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"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" Gibt es sensible Phasen in der motorischen Entwicklung?

Title: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" Gibt es sensible Phasen in der motorischen Entwicklung?

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Johannes Chun (Author)

Sport - Kinematics and Training Theory
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Summary Excerpt Details

Diese Ausarbeitung soll prinzipiell den roten Faden des Referats aufgreifen und in schriftlicher Form wiedergeben. Es geht, wie die Überschrift schon verrät, um die Überprüfung und darauffolgend entweder Ablehnung oder Bestätigung der weit geläufigen These, dass das beste motorische Lernalter im Lebensabschnitt vor der Pubertät liegt. Ein jeder von uns hat sicherlich in dem einen oder anderen Zusammenhang schon einmal das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr !“ gehört, und dies zeigt mehr denn jede Umfrage, wie tief dieser Gedanke, diese Überzeugung, in unserer Gesellschaft verankert ist.
In dieser Ausarbeitung wird auf drei verschiedene Untersuchungen zu dem Thema „Sensible Phasen“ eingegangen, die Theorien von Hirtz, Joch und Winter. Hirtz und Joch vertreten hierbei sehr unterschiedliche Standpunkte, die dann von Winter auf ihre Richtigkeit und ihre Übereinstimmbarkeit untersucht werden.
Vorab erfolgt allerdings noch eine genaue begriffliche Abgrenzung zum eindeutigen Verständnis des Terminus „sensible Phase“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung

3 Die Hirtz Theorie

3.1 Die Untersuchung von Hirtz

3.2 Interpretation von Hirtz

4 Die Joch Theorie

4.1 Untersuchungen zur Joch Theorie

4.1.1 Das Fahrradexperiment

4.1.2 Das Jonglier-Experiment

4.1.3 Das Badminton-Experiment

4.2 Interpretation der Ergebnisse

5 Die Winter Theorie

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die weit verbreitete These vom "besten motorischen Lernalter" in der Vorpubertät. Ziel ist es, anhand der wissenschaftlichen Theorien von Hirtz, Joch und Winter zu klären, ob es empirisch belegte "sensible Phasen" in der motorischen Entwicklung gibt oder ob der Erwerb motorischer Fertigkeiten primär von individuellen Bewegungserfahrungen abhängt.

  • Überprüfung der populären Annahme vom optimalen Lernalter in der Kindheit.
  • Abgrenzung der Begriffe "sensible Phase" und "kritische Phase".
  • Analyse kontroverser Untersuchungsergebnisse zur motorischen Lernleistung.
  • Untersuchung der Bedeutung von koordinativen Bewegungserfahrungen.
  • Bewertung der Rolle der Pubertät für die motorische Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Das Jonglier-Experiment

Diese Untersuchung, die Joch und Mitarbeiter ein Jahr nach dem Fahrradexperiment durchführten, dient ebenfalls der Überprüfung möglicher sensibler Phasen in der motorischen Entwicklung.

Hier ging es um das Erlernen des Jonglierens (einfache Kaskade) in fünf Lernstufen. 132 Probanden zwischen neun und 18 Jahren (jeweils 66 Jungen und Mädchen) mit einem durchschnittlichen Alter von 13,2 Jahren bei den Jungen und 12,7 Jahren bei den Mädchen sollten innerhalb von 30 Minuten die einfache Kaskade erlernen. Die fünf Lernstufen waren so angelegt, das eine jeweils auf der vorherigen aufbaute, also eine methodische Reihe bildeten.

Stufe 1: Hochwerfen und Fangen von zwei Bällen

Stufe 2: Überkreuzwerfen und Fangen von zwei Bällen

Stufe 3: Überkreuzwerfen mit drei Bällen

Stufe 4: Jonglieren von drei Bällen, wobei der zuletzt geworfene Ball nicht gefangen werden muss

Stufe 5: Jonglieren von drei Bällen. Wurde der letzte Ball auch gefangen, so war die Kaskade erfolgreich gelernt und die fünfte Stufe erreicht

Die Probanden durften immer nur zu einer höheren Stufe fortschreiten, wenn die vorherige beherrscht wurde. Weiterhin wurden noch die Lernstufen 6, 7 und 8 hinzugefügt, die eine 2-, 3- bzw. n-malige Durchführung der Kaskade beeinhalteten, aber nicht mehr Teil des eigentlich Experiments waren.

Wie auch bereits bei dem Fahrradexperiment deuten berechnete Koeffizienten zwischen Lernleistung und Alter auf einen Vorteil zugunsten der älteren Kinder (innerhalb der Stichprobe) hin. Als Lernen auf Anhieb wurde in diesem Experiment das Erreichen von mindestens Lernstufe 5, wobei für die ersten vier Stufen höchstens zehn Minuten gebraucht werden durften, definiert. Dieses Lernziel erreichten zehn Jungen und acht Mädchen, deren Durchschnittsalter bei 15,9 bzw. 15,6 Jahren lag. Keines der Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren schafften das „Lernen auf Anhieb“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des "besten motorischen Lernalters" ein und stellt das Ziel der Arbeit sowie die zu untersuchenden Theorien von Hirtz, Joch und Winter vor.

2 Begriffsbestimmung: Es erfolgt eine notwendige Abgrenzung zwischen den Begriffen "sensible Phase" und "kritische Phase" sowie eine Erläuterung der verwendeten Altersgruppeneinteilungen.

3 Die Hirtz Theorie: Dieses Kapitel stellt Hirtz' Annahme vor, dass koordinative Fähigkeiten im Schulkindalter am effektivsten entwickelt werden können, gestützt durch seine umfangreichen Untersuchungen.

3.1 Die Untersuchung von Hirtz: Hier werden die fünf fundamentalen koordinativen Fähigkeiten erläutert und die Untersuchungsergebnisse an 2800 Probanden dargelegt.

3.2 Interpretation von Hirtz: Es wird diskutiert, wie der Sportunterricht diese sensible Phase durch gezielte Variation nutzen kann, ohne sie als kritische Phase misszuverstehen.

4 Die Joch Theorie: Dieses Kapitel thematisiert die Zweifel von Joch und Mitarbeitern an einem vorpubertären "besten Lernalter" basierend auf kleineren Feld- und Laborexperimenten.

4.1 Untersuchungen zur Joch Theorie: Vorstellung der drei durchgeführten Experimente: Fahrrad-, Jonglier- und Badminton-Experiment.

4.1.1 Das Fahrradexperiment: Darstellung eines Experiments, das eine eher umgekehrte Altersabhängigkeit bezüglich der Lernleistung bei dieser spezifischen Aufgabe nahelegt.

4.1.2 Das Jonglier-Experiment: Detaillierte Beschreibung eines Stufen-Experiments, das einen Lernvorteil der älteren Kinder gegenüber Zehn- bis Zwölfjährigen zeigt.

4.1.3 Das Badminton-Experiment: Analyse eines Experiments mit Vereinsspielern, bei dem der Leistungszuwachs gleichmäßiger über die Altersgruppen verteilt war.

4.2 Interpretation der Ergebnisse: Zusammenfassung, dass nicht das Alter allein entscheidend ist, sondern die bereits gesammelten Bewegungserfahrungen der Kinder.

5 Die Winter Theorie: Winter ordnet die Ergebnisse von Hirtz und Joch ein, betont die Komplexität sensibler Phasen und identifiziert einen zweiten koordinativen Höhepunkt in der Adoleszenz.

6 Zusammenfassung: Abschließende Schlussfolgerung, dass die Mär vom "besten motorischen Lernalter" vor der Pubertät falsch ist, aber eine vielseitige Ausbildung in jungen Jahren dennoch essentiell bleibt.

Schlüsselwörter

Sensible Phase, kritische Phase, motorische Entwicklung, koordinative Fähigkeiten, Lernalter, Bewegungserfahrungen, Pubertät, motorisches Lernen, Schulsport, Hirtz Theorie, Joch Theorie, Winter Theorie, Ontogenese, Leistungszuwachs, Trainingseffektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit hinterfragt die in der Gesellschaft verankerte Überzeugung, dass motorisches Lernen im Kindesalter vor der Pubertät am effektivsten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die Existenz sensibler Phasen, die motorische Trainierbarkeit in verschiedenen Altersabschnitten und die Bedeutung koordinativer Fähigkeiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Überprüfung der These, ob es tatsächlich ein "bestes motorisches Lernalter" gibt oder ob dies durch andere Faktoren wie Bewegungserfahrungen zu erklären ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit ist eine Ausarbeitung, die existierende Theorien und empirische Untersuchungsergebnisse der Sportwissenschaft (Hirtz, Joch, Winter) vergleicht und kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Theorien von Hirtz (Befürworter des vorpubertären Lernalters), Joch (Kritiker durch experimentelle Feldtests) und Winter (objektive Einordnung) detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "sensible Phase", "motorische Entwicklung", "Koordinationsfähigkeit" und "Bewegungserfahrungen" geprägt.

Warum unterscheidet der Autor zwischen "sensibler" und "kritischer" Phase?

Die Unterscheidung ist zentral, da eine kritische Phase (wie in der Tierwelt) bei Nichtnutzung zu unwiederbringlichen Verlusten führt, während eine sensible Phase lediglich einen trainingsgünstigen Zeitraum beschreibt.

Welche Rolle spielen die "Bewegungserfahrungen" für die Schlussfolgerung?

Bewegungserfahrungen sind laut der Interpretation in der Arbeit der entscheidende Faktor: Ältere Kinder lernen neue Bewegungen oft schneller, weil sie auf einen größeren Schatz an bereits erlernten motorischen Mustern zurückgreifen können.

Gibt es laut der Arbeit einen zweiten motorischen Entwicklungshöhepunkt?

Ja, Winter identifiziert einen zweiten koordinativen Höhepunkt in der frühen Adoleszenz, der jedoch eine entsprechende motorische Vorbildung in der vorpubertären Zeit voraussetzt.

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Details

Title
"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" Gibt es sensible Phasen in der motorischen Entwicklung?
College
Technical University of Darmstadt  (Institut fuer Sportwissenschaft)
Course
ProSeminar Motorische Entwicklung
Grade
1,7
Author
Johannes Chun (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V63686
ISBN (eBook)
9783638566735
ISBN (Book)
9783656806820
Language
German
Tags
Hänschen Hans Gibt Phasen Entwicklung ProSeminar Motorische Entwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Chun (Author), 2003, "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" Gibt es sensible Phasen in der motorischen Entwicklung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63686
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