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Das Kriegsschuldreferat und der Kampf gegen den Versailler Vertrag

Título: Das Kriegsschuldreferat und der Kampf gegen den Versailler Vertrag

Trabajo Escrito , 2002 , 18 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Dominik Bach (Autor)

Historia de Alemania - Primera Guerra Mundial, República de Weimar
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"Ganz Deutschland bebte vor Empörung. Wo man sich traf, (...) in der Öffentlichkeit und bis in die Familien hinein griff nationale Erregung wie ein plötzlicher, unkontrollierter Flächenbrand um sich. Nur wenige vermochten sich herauszuhalten aus dieser auflodernden nationalistischen Einigkeit, einem flackernden, unsteten Gemeinschaftsgefühl. Es erfasste die Politiker ebenso wie die Journalisten; nur die Intensität und die Überlegtheit des Ausdrucks wechselte, die Überzeugung war einhellig: Dieser Friedensvertrag (...) durfte nicht Wirklichkeit werden."

Treffender als mit dem Historiker Peter Krüger, der bereits 1972 seine Habilitation über das Thema "Deutschland und die Reparationen 1918/19" verfasst hatte, kann man die in Deutschland vorherrschende Stimmung nach der Übergabe des Entwurfs des Versailler Vertrages an die Deutsche Delegation am 7. Mai 1919 kaum beschreiben. Der "Kampf" dieser Delegation unter Leitung des Außenministers Brockdorff-Rantzau gegen den Vertragsentwurf schlug aus vielseitigen und vielfach analysierten Gründen fehl. Letztendlich zwang das Ultimatum der Alliierten vom 16.06.1919, das mit der Drohung verbunden war die Kampfhandlungen wieder aufzunehmen, das Rumpfparlament, gegen den Widerstand vor allem der rechten Parteien, den Entwurf zu ratifizieren und sich somit dem "Diktatfrieden" zu beugen.

Alle deutsche Politik war angesichts dieses Friedens und der großen Enttäuschung über das Zustandekommen des Vertrages von Anfang an auf eine Revision ausgelegt. Umstritten waren lediglich die Mittel, mit denen sie betrieben werden sollte. So ist in der hier zu untersuchenden Kampagne des im Auswärtigen Amt (AA) angesiedelten Kriegsschuldreferats lediglich ein kleiner Ausschnitt der gesamten Revisionsbemühungen zu sehen.

In der Literatur wurde das Kriegsschuldreferat bis Anfang der 80er Jahre fast völlig vernachlässigt. Erst der Historiker Ulrich Heinemann schloss diese Lücke unter Verwertung der zahlreichen Quellen des Politischen Archivs des AAs. Ein Jahr später erschien von Wolfgang Jäger eine weitere Studie, die die Debatten um den Ausbruch des Ersten Weltkrieges zwischen 1914 und 1980 untersuchte und dabei der Linie Hans Mommsen folgte. Von ehemaligen Leitern des Referats stammen zudem Darstellungen ihrer Tätigkeit aus dem Jahr 1937. Diese sind jedoch, trotz ihres durchaus objektiven Tons, sehr kritisch zu lesen und erscheinen spätestens seit der Arbeit Heinemanns in einem ganz anderem Licht.
[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Die Bedeutung von Artikel 231 des Versailler Vertrages für die Revisionsforderungen.

II. Der Weg zur Einrichtung des Kriegsschuldreferats im AA und seine Organisation.

1. Erste Vorläufer des Kriegsschuldreferats.

2. Die schwierige Geburt des Kriegsschuldreferats im AA.

a) Das scheitern der anfänglichen Pläne.

b) Neuer Auftrieb für das Kriegsschuldreferat und sein Projekt.

c) Die Aufgaben der Zentralstelle im Zusammenspiel mit dem Kriegsschuldreferat.

d) Gründe für den Ausbau des Kriegsschuldreferats

III. Die Arbeit des Kriegsschuldreferats.

1. Die Aufarbeitung des Aktenbestands des AA.

a) Die „Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch“.

b) Die „Große Politik der Europäischen Kabinette“.

c) Ausländische Dokumente im Besitz des AA.

2. Hilfestellung des Kriegsschuldreferats bei der Aufarbeitung ausländischer Aktenbestände

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung, Organisation und Arbeitsweise des Kriegsschuldreferats innerhalb des Auswärtigen Amtes in der Zwischenkriegszeit. Das primäre Ziel ist es, die Rolle dieser Institution im Kontext der deutschen Revisionsbemühungen gegenüber dem Versailler Vertrag sowie die Instrumentalisierung historischer Akten zur Beeinflussung der internationalen öffentlichen Meinung zu analysieren.

  • Bedeutung des Artikels 231 des Versailler Vertrages für die deutsche Revisionspolitik
  • Entwicklungsprozess und institutionelle Einbettung des Kriegsschuldreferats
  • Methoden der Aktenaufarbeitung und Propaganda-Strategien des Auswärtigen Amtes
  • Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für die Erforschung der Kriegsursachen
  • Diskurs um die historische Verantwortung und die Debatte der Kriegsschuld

Auszug aus dem Buch

Die „Große Politik der Europäischen Kabinette“

Das Projekt einer Veröffentlichung von Akten welche die Vorkriegsgeschichte seit der Reichsgründung 1871 beleuchten sollten wurde bereits am 21. Juli 1919 vom Kabinett Bauer beschlossen. Argumentiert wurde dabei, dass die Gründe für den Ausbruch des Krieges nicht allein in der Julikrise zu suchen seien, sondern bereits viel früher. Damit war bereits der Sinn dieser Veröffentlichungen zumindest im Ansatz festgelegt: Die deutsche Außenpolitik sollte der imperialistischen Politik der anderen europäischen Großmächte gegenüber gestellt und somit relativiert werden.

Zur Vorantreibung dieses Projekts und im Bemühen um „Objektivität“ warb das AA drei Außenstehende an: den Würzburger Privat- und Völkerrechtler Albrecht Mendelssohn-Bartholdy, den Theologen und Orientforscher Johannes Lepsius und Friedrich Thimme, den bisherigen Direktor der Bibliothek des Preußischen Landtags. Auch für diese drei galt die vom AA vorgegebene Zielsetzung, ihre Arbeit müsse international der Durchsetzung der deutschen Kriegsschuldargumentation dienen.

Die Behauptung, das AA hätte in die Arbeit der drei nicht oder kaum interveniert ist heute Dank Heinemann endgültig widerlegt. Es war vielmehr ständig präsent und sorgte auch dafür, dass brisante Akten nicht an die Öffentlichkeit gelangten. Bezeichnend hierbei ist auch der Feldzug, den das AA gegen die Pläne der Archivräte des Potsdamer Reichsarchivs, parallel zum AA eine umfassende Darstellung der Ereignisse des Ersten Weltkrieges zu veröffentlichen, führte. Das AA wollte die alleinige Kontrolle über die Publikation von Akten zur Kriegsschuldfrage.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Stimmung der deutschen Bevölkerung nach Bekanntwerden des Versailler Vertrags und Definition der Fragestellung zur Rolle des Kriegsschuldreferats.

I. Die Bedeutung von Artikel 231 des Versailler Vertrages für die Revisionsforderungen.: Analyse des Artikels 231 als Grundlage für Reparationsforderungen und als zentrales Element der deutschen Revisionspropaganda.

II. Der Weg zur Einrichtung des Kriegsschuldreferats im AA und seine Organisation.: Darstellung der historischen Vorläufer, der schwierigen Etablierung innerhalb der Ministerialbürokratie und der internen Organisationsstrukturen.

III. Die Arbeit des Kriegsschuldreferats.: Untersuchung der praktischen Tätigkeit, insbesondere der Aktenaufarbeitung, der Publikationsprojekte und der strategischen Nutzung ausländischer Dokumente.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Einordnung der Rolle des Referats im Kontext des Historikerstreits sowie der politischen Entwicklung der Weimarer Republik.

Schlüsselwörter

Kriegsschuldreferat, Auswärtiges Amt, Versailler Vertrag, Artikel 231, Revisionspolitik, Kriegsschuldlüge, Weimarer Republik, Propaganda, Historikerstreit, Kriegsursachen, Reparationen, Aktenpublikation, deutsche Außenpolitik, Geschichtsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Tätigkeiten und die Bedeutung des Kriegsschuldreferats im deutschen Auswärtigen Amt zwischen 1918 und 1939 im Rahmen des Kampfes gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die diplomatische Abwehr der Kriegsschuldthese, die Organisation staatlich gesteuerter Propaganda und die wissenschaftlich getarnte Aufarbeitung von Dokumenten zur Kriegsvorgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit das Kriegsschuldreferat als gezieltes Instrument der Außenpolitik diente, um die internationale Meinung zugunsten einer Revision des Versailler Vertrages zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, insbesondere unter Auswertung der Bestände des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der institutionellen Entstehung des Referats sowie die detaillierte Analyse der Akteneditionen und der strategischen Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Akteuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kriegsschuldreferat, Auswärtiges Amt, Versailler Vertrag, Revisionspolitik, Propaganda und die historische Aufarbeitung der Kriegsursachen.

Welche Bedeutung hatte die „Große Politik der Europäischen Kabinette“?

Dieses Großprojekt diente dazu, die deutsche Außenpolitik historisch zu entlasten, indem eine Mitschuld der anderen europäischen Großmächte durch die Publikation ausgewählter Akten suggeriert wurde.

Wie bewertet der Autor die Thesen von Hans Mommsen?

Der Autor hinterfragt Mommsens These, das Kriegsschuldreferat sei rein innenpolitisch zur Bekämpfung der demokratischen Republik instrumentalisiert worden, und betont stattdessen die außenpolitischen Revisionsziele als primäre Triebfeder.

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Detalles

Título
Das Kriegsschuldreferat und der Kampf gegen den Versailler Vertrag
Universidad
University of Bonn  (Historisches Seminar)
Curso
Übung: Das Auswärtige Amt in der Zwischenkriegszeit 1918 - 1939
Calificación
2,0
Autor
Dominik Bach (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
18
No. de catálogo
V6373
ISBN (Ebook)
9783638139595
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kriegsschuld Erster Weltkrieg Auswärtiges Amt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dominik Bach (Autor), 2002, Das Kriegsschuldreferat und der Kampf gegen den Versailler Vertrag, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6373
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