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Nihilismus bei F.M.Dostoevskij

Title: Nihilismus bei F.M.Dostoevskij

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Helena Micheilow (Author)

Russian / Slavic Languages
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Die vorliegende Arbeit ist dem Thema „Nihilismus bei F.M. Dostoevskij“ gewidmet. Nihilismus als Phänomen des 19. Jahrhunderts wurde durch Dostoevskij in künstlerischer Form und dann durch Nietzsche als Philosophie dargeboten. Ich ziehe dabei Parallelen zwischen Nietzsches „Übermenschen“ und den Gestalten Dostoevskijs. Außerdem versuche ich unterschiedliche Formen des Nihilismus, so wie sie sich in Gestalten von Kellerlochmenschen, Raskolnikov, Stavrogin und Kirillov bieten, herauszuarbeiten. In meiner Arbeit verwende ich Transliteration für slavische Namen an, unabhängig davon, wie sie in den von mir verwendeten Quellen geschrieben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Nihilismus als Begriff

3. Der Begriff des Übermenschen bei Nietzsche

4. Bazarov als erster Nihilist

5. Politische Situation in Russland in den 60-er Jahren

6. Politischer Nihilismus bei Dostoevskij in den „Dämonen“

7. Ethischer Nihilismus bei Dostoevskij

7.1. Der Kellerlochmensch

7.2. Stavrogin als Steigerung des Kellerlochmenschen

7.3. Kirillov als logischer Selbstmörder

7.4. Raskolnikov

8. Überwindung des Nihilismus

8.1. Durch das Zurückkehren zur Erde

8.2. Durch Arbeit

8.3. Durch die Religiosität des Volkes

9. War Dostoevskij selbst ein Nihilist?

9.1. Die These von Leo Šestov

9.2. Dostoevskij als Darsteller der Idee nach M.Bachtin

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Nihilismus im Werk von F. M. Dostoevskij und setzt es in Bezug zu den philosophischen Konzepten Friedrich Nietzsches. Ziel ist es, verschiedene Formen des Nihilismus anhand zentraler literarischer Figuren aufzuzeigen und die Frage zu klären, wie Dostoevskij deren Scheitern sowie die Möglichkeiten einer Überwindung des Nihilismus darstellt.

  • Nihilismus als philosophischer und politischer Begriff
  • Die Figur des Übermenschen bei Nietzsche und Dostoevskij
  • Analyse nihilistischer Gestalten (Kellerlochmensch, Stavrogin, Kirillov, Raskolnikov)
  • Wege zur Überwindung des Nihilismus durch Glaube und Arbeit
  • Die literarische Methode Dostoevskijs im Vergleich mit Bachtins Theorie

Auszug aus dem Buch

7.2. Stavrogin als Steigerung des Kellerlochmenschen

Nikolaj Stavrogin aus dem bereits mit politischem Nihilismus erwähnten Zusammenhang ist die absolute Steigerung des „passiven Nihilismus“. Er ist im Unterschied zu dem Kellerlochmenschen bereits in den Abgrund gestürzt.

Als Stavrogin das erste Mal die Szene betritt, sieht man einen mit erlesener Eleganz gekleideten Gentleman mit dem tadellosen Benehmen. Das Gesicht des jungen Mannes drückt jedoch trotz seiner auffallenden Schönheit etwas Seltsames aus. „ Alle seine Merkmale schienen überbetont: Das Haar fast schon zu dunkel, das Auge fast etwas zu hell, der Blick dabei vollkommen kalt und ruhig, die Zähne weiß, die Lippen rot. Er war der schönste Mann, den sich denken konnte und doch war er widerlich. Jemand sagte, sein Gesicht sei eine Maske, und ein anderer rühmte seine ungeheure Körperkraft“. Aber seine Taten passen nicht so recht zum äußeren Eindruck: am Anfang sind sie noch harmlos, das sind Frechheiten, die vollkommen sinnlos und absurd sind, was er dann durch eine angebliche Verrücktheit zu erklären versucht. Im Rückblick auf seine Petersburger Zeit sehen wir auch weniger harmlose Taten, z.B. sieht er den Prügeleien der Matrjoscha zu, die er verhindern konnte, wenn er wollte. Sein Kommentar dazu ist Folgendes: „Jede außerordentlich schändliche, maßlos erniedrigende, gemeine und vor allem lächerliche Lage, in die ich während meines Lebens gekommen bin, hat neben einem grenzenlosen Zorn einen unglaublichen Genuß in mir erregt“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit führt in das Thema des Nihilismus bei Dostoevskij ein und erläutert die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung von Nietzsches Philosophie.

2. Nihilismus als Begriff: Hier wird der Nihilismus als Phänomen der Sinnlosigkeit und Werteverneinung definiert, insbesondere in Abgrenzung zum passiven und aktiven Nihilismus nach Nietzsche.

3. Der Begriff des Übermenschen bei Nietzsche: Das Kapitel analysiert Nietzsches Einteilung der Menschen und die Konzeption des „Übermenschen“ als Wille zur Macht.

4. Bazarov als erster Nihilist: Es wird die literarische Entstehung des Nihilismus-Begriffs anhand von Turgenevs Bazarov aufgezeigt.

5. Politische Situation in Russland in den 60-er Jahren: Die gesellschaftlichen Reformen und die Entstehung radikaler politischer Gruppen in Russland werden historisch kontextualisiert.

6. Politischer Nihilismus bei Dostoevskij in den „Dämonen“: Dieses Kapitel untersucht die Zerstörungswut der Nihilisten in Dostoevskijs Roman „Die Dämonen“ und deren zerstörerisches Potenzial.

7. Ethischer Nihilismus bei Dostoevskij: Anhand verschiedener Charaktere wie dem Kellerlochmenschen oder Raskolnikov wird die ethische Dimension der Sinnsuche und des moralischen Zerfalls beleuchtet.

8. Überwindung des Nihilismus: Es wird diskutiert, wie Dostoevskij durch Rückkehr zur Erde, Arbeit und Religiosität einen Ausweg aus dem nihilistischen Abgrund aufzeigt.

9. War Dostoevskij selbst ein Nihilist?: Die Debatte über Dostoevskijs eigene Weltanschauung wird anhand der gegensätzlichen Thesen von Šestov und Bachtin diskutiert.

10. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Erkenntnis zusammen, dass der Nihilismus bei Dostoevskij als lebensuntüchtig dargestellt und durch die Hinwendung zu traditionellen Werten potenziell überwunden wird.

Schlüsselwörter

Nihilismus, F. M. Dostoevskij, Friedrich Nietzsche, Übermensch, Kellerlochmensch, Raskolnikov, politische Reformen, Ethik, Selbstmord, Religion, Schuld und Sühne, Die Dämonen, Wertesystem, Identität, russische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Nihilismus im Werk von F. M. Dostoevskij und untersucht dessen Darstellung und Überwindung durch verschiedene Romanfiguren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Definition des Nihilismus, dem Einfluss Nietzsches, dem politischen Kontext in Russland sowie der psychologischen Tiefe nihilistischer Charaktere.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dostoevskij den Nihilismus in seinen Werken als lebensuntüchtig entlarvt und welche Alternativen er zur Überwindung dieser Weltanschauung anbietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primäre literarische Texte mit philosophischen Diskursen (Nietzsche, Šestov, Bachtin) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl der politische Nihilismus in „Die Dämonen“ als auch der ethische Nihilismus anhand von Figuren wie Raskolnikov und Stavrogin detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Nihilismus, Dostoevskij, Übermensch, Religion, Sinnsuche, Ethik, Selbstzerstörung, Erde, Arbeit.

Inwiefern unterscheidet sich Stavrogin vom Kellerlochmenschen?

Während der Kellerlochmensch den Nihilismus in sich selbst reflektiert und noch an der Schwelle steht, ist Stavrogin die radikale Steigerung, die bereits völlig in den Abgrund des Nihilismus gestürzt ist.

Warum hält Dostoevskij den Nihilismus für lebensuntüchtig?

Da der Nihilismus bei Dostoevskij konsequenterweise zur Zerstörung und zur Selbstzerstörung führt, stellt er für den Autor eine Sackgasse dar, die nicht mit einem erfüllten menschlichen Dasein vereinbar ist.

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Details

Title
Nihilismus bei F.M.Dostoevskij
College
University of Bamberg  (Institut für Slavistik)
Course
HS: Realismuskonzepte bei L.N.Tolstoj, F.M. Dostoevskij und A.P.Čechov
Grade
1,3
Author
Helena Micheilow (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V63834
ISBN (eBook)
9783638567831
ISBN (Book)
9783656771746
Language
German
Tags
Nihilismus Dostoevskij Realismuskonzepte Tolstoj Dostoevskij
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helena Micheilow (Author), 2006, Nihilismus bei F.M.Dostoevskij, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63834
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