Unterrichtseinheit: Verben (2. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2005

15 Seiten


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Lernvoraussetzungen
1.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen
1.2 Lernvoraussetzungen zum Thema

2 Sachanalyse
2.1 Morphologische Unterscheidung
2.2 Syntaktische Unterscheidung
2.3 Das Tempus
2.4 Genus des Verbs
2.5 Der Modus des Verbs

3 Einordnung der Stunde in die Einheit

4 Didaktische Überlegungen

5 Methodische Überlegungen

6 Verlaufsplan

7 Literaturverzeichnis

1. Lernvoraussetzungen

1.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen

Die Klasse 2c wird von 24 Kindern besucht. Der Anteil der Jungen gegenüber der Mädchen ist relativ ausgeglichen (13 Mädchen, 11 Jungen). Lediglich 4 Kinder haben keine deutsche Staatsangehörigkeit (zwei Kinder sind kroatisch, zwei türkisch). Dennoch haben viele Eltern keine deutsche Staatsangehörigkeit. In vielen Elternhäusern wird fehlerhaftes Deutsch gesprochen. Etwa die Hälfte der Kinder in der Klasse wachsen zweisprachig auf. Besonders auffällige Sprachschwierigkeiten hat in dieser Klasse jedoch keiner. Lediglich K. verfügt über einen sehr geringen Wortschatz und eher unzureichende Grammatikkenntnisse.

Bezüglich des Sozialverhaltens lässt sich sagen, dass es in dieser Klasse eine gute Klassengemeinschaft gibt. Die Kinder wissen um die jeweiligen Stärken und Schwächen ihrer Mitschüler. Wenn Kinder mit der Arbeit fertig sind, fragen sie oft, ob sie anderen helfen können. So kann ich die leistungsstarken Schüler als „Hilfe“ miteinbeziehen. Mit der Zeit lernen sie, wie man anderen wirklich hilft, ohne gleich alles vorzusagen. Eine kleine Schwierigkeit in der Klasse ist jedoch, dass sich bestimmte Kinder schon länger kennen und zu kleinen Gruppen zusammengeschlossen haben. Diese nehmen sich oftmals gegenseitig dran, sodass sich die anderen Kinder in solchen Phasen teilweise ausgegrenzt oder ungerecht behandelt fühlen. Meine Mentorin und ich versuchen den Kindern in solchen Situationen immer wieder dieses Verhalten vor Augen zu führen und haben auch schon erste kleine Erfolge damit erzielt. Inzwischen erinnern sich die Kinder in solchen Phasen gegenseitig daran, nicht immer die gleichen Schüler dranzunehmen.

Das Arbeitsverhalten der meisten Kinder ist relativ gut. Sie sind es inzwischen gewohnt frei zu arbeiten. Tafel- und Werkstattpläne sowie Werkstattarbeit sind ihnen vertraut. Die meisten Kinder sind daher gut in der Lage sich zu konzentrieren und ruhig zu arbeiten. Dennoch gibt es auch hier in Bezug auf Motivation, Arbeitstempo und Selbstständigkeit große Unterschiede. P., U., J. und K. brauchen in solchen Phasen oft noch Hilfe, da sie es aus eigenem Antrieb nicht schaffen mit der Arbeit zu beginnen. Im Stuhlkreis fällt es einigen Kindern noch schwer, sich zu konzentrieren und den anderen Kindern wirklich zuzuhören. Bei einigen Kindern äußert sich dies, indem sie andere ärgern und ablenken. Bei anderen ruhigeren Kindern merkt man bei Rückfragen, dass sie oftmals träumen und deshalb nicht wissen, was besprochen wurde.

Um die Leistungsspanne deutlich zu machen und zu zeigen, dass es notwendig ist eine differenzierte Arbeitsform wie die Werkstattarbeit zu wählen, möchte ich im Folgenden zwei Kinder näher beschreiben:

K. ist ein eher leistungsschwaches Mädchen. Auf Grund ihrer unzureichenden Deutschkenntnisse versteht sie nicht immer alles. Allerdings macht sie dies nie deutlich. Sie fragt nie nach, wenn sie etwas nicht verstanden hat, sondern verhält sich ruhig, sodass es passieren kann, dass man ihre (offensichtliche) Hilflosigkeit nicht bemerkt. Da auch ihr sprachliches Ausdrucksvermögen sehr schlecht ist, liegt die Vermutung nahe, dass ihre Probleme hauptsächlich im sprachlichen Bereich liegen. Sie verfügt über einen geringen Wortschatz und unzureichende Grammatikkenntnisse. Im Stuhlkreis versucht sie sich oft darum zu drücken etwas zu sagen, auch wenn jedes Kind reihum etwas sagt. Ihre schriftlichen Leistungen sind dementsprechend schwach. Teilweise hat sie noch Probleme beim Lautieren, vermutlich auch auf Grund von Sprachschwierigkeiten. Hinzu kommt, dass sie ein sehr zurückhaltendes und fast ängstliches Mädchen ist. Bei freien Arbeitsaufträgen weiß sie nur sehr selten, was sie machen soll. Doch auch hier bittet sie selten um Hilfe, sondern sitzt still an ihrem Platz.
Y. ist eine sehr aufgeweckte und leistungsstarke Schülerin. Sie versteht Arbeitsaufträge schnell und kann sie erfolgreich und meist sehr kreativ umsetzen. Sie schreibt schon mühelos kleine Texte. Erste Rechtschreibregeln wendet sie schon bewusst an. Wenn man sie auf neue Regeln hinweist, nimmt sie die Anregungen an und setzt sie häufig auch noch später um. Auch ihr sprachliches Ausdrucksvermögen ist sehr gut.

1.2 Lernvoraussetzungen zum Thema

Die Kinder besitzen eine implizite Grammatik, d.h. sie verfügen über ein grammatikalisches Wissen über Verben, auch ohne dass sie im Unterricht thematisiert wurden. Die meisten Kinder haben ein Gespür dafür, dass ein Satz nur mit einem Verb komplett ist. Zu den häufig verwendete Verben zählen: spielen, treffen, helfen, schreiben, rechnen, malen, turnen. Einige Kinder verwenden schon für Kinder eher ungebräuchliche Verben wie: vergleichen, verabreden usw. Sprachlich schwächere Kinder mit einem kleineren Wortschatz verwenden häufig dieselben Verben. Einige Kinder haben bereits Spezialkenntnisse auf gewissen Gebieten und kennen und verwenden deshalb Verben, die andere nicht kennen oder nie verwenden würden. (Ein Spezialgebiet von F. ist beispielsweise die Eisenbahn. Er verwendet Verben wie: entgleisen, umladen. B. kennt sich beim Fischen besonders gut aus und verwendet daher Verben wie ausnehmen.). Funktionsverben sowie reflexive und reziproke verwenden die Kinder nicht so häufig und teilweise fehlerhaft. Zu den bei den Kindern verwendeten Zeitformen zählen vor allen das Präsens (beim mündlichen Erzählen im Alltag), das Perfekt (beim Verfassen der Texte im Klassentagebuch und in Geschichten sowie beim mündlichen Erzählen vergangener Ereignisse) und das Futur I. Präteritum, Plusquamperfekt und Futur II werden kaum benutzt. Die Kinder bilden die meisten Zeitformen instinktiv richtig. Im Präsens gibt es nur ein paar Kinder (C., K.), die hin und wieder noch Probleme haben die Verben zu konjugieren. Dennoch kommen (teilweise auch bei Kindern mit Deutsch als Muttersprache) im mündlichen Sprachgebrauch Fehler wie „er tretet mich“ auf. In solchen Fällen liegt vermutlich eine Übergeneralisierung der regelmäßigen Konjugation vor. Bei der Bildung des Präteritums kommen hin und wieder Fehler vor (z.B. du gingtest). Vermutlich vermeiden einige Kinder das Präteritum und weichen auf das Perfekt aus, weil ihnen die Bildung dieser Zeit noch Schwierigkeiten bereitet. Das Perfekt wird von den allermeisten Kindern richtig gebildet. Gleiches gilt für das Futur I. Die meisten Sätze der Kinder sind im Aktiv. Passivische Konstruktionen kommen nur in seltenen Fällen vor. Die Modi Indikativ und Imperativ werden von den Kindern häufig verwendet. Formulierungen mit dem Konjunktiv habe ich bei den Kindern der Klasse noch nicht bewusst wahrgenommen.

2 Sachanalyse

Das lateinische Wort „Verbum“ heißt übersetzt „Wort“. In unserem Sprachgebrauch hat somit eine Bedeutungsverengung stattgefunden, da Verb nun nur noch eine Wortart bezeichnet. Sie wird gleichbedeutend mit den Bezeichnungen Zeitwort oder Tuwort verwendet. Diese beiden deutschen Bezeichnungen machen deutlich, dass mit Verben Zeitangaben gemacht werden und dass sie meist Tätigkeiten bezeichnen. Verben kommen in fast jedem deutschen Satz vor und bestimmen wesentlich den Inhalt sowie die Aussage des Satzes. Man unterscheidet zwischen Handlungsverben, Vorgangsverben und Zustandsverben.[1]

2.1 Morphologische Unterscheidung

Man unterscheidet zwischen finiten (flektierten / konjugierten / traditionell: gebeugten) und infiniten Verbformen.

Die Kategorien der finiten Verformen sind:

[...]


[1] Vgl. Götze 1989, 21.

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Details

Titel
Unterrichtseinheit: Verben (2. Klasse)
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V63893
ISBN (eBook)
9783638568296
ISBN (Buch)
9783656068198
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtseinheit, Verben, Klasse)
Arbeit zitieren
Ricarda Schäfer (Autor:in), 2005, Unterrichtseinheit: Verben (2. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63893

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