Die Rolle der Eltern bei der Lesesozialisation der Kinder


Hausarbeit, 2006

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lesesozialisation

3. Einflussfaktoren innerhalb der Familie auf die Lesesozialisation der Kinder
3.1 Die Rolle des Elternhauses
3.2 Leseverhalten der Eltern als Lesevorbild
3.2.1 Auswirkungen auf Lesefrequenz, Lesedauer und Lesefreude
3.2.2 Auswirkungen auf die Leseinteressen der Kinder
3.3 Soziale und kommunikative Einbindung der Buchlektüre

4. Einfluss der sozialen Schicht und Bildung der Eltern

5. Leseerziehung und Leseförderung
5.1 Leseerziehung durch literarische Kommunikation
5.2 Leseerziehung durch Vorlesen
5.3 Leseerziehung durch unterschiedliche Stile und Methoden
5.3.1 Anregung und Ermahnung
5.3.2 Bremsen der Lesefreude und Lesezensur

6. Fazit und Ausblick

7. Literatur

1. Einleitung

Wie die Studie, über das Leseverhalten der Deutschen im neuen Jahrtausend, der „Stiftung Lesen“ zeigt, geht der positive Einfluss der Familie bei der Leseerziehung der Kinder zurück. Aus der Studie ist zu entnehmen, dass im Jahr 2000 nur noch bei jedem Vierten der 14- 19 Jährigen, zu Hause darauf geachtet wird, dass man gute Bücher liest. 1992 war dies noch bei fast jedem Zweiten der 14- 19 Jährigen der Fall. Außerdem geben nur noch 27% der Jugendlichen an, dass sie sich oft mit ihren Eltern über ein Buch unterhalten würden, im Gegensatz zum Jahr 1992, in dem es noch 38% waren (vgl. Stiftung Lesen/ Spiegel Verlag 2001).

Anhand dieser Zahlen, die sich seit dem Jahr 2000 sicherlich nochmals verändert haben, zeigt sich, dass, vor allem auf Seiten der Eltern, wieder mehr zur Förderung des Leseverhaltens der Kinder getan werden muss- und zwar von der frühen Kindheit an!

Doch welche Rolle spielt die Familie bei der Lesesozialisation der Kinder überhaupt? Wie beeinflusst die Familie, unbewusst und bewusst, das Leseverhalten der Kinder? Und was kann die Familie aktiv zur Leseerziehung und Leseförderung beitragen? Diese Fragen werfen sich als Erstes auf, wenn man sich mit dem Thema der Lesesozialisation der Kinder beschäftigt, und sollen nun in der folgenden Arbeit beantwortet werden.

Zuerst wird der Begriff Lesesozialisation erklärt und danach wird auf die Rolle der Familie bei der Lesesozialisation eingegangen.

Die Arbeit stützt sich dabei auf verschiedene Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben.

2. Lesesozialisation

Unter dem Begriff Sozialisation versteht man einen Prozess, durch den der Einzelne, über die Beziehung zu seinen Mitmenschen, dauerhaft Verhaltensweisen erwirbt, die ihn dazu befähigen am sozialen Leben teilzuhaben und Mitglied der Gesellschaft zu werden.

Es ist damit „die Entstehung und Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit [gemeint], [die] [sich] in Abhängigkeit von und in Auseinandersetzung mit der gesellschaftlich vermittelten, sozialen, kulturellen und dinglich- materiellen Umwelt [vollzieht]“ (Hurrelmann 1993: 71). Hierbei stehen das Individuum und die Umwelt in einer Wechselbeziehung; die Persönlichkeitsentwicklung stellt „einen konstruktiven, im Medium der zwischenmenschlichen Interaktion, sprachlichen Kommunikation und ständigen Interpretation der Wirklichkeit verlaufenden Prozess [dar], der auch die Aneignung gesellschaftlicher Sinnangebote über die kulturelle Alltagspraxis in unterschiedlichen Lebenswelten umgreift“ ( Hurrelmann 1993: 72).

Lesesozialisation, als Bestandteil der Sozialisation, zielt darauf ab, das Interesse des Kindes am Medium Buch zu wecken, es zu befähigen die Notwendigkeit und Bedeutung des Lesens zu erkennen und ein, den Normen entsprechenden Umgang mit Büchern zu pflegen; Lesesozialisation kann auch als „ein Prozess der Aneignung und Vermittlung von Kompetenzen zur Textrezeption und –verarbeitung verstanden [werden]“ (Groeben et. al. 1999: 1, zit. nach Bucher 2004: 46).

Innerhalb der kindlichen Sozialisation stellt die Familie die wichtigste Vermittlungsinstanz für die Lesesozialisation dar. Die frühe Lesesozialisation durch das Elternhaus prägt die Lesefreude und die Leseinteressen der Kinder und wirkt sich stark auf deren späteres Leseverhalten aus.

3. Einflussfaktoren innerhalb der Familie auf die Lesesozialisation der Kinder

3.1 Die Rolle des Elternhauses

Elternhaus, Schule und Bibliotheken sind die drei Sozialisationsinstanzen, die für die Entwicklung von Lesefreude und das Entstehen einer stabilen Lesegewohnheit immer noch von Bedeutung sind (vgl. Harmgarth 1999: 29). Das Elternhaus ist aber nicht nur eine der wichtigsten Instanzen bei der Lesesozialisation der Kinder, sondern die Erste Instanz überhaupt; denn die Lesesozialisation der Kinder beginnt nicht erst mit dem Schuleintritt und dem Selbst- lesen- können, sondern schon lange vorher.

3.2 Leseverhalten der Eltern als Lesevorbild

Da Kinder durch Beobachtung lernen und die Eltern als Vorbilder für eigene Einstellungen und Verhaltensweisen ansehen, kommt den Eltern eine große Bedeutung im Lesesozialisationsprozess ihrer Kinder zu. Erst wenn die Kinder ihre Eltern selbst als begeisterte und regelmäßige Leser wahrnehmen, wirkt sich dies positiv auf ihre kindliche Lesepraxis aus.

Renate Köcher bestätigt, mit ihrer Untersuchung über den Einfluss des Elternhauses auf das Leseverhalten, „daß [sic] das Verhalten der Eltern, ihre Vorbildfunktion, langfristig noch wirksamer ist als die Intensität der Leseerziehung. […] Eine intensive Leseerziehung bleibt weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, wenn Kinder nicht den Eindruck gewinnen, daß [sic] Bücher den Eltern selbst außerordentlich wichtig sind“ (Köcher 1988: W 2303).

3.2.1 Auswirkungen auf Lesefrequenz, Lesedauer und Lesefreude der Kinder

Aus der Studie der Bertelsmannstiftung bezüglich der Lesesozialisation geht hervor, dass im Bezug auf die Lesefrequenz der Kinder, die Mutter eine entscheidende Rolle spielt. Während nämlich 45% der Mütter in ihrer freien Zeit viel lesen, sind dies nur 27,3% der Väter. Außerdem geben 24,2% der befragten Väter an, selten bzw. nie ein Buch zu lesen. Es wird also deutlich, dass die Mütter viel häufiger Bücher lesen als die Väter. Die Kinder deren Mütter viel lesen, haben eine höhere Lesefrequenz als diejenigen, deren Mütter wenig lesen. Daraus lässt sich erkennen, dass das Buchlesen des Kindes stark am Buchleseverhalten der Mutter orientiert ist und die Lesefrequenz des Vaters keine bedeutende Rolle spielt.

Weiterhin zeigt die Studie ebenfalls einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Lesedauer der Eltern, besonders der Mutter, und der der Kinder. Während die Mütter am Tag durchschnittlich 45,6 Minuten lesen, beträgt die Lesedauer der Väter an einem Tag nur 25 Minuten. Da die durchschnittliche Lesedauer der befragten Kinder bei 39 Minuten am Tag liegt, wird deutlich dass die Kinder ausdauernder lesen, je länger auch die Eltern, vor allem die Mütter, lesen (vgl. Hurrelmann 1993: 108f).

Man kann also festhalten, dass die Mutter als Lesevorbild für die Lesefrequenz und Lesedauer des Kindes zu betrachten ist.

Wirft man jedoch einen Blick auf die Zusammenhänge zwischen der Leseerfahrung der Eltern und der Lesefreude der Kinder, zeigt sich, dass die Leseerfahrung des Vaters diesmal von größerer Bedeutung ist als die der Mutter. Aus der Studie ist dazu zu entnehmen:

Wenn die Väter zu einer ästhetisch- reflexiven Rezeption und Verarbeitung ihrer Buchlektüre neigen, […] wirkt sich dies auch positiv auf die Lesefreude der Kinder aus (Hurrelmann 1993: 114).

Neigen die Eltern mehr dazu, die Gratifikationen des Lesens aus der Betrachtung des Stils und der sprachlichen Form der Literatur zu gewinnen, so wirkt sich dies vorteilhaft auf das Leseverhalten der Kinder aus. Während der Vater sich hier als bedeutsam für die kindliche Lesefreude erweist, beeinflusst die Lesehaltung der Mutter mehr die Lesedauer des Kindes (Hurrelmann 1993: 115).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Eltern bei der Lesesozialisation der Kinder
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V63909
ISBN (eBook)
9783638568432
ISBN (Buch)
9783638813808
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle, Eltern, Lesesozialisation, Kinder
Arbeit zitieren
Caroline Fallschessel (Autor), 2006, Die Rolle der Eltern bei der Lesesozialisation der Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63909

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