Als werdender Vater sehe ich mich nun direkt mit einigen Fragen konfrontiert, welches sowohl ein vieldiskutiertes Alltagsthema ist, aber auch, verstärkt in einer Zeit von Überfluss an Eindrücken und Möglichkeiten, im wissenschaftlichen Interesse steht:
Was ist gut für die Erziehung meines Kindes?
Was wird Einfluss auf mein Kind haben?
Was ist förderlich, was hemmend?
Nach den ersten Jahren (oder ersten Monaten) mit den Eltern kommt das Kleinkind in näheren Kontakt mit der Gesellschaft: Kinderkrippe, Kindergarten oder Schule werden sehr früh das Wesen oder den Charakter prägen.
Doch nicht nur diese gesellschaftlichen Institutionen sind für die Entwicklung des Kindes von Bedeutung, ein weiteres Phänomen setzt schon in den frühen Jahren an und wird sich durch das gesamte Leben des Menschen fortsetzen: der Sport.
Sport durchdringt unsere Gesellschaft und ist elementarer Bestandteil des täglichen Lebens; so sind z.B. allein - laut der Internetseite des Deutschen Sportbundes - immerhin rund 27 Millionen Menschen als Mitglieder organisiert, welche sich auf ca. 90 000 Turn- und Sportvereine aufgliedern.
Das ein frühes Auseinandersetzen mit dem Sport förderlich für motorische und auch medizinische Aspekte ist, gilt als wissenschaftlich bewiesen, welcher Einfluss aber auf die psychische Entwicklung genommen wird, gilt – zumindest im Kindesalter – noch als „unbeschriebenes Blatt“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Das Selbstkonzept
2.2.1 Überblick
2.2.2 Selbstkonzept
2.2.3 Einfluss auf die Persönlichkeit
2.2.4 Einfluss auf die Gesundheit
2.2.5 Geschlechtsspezifität
2.2.6 Aufbau und Modellvorstellung
2.2.6.1 Das Modell nach Shavelson et al.
2.2.6.1.1 Aufbau
2.2.6.1.2 Struktur
2.2.6.1.3 Eigenschaften
2.2.6.1.4 Genese
2.2.6.1.5 Evaluation
2.2.6.1.6 Kritik
2.2.7 Beeinflussende Variablen und Moderatoren
2.3 Das Körperkonzept als Teildimension des Selbstkonzeptes
2.4 Selbstkonzept und Sport
2.4.1 Aktueller Forschungsstand
2.4.2 Sport und Persönlichkeit
2.4.3 Sport und Selbstkonzeptentwicklung
2.4.3.1 Sonstroems & Morgans EXSEM-Modell
2.4.4 Selbstkonzept im Kindesalter
3 SV Pfefferwerk e.V.
4 Studie
4.1 Fragestellung und Hypothesen
4.2 Methodik
4.2.1 Probanden
4.2.2 Untersuchungsdesign
4.2.3 Das Frankfurter-Kinder-Selbstkonzeptinventar
4.2.3.1 Gütekriterien
4.2.3.2 Bisherige Untersuchungen
4.3 Durchführung
4.4 Auswertungen
5 Diskussion
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von sportlicher Betätigung auf die psychische Entwicklung von Kindern im frühen Kindesalter, insbesondere auf das Konstrukt des Selbstkonzepts. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwieweit unterschiedliche Sportarten bzw. Sportformen eine differenzierte Ausprägung des Selbstkonzepts begünstigen können.
- Analyse theoretischer Grundlagen des Selbstkonzepts und des Körperkonzepts.
- Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Sport und Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern.
- Durchführung einer empirischen Querschnittsstudie mit Kindern im Alter von 4-6 Jahren.
- Evaluierung der Auswirkungen verschiedener Sportangebote (Fußball vs. freies Bewegungsturnen).
- Methodische Auseinandersetzung mit dem Frankfurter-Kinder-Selbstkonzeptinventar (FKSI).
Auszug aus dem Buch
2.2.6.1.3 Eigenschaften
Dieses Modellkonzept weist folgende sieben Merkmale auf (Stiller & Alfermann, 2005, S. 120f):
(1) Es ist strukturiert, d.h. eingehende Informationen werden von Personen kategorisiert und in Beziehung gesetzt.
(2) Es ist multidimensional, d.h. es existieren die oben genannten Subdimensionen.
(3) Es ist hierarchisch, d.h. es ist so organisiert, dass spezifische Informationen von der obersten zur untersten Ebene abgebildet werden können.
(4) Es ist stabil, d.h. Veränderungen sind eher auf der untersten Ebene möglich, der globale Selbstwert ist relativ beständig.
(5) Es ist entwickelbar, d.h. mit zunehmendem Alter (spez. bis zur Adoleszenz) bilden sich die einzelnen Unterkategorien und Subdimensionen heraus.6
(6) Es ist beschreibend und zugleich bewertend.
(7) Es ist zwischen anderen Dimensionen diskriminierend, d.h. beispielsweise, dass akademische Leistungen eher dem akademischen Selbstkonzept zugeordnet und weniger mit sozialen oder emotionalen Komponenten in Verbindung gebracht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation des Autors dar, die Bedeutung des Sports für die kindliche Entwicklung wissenschaftlich zu beleuchten und führt in das Konstrukt des Selbstkonzepts ein.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel bietet einen Literaturüberblick über das Selbstkonzept, diskutiert dessen Definitionen, Modelle sowie den Einfluss von Sport und Körperkonzept auf die kindliche Persönlichkeit.
3 SV Pfefferwerk e.V.: Hier wird der Untersuchungsort, ein Berliner Breitensportverein, vorgestellt, dessen Leitbild und sportliches Angebot den Rahmen für die empirische Studie bilden.
4 Studie: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung, inklusive der Probandenbeschreibung, des eingesetzten Frankfurter-Kinder-Selbstkonzeptinventars und der statistischen Auswertung.
5 Diskussion: In diesem Teil werden die statistischen Ergebnisse der Studie kritisch hinterfragt, Limitationen des Studiendesigns erörtert und die Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf das Modell des Selbstkonzepts diskutiert.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert die Studienergebnisse und fordert für zukünftige Forschungen einen prozessorientierten Ansatz sowie längsschnittliche Studien zur tieferen Untersuchung der kindlichen Entwicklung.
Schlüsselwörter
Selbstkonzept, Kindesalter, Sportwissenschaft, Körperkonzept, Sportpsychologie, Frankfurter-Kinder-Selbstkonzeptinventar, Persönlichkeitsentwicklung, Salutogenesemodell, Psychomotorik, empirische Studie, Fußball, Bewegung Integrale, Selbstwertgefühl, Entwicklungspsychologie, Kindersport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von regelmäßiger sportlicher Aktivität auf das Selbstkonzept von Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die psychologischen Konstrukte des Selbstkonzepts und Körperkonzepts sowie deren Entwicklung unter dem Einfluss von körperlicher Bewegung und Sport.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Studie?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Querschnittsuntersuchung zu ergründen, ob verschiedene Sportarten (wie Fußball vs. integratives Turnen) unterschiedlich stark auf die Ausprägung des Selbstkonzepts bei Kleinkindern wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Der Autor führt eine quantitative Querschnittsstudie durch und nutzt den „Frankfurter-Kinder-Selbstkonzeptinventar“ (FKSI), um Daten von 31 Probanden zu erheben und statistisch mittels T-Tests auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung zu Selbst- und Körperkonzeptmodellen (insb. nach Shavelson et al.) und die detaillierte Darstellung der empirischen Studie beim SV Pfefferwerk e.V.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Selbstkonzept, Kindesalter, Sportpsychologie, körperliche Effizienz und empirische Diagnostik.
Welche Rolle spielt das Körperkonzept in der Untersuchung?
Das Körperkonzept wird als entscheidende Teildimension des allgemeinen Selbstkonzepts betrachtet, die besonders im Kindesalter durch sportliche Erfolgs- und Kompetenzerfahrungen beeinflussbar ist.
Was waren die Hauptergebnisse bezüglich des Geschlechtsunterschieds?
Die Studie konnte die Hypothese stützen, dass in der untersuchten Altersgruppe der 4-6-Jährigen keine signifikanten Unterschiede im Selbstkonzept zwischen Mädchen und Jungen in der freien Sportgruppe bestehen.
Warum wird gerade der SV Pfefferwerk e.V. als Studienobjekt gewählt?
Der Verein wird als Modell für einen integrativen Breitensportverein genutzt, der durch seine diversen Sportabteilungen und seinen pädagogischen Fokus eine ideale Vergleichsbasis für die Untersuchung bietet.
Wie bewertet der Autor den Einsatz des Frankfurter-Kinder-Selbstkonzeptinventars?
Er sieht den Fragebogen als innovatives, diagnostisches Instrument für Kleinkinder, kritisiert jedoch die hohe Item-Anzahl und die Herausforderungen bei der Durchführung mit 4-jährigen Kindern.
- Arbeit zitieren
- Thomas Letzian (Autor:in), 2006, Sport und Selbstkonzept im Kindesalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63782