Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Alexander dem Großen und Parmenion, einem seiner hochrangigsten Generäle und Feldherren, der auch schon unter Alexanders Vater Philipp diente und in das makedonische Heer, das nach Asien aufbrach, um die Perser zu schlagen, nicht zuletzt wegen seines enormen Einflusses bei Heer und Adel übernommen wurde.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit einer ereignisgeschichtlichen Darstellung des Alexander Zuges, wobei ein besonderer Fokus auf die Rolle Parmenions gelegt wurde, um die Entwicklung des Verhältnisses der beiden mächtigsten Männer am makedonischen Hof und Heer darzustellen.
Der zweite Teil dieser Ausarbeitung beschäftigt sich ausschließlich mit der Betrachtung von Parmenions Tod – beziehungsweise dessen Hinrichtung. Hier dreht es sich vor allem auch um die Frage, ob Parmenion ein politischer Gegner Alexanders war, oder ob Alexander lediglich jegliche Kritiker seiner Person auslöschen wollte.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
I.1. Gegenstand der Arbeit
I.2. Quellen- und Literaturbasis
II. Alexander und Parmenion – realer oder fiktiver Gegensatz?
II.1. Ereignisgeschichtliche Betrachtung
II.1.1. Parmenion unter Philipp bis zum Beginn des Asienfeldzuges unter Alexander
II.2.2. Parmenion unter Alexander vom Granikos bis nach Ekabatana
II.2. Parmenions Tod
II.2.1 Parmenion als politischer Gegner Alexanders
II.2.2. Alexanders politischer Mord an Parmenions Familie
III. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und spannungsreiche Verhältnis zwischen Alexander dem Großen und seinem bedeutendsten Feldherrn Parmenion. Ziel der Forschungsarbeit ist es, zu analysieren, ob zwischen den beiden Männern ein fundamentaler realer oder lediglich ein fiktiver politischer Gegensatz bestand, der schließlich in der Hinrichtung Parmenions gipfelte, oder ob Alexander lediglich jegliche Form von Kritik an seiner Herrschaft präventiv ausschalten wollte.
- Historische Rolle und militärische Bedeutung von Parmenion unter Philipp II. und Alexander.
- Analyse der ereignisgeschichtlichen Entwicklung des Verhältnisses zwischen Alexander und Parmenion während des Asienfeldzuges.
- Untersuchung der politischen Hintergründe und Motive hinter der Hinrichtung Parmenions und seiner Familie.
- Bewertung der Kontroverse, ob Parmenion ein tatsächlicher politischer Gegner oder ein loyales Opfer von Alexanders Herrschaftssicherung war.
Auszug aus dem Buch
II.2.1 Parmenion als politischer Gegner Alexanders
Ob zwischen Alexander und Parmenion wirklich unversöhnliche Differenzen bestanden, oder nicht, lässt sich nicht mehr klar feststellen. Lediglich an einigen Beispielen lässt sich festmachen, dass Parmenion hin und wieder eine andere Zielsetzung hatte als sein König.
So zum Beispiel, als die zweite Friedensgesandtschaft des Dareios Alexander in Tyros erreichte. Der persische Großkönig bot dem makedonischen König neben einem sehr hohen Lösegeld für seine Familie und einem Freundschafts- und Bundesverhältnis, auch das gesamte Land westlich des Euphrats und die Hand seiner Tochter an. Während der Verhandlungen im Kreise der makedonischen Feldherren, soll Parmenion gesagt haben, er würde sich damit begnügen, wenn er Alexander wäre. Darauf habe Alexander erwiderte, dass er das auch tun würde, wenn er Parmenion wäre. Dieser Rat Parmenions und Alexanders Reaktion darauf zeigen die entscheidende Wandlung in Alexanders Herrschaftszielen und die Differenzen, die sich daraus in politischer Hinsicht zwischen ihm und seinem treuen General ergaben. Während Alexander anscheinend vorhatte noch mehr als das Angebotene zu erobern – und davon kann man, nach der Ablehnung dieses Friedensangebotes zweifellos ausgehen – hatte Parmenion andere Vorstellungen von Makedoniens Zukunft. Er war anscheinend der Ansicht, dass es das beste wäre, sich mit dem bisher Erreichten – der Eroberung der westkleinasiatischen Griechenstädte – zufrieden zu geben und, dass man sie als Grundlage nutzen sollte, um einen dauerhaften Frieden zwischen Persern, Makedonen und Griechen zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Gegenstand der Arbeit als Untersuchung des Verhältnisses zwischen Alexander und Parmenion und gibt einen Überblick über die verwendete Quellen- und Literaturbasis.
II. Alexander und Parmenion – realer oder fiktiver Gegensatz?: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte ereignisgeschichtliche Darstellung, beginnend bei Parmenions Dienst unter Philipp bis hin zu seinen militärischen Einsätzen und den zunehmenden politischen Spannungen unter Alexander bis nach Ekabatana.
II.1. Ereignisgeschichtliche Betrachtung: Hier wird Parmenions Aufstieg und seine Rolle als führender General sowie seine verschiedenen militärischen Kommandos und beratenden Funktionen während des Asienfeldzuges chronologisch nachgezeichnet.
II.2. Parmenions Tod: Das Kapitel analysiert die Umstände der Hinrichtung Parmenions, beleuchtet ihn als potenziellen politischen Kontrahenten und untersucht die systematische Auslöschung seiner Familie durch Alexander.
III. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass aufgrund der Quellenlage keine abschließende Beurteilung möglich ist, sieht jedoch in der Ermordung Parmenions eine kalkulierte Maßnahme Alexanders zur Sicherung seiner unumschränkten Machtstellung.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Parmenion, Makedonien, Asienfeldzug, Philipp II., Philotas, Hinrichtung, Machtpolitik, politischer Gegner, Gaugamela, Antike, Herrschaftssicherung, Historiographie, Gehrke, Berve.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit dem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen Alexander dem Großen und seinem erfahrenen General Parmenion und hinterfragt die Ursachen für Parmenions Hinrichtung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die militärische Karriere Parmenions, die Dynamik zwischen den beiden Männern während des Asienfeldzuges sowie die politischen Motive Alexanders für die Vernichtung der Familie Parmenions.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob es substantielle politische Gegensätze zwischen Alexander und Parmenion gab, die das gewaltsame Vorgehen gegen den Feldherrn rechtfertigen könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literarischen Analyse, bei der existierende Gesamtdarstellungen, Fachwerke und antike Quellenberichte hinsichtlich ihrer Tendenzen und Informationen zum Verhältnis von Alexander und Parmenion ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ereignisgeschichtliche Betrachtung der Zusammenarbeit von Alexander und Parmenion sowie eine detaillierte Analyse der Hintergründe von Parmenions Tod und den Vorwürfen des politischen Widerstands.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Alexander der Große, Parmenion, Makedonien, Machtpolitik, politische Gegnerschaft, Asienfeldzug und Herrschaftssicherung sind maßgebliche Begriffe dieser Untersuchung.
Welche Bedeutung hatte die Hinrichtung des Attalos für Parmenions Position?
Die Beteiligung Parmenions an der Ermordung seines eigenen Schwiegersohns Attalos auf Befehl Alexanders zeigt, wie der General versuchte, seine Loyalität gegenüber dem neuen König zu demonstrieren und seine Machtposition trotz des Thronwechsels zu sichern.
Wie bewertet der Autor Alexanders Beweggründe für die Ermordung Parmenions?
Der Autor interpretiert die Hinrichtung nicht als Affekthandlung, sondern als eiskalt berechnete politische Entscheidung, um widerspenstige Elemente auszuschalten und durch das Ausschalten des „Vaters des Heeres“ die unumschränkte Gehorsamsbereitschaft der Armee zu erzwingen.
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- Thomas Kaffka (Author), 2004, Alexander und Parmenion - realer oder fiktiver Gegensatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63804