiltypen
3.1. Alltagsrede
3.2. Belletristik
3.3. Direktive
3.4. Presse und Publizistik
3.5. Wissenschaft
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Bereichs- bzw. Funktionalstil anhand verschiedener Textbeispiele, um zu belegen, dass unterschiedliche soziale und kommunikative Kontexte spezifische sprachliche Funktionen und Stilausprägungen bedingen.
- Definition und theoretische Einordnung von Bereichs- und Funktionalstil.
- Untersuchung der Alltagssprache und ihrer spontanen, dialektalen Merkmale.
- Analyse belletristischer Texte hinsichtlich ihrer metaphorischen und bildhaften Gestaltung.
- Betrachtung von Direktiven (Gesetzestexten) im Hinblick auf Präzision und Eindeutigkeit.
- Bewertung der Sprachmerkmale in Presse, Publizistik und wissenschaftlichen Fachtexten.
Auszug aus dem Buch
3.5. Wissenschaft
Bei dem vorliegenden Korpus handelt es sich um einen wissenschaftlichen Text, der dem Funktionalstil der Wissenschaft zuzuordnen ist.
Hierbei ist die Vermittlung von Erkenntnissen laut FIX das wichtigste Kriterium des Funktionalstils der Wissenschaft, denn wissenschaftliches Schreiben ist, „zumindest im Bereich der Geisteswissenschaften, auch ein Akt, der zu neuen Erkenntnissen führt“. (Ulla Fix S.75)
Dieses Streben nach Erkenntnisvermittlung wird auch im zugrunde liegenden Text durch die Erklärung und Bedeutung des trockenen Auges deutlich.
Der Text ist an keine bestimmte Situation gebunden, wodurch der Autor gezwungen ist, alles auszuformulieren.
Häufig treten Termini wie z.B. Keratoconjunctivitis sicca und Hyperosmolarität auf, die auf der einen Seite der rationalen und präzisen Vermittlung wissenschaftlicher Sachverhalte dienen sollen, jedoch auf der anderen Seite nicht jedem Leser bekannt sind. Dies hat zur Folge, dass gerade Wissenschaftstexte die Allgemeinverständlichkeit immens einschränken und somit nur einem bestimmten Adressatenkreis zugänglich sind. Es gibt allerdings auch wissenschaftliche Texte, bei denen die Termini durch Definitionen fixiert sind, was beim vorliegenden Text jedoch nicht der Fall ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffliche Unterscheidung von Bereichs- und Funktionalstil ein und definiert das Ziel der Arbeit, die funktionalen Unterschiede verschiedener Textsorten aufzuzeigen.
2. Definitionen von Bereichs- und Funktionalstil: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Auffassungen von Krahl / Kurz sowie Michel zur Definition und funktionalen Einordnung von Sprachstilen.
3. Die funktionalen Stiltypen: Der Hauptteil analysiert exemplarisch fünf Stiltypen, von der Alltagssprache über Belletristik und Direktiven bis hin zu Presse und Wissenschaft.
4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass jeder Textbereich spezifische Funktionen erfüllt, die durch das Zusammenspiel von Ausdrucksmitteln und kommunikativem Zweck bestimmt werden.
Schlüsselwörter
Bereichsstil, Funktionalstil, Alltagssprache, Belletristik, Direktive, Presse, Publizistik, Wissenschaft, Textlinguistik, Stilistik, Sprachfunktion, Kommunikationsbereich, Stilprinzipien, Sprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Bereichs- bzw. Funktionalstil und untersucht, wie verschiedene gesellschaftliche Bereiche den Sprachgebrauch und die Funktionen von Texten prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung der Stilbegriffe sowie die praktische Analyse von Alltagssprache, belletristischen Texten, juristischen Direktiven, journalistischen Nachrichten und wissenschaftlichen Fachtexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Nachweis, dass Texte aus unterschiedlichen Bereichen tatsächlich spezifische, an ihre jeweilige Kommunikationsfunktion angepasste Stilmerkmale aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt eine korpusbasierte Analyse, bei der Beispieltexte aus den fünf identifizierten Stiltypen hinsichtlich ihrer spezifischen Merkmale untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der fünf Stiltypen: Alltagssprache, Belletristik, Direktive, Presse und Publizistik sowie Wissenschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stilistik, Bereichsstil, Funktionalstil, Textfunktion, Sprachgebrauch und die verschiedenen spezifischen Kommunikationsdomänen charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die wissenschaftliche Sprache laut der Arbeit?
Wissenschaftliche Texte zeichnen sich durch Präzision, Abstraktion, Sachlichkeit und die Verwendung fachspezifischer Termini aus, um Erkenntnisse logisch und folgerichtig zu vermitteln.
Welche Funktion hat die Belletristik laut der Analyse?
Die Belletristik nutzt sprachlich-stilistische Ausdrucksmittel, um dem Leser einen bestimmten Ideengehalt zu vermitteln, und zeichnet sich durch künstlerisch-bildhafte Konkretisierung aus.
Was ist das Merkmal der Sprache in der "Direktive"?
Die Direktive, hier am Beispiel des Handelsgesetzbuches (HGB) illustriert, zeichnet sich durch Eindeutigkeit, Genauigkeit und einen amtlichen Charakter aus, der auf präzise Regelungen abzielt.
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- Nadine Fuchs (Author), 2005, Bereichsstil vs. Funktionalstil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63652