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Römische Lager im rechtsrheinischen Germanien

Title: Römische Lager im rechtsrheinischen Germanien

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Geißler (Author)

World History - Early and Ancient History
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[...] Die vorliegende Arbeit bewegt sich im historischen Rahmen der Germanienfeldzüge des Augustus bis zur Niederlage des Varus (ca.12 v. Chr.-9 n. Chr.). Aufgrund der geringen Truppenpräsenz an der römischen Reichsgrenze entlang des Rheins kam es wiederholt zu Überfällen germanischer Stämme auf römisches Territorium, was im Jahr 16 v. Chr. zu einer „mehr schmachvoll[en] als verlustreich[en]“ 1 Niederlage des Legaten Lollius führte, die mit dem Verlust eines Legionsadlers einherging. Dies veranlasste den römischen Kaiser Augustus dazu, die Pläne zur Sicherung der am Rhein gelegenen Provinzen umzusetzen und erstmals offensive Maßnahmen gegen die auf der rechten Rheinseite siedelnden germanischen Stämme in Angriff zu nehmen. 2 Unter der Führung seiner Stiefsöhne, Drusus und Tiberius, wurden im Zuge der Kriegsvorbereitungen mehrer Militärstützpunkte am linken Rheinufer errichtet, die als Ausgangspunkte für spätere Operationen in Germanien dienten. Durch Truppenverlegungen waren zu Beginn der Feldzüge im Jahr 12 v. Chr. zwischen fünf und sechs römische Legionen und zusätzliche Auxiliareinheiten am linken Rheinufer stationiert, die in den folgenden Jahren für die römische Offensive in Germanien eingesetzt wurden. Die folgende Darstellung soll dem Leser einen Überblick über die archäologischen Funde von römischen Militäranlagen im rechtsrheinischen Gebiet zwischen Lippe und Main, dem damaligen Siedlungsgebiet der germanischen Stämme der Sugambrer, Tenkterer, Usipeter und Chatten verschaffen. Ziel der Arbeit ist es, die bisher erforschten Römerlager vorzustellen, sie den verschiedenen Phasen der Feldzüge zuzuordnen und die jeweilige Funktion der Militärlager aufzuzeigen. Der räumliche Schwerpunkt der Untersuchung liegt hierbei im Gebiet der militärischen Vormarschwege entlang der Lippe in Westfalen, der Wetterau und der hessischen Senke. Auf das augusteische Legionslager bei Dangstetten wird im folgenden Text nicht näher eingegangen, jedoch werden das Römerlager bei Marktbreit am Main und die Entdeckung einer augusteischen Stadtgründung bei Lahnau-Waldgirmes ausreichend behandelt werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Römerlager im rechtsrheinischen Germanien zur Zeit der Feldzüge des Drusus von 12 v. Chr. – 9 v. Chr.

2.1 Römerlager an der Lippe in Westfalen

2.1.1 Das Legionslager in Oberaden

2.1.2 2.1.2 Das Uferkastell in Beckinghausen

2.2 Römerlager in Hessen

2.2.1 Das Nachschublager von Rödgen

3 Römerlager im rechtsrheinischen Germanien zur Zeit der Feldzüge des Tiberius bis zur Niederlage des Varus im Jahr 9 n. Chr

3.1 Römerlager an der Lippe

3.1.1 Der Legionsstützpunkt von Haltern

3.1.2 Das Marschlager bei Holsterhausen

3.1.3 Das Legionslager Anreppen

3.2 Das Römerlager von Marktbreit

3.3 Die augusteische Stadtgründung bei Lahnau-Waldgirmes

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Diese Seminararbeit untersucht archäologische Funde römischer Militäranlagen im rechtsrheinischen Germanien zwischen 12 v. Chr. und 9 n. Chr. Ziel ist es, die Anlagen verschiedenen Phasen der augusteischen Germanienfeldzüge zuzuordnen und ihre jeweilige Funktion sowie Bedeutung für die römische Expansionspolitik zu analysieren.

  • Überblick über militärische Stützpunkte an Lippe, Main und in Hessen
  • Differenzierung zwischen Legionslagern, Marschlagern und Versorgungsstützpunkten
  • Analyse der augusteischen Stadtgründung bei Lahnau-Waldgirmes
  • Untersuchung der archäologischen Belege für die Räumung und Aufgabe der Lager
  • Kontextualisierung der Funde im Rahmen der historischen Germanienfeldzüge

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der Legionsstützpunkt von Haltern

Innerhalb des Stadtgebiets von Haltern sind inzwischen sechs römische Anlagen bekannt: „das Kastell auf dem Annaberg, der „Anlageplatz“ am Wiegel. die Uferkastelle, das Feldlager, das Hauptlager und das […] Ostlager“. Die folgende Darstellung konzentriert sich jedoch auf das Feldlager und das Hauptlager auf dem Silverberg, das von Johann-Sebastian Kühlborn als das „am besten bekannte[..] Militärlager augusteischer Zeit“ bezeichnet wurde.

Auf dem Silverberg in Haltern konnten bislang zwei Lager festgestellt werden, die schon vor dem Bau des Hauptlagers Bestand hatten. Aufgrund der fehlenden Innenbebauung und der Umwehrung, die nur aus einem Spitzgraben und einem Erdwall bestand, kann man davon ausgehen, dass es sich hierbei um zwei Marschlager handelt. Das ca. 34,5 ha große Feldlager bot bis zu zwei Legionen Platz, die wahrscheinlich in Zelten innerhalb des Lagerrings untergebracht waren.

Betrachtet man die Ausgrabungsergebnisse des Hauptlagers von Haltern, so fällt besonders die „dichte, planmäßige Bebauung“ auf. Auf dem ca. 18 ha großen Platz konnten zahlreiche Gebäude festgestellt werden, die entlang der Lagerstraßen angeordnet und von einer Holz-Erde-Mauer mit zwei vorgelagerten Spitzgräben umgeben waren. Bisher war es möglich, „die principia, das praetorium, die Wohngebäude für Offiziere, die Kasernen, verschiedene Wirtschaftsgebäude (fabricae), das Lazarett (valetudinarium) [und] ein[en] große[n] Speicher (horreum)“ den archäologischen Funden zuzuordnen. Laut Anne Johnson ist das Halterner Legionslager „das älteste, uns bekannte römische Militärlager, das vollständig mit solide gebauten, präzise geplanten Innenbauten versehen war“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Kontext der Germanienfeldzüge des Augustus und definiert das Ziel, die archäologischen Funde der Römerlager in den besetzten Gebieten zu analysieren.

2 Römerlager im rechtsrheinischen Germanien zur Zeit der Feldzüge des Drusus von 12 v. Chr. – 9 v. Chr.: Dieses Kapitel behandelt die frühen militärischen Vormarschwege und Lagerbauten unter Drusus, insbesondere in Westfalen und Hessen.

2.1 Römerlager an der Lippe in Westfalen: Hier werden die archäologischen Befunde in Oberaden und Beckinghausen vorgestellt, die als wichtige Stützpunkte während der ersten Offensiven dienten.

2.1.1 Das Legionslager in Oberaden: Die Beschreibung fokussiert sich auf die architektonischen Details, die Datierung und die strategische Funktion des Lagers als Winterquartier.

2.1.2 2.1.2 Das Uferkastell in Beckinghausen: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung des Uferkastells als kleinerer Stützpunkt zur Überwachung der Versorgungslinien.

2.2 Römerlager in Hessen: Dieses Kapitel widmet sich den militärischen Anlagen entlang der hessischen Vormarschroute.

2.2.1 Das Nachschublager von Rödgen: Es wird die Funktion des Lagers Rödgen als logistisches Zentrum zur Versorgung des in Germanien kämpfenden Heeres analysiert.

3 Römerlager im rechtsrheinischen Germanien zur Zeit der Feldzüge des Tiberius bis zur Niederlage des Varus im Jahr 9 n. Chr: Der Fokus liegt auf der zweiten Phase der Germanienoffensive und den damit verbundenen neuen militärischen Anlagen.

3.1 Römerlager an der Lippe: Eine Übersicht über die befestigten Lager an der Lippe während der Feldzüge unter Tiberius.

3.1.1 Der Legionsstützpunkt von Haltern: Analyse des Hauptstützpunkts in Haltern, der als Zentrum der römischen Macht im rechtsrheinischen Germanien gilt.

3.1.2 Das Marschlager bei Holsterhausen: Beschreibung der Reste dieses 50 Hektar großen Marschlagers und dessen zeitliche Einordnung.

3.1.3 Das Legionslager Anreppen: Untersuchung der Ausgrabungen in Anreppen und die Identifizierung der Anlage als Legionslager.

3.2 Das Römerlager von Marktbreit: Vorstellung des Lagers bei Marktbreit, das den Mainlauf als Vormarschroute belegt.

3.3 Die augusteische Stadtgründung bei Lahnau-Waldgirmes: Erläuterung der archäologischen Funde, die auf eine zivile Stadtgründung anstatt eines reinen Militärlagers hindeuten.

4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über den Erkenntnisgewinn durch archäologische Forschung für das Verständnis der römischen Germanienpolitik.

Schlüsselwörter

Römerlager, Germanienfeldzüge, Augustus, Tiberius, Drusus, Lippe, Main, Militärgeschichte, Archäologie, Legionslager, Marschlager, Lahnau-Waldgirmes, Provinzialisierung, Varusschlacht, rechtsrheinisches Germanien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen Überblick über die archäologische Erforschung römischer Militäranlagen, die im rechtsrheinischen Germanien während der Zeit der Feldzüge des Augustus und Tiberius errichtet wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Vormarschwege der römischen Legionen, die funktionale Differenzierung der verschiedenen Lagerarten (Marsch-, Legions- und Versorgungslager) sowie die Provinzialisierungsversuche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die bekannten Römerlager den historischen Phasen der Feldzüge zuzuordnen und ihre jeweilige militärische oder administrative Funktion zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Auswertung archäologischer Berichte und Grabungsergebnisse, kombiniert mit historischen Quellen, um eine aktuelle Darstellung der Forschungslandschaft zu geben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Lagerstandorte wie Oberaden, Haltern, Anreppen, Rödgen und Marktbreit sowie die Stadtgründung bei Lahnau-Waldgirmes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Germanienfeldzüge, Militärlager, Römer in Germanien, Augusteische Politik und Archäologische Funde geprägt.

Warum wird Lahnau-Waldgirmes als Ausnahme betrachtet?

Im Gegensatz zu den reinen Militärlagern weisen die Befunde in Waldgirmes auf eine zivile Stadtgründung mit städtischer Architektur hin, was die militärische Nutzung zweifelhaft erscheinen lässt.

Welche Rolle spielt die Varusniederlage für die Lager?

Die Varusniederlage im Jahr 9 n. Chr. markiert das abrupte Ende der römischen Präsenz in diesen Anlagen; archäologische Funde belegen, dass nach diesem Zeitpunkt keine Münzen mehr in den Lagern nachgewiesen werden können.

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Details

Title
Römische Lager im rechtsrheinischen Germanien
College
Dresden Technical University  (Philosophische Fakultät)
Course
Proseminar: Einführung in die Alte Geschichte: Die Germanienpolitik des Augustus
Grade
1,0
Author
Andreas Geißler (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V63785
ISBN (eBook)
9783638567442
ISBN (Book)
9783656794202
Language
German
Tags
Römische Lager Germanien Proseminar Einführung Alte Geschichte Germanienpolitik Augustus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Geißler (Author), 2004, Römische Lager im rechtsrheinischen Germanien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63785
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