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Die Geographie in Wolframs von Eschenbach 'Parzival' - Herkunft, Form und Funktion

Title: Die Geographie in Wolframs von Eschenbach 'Parzival' - Herkunft, Form und Funktion

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Yvonne Zimmermann (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Der Parzivalroman Wolframs von Eschenbach ist die Geschichte der Entwicklung des Menschen zu einer idealisierten Form seiner selbst.
Er ist aber ebenso eine Geschichte von Raum und Zeit. Jede der Hauptpersonen - ob Gahmuret, Gawan oder Parzival selbst - ist in Bewegung; nur durch ihre Reisen treffen sie auf Liebe und Gefahren, auf Personen, die für ihre Entwicklung notwendig sind. Wolfram von Eschenbach zeigt vor allem an der Figur des Parzival, wie die Wanderung auf dem Lebensweg vom Naturzustand in die Zivilisation und schließlich zum Heil/ zur Erlösung führt. Eine nähere Betrachtung der Geographie im Roman ist also unabdingbar. Zunächst werde ich mich mit der Quellenlage beschäftigen und versuchen aufzuschlüsseln, woher Wolfram von Eschenbach seine geographischen Fakten und Termini nahm. Danach werde ich mich mit verschiedenen Schwerpunkten der Parzival-Bücher befassen. Zum einen ist hier die reale europäische Geographie zu nennen, die der Dichter dem Orient gegenüberstellt. Mein Hauptaugenmerk gilt dabei den Namen als Herkunftsbezeichnungen und der Landschaft im Hintergrund. Die von Panzer und Snelleman propagierte Löwenherzthese wird in einem gesonderten Punkt behandelt.
Der zweite Abschnitt befasst sich mit der wundersamen Geographie, welche sowohl Soltane, als auch Munsalwäsche und Schastel marveille enthält. Diesen Punkt konnte aufgrund seiner bibliographisch immensen Dimensionen nicht besonders ausführlich behandelt werden. Dennoch habe ich versucht, die neuste Forschung von Michael Horchler einzuarbeiten. Mein letzter Abschnitt schließlich widmet sich dem Orient. Aus dem Blickwinkel des europäischen Mittelalters versuche ich mit der Ausformung, die der Orient bei Wolfram annimmt, seine Funktion zu ergründen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Quellenlage

1.1 Lateinische Quellen

1.1.1 Bischof Otto von Freising

1.1.2 Willhelm von Tyrus

1.1.3 C. Julius Solinus

1.2 Altfranzösische Quellen

1.2.1 Chretien de Troyes

1.2.2 Die Anjou – Chronik

1.3 Zeitgenössische Autoren – Hartmann von Aue

1.4 Kyot

2 Reale Geographie

2.1 Herkunftsbezeichnungen

2.1.1 Helden und Edelfrauen

2.1.2 Gegenstände und Tiere

2.2 Die Landschaft im Hintergrund

2.2.1 Die Blutstropfen im Schnee

2.2.2 Gawan und Orgeluse

3 Gahmuret von Anschewîn

3.1 Löwenherzthese

3.2 Gegenthese

4 Wundersame Geographie

4.1 Soltane – das verlorene Paradies

4.2 Die Reise ins Wunderbare

4.2.1 Gawan von Norgal und Schastel marveille

4.2.2 Parzival und Munsalwäsche

5 Der Orient

5.1 Der Orient aus dem Blickwinkel des europäischen Mittelalters

5.2 Der Orient bei Wolfram von Eschenbach

5.3 Formulierung einer Verschmelzung von Orient und Okzident unter dem Banner einer Anti - Ritterschaft.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion, Herkunft und Form der Geographie in Wolframs von Eschenbach „Parzival“, um aufzuzeigen, wie der Dichter durch räumliche und geographische Elemente die Entwicklung seiner Protagonisten sowie die Verknüpfung unterschiedlicher Welten gestaltet.

  • Quellenanalyse geographischer Termini und Fakten im „Parzival“.
  • Unterscheidung zwischen realer europäischer Geographie und wundersamen Räumen.
  • Diskussion der „Löwenherzthese“ zur Figur Gahmuret.
  • Darstellung des Orients als Spiegelbild und Gegenpol zum Okzident.
  • Symbolik der Reise und die Entwicklung der Hauptfiguren zur Erlösung.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Landschaft im Hintergrund

Obwohl Wolfram von Eschenbach weitaus mehr als sein Vorgänger Chretien de Troyes die einzelnen Stationen der Handlung miteinander verknüpft, geschieht dies überwiegend durch die Erzählstruktur und durch intertextuelle Verweise. Der Dichter spannt eine große Erzählwelt vor dem Zuhörer auf, verwendet aber für die einzelnen Landschaften nicht allzu viele Details. „Wolfram does not linger descriptively over landscape in response to its beauty. Only where the treatment of scenery involves portrayal of architectural marvel is the usual brevity of description occasionally abandoned for enthusiastic elaboration.”

Nur in besonderen Szenen gibt Wolfram von Eschenbach eine ausführliche Beschreibung der Umgebung, in der sich der Held befindet, wie z.B. bei den Blutstropfen im Schnee: „im was versnît sîns pfades ban: / vil ungevertes reit er dan / ouch begunde liuthen sich der walt / wan daz ein rone was gevalt / ûf einem plân . . . dâ wol tûsent gense lâgen / dâ wart ein michel gâgen.“

Einer These Marianne Wynns zufolge passt der Dichter seine Landschaft dem jeweiligen Gemütszustand des Helden an. In Parzivals Gemüt ist Winter. Sein Versagen in der Gralsburg, die Vorwürfe Sigunes und die lange Abwesenheit von seiner Frau machen ihm zu schaffen. Die Blutstropfen im Schnee könnten ein Hinweis auf Cundrie sein, die ihn angreifen wird wie der Falke die Wildgans. Zugleich ist die rote Farbe des Blutes ein Zeichen sowohl für die Liebe als auch für die Kämpfe, die Parzival noch bevorstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Quellenlage: Dieses Kapitel untersucht die lateinischen und altfranzösischen Ursprünge sowie zeitgenössische Einflüsse, aus denen Wolfram von Eschenbach seine geographischen Informationen und Namen schöpfte.

2 Reale Geographie: Hier wird analysiert, wie der Dichter Ländernamen als Herkunftsbezeichnungen für Figuren und Gegenstände verwendet und wie er Landschaften als atmosphärischen Hintergrund in den Roman einbettet.

3 Gahmuret von Anschewîn: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Identifikation der Figur Gahmuret mit Richard Löwenherz auseinander und stellt dieser Hypothese verschiedene Gegenargumente gegenüber.

4 Wundersame Geographie: Der Fokus liegt hier auf symbolträchtigen Orten wie Soltane sowie den wunderbaren Schauplätzen Gawan von Norgals und Parzivals, die als Stationen ihrer Entwicklung dienen.

5 Der Orient: Dieses Kapitel beleuchtet das mittelalterliche Orientbild und zeigt, wie Wolfram von Eschenbach den Orient bei der Konstruktion einer heilsgeschichtlichen Synthese von Orient und Okzident einsetzt.

Schlüsselwörter

Wolfram von Eschenbach, Parzival, Geographie, Mittelalter, Orient, Okzident, Gahmuret, Gawan, Herkunftsbezeichnungen, Literaturwissenschaft, Gralsroman, Richard Löwenherz, Soltane, Munsalwäsche, Quellenforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der geographischen Elemente in Wolframs von Eschenbach „Parzival“, insbesondere hinsichtlich ihrer Herkunft, Form und ihrer erzählerischen Funktion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Quellenlage (lateinisch/französisch), die Unterscheidung von realer und wundersamer Geographie, die Gahmuret-Problematik sowie die literarische Darstellung des Orients.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wolfram durch geographische Bezüge eine schlüssige Erzählwelt schafft und wie die Reisen der Helden zur ihrer charakterlichen Entwicklung beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und den Vergleich mit zeitgenössischen Quellen sowie der literaturwissenschaftlichen Forschung zur Mittelalterepik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Quellen, die reale Geographie, eine Diskussion zur Gahmuret-Figur, die wundersame Geographie der Gralssuche und eine abschließende Orient-Analyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Parzival, Geographie, Orient, Literaturwissenschaft und Quellenforschung charakterisiert.

Welche Bedeutung hat die „Löwenherzthese“ für die Analyse?

Sie dient als exemplarisches Beispiel für die Forschungsdebatte, ob Wolfram reale historische Personen (wie Richard Löwenherz) als Vorbilder für seine Figuren wie Gahmuret nutzte.

Wie wird das Motiv der „Anti-Ritterschaft“ interpretiert?

Das Motiv wird als eine heilsgeschichtliche Aufhebung der Antithese zwischen Orient und Okzident gedeutet, in der Parzival und Feirefiz symbolisch für die Versöhnung der beiden Welten stehen.

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Details

Title
Die Geographie in Wolframs von Eschenbach 'Parzival' - Herkunft, Form und Funktion
College
University of Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Course
Die naturwissenschaftliche Bildung Wolframs von Eschenbach und ihre Funktion im Parzival
Grade
1,5
Author
Yvonne Zimmermann (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V63882
ISBN (eBook)
9783638568210
ISBN (Book)
9783656772026
Language
German
Tags
Geographie Wolframs Eschenbach Parzival Herkunft Form Funktion Bildung Wolframs Eschenbach Funktion Parzival
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Zimmermann (Author), 2004, Die Geographie in Wolframs von Eschenbach 'Parzival' - Herkunft, Form und Funktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63882
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