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Der Kabel-TV-Markt in Deutschland: Warum das Potential des Kabel-TV-Netzes bis heute nicht ausgenutzt wird. Eine Policy-Analyse

Title: Der Kabel-TV-Markt in Deutschland: Warum das Potential des Kabel-TV-Netzes bis heute nicht ausgenutzt wird. Eine Policy-Analyse

Seminar Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Sobottka (Author)

Communications - Mass Media
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Seit Mitte der 1980er Jahre wurde das Kabel-TV-Netz im städtischen Bereich in Deutschland flächendeckend verlegt. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat Zugang zu Kabel-TV: Von knapp 38 Mio. TV-Haushalten sind 22 Mio. bereits angeschlossen (Stand 1999, Stritzl 2002: 198). Das ist theoretisch eine ideale Voraussetzung, um das Kabel-TV-Netz als Triple Play1-Plattform zu etablieren.

Tatsächlich aber wurden in den letzten Jahren Telefon- und Mobilfunknetze mit Milliardenaufwand ausgebaut, so dass für nahezu jeden Kunden dieser Netze, der das wünscht, Triple Play möglich ist. Kabel-TV-Kunden dagegen können ihr Netz oft "nur" zum Fernsehen nutzen, weil die Modernisierung nur schleppend durchgeführt wird. Daher berücksichtigen auch Artikel in Publikumszeitschriften zum Thema Telefonie und Internet nur selten das Kabel-TV-Netz, so dass der Informationsstand der potenziellen Kunden eher gering ist und sie neue Angebote kaum nachfragen.

"Dass das TV-Kabel sein Potenzial in Deutschland aber nicht entfalten kann, bisher keine ernsthafte DSL-Konkurrenz ist und die multimedialen Zukunftspläne auf nicht absehbare Zeit in den Schubladen bleiben werden, hat seine Ursachen weniger in der technischen Machbarkeit, sondern vor allem in den komplizierten markt- und medienpolitischen Verhältnissen des deutschen Kabelmarktes." (Teltarif 2006: 1)

Diese "komplizierten markt- und medienpolitischen Verhältnisse" sind Gegenstand meiner Untersuchung. Dafür nutze ich die Methode der Policy-Analyse, die "nach den Ursachen des zuweilen nur bescheidenen Erfolgs politisch rational geplanter gesellschaftlicher Veränderung fragt" (Windhoff-Héritier 1987: 14 f.).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die Akteure

2.1 Akteure der europäischen Politik

2.1.1 Die Europäische Kommission

2.1.2 Der Ministerrat

2.2 Akteure der nationalen Politik

2.2.1 Regierungen und Parlamente

2.2.2 Das Bundeskartellamt

2.3 Marktakteure

2.3.1 Kabelnetzbetreiber

2.3.2 Programmanbieter

3 Problemdefinition

3.1 Die Rahmenbedingungen

3.2 Ziele der europäischen Politik

4 Agenda-Gestaltung

5 Politikformulierung

5.1 EU-Grünbücher

5.2 EU-Richtlinien

5.3 Nationale Gesetzgebung

6 Politikimplementation

6.1 Schwierigkeiten durch frühere Entscheidungen

6.1.1 Schnelle Einführung des Privatfernsehens

6.1.2 Frühe Liberalisierung des Netzausbaus

6.2 Die Privatisierung der Deutschen Bundespost

6.3 Die Privatisierung der Netzebene 3

6.4 Chronologie

7 Termination/Evaluation

7.1 Technologische Entwicklung

7.2 Ökonomische Entwicklung

7.3 Medienpolitische Entwicklung

8 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die markt- und medienpolitischen Ursachen dafür, warum das deutsche Kabel-TV-Netz sein Potenzial als Triple-Play-Plattform trotz flächendeckender Verfügbarkeit bisher nicht entfalten konnte. Dabei wird insbesondere untersucht, wie politische Entscheidungen und Privatisierungsprozesse den technologischen Ausbau beeinflusst haben.

  • Strukturelle Analyse der Akteure im deutschen Kabelmarkt.
  • Untersuchung der europäischen und nationalen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen.
  • Analyse der Privatisierung der Deutschen Bundespost und ihrer Folgen für die Netzinfrastruktur.
  • Diskussion der technologischen Modernisierungshindernisse.
  • Evaluation der ökonomischen Situation der Kabelnetzbetreiber.

Auszug aus dem Buch

6.1.1 Schnelle Einführung des Privatfernsehens

Nach dem Regierungswechsel 1982 beschloss die neue christlich-liberale Regierung, das Privatfernsehen rasch zu verbreiten, ohne die Auswertung der gerade beginnenden Kabelpilotprojekte abzuwarten. Da nur wenige terrestrische Frequenzen zur Verfügung stehen, war dafür ein schneller Ausbau des Kabelnetzes notwendig. Um die immensen Kosten ein wenig zu reduzieren, wurden zwei fatale Entscheidungen getroffen, obwohl die weitere Entwicklung des Kabel-TV-Netzes bereits in der Diskussion war (s. S. 10). Zum einen wurden großflächig Kupferkoaxialkabel statt der zukunftssicheren, aber teueren Glasfaserkabeln verlegt. Und zum anderen wurde das Kabelnetz als reines Verteilnetz (Baumtypologie) konzipiert, was den späteren Ausbau zum rückkanalfähigen Vermittlungsnetz (Sterntypologie) erschweren würde. (vgl. Stritzl 2002: 49 ff. und Beck 1998: 25 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Hinführung zum Thema des ungenutzten Potenzials der Kabel-TV-Netze als Triple-Play-Plattform in Deutschland.

2 Die Akteure: Identifikation und Differenzierung der verschiedenen Interessengruppen von Politik, Markt und Bürgern im Implementationsprozess.

3 Problemdefinition: Darstellung der historischen Rahmenbedingungen und der politischen Zielsetzungen zur Entwicklung einer europäischen Informationsgesellschaft.

4 Agenda-Gestaltung: Analyse der politischen Strategien und neoliberalen Ansätze bei der Marktöffnung und Privatisierung.

5 Politikformulierung: Übersicht der relevanten EU-Grünbücher, Richtlinien sowie der nationalen gesetzgeberischen Maßnahmen zur Regulierung des Marktes.

6 Politikimplementation: Detaillierte Untersuchung der historischen Fehlentscheidungen beim Netzausbau und der komplexen Privatisierungsprozesse der Netzstrukturen.

7 Termination/Evaluation: Bewertung der technologischen, ökonomischen und medienpolitischen Entwicklungsergebnisse seit den 1980er Jahren.

8 Zusammenfassung: Abschlussfazit zum Scheitern der Etablierung als Triple-Play-Plattform und kritische Reflexion der verbliebenen Strukturprobleme.

Schlüsselwörter

Kabel-TV-Netz, Triple Play, Deutsche Bundespost, Privatisierung, Breitbandkabel, Netzebene 3, Netzebene 4, Policy-Analyse, Liberalisierung, Konvergenz, Glasfaserkabel, Kupferkoaxialkabel, Must-carry-Regeln, Wettbewerb, Informationsgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gründe für das ausbleibende Potenzial des deutschen Kabel-TV-Netzes als multifunktionale Plattform für Telefonie, Internet und Fernsehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die politische Regulierung des Telekommunikationsmarktes, die Historie der Privatisierung der Netzstrukturen und die technologischen Hürden des Netzausbaus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, mittels einer Policy-Analyse aufzuzeigen, welche markt- und medienpolitischen Faktoren den Ausbau des Kabelnetzes zu einer modernen Breitbandinfrastruktur behindert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die Methode der Policy-Analyse, um gesellschaftlich relevante Probleme und die politische rationale Planung von Veränderungen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Akteurskonstellationen, die Problemdefinition, die Agenda-Gestaltung, die politische Formulierung durch EU-Vorgaben sowie die konkrete Umsetzung und deren Schwachstellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Triple Play, Netzebenen, Privatisierung, Wettbewerbsregulierung und technologische Konvergenz.

Warum ist das Kabelnetz als Triple-Play-Plattform bisher gescheitert?

Es wird aufgezeigt, dass politische Fehlentscheidungen beim Ausbau der Netze (Verteilnetz statt Vermittlungsnetz) sowie die Priorisierung von Schmalbandnetzen durch die Telekom den modernen Ausbau nachhaltig verzögert haben.

Welche Rolle spielte das Bundeskartellamt in diesem Prozess?

Das Bundeskartellamt griff mehrfach regulatorisch ein, insbesondere durch die Untersagung von Übernahmen und Fusionen, um eine Monopolbildung auf der Netzebene 3 zu verhindern.

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Details

Title
Der Kabel-TV-Markt in Deutschland: Warum das Potential des Kabel-TV-Netzes bis heute nicht ausgenutzt wird. Eine Policy-Analyse
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft)
Course
Einführung in die Kommunikationspolitik
Grade
1,3
Author
Katharina Sobottka (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V63836
ISBN (eBook)
9783638567855
ISBN (Book)
9783638725125
Language
German
Tags
Kabel-TV-Markt Deutschland Warum Potential Kabel-TV-Netzes Eine Policy-Analyse Einführung Kommunikationspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Sobottka (Author), 2006, Der Kabel-TV-Markt in Deutschland: Warum das Potential des Kabel-TV-Netzes bis heute nicht ausgenutzt wird. Eine Policy-Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63836
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