Diese Seminararbeit greift das Thema „Management Buyout“ (MBO) auf und soll sowohl die Potentiale, als auch mögliche Risiken aufzeigen. Dazu werden in Kapitel 2 eine allgemeine Definition und Merkmale von MBOs vorgestellt. Kapitel 3 handelt von der Motivation bzw. den Zielsetzungen der Beteiligten, ein MBO überhaupt durchzuführen. Kapitel 4 stellt eine Übersicht über verschiedene Finanzdienstleistungen dar, welche zentral für die Verwirklichung von MBOs sind. Nachfolgend werde ich in Kapitel 5 herausstellen welche Faktoren den Erfolg eines MBOs wesentlich beeinflussen. Im 6. Kapitel sind schließlich Überlegungen und Ansätze aufzufinden, die sich auf die ökonomischen Auswirkungen eines MBOs beziehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition und Eigenschaften
3. Gründe für ein MBO
3.1 Gründe für ein MBO aus Sicht der Verkäufer
3.2 Gründe für ein MBO aus Sicht der Käufer
3.3 Gründe für ein MBO aus Sicht der Finanziers
4. Finanzdienstleistungen bei MBOs
4.1 Beratung
4.2 Finanzierung
4.2.1 Fremdkapital
4.2.2 Mezzanine-Kapital
4.2.3 Eigenkapital
5. Erfolgsfaktoren
6. Auswirkungen auf die ökonomische Effizienz
6.1 Theorie
6.2 Studien von Amess bzw. Harris/ Siegel /Wright
7. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Seminararbeit ist es, das Konzept des Management Buyouts (MBO) umfassend zu beleuchten, indem sowohl die wesentlichen Potenziale als auch die damit verbundenen Risiken für die beteiligten Parteien analysiert werden. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei darauf, welche Motivationen hinter der Durchführung eines MBO stehen, welche Finanzierungsstrukturen notwendig sind und inwiefern ein solcher Management-Wechsel die ökonomische Effizienz und Produktivität eines Unternehmens nachhaltig beeinflusst.
- Grundlagen, Definition und Merkmale von Management Buyouts
- Motivation und Zielsetzungen der Beteiligten (Käufer, Verkäufer, Finanziers)
- Struktur der Finanzdienstleistungen und Finanzierungsinstrumente (Fremd-, Mezzanine-, Eigenkapital)
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren für die Transaktion
- Theoretische und empirische Analyse der Auswirkungen auf die ökonomische Effizienz
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründe für ein MBO aus Sicht der Verkäufer
Im Folgenden möchte ich einige wesentliche Gründe für die Erwägung eines MBOs seitens der Verkäufer vorstellen. Beginnen möchte ich mit so genannten Nachfolge-MBOs.
Bei Familienunternehmen kann, bedingt durch verschiedene, meist persönliche, Ursachen (Ruhestand, Todesfall, etc.), das Problem des Fehlens eines fähigen und gleichwohl interessierten Nachfolgers auftreten. Dieses Problem tritt vor allem bei eigentümerorientierten, mittelständischen Unternehmen auf. Der Alteigentümer hat darüber hinaus für gewöhnlich eine starke emotionale Bindung an das eigene Unternehmen, so dass er einen Verkauf an Mitbewerber oder große Konzerne in vielen Fällen nicht gutheißen würde. So eine Veräußerung würde natürlich auch mit der Preisgabe vertraulicher Informationen einhergehen. Ein Verkauf an das eigene Management würde hingegen eine positive Alternative darstellen, die unter dem Vorzeichen der Wahrung der Kontinuität der Firmenpolitik steht, da das Management dem Eigentümer vertraut ist. Auch vorteilhaft ist die Tatsache, dass solche Nachfolge-MBOs ohne großes Aufheben in der Öffentlichkeit und zumeist schnell ablaufen. Eine solche MBO wird als „Nachfolge-MBO“ bezeichnet.
Daneben kann es im Zuge von Restrukturierungsprozessen von Unternehmen zu Verkäufen von Unternehmensteilen kommen. In den sechziger Jahren gab es vermehrt betriebswirtschaftliche Aktivitäten die auf eine breite Diversifikation ausgerichtet waren. Es gab somit einen Trend auch in branchenfremde Bereiche vorzudringen, die zwar aussichtsreich schienen, aber mit dem eigentlichen Kerngeschäft nichts oder nicht viel zu tun hatten. Seit den achtziger und neunziger Jahren sind Unternehmen durch die zunehmende Globalisierung, verkürzte Produktlebenszyklen, Wegfall traditioneller Wirtschaftszweige, Internethandel usw. in Zugzwang geraten und eine strategische Neuausrichtung erschien sinnvoll. Unter anderem aus diesen Überlegungen heraus entstand die Strategie einer gezielten Konzentration auf die (traditionellen) Kernkompetenzen und der konsequenten Verfolgung einer „klaren“ Unternehmenspolitik. Damit verbunden sind Investitionen in die Kernbereiche, welche typischerweise finanziert sind von Desinvestitionen der Bereiche, die nicht in diese Strategie passen. Diese Desinvestitionen können, neben anderen, mit Hilfe eines MBO stattfinden (Spin Off-MBO).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den thematischen Rahmen der Arbeit, benennt die Schwerpunkte wie MBO-Potentiale und -Risiken und gibt einen Ausblick auf die behandelten Kapitel.
2. Begriffsdefinition und Eigenschaften: Dieses Kapitel definiert das Management Buyout, beschreibt die beteiligten Akteure und erläutert die Bedeutung der Finanzintermediäre sowie die übliche Fremdkapitalintensität.
3. Gründe für ein MBO: Hier werden die Beweggründe für ein MBO getrennt nach der Sichtweise der Verkäufer, der Käufer und der Finanziers detailliert analysiert.
4. Finanzdienstleistungen bei MBOs: Dieser Abschnitt behandelt die zentralen Beratungsphasen sowie die komplexe Finanzierungsstruktur, unterteilt in Fremd-, Mezzanine- und Eigenkapital.
5. Erfolgsfaktoren: Das Kapitel identifiziert verschiedene wirtschaftliche, persönliche und prozessbezogene Faktoren, die das Gelingen eines MBO maßgeblich beeinflussen.
6. Auswirkungen auf die ökonomische Effizienz: Hier werden theoretische Ansätze zum Principal-Agent-Konflikt mit empirischen Studien von Amess, Harris, Siegel und Wright gegenübergestellt, um den Effizienzgewinn zu bewerten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet die Effizienzsteigerungen durch MBOs unter kritischer Berücksichtigung der aktuellen Studienlage ein.
Schlüsselwörter
Management Buyout, MBO, Unternehmensübernahme, Eigenkapital, Fremdkapital, Mezzanine-Kapital, Finanzintermediäre, Nachfolge-MBO, Restrukturierung, Kernkompetenzen, Principal-Agent-Konflikt, Unternehmenseffizienz, Produktivität, Risikokapital, Erfolgsfaktoren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik des Management Buyouts (MBO), einer speziellen Form der Unternehmensübernahme, bei der leitende Angestellte ihr eigenes Unternehmen oder Unternehmensteile erwerben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Definition und Motive eines MBOs, die notwendigen Finanzierungskonzepte, die für den Erfolg entscheidenden Faktoren sowie die ökonomischen Auswirkungen dieser Transaktionen auf die Unternehmenseffizienz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Potenziale und Risiken von MBOs aufzuzeigen und zu untersuchen, wie sich diese Transaktionsform auf die wirtschaftliche Leistung von Firmen auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich empirischer Studien, insbesondere im Hinblick auf Produktionsfunktionen und betriebswirtschaftliche Kennzahlen zur Messung der Produktivität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Beweggründe der beteiligten Akteure, die Darstellung der Finanzierungsstrukturen (Beratung und Kapitalbeschaffung) sowie die Evaluation von Erfolgsfaktoren und ökonomischen Effizienzstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Management Buyout, Finanzierung, Unternehmenseffizienz, Principal-Agent-Konflikt, Eigenkapital und Erfolgsfaktoren.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise der Verkäufer von der der Käufer bei einem MBO?
Während Verkäufer oft aus strategischer Neuausrichtung oder Nachfolgeproblemen handeln, treiben Käufer (das Management) primär Motive wie unternehmerische Freiheit, Selbstverwirklichung und finanzielle Anreize an.
Warum spielt die Qualität des Managements laut den zitierten Studien eine so wichtige Rolle?
Empirische Untersuchungen zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen der fachlichen und persönlichen Kompetenz des Managements sowie dem Erfolg der Akquisition, da eine hohe Qualität das Vertrauen der Kapitalgeber stärkt.
Wie bewertet der Autor die ökonomischen Ergebnisse der untersuchten Studien?
Der Autor erkennt zwar erhebliche Effizienzgewinne an, weist jedoch darauf hin, dass die Studien aus den Jahren 2002 und 2005 noch jung sind und eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen ratsam ist.
- Arbeit zitieren
- Michael Aulbur (Autor:in), 2006, Management Buyouts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63914